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Digitale Ethik

Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert

Sarah Spiekermann

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Beschreibung

Apps, die unaufgefordert Informationen zuschicken; Autos, die von Google gesteuert werden; Tablets, die in Eigenregie Programme aktualisieren – immer mehr Menschen fragen: Was macht die Digitalisierung mit mir und meinem Leben? Sarah Spiekermann beklagt, dass der Mensch zum »User« degradiert wird und IT-Systeme nutzt, weil er Angst hat, den Anschluss zu verlieren. Die Expertin für ethische Technikentwicklung fordert ein radikales Umdenken: Wir brauchen eine Technik, die uns dient, statt uns zu beherrschen. Die Digitalisierung darf nicht länger vom Gewinnstreben der IT-Konzerne getrieben, sondern muss von Werten wie Freundschaft, Privatheit und Freiheit bestimmt sein. Denn nur so werden wir unsere Selbstbestimmung in einer pluralistischen Gesellschaft sichern können.

Sarah Spiekermann ist Professorin an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU-Wien), wo sie dem Institut für BWL und Wirtschaftsinformatik vorsteht und 2016 das „Privacy and Sustainable Computing Lab“ gegründet hat. Ihre berufliche Karriere begann beim Silicon-Valley-Unternehmen Openwave Systems, von wo aus sie zur Strategieberatung A.T. Kearney wechselte. Danach leitete sie das Forschungszentrum Internetökonomie an der Humboldt Universität Berlin. Sarah Spiekermann hat sich aufgrund ihrer langjährigen Forschungen zu einer profilierten Kritikerin der IT-Branche und ihres Menschenbildes entwickelt. Im Sommer 2016 ist sie von dem weltweit größten und ältesten Ingenieursverband IEEE damit betraut worden, den historisch ersten Standardisierungsprozess zu leiten, der sich mit ethischer Technikgestaltung beschäftigt. Sarah Spiekermann ist eine vielgefragte Keynote-Speakerin und Gesprächspartnerin der Medien; für das Handelsblatt schreibt sie die Kolumne "Homo Oeconomicus".

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 01.04.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-27736-2
Verlag Droemer Knaur Verlag
Maße (L/B/H) 21,8/14,9/3 cm
Gewicht 505 g
Abbildungen 15 schwarz-weiße Abbildungen
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 42384

Buchhändler-Empfehlungen

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Was wird aus unseren Werten in einer komplett digitalisierten Welt? Wohin geht unsere Freiheit und wie werden wir als Menschen bestehen ? Eine kritische und mutige Betrachtung ....

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Was macht die Digitalisierung mit uns und unserem Leben?
von Sikal am 01.05.2020

Die Digitalisierung bringt uns alle auf dem ersten Blick viele Vorteile – soziale Netzwerke, Videotelefonie oder einen ungeheuren Wissenszugang. Aber haben diese positiven Aspekte der Digitalisierung auch eine Kehrseite? Und wenn ja, was machen die negativen Werte der neuen Technologien mit uns? Oberflächlichkeit oder Respe... Die Digitalisierung bringt uns alle auf dem ersten Blick viele Vorteile – soziale Netzwerke, Videotelefonie oder einen ungeheuren Wissenszugang. Aber haben diese positiven Aspekte der Digitalisierung auch eine Kehrseite? Und wenn ja, was machen die negativen Werte der neuen Technologien mit uns? Oberflächlichkeit oder Respektlosigkeit sind nur zwei (und bestimmt nicht die bedeutsamsten) Schattenseiten, die wir hier finden. Sucht, Vertrauensverlust bis hin zu Persönlichkeitsverlust finden wir leider ebenfalls auf dieser Seite der Digitalisierung. Und wie sich bei anderen Süchten auch zeigt, will man diese bis zuletzt nicht wahrhaben. Um diesen Aspekten der immer schneller voranschreitenden Digitalisierung entgegen zu wirken, bedarf es zu allererst, diese auch zu erkennen. Sarah Spiekermann war diesen negativen Werten selbst über Jahre hinweg ausgesetzt – sie weiß also wovon sie spricht. Und das merkt man. Das Buch ist ausgesprochen kurzweilig. Es mit einem Krimi zu vergleichen wäre zwar falsch, aber das es sich immerhin ausgesprochen flüssig liest und durchgängig eine Spannung erzeugt, kommt einem Krimi schon sehr nahe. Als Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Wirtschaftsuniversität Wien scheint jemand, der positive Werte wie Zufriedenheit, Gemeinschaft oder sogar Hoffnung vermitteln möchte, nicht authentisch zu sein. Aber ist es wirklich so, dass die voranschreitende Digitalisierung uns immer noch schneller, noch reicher oder noch effizienter machen muss? Kann es nicht Hand in Hand gehen, schneller zu werden und dennoch zufriedener zu sein? Können wir nicht gelichzeitig ein gemeinschaftliches Denken entwickeln und effizienter werden? Wer sagt, dass das eine das andere ausschließt? Die Autorin führt uns anhand eines Beispiels aus der Wirtschaft durch die Höhen und Tiefen des Wertesystems und gelichzeitig durch ein Buch, welches eine Digitale Ethik in den Vordergrund stellt, von der viele noch nicht wissen, dass es diese überhaupt gibt. Und sie macht sich stark dafür, dass sich ein positives Wertesystem in der Entwicklung und im Umgang mit digitalen Technologien verbreitet und festigt – wo sonst könnte sie das besser machen als an einer Wirtschaftsuniversität? Gerne vergebe ich für dieses aufschlussreiche Buch 5 Sterne.

Mein Eindruck
von HSL am 02.05.2019

Die Autorin begann ihre berufliche Karriere im Silicon Valley und sie stieg schnell zur Expertin in der IT–Branche auf. Doch heute beschäftigt sie sich mit ethischen Fragen der Digitalisierung. Immer wenn es um einen Fortschritt geht, sollten wir alle bedenken, wer den großen Sprung nach vorne macht. Dabei werden diejenigen den ... Die Autorin begann ihre berufliche Karriere im Silicon Valley und sie stieg schnell zur Expertin in der IT–Branche auf. Doch heute beschäftigt sie sich mit ethischen Fragen der Digitalisierung. Immer wenn es um einen Fortschritt geht, sollten wir alle bedenken, wer den großen Sprung nach vorne macht. Dabei werden diejenigen den Ton angeben, die über entsprechende Macht verfügen und selbige Technologien besitzen. In der digitalen Welt geht man blauäugig nur von Vorteilen aus und so werden sie auch verbreitet. Diese moderne Technik bestimmt schon längst über das Leben vieler Menschen und sie schreitet ohne Limit voran. Im Falle des Einschlags zu weiteren unregulierten Märkten und einer Politik die zuschaut, ist die Selbstbestimmung übers eigene Leben vorbei. Das beleuchtet die Autorin mit sehr plausiblen Worten. Deshalb ist dieses Buch vom Droemer Verlag eine Pflichtlektüre, für diejenigen, die keinesfalls im neuen System untergehen wollen. Modernisierungen haben schon immer Konflikte geschaffen. Sie konnten nur aus dem Grund gemeistert werden, da alle Bevölkerungsschichten am Aufbau eines Wohlstandstaates beteiligt waren und der Lohn einigermaßen gerecht verteilt wurde. Heute sieht das ganz anders aus, denn die freien Handelszentren sind längst der Diktatur der Finanzmacht gewichen und die vom sogenannten Volk regierten Staaten wackeln in allen Fugen, zu Gunsten der Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft. Jeder einzelne Mensch, ob als Verbraucher, Mitarbeiter, Manager, Unternehmer, Investor oder Politiker usw. muss Verantwortung übernehmen und das geschieht nur durch Bewusstsein und Veränderung des Bildungssystems. Sarah Spiekermann hat sich aufgrund ihrer langjährigen Forschungen zu einer profilierten Kritikerin der IT-Branche und ihres Menschenbilds entwickelt und zeigt auf in welchem Rahmen eine moralische lohnenswerte Umsetzung möglich ist. Sie wird auch als Hauptrednerin, die unsere Wirtschaft revolutionieren könnte, bezeichnet. Übermäßige Effizienzsteigerung und Gewinnmaximierung sind völlig fehl am Platz und macht das arbeitende Volk zum Unterworfenen. Deshalb ist es so wichtig zu begreifen, dass nicht nur wenige darüber entscheiden was mit unserer Arbeitskraft passiert. Eine ethische Technikgestaltung muss unbedingt geschaffen werden, sonst werden wir zum Spielball der Maschinen und der Technologieinhaber, bevor es ganz und gar zu spät ist. Die Digitalisierung darf nicht länger vom Gewinnstreben der IT-Konzerne und Eliten getrieben sein. Werte wie Freundschaft, Privatheit, Ideale, Sinnhaftigkeit, Natürlichkeit, Selbstbestimmung und Freiheit sind menschliche Güter, die es zu sichern gilt. Die Vorstellung nur noch ein passiver Empfänger einer entmündigenden Technik zu sein ist ungeheuerlich. Wir benötigen keine Geschichten darüber wie gut es uns geht, sondern fordern ein menschenwürdiges Dasein, auch für die 3. Welt und nicht nur für Konzerne, Politiker und Eliten. Ein ausgezeichnetes, exzellentes Buch welches die soziale Rolle des Menschen und deren Verhaltensprägungen in den Mittelpunkt stellt. Ein sehr empfehlenswertes Buch, dass auch mit einer selbst erfüllenden Prophezeiung zu tun hat.

Ein sehr lesenswertes Buch zu einem aktuellen Thema.
von Wedma am 15.04.2019

Ein ganz gutes Buch zum heute so wichtigen Thema, insb. für Einsteiger gut geeignet. Es ließ sich angenehm lesen. Aufschlussreichen Inhalte wurden anschaulich und verständlich präsentiert. Zugegeben, am Anfang musste ich mich durchkämpfen. Aber spätestens ab 3. Kapitel machte es einen Klick und ich konnte gespannt wie vergnügt ... Ein ganz gutes Buch zum heute so wichtigen Thema, insb. für Einsteiger gut geeignet. Es ließ sich angenehm lesen. Aufschlussreichen Inhalte wurden anschaulich und verständlich präsentiert. Zugegeben, am Anfang musste ich mich durchkämpfen. Aber spätestens ab 3. Kapitel machte es einen Klick und ich konnte gespannt wie vergnügt das Buch zu Ende lesen, der Autorin in weiten Strecken zustimmen, dankbar für die Punkte nicken, die man gewohnt ist, als Gegebenheit zu nehmen, die sie aber aufgezeigt und entspr. kritisiert hat. Es gibt auch viele gute Ideen, Einsichten wertvolle Denkanstöße, sehr gute Fragen etc. Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut. Die Kritik an den gegenwärtig herrschenden Zuständen, bei denen die Menschen ausgenutzt und zu passiven Bedienern oder auch Marionetten der Technik herangezogen werden, las sich deutlich heraus. Jedes Kapitel führt sein eigenes Highlight, z. B.: Im Kap. 3 findet man u.a. Kritik an sog. Dataisten, s. z.B. „Homo Deus“ von J.N. Harari, die der Meinung sind, dass sie über die Big-Data-Vermessungsmodelle die Welt erfassen, erklären und noch was damit machen könnten. Prof. Spiekermann schreibt, dass es ein ziemlicher Unsinn ist, da das wirklich Wichtige im Leben sich kaum digital erfassen lässt. Bei Dataisten erhält man das verzerrte Abbild der Realität, in welches dann die arglosen Konsumenten in voller Inbrunst der Überzeugung gepresst werden. Sie schreibt auch, dass Menschen, die stets online sind, die Gefahr laufen, die Fähigkeit verlieren, sich auf ihre natürliche Umgebung einzulassen und den realen Dingen Bedeutung beizumessen. Dazu schwindet auch das Gedächtnis. So wird das Leben bedeutungslos, was sich auch auf die Persönlichkeit auswirkt. Im Kap. 4 räumt sie u.a. mit dem gewohnten Denkmuster „neu ist gut, alt ist schlecht“ auf. Sie erklärt auch, warum sie meint, dass das Modelldenken, das man seit dem 15 Jh. praktiziert, heute eher schädlich als nützlich ist. Sie schreibt kritisch auch über den Transhumanismus, dem das negative Menschenbild zugrunde liegt, als „… Ideologie der Lieblosigkeit, in der der Mensch schlichtweg als suboptimales Auslaufmodell angesehen wird.“ S. 166. Nach der Kritik kommen die konstruktiven Vorschläge. Die Autorin plädiert für ein menschenfreundlicheres Wertesystem, das der neuen Technik zugrunde gelegt werden sollte. Im Kap. 5 nennt sie u.a. die Voraussetzungen für Gesundung im digitalen Sinn, darunter das Weglassen der heute als Selbstverständlichkeit empfundenen Überbewertung des finanziellen Gewinns, das Weglassen von Halbwahrheiten, Unausgereiftem uvm. Zutreffend schreibt sie im Kap. 6 über das Wissen und seine Rolle im digitalen Zeitalter. „Wer aber nicht zu Ende liest und über das Gelesene nachdenkt, der stellt auch keine guten Fragen … Wenn wir keine Kultur der Aufmerksamkeit um unser Wissen herum neu aufbauen und bewahren, dann schwimmen wir irgendwann wie orientierungslose Fische in einem Meer von Informationen, deren Güte wir nicht mehr beurteilen können. Unsere Persönlichkeiten werden zu flach sein, um noch gute Fragen zu stellen, weil wir uns nicht die Zeit genommen haben, den dazu nötigen Gedächtnisapparat aufzubauen.“ S. 205. „In einer solchen Zukunft werden uns Künstliche Intelligenzen überholen, nicht weil sie intelligenter sind als wir Menschen, sondern weil wir Menschen verdummen und unsere Fähigkeit zum eigenständigen Denken und Entscheiden verlieren.“ S. 235. Das Kap. 7 über die Freiheit ist auch sehr gut. Die Definition von Freiheit mit dem anschließenden Wie sie im digitalen Zeitalter beeinflusst wird, erwies sich als ein guter Lesestoff mit vielen tollen Denkanstößen. Es wurde u.a. von einer Gesellschaft gewarnt, die Freiheit für Geld tauscht, in der nur die Reichen frei sind, da sie genug Geld haben. Im 8. Kapitel findet man Vorschläge zu „Wie schreite ich persönlich fort und trage so zum Fortschritt einer digital durchdrungenen Gesellschaft bei?“ S. 259. Es gibt drei Schritte, die im Verlauf des Kapitels ausführlich beschrieben werden. Diese liefern guten Stoff zum Nachdenken und noch besser, mit Freunden, Kollegen, Familie auszudiskutieren. Es wird z.B. im ersten Schritt u.a. geraten, die eigenen Werte in die Gemeinschaft einzubringen, die richtigen Vorbilder zu haben, sich selbst zu erkennen und Teleologie anzuwenden uvm. Zum Schluss sagt Prof. Spiekermann: „Wichtig ist, dass unsere politischen Kräfte diese Notwendigkeit von ‚Ethics by Design‘ schnell erkennen und dass sie lernen zu verstehen, wie die Natur des Digitalen wirklich geartet ist und auf die Gesellschaft auswirkt.“ S. 277 mit anschließenden treffenden Sätzen zu der heutigen Situation, die das Wirken der Politiker, mangels besseren Wissens, von Einflüsterungen der Lobbyisten bestimmt ist. Am Ende erklingt der Aufruf zur Umorientierung des Handelns in die ethischere Richtung. Einiges hätte in diesem Werk besser sein können. Product placement hätte nicht sein müssen. Auch der eigene Werdegang in ersteren Kapiteln hätte gern kürzer ausfallen können. Aber alles in allem ist es ein sehr lesenswertes Buch zu einem aktuellen Thema geworden. Ich vergebe gern vier Sterne und eine Leseempfehlung.


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