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Warum Migration dazugehört: Eine andere Geschichte der Deutschen

Jan Plamper

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Beschreibung

Es ist an der Zeit, die Einwanderung nach Deutschland neu zu erzählen. Der Historiker Jan Plamper verwebt die Geschichten der schlesischen Vertriebenen, der »Gastarbeiter« aus Italien und der Türkei, der DDR-»Vertragsarbeiter« aus Mosambik und Vietnam, der Aussiedler aus der Sowjetunion und der Flüchtlinge aus vielen weiteren Ländern zu einer anderen Geschichte der Migration. Er schreibt nicht über »Ströme« und Zahlen, sondern erzählt von den Menschen, den Dazugekommenen und Alteingesessenen. Von denen, die unser Land seit 1945 wesentlich mitgeprägt haben. So öffnet er eine neue Perspektive in der Debatte über das Verständnis von Nation, über eine lebendige Kultur und gemeinsame Werte. Er zeigt: Migration war und ist immer eine Herausforderung, und doch ist sie bei uns eine erstaunliche Erfolgsgeschichte.

Das Buch ist mit viel utopischer Verve geschrieben. Es wird spürbar, wie sehr der Autor für ein anderes Narrativ der deutschen Geschichte brennt.

Jan Plamper, geboren 1970, lebte viele Jahre in den USA und Russland und pendelt heute zwischen Berlin und London, wo er als Professor für Geschichte am Goldsmiths College lehrt. Seine Bücher »Geschichte und Gefühl: Grundlagen der Emotionsgeschichte« und »The Stalin Cult: A Study in the Alchemy of Power« erhielten ein breites Presseecho und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 27.02.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397283-2
Verlag S. Fischer Verlag
Maße (L/B/H) 21,6/13,4/3,2 cm
Gewicht 426 g
Auflage 1. Auflage

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Die Angst vor Moslems und Sarazenen
von S.A.W aus Salzburg am 24.02.2019

25% der Deutschen haben einen Migrationshintergrund. Plamper zeigt auf, dass ohne die Einwanderer der letzten 70 Jahre Deutschland längst zusammengebrochen wäre. Man schimpft nämlich immer nur auf die aktuellen Einwanderer, derzeit Araber und Afghanen und vergisst die letzten Wellen, die bereits integriert sind und unsere Wirt... 25% der Deutschen haben einen Migrationshintergrund. Plamper zeigt auf, dass ohne die Einwanderer der letzten 70 Jahre Deutschland längst zusammengebrochen wäre. Man schimpft nämlich immer nur auf die aktuellen Einwanderer, derzeit Araber und Afghanen und vergisst die letzten Wellen, die bereits integriert sind und unsere Wirtschaft am Leben halten. Davon gab es genug. Zwischen 1944 und 1950 flüchteten 12,5 Millionen Schlesier, Sudetendeutsche, Pommern und Ostpreußen in den Westen und waren anfangs sehr angefeindet, lebten meist bis zu 10 Jahre lang in Baracken. Ich bin in den 50er Jahren neben einem solchen Barackenlager in Linz aufgewachsen, deren Bewohner waren suspekt und galten als unzivilisierte Ausländer. Weihnachten brachten wir den armen Kindern dort Weihnachtspakete mit Essen. Als statt des Lagers in den 1960er Jahren Wohnblöcke gebaut wurden, machten Gerüchte die Runde, die Lagerleute würden in ihren neuen Badezimmern Ziegen und Hühner halten, weil sie mit einem Bad nichts anzufangen wüssten. Von 1950 bis 1990 kamen 4,5 Millionen Aussiedler aus dem Osten dazu, darunter waren Helene Fischer und Lena Mayer-Landrut. Als die DDR die Mauer baute, versiegte der Zustrom von billigen Arbeitskräften aus dem Osten, deswegen warb man Gastarbeiter aus der Türkei, Italien und Jugoslawien an. Von 13 Mill Gastarbeitern gingen 11 Millionen zurück in ihre Heimat, 2 Millionen blieben und machten in Deutschland und Österreich Karriere, z.B. Attila Dogudan, der Österreichs größten Caterer aufbaute. Die DDR holte sich Vertragsarbeiter aus Vietnam und Mozambique, die nach der Wende rüde in ihre Heimat abgeschoben wurden. Bereits 1946 entwickelte Deutschland das Salatschüssel-Einwanderungsmodell, das ab 1960 von den USA übernommen wurde, weil der Schmelztiegel nicht mehr funktionierte. Im multi-ethnischen Salat darf jede Einwanderergruppe ihre kulturelle Identität behalten und sich dazu eine deutsche Identität aufbauen. Dies funktionierte großartig, was an der Fußballmannschaft des Weltmeisters 2006 unübersehbar wurde. Der Protest gegen 1 Mill Flüchtlinge des Jahres 2015 richtete sich nicht gegen die Flüchtlinge, die herzlich willkommen geheißen wurden, sondern gegen den Kontrollverlust der Behörden und den Verlust an öffentlicher Sicherheit. Nur deswegen können die Rechten die alten völkischen Reflexe bedienen. Wie absurd deren Argumente sind, zeigt sich am prominentesten Protagonisten der Angst vor Moslem-Überfremdung: Thilo Sarrazin warnt seit 2010 davor, dass der Islam Deutschland übernehmen wird. Dabei stammt Sarrazin (fr. Sarazene) selbst von Sarazenen ab, moslemischen Räuberbanden, die im Mittelalter Südfrankreich verheerten, blieben, Aufstände anzettelten und schließlich als Hugenotten nach Preußen abgeschoben wurden. Psychologisch gesehen, ist seine Zukunftsvision eine Projektion aus seiner Familienvergangenheit. Genau genommen warnt Sarrazin die Deutschen vor Leuten wie ihm selbst. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „2100. Die neue Welt. So retten wir die Zukunft.“


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