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Unter Druck

Wie Deutschland sich verändert

Jana Simon

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Beschreibung

In jeder Biographie spiegelt sich die Welt. Und in jeder Biographie spiegelt sich die Wirklichkeit eines Landes. So zeichnet die bekannte Journalistin Jana Simon anhand verschiedener Lebensgeschichten ein differenziertes Bild Deutschlands, das die Wucht der Veränderungen in den letzten Jahren eindrücklich wiedergibt. Die Wirtschaft wächst, die Welt bewundert Deutschland für seine Kraft, Stabilität und Weltoffenheit. Zugleich schrumpft die Mittelschicht, die sozialen Aufstiegschancen sind, verglichen mit anderen westlichen Ländern, gering. Und die AfD sitzt nun im Bundestag. Ein großer Teil der Deutschen steht – unabhängig davon aus welcher Schicht sie kommen – unter erheblichem Druck. Was bedeutet das für das Leben Einzelner und für das ganze Land?

Jana Simon [...] ist dran geblieben an einer Zeit, die ein wenig frei dreht und man bekommt mögliche Erklärungsmuster an die Hand. Ich empfehle dieses Buch.

Jana Simon schreibt für die »ZEIT« über IS-Rückkehrer, die AfD und globale Friedensvermittler und hat den Fall Dieter Wedel, dem mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorwerfen, mit aufgedeckt. Bekannt ist sie für ihre einfühlsamen Porträts und Reportagen, die durch ihre Intensität beeindrucken. Von 1998 bis 2004 war sie Reporterin beim »Tagesspiegel«. Seit 2004 ist Simon Autorin bei der »ZEIT« in Berlin. Für ihre Reportagen erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den Theodor-Wolff-Preis, den Axel-Springer-Preis und den Deutschen Reporterpreis 2015, 2018 und 2020. Vom medium magazin ist sie in der Kategorie »Reportage« zur Journalistin des Jahres 2018 gewählt worden. Ihr Buch »Sei dennoch unverzagt. Gespräche mit meinen Großeltern Christa und Gerhard Wolf« (2013) war ein Bestseller. 

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 24.04.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397389-1
Verlag S. Fischer Verlag
Maße (L/B/H) 22,1/14,4/3 cm
Gewicht 498 g
Auflage 2. Auflage

Buchhändler-Empfehlungen

Simone Mkirech, Thalia-Buchhandlung Magdeburg

Über den Zeitraum 2013-2019 begleitet Jana Simon Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten. In diesem Querschnitt biografischer Porträts zeigt sich der zunehmende Druck in der Gesellschaft, der teilweise Existenzängste hervorruft. Sehr empfehlenswert für Politiker!

Zuhören

Elke Meißner, Thalia-Buchhandlung Leipzig

Dass Jana Simon porträtieren kann, beweist sie hier erneut eindrucksvoll. Objektiv, fair, offen, Urteile vermeidend, einfühlsam, eindringlich stellt sie uns Menschen in ganz verschiedenen Lebenssituationen vor, begleitet sie diese über Jahre. Ein beeindruckendes Bild der Gesellschaft entsteht. Menschen verändern sich, der Staat, in dem sie leben auch - Deutschland gerät unter Druck. Politik wird im Alltag spürbar, erlebbar.

Kundenbewertungen

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Ein großer Teil der Deutschen steht unter erheblichem Druck
von Gudrun W aus Lindenberg am 07.12.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

sagt Jana Simon in der Einführung zu ihrem Buch. Und sie möchte beschreiben wie Deutschland sich verändert. Menschen über eine längere Zeit zu begleiten und ihre Entwicklung wie auch die ihrer Lebensumstände zu dokumentieren ist eine spannende Sache. Mit Druck kenne ich mich aus. Seit meiner Kindheit hatte ich immer wieder Druck... sagt Jana Simon in der Einführung zu ihrem Buch. Und sie möchte beschreiben wie Deutschland sich verändert. Menschen über eine längere Zeit zu begleiten und ihre Entwicklung wie auch die ihrer Lebensumstände zu dokumentieren ist eine spannende Sache. Mit Druck kenne ich mich aus. Seit meiner Kindheit hatte ich immer wieder Druckbeschwerden... Magen-, Herz- und schließlich zu hoher Blutdruck. Für mich persönlich habe ich erkannt, daß es unterdrückte Emotionen waren, die sich als Beschwerden bemerkbar gemacht haben. Psychosomatisch, essentiell.... Bei Jana Simon scheint es so, als ob die äußeren Umstände allein für den gefühlten zunehmenden Druck verantwortlich sind. Bei der Pflegerin, beim Polizisten, beim Ingenieur.... Arbeitsverdichtung gibt es, ohne jeden Zweifel. Die Informationsflut ist erheblich gestiegen. Ausbeutung – die 17 Millionen bis 1989 persönlich nicht kannten und sich nicht vorstellen konnten, ist allgegenwärtig und erfordert Kampf. Druck auf den Gegner. Aber wer ist dieser Gegner? Nur aufschreiben, was andere sagen und wie sie leben, reicht nach meiner Einschätzung momentan nicht. Bohren, urteilen und bewerten. Wem nutzt es? Fragen stellen wie: Warum gründet ein 70-jähriger Politiker eine neue Partei, die sich „Alternative“ nennt und doch nur rückwärts gewandt ist? In den Themen, im Benehmen, in den Ergebnissen? Warum importiert ein Gesundheitsminister weiter osteuropäische PflegerInnen? Warum sind scheinbar so viele Staatshüter angefixt von der AfD? Warum wird in Deutschland weiter die Zersiedlung von Boden gefördert und finanziert und Wohnen wird zunehmend unbezahlbar? Warum gehen Selbständige und Kleinbetriebe immer mehr den Bach runter? ...

Die Spaltung der Gesellschaft
von S.A.W aus Salzburg am 30.04.2019

Simon versucht, die Zeit von 2013-2019 anhand von Einzelschicksalen zu skizzieren, die ihre These untermauern sollen, dass Deutschland durch immer mehr Krisen unter Druck geriet und sich unter den Bürgern immer mehr Angst und Stress aufbaut. Der Konsens in der deutschen Gesellschaft ist verloren gegangen, Deutschland fragmentier... Simon versucht, die Zeit von 2013-2019 anhand von Einzelschicksalen zu skizzieren, die ihre These untermauern sollen, dass Deutschland durch immer mehr Krisen unter Druck geriet und sich unter den Bürgern immer mehr Angst und Stress aufbaut. Der Konsens in der deutschen Gesellschaft ist verloren gegangen, Deutschland fragmentiert und polarisiert sich, das Merkel´sche Aussitzen der Krisen macht die Leute immer hilfloser, aggressiver und bereit für radikale Lösungen. Am deutlichsten sichtbar wird das an der Person von Alexander Gauland, dem Vorsitzenden der AfD. Vom biederen und gebildeten Konservativen mutiert er zum Radikalen, der sich um das Nationalbewusstsein und die Überfremdung sorgt. Er provoziert immer mehr, da er sich ein Leben lang mit seinen Anliegen in der CDU nicht ernst genommen fühlt. Jetzt sieht er seine Chance und hetzt gegen Muslime und Ausländer. Mit Gegenhetze gegen die AfD und der moralischen Keule ist diesem Anliegen nicht beizukommen. Gauland reitet auf der Welle des frustrierten deutschen Nationalgefühls, das sich 70 Jahre lang vor der Welt für Hitler entschuldigen musste, wovon sich viele Rechte schon lange gedemütigt fühlen. Dies ist eine politische Meinung wie andere auch, mit der Nazi-Keule wird die nicht weniger, sondern mehr. Gauland spürt, dass er die Frustrierten elektrisiert und dass jede Provokation ihm mehr Wähler bringt. Moralisch fühlt er sich im Recht. Er ist gegen die Einwanderung von Moslems, in denen er radikale Unterwanderer sieht. Niemand hat 2015 die Deutschen gefragt, ob sie die Einwanderungsflut auch wollen. Das rächt sich und Gauland setzt sich an die Spitze der Vaterlandsverteidiger. Andere haben andere Probleme: die klaffende Einkommensschere, die soziale Destabilisierung, die unbezahlbaren Mieten. Sie sind wütend auf die Beschwichtigungsparolen der Politik, von der sie sich nicht ernstgenommen, sondern verarscht fühlen. Von neuen Problemen radikalisiert, wählen sie die radikalen Parolen der AfD, auch wenn diese keine Antworten auf die sozialen Probleme hat. Oder sie sind radikal gegen die AfD für Multi-Kulti und Internationalität. Der Konsens, was gut ist, ist verloren. Beim Lesen des Buches fällt mir auf, dass die Dämonisierung der AfD und der Anliegen Gaulands das Problem nicht löst, sondern nur schlimmer macht. In Österreich haben wir das 20 Jahre mit Jörg Haider erlebt, er gewann jede Wahl und paralysierte die österreichische Politik, bis er jäh die Bühne verlassen musste. Auch nach seinem Tod blieb die Regierung der Stagnation treu und der schlechten Gewohnheit, Haiders böser Partei die Schuld am Stillstand zuzuschieben. Das war kein guter Weg und ist es auch für Deutschland nicht. Der Druck würde nur nachlassen, wenn die verschiedenen Fraktionen der Politik wieder mit mehr Respekt miteinander umgehen würden und weniger ideologischer Polarisierung. Ja, Gauland steht für ein veraltetes nationales Modell, aber er ist auch ein alter Mann und darf das denken. Dem darf man nicht Hass und Abwertung entgegensetzen, sondern sachliche Antworten und Alternativen, die die Wähler auch wählen. Das Problem Deutschlands ist nicht Gauland und nicht die AfD, da bauscht man beides zu Sündenböcken auf. Das Problem Deutschlands sind die ungelösten Probleme, die irrlichternde Einwanderungspolitik ohne jedes Konzept einer gelenkten, erwünschten Einwanderung; die soziale Erosion und die immer ungerechtere Einkommensschere, die einfach geleugnet und schon gar nicht angegangen werden. Der horrende Mietwahnsinn, der die Mehrheit der Bevölkerung zu Geiseln der gierigen Immobilienspekulanten macht, ohne auch nur die geringste Idee, was dagegen zu tun sei. Eine hilflose und fantasielose Politikerkaste darf sich nicht wundern, wenn sie ebenso unter Druck gerät wie die Bevölkerungsmehrheit, die sich von eben jener Kaste im Stich gelassen fühlt, während Industrie- und Bankenbosse trotz großer Verbrechen weiterhin die politischen Strippen ziehen. Gauland ist nicht das Problem, er macht es nur sichtbar. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „2018. Deutschland gewinnt den Krieg“

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