WEST

Roman

Carys Davies

(24)
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Beschreibung

Best Book of the Year: The Sunday Times. The Guardian.

»WEST lässt uns eintauchen in den Mythos des amerikanischen Westens und erzählt von der Hingabe und Verletzlichkeit des Menschen.« San Francisco Chronicle »Dieses Buch geht einem nicht mehr aus dem Kopf.« Claire Messud

Pennsylvania, im Jahr 1815: Der einfache, gutherzige Maultierzüchter Cy Bellman findet keine Ruhe mehr, seit er in der Zeitung von einer unglaublichen Entdeckung gelesen hat. Um seinem Traum nachzujagen, bringt er das größte Opfer und lässt seine 10-jährige Tochter Bess in der Obhut ihrer ruppigen Tante zurück. Während Bess auf sich allein gestellt zur Frau wird, erlebt Bellman im tiefen Westen ein Abenteuer, das sich völlig anders entwickelt als erwartet. Carys Davies hat eine »eine traurig schöne Geschichte« (The Times) geschrieben über die tiefe Sehnsucht, alles hinter sich zu lassen und seinem Leben einen neuen Sinn zu geben.

Best Book of the Year: The Sunday Times. The Guardian.
Gewinnerin des Frank O'Connor Short Story Awards.

»Die Geschichte des Abenteurers Bellman und seiner halbwüchsigen Tochter, fein kalibriert übersetzt von Eva Bonné, ist kein historischer Roman im herkömmlichen Sinne.«

Carys Davies wurde 2015 für ihren Short-Story Band »The Redemption of Galen Pike« mit dem Frank O'Connor International Short Story Award ausgezeichnet. Sie wurde in Wales geboren und wuchs in den Midlands auf. Nach einer elfjährigen Zwischenstation in New York und Chicago lebt sie jetzt in Lancaster, im Nordwesten Englands.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 208 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.06.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783641222857
Verlag Random House ebook
Dateigröße 2727 KB
Übersetzer Eva Bonne

Buchhändler-Empfehlungen

Jasmin Spieler, Thalia-Buchhandlung Dessau-Roßlau

Ein kurzer Roman, der von einem tollkühnen Vater, einer zurückgelassenen Tochter und einem gleichmütigen Ureinwohner - von Sehnsucht, Unschuld und Gier, aber auch der unbarmherzigen Macht der Natur erzählt.

Mitreißende Jagd auf ein Luftschloss

Hendrik Lullies, Thalia-Buchhandlung Hildesheim

Die Geschichte von Cy Bellman und vor allem seiner Tochter geht ans Herz. Davies schreibt sparsam, aber nah an den Figuren. Und so sind wir mittendrin in den Alltagssorgen der Tochter oder den Zweifeln und Hoffnungen des Vaters. Das Davies bislang mit Kurzgeschichten beschäftigt war spürt man nur zu sehr. Jeder Satz bekommt einen doppelten Boden. Doch auch als einfache Abenteuergeschichte oder als Western lässt sich das Buch hervorragend lesen. Es mag kurz sein, doch der Inhalt hallt noch lange nach!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
24 Bewertungen
Übersicht
18
5
1
0
0

Anti-Western hebelt Mythen aus
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 13.09.2020

Man weiß zunächst nicht so recht, worauf Carys Davies hinaus will mit diesem schmalen “Western”, dessen Fangschlingen sich immer weiter zuziehen. Dieser Roman pirscht sich schleichend an die zunächst mißtrauischen Leser heran, dann schnappt die Falle ganz plötzlich zu. /// Man weiß erst so gar nicht, wo Bellmans idiotischer Pl... Man weiß zunächst nicht so recht, worauf Carys Davies hinaus will mit diesem schmalen “Western”, dessen Fangschlingen sich immer weiter zuziehen. Dieser Roman pirscht sich schleichend an die zunächst mißtrauischen Leser heran, dann schnappt die Falle ganz plötzlich zu. /// Man weiß erst so gar nicht, wo Bellmans idiotischer Plan hinführen soll, es auf eigene recht stümperische Art Lewis und Clark gleich tun zu wollen. Ohne ernsthafte Vorbereitung, nur in Begleitung eines “wenig Vertrauen weckenden” Ureinwohners, mit dem er noch nicht einmal kommunizieren kann, bricht er in unbekanntes Terrain auf, um ausgerechnet nach einem lebendigen Mammut zu suchen. Und das in der sogenannten “Neuen Welt”. Natürlich wissen nur wir, wie “idiotisch” diese Suche tatsächlich ist. Darwin kam erst ein paar Jahrzehnte später zum Zug. Aber ja: Bellman läuft einem Mythos hinterher. Er ist der Fortführung eines weiteren Mythos sogar ein paar Schritte voraus, auch ohne jemals an der Pazifikküste anzukommen: “Jetzt fragte er sich, ob die riesigen Tiere möglicherweise eine Tür zu den Rätseln dieser Welt aufgestoßen hatten. Hier draußen im Westen gab es Momente, wenn er nachts in seinen Mantel eingewickelt dalag und den Himmel und die Unmengen von Sternen betrachtete; wenn er ins helle, zerfurchte Gesicht des Mondes starrte und sich fragte, was da oben wohl war. Was er zu sehen bekäme, wenn er nur dort hinaufreisen könnte.” /// Davies spielt mit dem amerikanischen Mythos der “Frontier”, der fortschreitenden Erkundung in Richtung Westen und der “Eroberung” des gesamten Kontinents durch weiße Siedler. Zugleich widerspricht sie in der Erzählung diesem Mythos in einem fort. Scheinbar werden Klischees bis zur Schmerzgrenze bemüht, um fast unbemerkt gleich wieder ausgehebelt zu werden. Unsere oft widerwärtige weiße Hybris wird bloßgestellt. Schwächlich und lächerlich wirkt der Junge namens “Alte Frau aus der Ferne”, später “unsäglich schäbig und würdelos”. “Gab es eigentlich irgendetwas, das diese Menschen im Tausch für ein ausgedientes Gewehr, ein auffälliges Kleidungsstück und eine Handvoll glitzernden Plunder n i c h t tun würden?” Und doch ist “der Junge” der Einzige, der am Ende seine (wenn auch widersprüchliche) Würde behält. /// “Abends im Licht des Feuers sah er zu, wie die Schatten über das Gesicht des Jungen zuckten. Bellman fand, es wirkte jung und zugleich sehr alt, und er dachte: Wie ist es, du zu sein?” Wer sonst hat sich diese Frage gestellt? Die nie wieder gut zu machenden Tragödien werden ihren Lauf nehmen.

Vom Suchen und Finden
von Kaffeeelse am 05.08.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Diese kurze Geschichte hat mich jetzt auf eine Reise mitgenommen. Eine Reise in eine vergangene Zeit. Eine Reise in das Jahr 1815 und einige darauffolgende Jahre, eine Reise nach Pennsylvania und in die Prärien der damaligen Zeit, ein damals unentdecktes Land, eine Reise ins Terra incognita. Und genauso ist dieses Buch eine Gesc... Diese kurze Geschichte hat mich jetzt auf eine Reise mitgenommen. Eine Reise in eine vergangene Zeit. Eine Reise in das Jahr 1815 und einige darauffolgende Jahre, eine Reise nach Pennsylvania und in die Prärien der damaligen Zeit, ein damals unentdecktes Land, eine Reise ins Terra incognita. Und genauso ist dieses Buch eine Geschichte von drei Menschen. Erstens haben wir einen Suchenden, John Cyrus Bellman, kurz Cy Bellman, der einem Traum hinterherjagt, seinem Feuer folgt, ein zutiefst Brennender. Cy Bellman lebt mit seiner Tochter Bess im kleinen Ort Lewistown in Pennsylvania, hat dort eine Farm und züchtet Maultiere. Nachdem er aber in der Zeitung von unglaublichen Dingen gelesen hat, findet er keine Ruhe mehr, er muss suchen, er muss finden und er muss dazu ein großes Opfer bringen, er muss seine heranwachsende Tochter Bess verlassen. Womit wir beim zweiten Charakter wären, Bess Bellman, eine Wartende, einerseits wartet sie auf ihren Vater, andererseits steht sie an der Schwelle zur Erwachsenen, ist also auch eine Suchende und erwachsen wird sie schlussendlich auch. Der letzte Charakter ist Alte Frau aus der Ferne, ein Shawnee Indianer, ein vom Leben Enttäuschter, ein von den Menschen Enttäuschter, ein sich Fragender, und auch ein Suchender, er verkörpert in meinen Augen auch das Vergangene, trägt Verletzungen mit sich herum, über seine Erfahrungen hin heilt vielleicht ein Teil der Verletzungen und ein Kreis schließt sich. Eine wirklich interessante Geschichte über das Suchen und Finden, zugleich schön und traurig geschrieben, einerseits ein Abenteuerroman, andererseits aber auch ein Roman über die Menschen, über Suchende und Findende, wobei das Gesuchte und das Gefundene nicht unbedingt überein stimmen müssen. Und das Ganze ist in einer schönen Sprache gehalten, ein kurzes Buch für zwischendurch könnte man meinen, aber eigentlich ist es ein kleines Buch mit jeder Menge Inhalt. Ich kann nur sagen bitte unbedingt lesen!

Glaube und Verlust
von einer Kundin/einem Kunden aus Vaihingen an der Enz am 24.07.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es gibt nicht viele Autoren, die mit wenigen Worten einen komplexe Geschichte erzählen können. James Sallis hat diese Fähigkeit. Aber auch Carys Davies, die mit „WEST“ beweist, dass auch sie über diese Begabung verfügt. Gerade einmal 208 Seiten hat dieser schmale Roman, von der „Sunday Times“ und dem „Guardian“ mit dem „Best Boo... Es gibt nicht viele Autoren, die mit wenigen Worten einen komplexe Geschichte erzählen können. James Sallis hat diese Fähigkeit. Aber auch Carys Davies, die mit „WEST“ beweist, dass auch sie über diese Begabung verfügt. Gerade einmal 208 Seiten hat dieser schmale Roman, von der „Sunday Times“ und dem „Guardian“ mit dem „Best Book of the Year-Award“ ausgezeichnet. 1815. Nachdem er in der Zeitung von einer spektakulären Entdeckung in Kentucky gelesen hat, möchte der Maultierzüchter und Witwer John Cyrus Bellman diese riesigen Tiere mit eigenen Augen sehen. Die beschriebenen Knochen befeuern seine Fantasie und lassen ihn den Aufbruch ins Ungewisse wagen. Raus aus den Tretmühlen des Alltags, von Pennsylvania nach Kentucky. Er hat keine genaue Vorstellung von dem „Wie“, „Wohin“ oder „Wie lange“, weiß nur, dass er auf die Reise gehen muss, immer Richtung Westen. Auch wenn seine Tochter nicht mitkommen kann, sondern von seiner Schwester bis zu seiner Rückkehr in maximal zwei Jahren beaufsichtigt werden soll. Allen Widrigkeiten zum Trotz bricht er auf, gelangt er voran, stellt aber bald fest, dass ihm die Fertigkeiten fehlen, auf lange Sicht in der Wildnis zu überleben. Der eingepackte Tand zum Eintauschen von Nahrung und Gefälligkeiten wird knapp, doch ein Pelzhändler überlässt ihm einen seiner Helfer, einen jungen Shawnee namens „Alte Frau aus der Ferne“. Dessen Stamm wurde im Zuge der Landnahme von den Siedlern vertrieben. Abgespeist mit Versprechungen und doch betrogen. Bellman und Alte Frau aus der Ferne, zwei wie Don Quijote und Sancho Panza, ziehen gemeinsam weiter, immer Richtung Westen, immer auf der Suche nach dem Unbekannten. Der eine mit einer Vision, der andere ihm zur Seite gestellt, ihm folgend. Verlust und Glaube, das sind die beiden Themen, um die dieser Roman kreist. Der Glaube daran, dass der Vater zurückkehrt. Der Glaube daran, dass der Westen ein außergewöhnliches Erleben bereithalten wird. Davies verzichtet auf ausufernde Beschreibungen, fügt aber immer wieder solche Elemente ein, die wir mit klassischen Western verbinden. Sie ändert gekonnt die Tonlage, wenn sie zwischen den Kapiteln des Reisenden und denen der daheimgebliebenen Tochter hin und her wechselt. Hält so das Interesse des Lesers am Schicksal sowohl des einen als auch der anderen wach, verliert aber auch nie die darunter liegende Geschichte des Verlusts aus dem Blick, nämlich die Vertreibung der Ureinwohner, hier vertreten durch Alte Frau aus der Ferne. Und er wird es auch sein, der den Kreis schließt.


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