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Serotonin

Roman

Als der 46-jährige Protagonist von SEROTONIN, dem neuen Roman des Goncourt-Preisträgers Michel Houellebecq, Bilanz zieht, beschließt er, sich aus seinem Leben zu verabschieden – eine Entscheidung, an der auch das revolutionäre neue Antidepressivum Captorix nichts zu ändern vermag, das ihn in erster Linie seine Libido kostet. Alles löst er auf: Beziehung, Arbeitsverhältnis, Wohnung. Wann hat diese Gegenwart begonnen? In der Erinnerung an die Frauen seines Lebens und im Zusammentreffen mit einem alten Studienfreund, der als Landwirt in einem globalisierten Frankreich ums Überleben kämpft, erkennt er, wann und wo er sich selbst und andere verraten hat.

Noch nie hat Michel Houellebecq so ernsthaft und voller Emotion über die Liebe geschrieben. Zugleich schildert er in SEROTONIN den Kampf und den drohenden Untergang eines klassischen Wirtschaftszweigs in unserer Zeit der Weltmärkte und der gesichtslosen EU-Bürokratie.
Rezension
»Tritt ein, lieber Leser, in die Düsternis des Abendlandes, und beginne die Reise ans Ende der Nacht.«
Romain Leick, DER SPIEGEL

»Ein tieftrauriges Buch über die Liebe.«
Mathias Wert, ARD Tagesthemen

»Die Sprache, das darf man nicht vergessen, ist das eigentlich Ereignis bei Michel Houellebecq.«
Julia Encke, FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

»Wo zum Teufel findet man denn intelligentere Gegenwartsdiagnosen von schmerzhafterer Klarheit und zwingenderer Radikalität als bei Houellebecq?«
Denis Scheck, ARD DRUCKFRISCH

»Ein tieftrauriger Liebesroman«
Jan Wiele, FRANKFUTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»Ein tiefes, schönes Buch über die menschliche Existenz. […] [Houellebecq] ist ein großer Künstler.«
Mara Delius, DIE LITERARISCHE WELT

»Wow, eine so kluge Gegenwartsanalyse habe ich lange nicht mehr gelesen, dieses Buch macht einen klüger«
Denis Scheck, WDR2 LESEN

»Große Erzählkunst, wenn die Beklemmung, die Scham, die Unfähigkeit zu spüren ist […]. Umwerfend erzählt.«
Doris Akrap, TAZ

»Ein Roman, der mehr als Symptom unserer Zeit zu lesen ist denn als Analyse unserer Gegenwart.«
ORF Bestenliste

»›Serotonin‹ ist ein zynischer Abgesang auf das Leben westlicher Prägung. Zugleich eine vertrackte Liebeserklärung an eben dieses.«
Katja Gasser, ORF ZIB1

»Literarisch sehr geschickt gemacht […]. Die Sprache fängt an zu sprühen […]. Und da Entsteht eine Spannung, die sehr verstörend ist.«
Christine Lötscher, 3SAT KULTURZEIT

»Houellebecq ist ein grosser Theoretiker der Liebe – er versteht sich meisterhaft darauf, Männer zu beschreiben, die ihrer vollkommen unfähig sind.«
Tobias Sedlmaier, NZZ am Sonntag

»Horror-Satire über das Ende der Welt«
Iris Radisch, DIE ZEIT

»[Man] kann Serotonin auch als Hymne an die romantische Liebe lesen.«
Sabine Glaubitz, DPA

»Am Ende bleibt von der vielbeschworenen Freiheit des Westens nicht mehr übrig als ›eine kleine, weiße, ovale, teilbare Tablette‹.«
Mathias Dusini, FALTER

»Houellebecq [zeigt], was er kann, Krimi, Groteske, Liebesroman, Sozialreportage, alles wird angespielt und zitiert.«
Alex Rühle, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Und vielleicht gehört es darum zum Besten seiner quecksilbrigen Literatur, dass für sie gilt: Was immer man über sie sagt, das Gegenteil trifft genauso zu.«
Roman Bucheli, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

»Es ist ein Buch, das einen neuen Houellebecq zeigt, einen, der an die Möglichkeit des Glücks zumindest glaubt.«
Stefan Gmünder, DER STANDARD

»Dieser außergewöhnliche Stil, der zwischen schreiender Komik und abgrundtiefer Melancholie wechselt, macht auch dieses Buch zu einem ›echten Houellebecq‹.«
Dirk Fuhrig, DLF Kultur

»Ein unglaublich guter Autor«
Jörg Magenau, RBB KULTUR

»Er ist in der Tat literarisch herausragend.«
Andreas Isenschmid, DLF KULTUR

»Sprachlich auf der Höhe seiner Kunst.«
Dirk Fuhrig, WDR 3 Mosaik

»Umwerfend ist Michel Houellebecq aber zweifellos immer dann, wenn ihn nicht der visionäre (und manchmal auch moralische) Furor packt und er sich auf thematischen Nebenschauplätzen bewegt.«
Jochen Kürten, DEUTSCHE WELLE

»Serotonin ist Houellebecqs womöglich bester Roman. [Er ist] alles andere als trübsinnig. Ja, zuweilen ist die Lektüre ein schwarzer, sarkastischer Spaß.«
Martin Oehlen, KÖLNER STADT-ANZEIGER

»Wir haben gelacht und uns entsetzt. Aber in dem Moment, in dem Michel Houellebecq uns mit unserem lustvollen Kummer allein lässt, wir dem schauerlich-schönen Klagegesang des Erzählers entkommen sind, fassen wir eigene Gedanken.«
Alexander Solloch, NDR Kultur

»Am Ende dieses urkomischen und zugleich tieftraurigen Romans hält Houellebecq ein regelrechtes Plädoyer für die Liebe, die in der heutigen Zeit durch die Illusion von individueller Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten zum Scheitern verurteilt ist.«
Welf Grombacher, MÄRKISCHE ODERZEITUNG

»[Houellebecq ist] ein glänzender Autor und ein gnadenloser Chronist unserer Zeit. Es gibt nicht viele von seiner analytischen Schärfe und seiner Rücksichtslosigkeit.«
Bettina Schulte, BADISCHE ZEITUNG

»Sich über Houellebecq und ›Serotonin‹ wundern: ja. Sich ärgern: unbedingt! Aber lesen.«
Peter Pisa, KURIER

»Houellebecq hat sich neu erfunden.«
Felix Schneider, SRF2 Kultur

»Kann ich nicht einfach so lesen, muss man zelebrieren.«
Harald Schmidt

»›Serotonin‹ ist Houellebeqcs bisher persönlichstes Buch. Aus einem Guss. Ein Wurf.«
Peter Burri, BASLER ZEITUNG

»Wer keine Fragen ans Leben richten will, sollte besser die Finger von diesem Roman lassen. Alle andere greifen bitte zu.«
Lothar Schröder, RHEINISCHE POST

»Seine Traurigkeit ist unser aller Traurigkeit.«
Knut Cordsen, BR

»Der Provokateur Houellebecq [zeigt] sich von seiner einfühlsamen, zarten und verletzlichen Seite. Von einer Intensität, die tieftraurig macht – und dieses Buch so besonders.«
Franziska Trost, KRONEN ZEITUNG

»Sein Roman ist ein Meisterwerk, der Schmutz in große Literatur wandelt.«
Susanne Zobl, NEWS

»›Serotonin‹ steht als Prosakraftakt ganz für sich selbst, vielleicht wie noch kein Houellebecq-Roman zuvor.«
Wolfgang Paterno, PROFIL

»Eine klare Leseempfehlung«
Thomas Andre, HAMBURGER ABENDBLATT

»Es geht um die größte Gefahr unserer Gesellschaft: Einsamkeit – und die einzige Rettung: Liebe.«
Marie Kaiser, RBB radioeins

»Ein dreiviertel Jahrhundert nach Albert Camus erschafft Michel Houellebecq in ›Serotonin‹ einen neuen Fremden.«
Tilla Fuchs, SR 2 KulturRadio

»eine großartige stilistische Neuerfindung«
Katharina Hirschmann, Manuel Chemineau, WIENER ZEITUNG

»Der ideale Schriftsteller des postideologischen Zeitalters«
Anton Thuswaldner, DIE FURCHE
Portrait
Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart. Für seine Bücher, die in über vierzig Ländern veröffentlicht werden, wurde er mit den wichtigsten Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Prix Goncourt. 2015 erschien sein Roman ›Unterwerfung‹, der wochenlang auf der Bestsellerliste stand und ein großes Medienecho hervorrief.
Stephan Kleiner, geboren 1975, lebt als literarischer Übersetzer in München. Er übertrug u. a. Geoff Dyer, Chad Harbach, Tao Lin und Hanya Yanagihara ins Deutsche.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 330
Erscheinungsdatum 25.01.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-8388-2
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 21,3/14,7/3 cm
Gewicht 480 g
Originaltitel Sérotonine
Auflage 6. Auflage
Übersetzer Stephan Kleiner
Verkaufsrang 60
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

„Ein Mann am Abgrund“

Sandra Pereira, Thalia-Buchhandlung Ludwigsburg

Serotonin ist erschreckend, aber erschreckend gut. Persönlich konnte ich mit dem Charakter mitfühlen, de Roman geht wirklich in die Tiefe und man spürt die Verzweiflung und die Trostlosigkeit. Man merkt richtig, in welcher Situation der Hauptcharakter steckt, der mit allem gnadenlos abrechnet und Kritik so mancher Sache übt. Von der Sprache her ist er erstaunlich klar und sehr, sehr gut lesbar. Ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen! Serotonin ist erschreckend, aber erschreckend gut. Persönlich konnte ich mit dem Charakter mitfühlen, de Roman geht wirklich in die Tiefe und man spürt die Verzweiflung und die Trostlosigkeit. Man merkt richtig, in welcher Situation der Hauptcharakter steckt, der mit allem gnadenlos abrechnet und Kritik so mancher Sache übt. Von der Sprache her ist er erstaunlich klar und sehr, sehr gut lesbar. Ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen!

„Eindimensional?“

Annegret Klingbeil, Thalia-Buchhandlung Bad Oeynhausen

Krass und detailreich - manchmal ekelerregend - schildert Michel Houellebecq die Versuche des modernen Menschen, sein Glück zu finden, bzw. zu 'machen'.
Sehnsüchte und Hoffnungen, Triebe und Liebe schreien nach Erfüllung. Jeder ist sich selbst der Nächste, der sich - ggf. auf Kosten wiederum seines Nächsten - selbst zu verwirklichen sucht...
So irrt und stolpert der Protagonist - von außen betrachtet mitten im Erfolg! - hoffnungslos hinter seinem bisherigen Leben her. Er begreift zwar rückblickend auch Fehler und Schwächen, sieht, analysiert treffend, wie es anders, schöner, richtiger hätte laufen können, bleibt trotzdem hilflos in den Lebensverstrickungen gefangen und kann weder sein eigenes Glück oder einen Sinn 'greifen', noch anderen zu ihrem Glück verhelfen.
Was geschehen ist, bleibt geschehen! Für jeden!
Auch seine tägliche Ration Serotonin hilft schon lange nicht mehr, einigermaßen menschlich zu funktionieren. Dieses vom Arzt verordnete Quäntchen 'Glück' aus der Pille befähigt ihn nur noch, sein Aus-dem-Leben-Scheiden in Ruhe zu planen...
Während dieser Überlegungen kommt ihm der Gedanke, dass Menschsein vielleicht doch nicht nur eindimensional ist...
Wer weiß...?!??
Krass und detailreich - manchmal ekelerregend - schildert Michel Houellebecq die Versuche des modernen Menschen, sein Glück zu finden, bzw. zu 'machen'.
Sehnsüchte und Hoffnungen, Triebe und Liebe schreien nach Erfüllung. Jeder ist sich selbst der Nächste, der sich - ggf. auf Kosten wiederum seines Nächsten - selbst zu verwirklichen sucht...
So irrt und stolpert der Protagonist - von außen betrachtet mitten im Erfolg! - hoffnungslos hinter seinem bisherigen Leben her. Er begreift zwar rückblickend auch Fehler und Schwächen, sieht, analysiert treffend, wie es anders, schöner, richtiger hätte laufen können, bleibt trotzdem hilflos in den Lebensverstrickungen gefangen und kann weder sein eigenes Glück oder einen Sinn 'greifen', noch anderen zu ihrem Glück verhelfen.
Was geschehen ist, bleibt geschehen! Für jeden!
Auch seine tägliche Ration Serotonin hilft schon lange nicht mehr, einigermaßen menschlich zu funktionieren. Dieses vom Arzt verordnete Quäntchen 'Glück' aus der Pille befähigt ihn nur noch, sein Aus-dem-Leben-Scheiden in Ruhe zu planen...
Während dieser Überlegungen kommt ihm der Gedanke, dass Menschsein vielleicht doch nicht nur eindimensional ist...
Wer weiß...?!??

„Schreiben ist Kunst“

Gesa R. Toepffer, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Mit hoher Erwartung ging ich an die Lektüre dieses Buches und erwartete dem Klappentext nach eine einzige Systemkritik Frankreichs.
In der Geschichte des depressiven Florent-Claude jedoch vermisste ich die Provokation, Kritik und Abrechnung mit der Gesellschaft. Viel mehr rechnet der Protagonist eher nur mit seinem Leben als solches ab.
Abschließend lässt sich sagen, das mich Serotonin vor allem wegen Houellebecqs Schreibstils gefesselt hat, der großartig ist!
Mit hoher Erwartung ging ich an die Lektüre dieses Buches und erwartete dem Klappentext nach eine einzige Systemkritik Frankreichs.
In der Geschichte des depressiven Florent-Claude jedoch vermisste ich die Provokation, Kritik und Abrechnung mit der Gesellschaft. Viel mehr rechnet der Protagonist eher nur mit seinem Leben als solches ab.
Abschließend lässt sich sagen, das mich Serotonin vor allem wegen Houellebecqs Schreibstils gefesselt hat, der großartig ist!

„Ein Strudel in Richtung Abgrund“

Karin Thuma, Thalia-Buchhandlung Dresden

Man kommt an diesem Autor nicht vorbei und man kann das Buch auch nicht weglegen, wenngleich es beim Lesen in einen Strudel Richtung Abgrund und tiefster Trostlosigkeit zieht. So manche Szene ist einfach nur widerlich oder verstörend, aber das weiß man mittlerweile bei Michel Houellebecq, gefallen will er nicht, sondern provozieren. Er legt die Finger gnadenlos in die Wunden unserer Zeit, und das vielfach mit einer bitterbösen, aber absolut gekonnt formulierten Ironie. Doch, doch, bei allen Vorbehalten (4 statt 5 Sterne), es ist wieder ein grandioses, ein treffendes Buch! Man kommt an diesem Autor nicht vorbei und man kann das Buch auch nicht weglegen, wenngleich es beim Lesen in einen Strudel Richtung Abgrund und tiefster Trostlosigkeit zieht. So manche Szene ist einfach nur widerlich oder verstörend, aber das weiß man mittlerweile bei Michel Houellebecq, gefallen will er nicht, sondern provozieren. Er legt die Finger gnadenlos in die Wunden unserer Zeit, und das vielfach mit einer bitterbösen, aber absolut gekonnt formulierten Ironie. Doch, doch, bei allen Vorbehalten (4 statt 5 Sterne), es ist wieder ein grandioses, ein treffendes Buch!

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Hamm

Typisch Houellebecq eben. Etwas verstört lässt einen das Buch doch zurück. Aber die Abrechnung des alten, (sexuell?) frustrierten Mannes mit sich und der Welt hat mich unterhalten. Typisch Houellebecq eben. Etwas verstört lässt einen das Buch doch zurück. Aber die Abrechnung des alten, (sexuell?) frustrierten Mannes mit sich und der Welt hat mich unterhalten.

Dermot Willis, Thalia-Buchhandlung Kassel

Unbeschreiblich gut.Houellebecq kombiniert seine großartige Geschichte mit eine grandiose Schreibstil.Eine Gesellschaftskritik aber auch eine Frage an uns alle.Sind wir Glücklich? Unbeschreiblich gut.Houellebecq kombiniert seine großartige Geschichte mit eine grandiose Schreibstil.Eine Gesellschaftskritik aber auch eine Frage an uns alle.Sind wir Glücklich?

„Literarisch geballte Negativität“

Leia Strickert, Thalia-Buchhandlung Hamm

Eine phänomenale Sprache, literarisch sehr anspruchsvoll - Vom Inhalt allerdings eher flach. Er bewegt sich in die Abgründe des menschlichen Seins und ihrer Psyche, allerdings auf so eine negative Art und Weise, dass es eher abschreckt als zum Nachdenken anregt. Eine phänomenale Sprache, literarisch sehr anspruchsvoll - Vom Inhalt allerdings eher flach. Er bewegt sich in die Abgründe des menschlichen Seins und ihrer Psyche, allerdings auf so eine negative Art und Weise, dass es eher abschreckt als zum Nachdenken anregt.

„Sprachlich herausragend“

Ingbert Edenhofer, Thalia-Buchhandlung Essen

Nachdem ich "Stella" von Takis Würger in den Himmel lobte, wiesen mich immer wieder Leute darauf hin, dass so ziemlich jeder Rezensent, der etwas auf sich hält, es verriss. Ich habe die Rezensionen nicht gelesen, sodass ich nicht weiß, was stört, aber ich wäre gespannt, wie viele gleichzeitig "Serotonin" positiv besprechen.

"Stella" zeigt Menschen, die sich moralisch verwerflich verhalten, und erlaubt ihnen dennoch eine gewisse Menschlichkeit. "Serotonin" zeigt Menschen, die sich moralisch verwerflich verhalten, aber selbst die Menschen, die weniger verwerflich sind - also z.B. keinen Sex mit Kindern oder Tieren anstreben -, haben nichts, das mir als Leser Lust gibt, mich auf sie einzulassen. Es scheint Houellebecq einfach darum zu gehen, den Kleingeist der Moral anzupran, gern, und da hat er in mir jemanden gefunden, den er gern als langweiliges Beispiel anführen kann.

Ich empfinde aus dem gleichen Grund keine Lesefreude bei "Serotonin" wie bei vielen Thrillern. Ich habe kein Interesse daran, in unfassbare Untiefen menschlicher Psychen vorzudringen. Ich glaube lieber an das wesentliche Gute der Menschheit. Die Abgründe hier scheinen mir ein bisschen wie Dschungel-Camp für Intellektuelle, sich also selber besser zu fühlen durch Fremdschäm-Mechanismen.

Ich fand "Unterwerfung" sehr spannend - "Serotonin" hingegen hat im Wesentlichen eins zu bieten: Die Sprache. Ein ganz großes Lob da für Stephan Kleiner, der eine beeindruckende Übertragung fertigte. Die komplexe Hypotaxe, die das Original sicherlich auszeichnet, ist mühelos übersetzt, und nie schleicht sich der Gedanke ein, es sei ein Second-Hand-Text.

Für jeden, der gewählte Sprache mag, aber auch für alle, die mehr Interesse an den schlechten Seiten der Menschheit haben, ist das ein empfehlenswertes Buch. Nur nicht für mich.
Nachdem ich "Stella" von Takis Würger in den Himmel lobte, wiesen mich immer wieder Leute darauf hin, dass so ziemlich jeder Rezensent, der etwas auf sich hält, es verriss. Ich habe die Rezensionen nicht gelesen, sodass ich nicht weiß, was stört, aber ich wäre gespannt, wie viele gleichzeitig "Serotonin" positiv besprechen.

"Stella" zeigt Menschen, die sich moralisch verwerflich verhalten, und erlaubt ihnen dennoch eine gewisse Menschlichkeit. "Serotonin" zeigt Menschen, die sich moralisch verwerflich verhalten, aber selbst die Menschen, die weniger verwerflich sind - also z.B. keinen Sex mit Kindern oder Tieren anstreben -, haben nichts, das mir als Leser Lust gibt, mich auf sie einzulassen. Es scheint Houellebecq einfach darum zu gehen, den Kleingeist der Moral anzupran, gern, und da hat er in mir jemanden gefunden, den er gern als langweiliges Beispiel anführen kann.

Ich empfinde aus dem gleichen Grund keine Lesefreude bei "Serotonin" wie bei vielen Thrillern. Ich habe kein Interesse daran, in unfassbare Untiefen menschlicher Psychen vorzudringen. Ich glaube lieber an das wesentliche Gute der Menschheit. Die Abgründe hier scheinen mir ein bisschen wie Dschungel-Camp für Intellektuelle, sich also selber besser zu fühlen durch Fremdschäm-Mechanismen.

Ich fand "Unterwerfung" sehr spannend - "Serotonin" hingegen hat im Wesentlichen eins zu bieten: Die Sprache. Ein ganz großes Lob da für Stephan Kleiner, der eine beeindruckende Übertragung fertigte. Die komplexe Hypotaxe, die das Original sicherlich auszeichnet, ist mühelos übersetzt, und nie schleicht sich der Gedanke ein, es sei ein Second-Hand-Text.

Für jeden, der gewählte Sprache mag, aber auch für alle, die mehr Interesse an den schlechten Seiten der Menschheit haben, ist das ein empfehlenswertes Buch. Nur nicht für mich.

„Welche Erkenntnisse vermittelt mir dieser Roman?“

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Mit unserer Gesellschaft geht es bergab (wobei die Kritik durchaus berechtigt ist), mit dem thematischen Inhalt von Herrn Houellebecqs Romanen neuerdings auch.

Brillant geschrieben, lässt der Autor in seinem Buch Sodom und Gomorra auferstehen. Ich bin zwar nicht zur Salzsäule erstarrt, jedoch erzeugt das Buch ein Kopfkino, welches extrem, nicht leicht zu verkraften und nachhaltig ist.
Mit unserer Gesellschaft geht es bergab (wobei die Kritik durchaus berechtigt ist), mit dem thematischen Inhalt von Herrn Houellebecqs Romanen neuerdings auch.

Brillant geschrieben, lässt der Autor in seinem Buch Sodom und Gomorra auferstehen. Ich bin zwar nicht zur Salzsäule erstarrt, jedoch erzeugt das Buch ein Kopfkino, welches extrem, nicht leicht zu verkraften und nachhaltig ist.

„Wahrscheinlich der letzte Houellebecq-Roman, den ich gelesen habe...“

Julia Neubert, Thalia-Buchhandlung Dresden

Von "Karte und Gebiet" war ich ziemlich begeistert, "Unterwerfung" fand ich etwas langatmig, aber dennoch interessant - und "Serotonin" ist leider der erneute Aufguss des Themas, welches Houellebecq scheinbar nicht loslässt: Sexuell frustrierte Männer, irgendwo zwischen suizidalen Absichten und wehmütigen Erinnerungen an die verflossene Liebe, schwadronieren von ihrer demütigenden Einsamkeit.

Die Schilderungen von Sodomie und Pädophilie fand ich ganz furchtbar und hatte den Eindruck, dass Houellebecq mittlerweile zwanghaft provozieren muss um noch im Literaturbetrieb sichtbar zu bleiben.

Natürlich ist "Serotonin" sprachlich überzeugend und strotzt vor vielen klugen Gedanken - allerdings widerte mich der Inhalt des Romans zu oft an.

Ich habe bisher alle Bücher Houellebecqs gelesen und war mal mehr und mal weniger überzeugt. Sein neuester Roman könnte allerdings der letzte sein, den ich von ihm lesen werde.

Von "Karte und Gebiet" war ich ziemlich begeistert, "Unterwerfung" fand ich etwas langatmig, aber dennoch interessant - und "Serotonin" ist leider der erneute Aufguss des Themas, welches Houellebecq scheinbar nicht loslässt: Sexuell frustrierte Männer, irgendwo zwischen suizidalen Absichten und wehmütigen Erinnerungen an die verflossene Liebe, schwadronieren von ihrer demütigenden Einsamkeit.

Die Schilderungen von Sodomie und Pädophilie fand ich ganz furchtbar und hatte den Eindruck, dass Houellebecq mittlerweile zwanghaft provozieren muss um noch im Literaturbetrieb sichtbar zu bleiben.

Natürlich ist "Serotonin" sprachlich überzeugend und strotzt vor vielen klugen Gedanken - allerdings widerte mich der Inhalt des Romans zu oft an.

Ich habe bisher alle Bücher Houellebecqs gelesen und war mal mehr und mal weniger überzeugt. Sein neuester Roman könnte allerdings der letzte sein, den ich von ihm lesen werde.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Man kann ihn hassen oder ihn lieben: Kalt lässt Michel Houellebecq niemanden und leicht macht er auch nicht. "Serotonin" ist tottraurig, verstörend, brillant. Man kann ihn hassen oder ihn lieben: Kalt lässt Michel Houellebecq niemanden und leicht macht er auch nicht. "Serotonin" ist tottraurig, verstörend, brillant.

„Unbedingt lesen!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Es ist immmer wieder erschreckend bis erschütternd in die seelischen Abgründe eines Menschen zu blicken. Kein anderer führt uns diese Zerbrechlichkeit des Lebens derart vor wie Michel Houellebecq! Es ist immmer wieder erschreckend bis erschütternd in die seelischen Abgründe eines Menschen zu blicken. Kein anderer führt uns diese Zerbrechlichkeit des Lebens derart vor wie Michel Houellebecq!

„Enttäuschend...“

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Braunschweig

Ein anspruchsvoller Roman, der allerdings durch Schachtelsätze mühselig zu lesen ist. Des weiteren ist das Buch inhaltlich sehr zynisch und negativ, als auch zu teilen pervers, so dass ich es nach wenigen Seiten zur Seite gelegt habe. Ein anspruchsvoller Roman, der allerdings durch Schachtelsätze mühselig zu lesen ist. Des weiteren ist das Buch inhaltlich sehr zynisch und negativ, als auch zu teilen pervers, so dass ich es nach wenigen Seiten zur Seite gelegt habe.

„Große Erzählkunst“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Der Meister der Provokation hat einen neuen Roman geschrieben und liegt wieder mal genau am Puls der Zeit. Gnadenlos ehrlich, manchmal über die Schmerzgrenze hinaus und in umwerfend gute Sprache! Der Meister der Provokation hat einen neuen Roman geschrieben und liegt wieder mal genau am Puls der Zeit. Gnadenlos ehrlich, manchmal über die Schmerzgrenze hinaus und in umwerfend gute Sprache!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ach Houellebecq, entweder man liebt oder hasst ihn. Ich gehöre zur ersten Fraktion, aber ich weiß dass er es noch besser kann... Ach Houellebecq, entweder man liebt oder hasst ihn. Ich gehöre zur ersten Fraktion, aber ich weiß dass er es noch besser kann...

Kundenbewertungen

Durchschnitt
23 Bewertungen
Übersicht
7
9
4
2
1

Monsieur Provocateurs neuer Roman
von einer Kundin/einem Kunden am 01.02.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Houllebecqs Romane regen auf und das ist auch gut so. Die einen vergöttern ihn als das literarische Ausnahmetalent, dass er ist und die anderen finden in schnöde und überbewertet. In Serotonin ist es wieder ein bestimmter Männertyp, den wir bereits in vergangenen Romanen auf die ein oder andere Weise... Houllebecqs Romane regen auf und das ist auch gut so. Die einen vergöttern ihn als das literarische Ausnahmetalent, dass er ist und die anderen finden in schnöde und überbewertet. In Serotonin ist es wieder ein bestimmter Männertyp, den wir bereits in vergangenen Romanen auf die ein oder andere Weise kennengelernt haben. Anders als aber in den vorangegangenen Roman ?Unterwerfung? mag der Leser allerdings sogar etwas Mitleid mit dem Charakter haben, zumindest ging es mir so. Die üblichen Provokationen lassen nicht lange auf sich warten und die eine oder andere Szene ist schon sehr befremdlich. Das sein Roman anspruchsvoll sind und nicht nebenbei gelesen werden sollten erklärt sich von allein. Manch ein Kritiker steckt den französischen Schriftsteller nun ins rechte Eck. Vielleicht ein wenig vorschnell. Seine Romane persiflieren und sind oft überzeichnet. Was den Tatsachen entspricht ist, dass Michel Houellebecq einer der umstrittensten und meist übersetzten französischen Autoren der Gegenwart ist. Nicht nur in Frankreich, sondern auch im deutschsprachigen Raum ist der exzentrische Autor ein literarischer Superstar. Der Schriftsteller hat bereits vor einiger Zeit dieses neue Buch angekündigt: "Es ist ein Roman", sagte der Autor lapidar dem Radiosender Europe 1 ausgestrahlten Interview. Zum Inhalt schwieg er sich aus und auch von Verlagsseite gab es bis zum Erscheinen so gut wie keine Informationen zum Buch.

Einfach Houellebecq
von Gino Grögli aus Geroldswil am 30.01.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Das Buch ist in einer guten Sprache geschrieben. Thema sehr aktuell. Wie immer mit viel Sex Scenen gespickt.

Ein guter Beobachter der Umstände
von Silke Schröder aus Hannover am 07.01.2019

In ?Serotonin? erzählt Michel Houellebecq in seiner leicht ironíschen, aber sehr treffenden Art von der Vereinsamung und inneren Perspektivlosigkeit seines Helden, aber auch vom generellen Frust einer Gesellschaft, deren Lebensgrundlage immer mehr ins Wanken zu geraten scheint. Er beschreibt die kulturelle wie wirtschaftliche Verarmung der Provinz und schildert eine... In ?Serotonin? erzählt Michel Houellebecq in seiner leicht ironíschen, aber sehr treffenden Art von der Vereinsamung und inneren Perspektivlosigkeit seines Helden, aber auch vom generellen Frust einer Gesellschaft, deren Lebensgrundlage immer mehr ins Wanken zu geraten scheint. Er beschreibt die kulturelle wie wirtschaftliche Verarmung der Provinz und schildert eine Demonstration von Landwirten, die an die Proteste der ?Gelbwesten? im Herbst 2018 erinnert. Sein 46-jähriger, beruflich durchaus erfolgreicher Protagonist streift ziellos durch sein Leben, zieht Resümee, lässt seine Ex-Freundinnen Revue passieren und kann sich am Vergangenen ebensowenig wie am Jetzigen oder vielleicht noch Kommenden wirklich erfreuen. Und wie der Ich-Erzähler scheint auch die Gesellschaft als Ganzes mit den Zuständen zu hadern. Ja, wir sollen und wollen besser regional und saisonal statt global konsumieren, aber die übervollen Supermarktregale mit all den günstigen Produkten aus aller Welt haben auch Einiges für sich. Die Widersprüche zwischen Bewusstsein und Bedürfnis, Wunsch und komplexer Wirklichkeit lassen wenig klare Linie, aber viel Orientierungslosigkeit und auch Frust zurück. Michel Houellebecq ist ein guter Beobachter der Umstände, und das zeigt er auch wieder in ?Serotonin?.