All dies ist nie geschehen

Roman

Olivier Norek

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Beschreibung

Adam Sarkis arbeitet im Untergrund gegen Assad. Als seine Tarnung aufzufliegen droht, flieht er über Libyen und das Mittelmeer nach Calais. Doch in dem Flüchtlingslager, das alle nur den „Dschungel“ nennen, findet er nicht seine Frau und seine Tochter, die wenige Wochen vor ihm die Flucht angetreten haben. Er verzweifelt. Um nicht, wie so viele hier, verrückt zu werden, beschützt er ein sudanesisches Kind vor der allgegenwärtigen Gewalt. Ein junger französischer Polizist unterstützt ihn dabei mit hohem Risiko, zieht seine anfangs widerstrebenden Kollegen, ja die eigene Familie mit in die illegalen Bemühungen ein.

In Form eines authentischen, auf Tatsachen beruhenden Spannungsromans stellt Olivier Norek ungeschönt das Leben in einem der bedeutendsten Flüchtlingslager dar, dessen Auflösung auch das Ende dieses Romans bildet.

»Ein schockierendes, aufrüttelndes Buch.«

Olivier Norek, geboren 1975 in Toulouse, arbeitete drei Jahre für Pharmaciens sans frontières und wurde Police Lieutenant in Seine-Saint-Denis. Seine Erfahrungen im Polizeidienst verarbeitete er 2013-2016 in der Capitaine-Coste-Trilogie, die ihn zu einem Star der französischen Krimiszene machten. Er wurde u. a. mit dem Prix du polar européen und mit dem "Grand Prix des lectrices de Elle, catégorie: Policiers" ausgezeichnet. 2018 erschien im Blessing Verlag sein Roman über das Geflüchtetenlager von Calais. "All dies ist nie geschehen."

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 25.03.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89667-634-4
Verlag Blessing
Maße (L/B/H) 20,5/14,1/3,8 cm
Gewicht 486 g
Originaltitel Entre deux mondes
Übersetzer Alexandra Hölscher

Buchhändler-Empfehlungen

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Authentische Geschehnisse, verpackt in einen politischen Spannungsroman. Sehr gut geschrieben. Erschütternd, fesselnd und aktuell.

Seelen zwischen zwei Welten…

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Flüchtlingslager Calais. Alles verlieren, täglich ums Überleben kämpfen, schreckliche Erlebnisse, Einsamkeit, auch Hoffnung - ein Dschungel, der gefangen hält. Ein Syrer, der verzweifelt und hartnäckig nach seiner Familie sucht. Eine schicksalhafte Begegnung mit einem kleinen Jungen. Ein Polizist, der helfen möchte. Machtlosigkeit... Während ich noch dabei bin, das Gelesene zu verdauen, sind Menschen auf der Flucht vor Krieg, Armut und Hoffnungslosigkeit in eine ungewisse Zukunft. Leider erzählt Olivier Norek in seinem Spannungsroman keine Fiktion, sondern er berichtet authentisch, eindringlich, packend und informativ über Ereignisse, die sich tatsächlich so zugetragen haben. Stellenweise zutiefst schockierend!

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Der Dschungel und die Liebe
von Kaffeeelse am 14.06.2020

Dieses Buch ist ein Tipp. "All dies ist nie geschehen" ist ein differenzierter Blick auf den Dschungel von Calais, auf seine Bewohner und ihre Unterschiede, auf die exekutive Gewalt und ihre Probleme und Sichtweisen, auf Flüchtlings- und Hilfsorganisationen und ihr Handeln, auf die Wirtschaft der EU und ihre Bedeutung für die EU... Dieses Buch ist ein Tipp. "All dies ist nie geschehen" ist ein differenzierter Blick auf den Dschungel von Calais, auf seine Bewohner und ihre Unterschiede, auf die exekutive Gewalt und ihre Probleme und Sichtweisen, auf Flüchtlings- und Hilfsorganisationen und ihr Handeln, auf die Wirtschaft der EU und ihre Bedeutung für die EU und die Auswirkungen auf die Flüchtlinge, auf die französischen Bewohner von Calais und ihre Sichtweisen zu dem Dschungel und ebenso auf den französischen Staat und seinen Umgang mit dem Thema Flüchtlinge und hier speziell mit dem Dschungel von Calais. Wobei diese differenzierte Betrachtung des Themas durchaus auch auf andere Staaten der EU und ihre Flüchtlingsproblematik angewendet werden könnte. "All dies ist nie geschehen" ist auch ein Blick auf die Flüchtlinge und etwaige Fluchtursachen, etwas, was auch genauer und differenziert betrachtet werden sollte. Denn was treibt Menschen wohl auf einen Weg, der ihren Tod bedeuten kann? Ich kann mir nicht helfen, aber wirtschaftliche Gründe sehe ich hier nicht als vordergründig, auch wenn es viele Menschen in europäischen Landen gibt, die genau das tun. Leider! "All dies ist nie geschehen" ist allerdings ebenso ein Blick auf den Menschen, auf seine positiven, wie auch negativen Seiten und auch durch diesen Blick ist dieses Buch so einschlagend für mich. "All dies ist nie geschehen" ist insgesamt eine wirklich interessante, spannende und wendungsreiche Geschichte, sehr differenziert und ebenso sehr ergreifend/dunkel/düster/bedrückend. Gut gemacht, Olivier Norek!!! Man merkt ihm seine Erfahrungen an, hat er doch für Pharmaciens sans frontiéres und als Police Lieutenant in Seine-Saint-Denis gearbeitet. Gerade diese beiden Informationen machen dieses Buch noch interessanter! Sprechen sie doch für ein Wissen Noreks, quasi aus erster Hand und das verleiht dem Buch noch mehr Wichtigkeit. Olivier Norek hat ein interessantes, wie auch ein sehr aufwühlendes Buch geschrieben! Wer sind die Protagonisten? Einmal die syrische Familie Sarkis, Adam Sarkis, der Vater, arbeitet gegen Assad im Untergrund. Die Situation wird für ihn brenzlich und deswegen schickt er seine Frau Nora und seine Tochter Maya auf den Weg zum Dschungel von Calais. Adam kommt dann etwas später nach und will sich in Calais wieder mit seiner Familie vereinigen. Und dann die französischen Millers, Bastien Miller, ein Kommissar, lässt sich aus Sorge um seine Frau Manon nach Calais versetzen, mit dabei ist noch ihre Tochter Jade. Adam, der seine Familie in Calais nicht gleich findet, kümmert sich erst einmal um ein sudanesisches Kind und dies ist etwas, was die Millers bald auch tun und diese, ihre Menschlichkeit trägt Früchte.

von einer Kundin/einem Kunden am 15.11.2019
Bewertet: anderes Format

Kaum zu glauben, dass dieser Roman auf Tatsachen beruht aber so grausam ist die Welt für all diejenigen, die nicht das Privileg haben, in Westeuropa geboren zu werden. Ein aufwühlendes, kluges, absolut lesenswertes Buch.

Olivier Norek – All dies ist nie geschehen
von Miss.mesmerized am 25.05.2019

Zwei Männer, zwei Familien, zwei Schicksale. Nach dem Tod ihres Vaters stürzt Bastien Milliers Frau in eine tiefe Depression. Er hofft, dass sie durch den Umzug in Ihre Heimatstadt Calais wieder zurück ins Leben findet. Er selbst wird dort als Kommissar arbeiten, in der Stadt, in der sich der berühmt berüchtigten Jungle befindet... Zwei Männer, zwei Familien, zwei Schicksale. Nach dem Tod ihres Vaters stürzt Bastien Milliers Frau in eine tiefe Depression. Er hofft, dass sie durch den Umzug in Ihre Heimatstadt Calais wieder zurück ins Leben findet. Er selbst wird dort als Kommissar arbeiten, in der Stadt, in der sich der berühmt berüchtigten Jungle befindet. Adam ist ebenfalls Polizist, jedoch in Syrien und seine Untergrundtätigkeit gegen die Regierung droht langsam kritisch zu werden, so dass er seine Frau Nora und ihre kleine Tochter Maya in Sicherheit bringen muss. Sie sollen vorreisen, über Libyen das Mittelmeer überqueren und ihn an der französisch-englischen Grenze treffen. Doch als Adam im Jungle ankommt, ist von den beiden Frauen nicht zu sehen, er weiß nicht, dass sie nie europäischen Boden betreten haben und sucht sie verzweifelt. Dabei lernt er den jungen Sudanesen kennen, den alle nur Kilani nennen und der massivem Missbrauch ausgesetzt ist. Adam nimmt sich des Jungen an und es dauert nicht lange, bis er auch Bastien begegnet und die Bekanntschaft Spuren bei beiden Männern hinterlässt. Olivier Noreks Roman, der im vergangenen Jahr mit dem „Prix Sang d’encre des lycéens et des lecteurs“ ausgezeichnet wurde, greift nicht nur ein europaweit hochaktuelles Thema auf, sondern legt vor allem den Finger in die schmerhafte Wunde Frankreichs. Aber meiner Meinung nach gelingt es der Geschichte auch, durchaus differenziert die unterschiedlichen Sichtweisen zum Jungle und dem Wegsehen der Behörden darzustellen. Er reiht sich damit in eine inzwischen beachtliche Anzahl von Autoren und Filmemachern ein, die die Thematik ebenfalls aufgegriffen und umgesetzt haben, wie etwa Emmanuel Carrère in „Brief an eine Zoowärterin aus Calais“ oder Philippe Lioret in „Welcome“. Im Zentrum der Handlung stehen die beiden Männer mit ihren Familien und der dem Versuch, der Aufgabe als Schützer dieser gerecht zu werden. Als Leser weiß man schon früh, dass auf Adam kein Happy-End wartet. Das Schicksal seiner Frau und Tochter ist hart, aber inzwischen dürfte jedem Leser bekannt sein, dass sie nur zwei von tausenden sind, die jährlich auf der schwierigen Überfahrt das Leben verlieren und skrupellosen Schleppern das Einzelschicksal egal ist. Umso mehr freut man sich, wie sich Adam dem einsamen und schutzlosen Jungen annimmt. Eine Zweckgemeinschaft, wie sie das Leben schreibt. Kilani bleibt stumm für die anderen Figuren, sein Los berührt, aber erst gegen Ende wird das Ausmaß dessen, was er erlebt hat wirklich offenkundig und was er bereit ist, auf sich zu nehmen, um seinen Rettern zu danken. Dass diese Dankbarkeit keinen Ausdruck finden kann, ist ein weiteres heimtückisches Spiel ihrer Bestimmung. Bastien und seine Familie symbolisieren die Mehrheitsbevölkerung, die plötzlich zwischen den anonymen Flüchtlingen und ihrer erschlagenden Masse und den konkreten Einzelpersonen, die Menschen wie sie selbst sind, hin und her gerissen sind und vorher gültige Grundsätze und Überzeugungen in Frage stellen müssen. Sie werden auf eine Probe gestellt und sind bereit, alles zu riskieren. Norek lässt Menschlichkeit über Rationalität und Pragmatismus siegen, was umso deutlicher die Kluft zwischen politischem Agieren im Großen und dem Handeln des betroffenen Individuums im Kleinen erscheinen lässt. Norek bietet keine Lösungen für die Flüchtlingsfrage, er schreibt einen Roman, der es jedoch jedem erlaubt, den Blick auf den Menschen hinter den Geschichten aus Fernsehen und Zeitung zu werfen und sich vor Augen zu führen. Ein überzeugender Roman, der auch Spannungselemente geschickt einbaut und dem so der Spagat zwischen aktueller Politik und Unterschätzung gelingt.


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