Wie man einen Toaster überlistet

Novelle

Cory Doctorow

(18)
Die Leseprobe wird geladen.
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
12,00
12,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

gebundene Ausgabe

12,00 €

Accordion öffnen
  • Wie man einen Toaster überlistet

    Heyne

    Sofort lieferbar

    12,00 €

    Heyne

eBook (ePUB)

9,99 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Nach vielen Jahren in Flüchtlingsheimen und Notunterkünften kann Salima endlich in ein Hochhausapartment umziehen. Das Gebäude ist zwar neu, aber damit fangen die Probleme erst an: Der intelligente Toaster gibt auf einmal den Geist auf und nimmt nur noch das Brot der Toastermarke an. Dann fällt der Kühlschrank aus. Als Salima feststellt, dass selbst der Fahrstuhl die ärmeren Mieter benachteiligt, fasst sie einen Entschluss. Es muss doch einen Weg geben, sich in die Haushaltsgeräte zu hacken und sie wieder frei verfügbar zu machen! Gesagt, getan ...

»Leicht und locker. Für den kleinen Hunger zwischendurch.«

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 08.04.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-32015-4
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 20,5/13,1/2 cm
Gewicht 294 g
Originaltitel Unauthorized Bread
Übersetzer Jürgen Langowski
Verkaufsrang 45978

Buchhändler-Empfehlungen

Mit dem Toaster fängt es an... doch dann?

I. D., Thalia-Buchhandlung Recklinghausen

Als Flüchtling kam sie nach Amerika, jetzt lebt Salima seit mittlerweile zehn Jahren im Land. In einem Auffanglager in Arizona angekommen und in einem Ladengeschäft in einem ehemaligen Einkaufszentrum vorerst untergebracht, lernte sie Nadifa und deren Kinder kennen. Nach einigen Jahren im Auffanglager freuen sich die beiden Frauen sehr, als jeder von ihnen eine Sozialwohnung in einem Apartmentgebäude zugeteilt wird – und die beiden sollen nur sechs Stockwerke auseinanderwohnen! Die Wohnungen können sich die armen Immigranten nur deshalb leisten, weil ihre Wohnungen mit voreingebauten Geräten wie Toaster, Ofen, Geschirrspüler und Waschmaschinen subventioniert sind, die mit einer Erkennungs-Software ausgestattet sind und ausschließlich die Produkte der eigenen Marke erkennen. Firmen und Vermieter verdienen an der Alternativlosigkeit mit, da die Bewohner der Wohnungen keine günstigen Varianten verwenden können. Auch müssen sie bei der Benutzung der Aufzüge den Vollzahlern, welche auf der anderen Seite des Apartmentkomplexes wohnen, Vorrang lassen, denn die Türen öffnen sich für die Armen nur, wenn auf der anderen Seite gerade kein Wohlhabender den Fahrstuhl benutzt. Sie müssen manchmal eine geschlagene Stunde warten, um in den 40. Stock zu kommen. Die Freude über die bezahlbare Wohnung verebbt spätestens dann komplett, als die Herstellerfirma der eingebauten Toaster Konkurs anmeldet und kein Brot mehr akzeptiert – nicht mal das eigene. Kurze Zeit später reicht es Salima und sie erkundigt sich im Darknet nach Lösungen für das Problem. Tausende anderer Kunden sind ebenfalls erbost darüber, dass die Geräte ihnen den Dienst verwehren, und so wird Salima schnell fündig und macht sich an die Arbeit mit einem Jailbreak ihr Gerät gefügig zu machen. Sie genießt nun wieder Brot, sogar firmenfremdes, und stellt fest wie viel Geld sich dadurch einsparen lässt, dass man eine Wahl hat. Ihrer Freundin Nadifa modifiziert sie ebenfalls den Toaster, was deren Sohn neugierig beobachtet, und gemeinsam beschließen sie auch allen anderen Nachbarn zu helfen, damit diese ihre Geräte wieder benutzen können. Dann jedoch erfährt Salima, dass das Toasterunternehmen reaktiviert wird und die Führung der Firma allen Hackern ihrer Geräte das Handwerk legen will. Salima erkennt, dass sie ihre Mitmenschen in Gefahr gebracht hat, denn jeder würde seine Wohnung verlieren, wenn den Vermietern die Gerätemanipulation bekannt wird. Salima will ihren Fehler wieder in Ordnung bringen. Sie stößt bei den Nachbarn, die sich der Gefahr nicht wirklich bewusst sind, auf Unverständnis, denn diese wollen die neu gewonnene Freiheit natürlich nicht aufgeben. Cory Doctorow hat einen interessanten Einblick in ein mögliches Zukunftsszenario gegeben, in der der Kauf eines technischen Geräts einer Heirat gleich kommt, die man prüfen muss, bevor man sich ewig bindet. Die Kürze dieser Novelle erlaubt keinen großen Detailreichtum; die Vorgehensweise z.B. bei den Hacks ist sehr vereinfacht dargestellt. Aber auch ohne reichlich Technobabble wird die Richtung, die Doctorow aufzeigen will, klar. Wer tiefgehendes Technikwissen erwartet, sollte dieses Buch nicht lesen – wer hingegen kurzzeitig von einer Aussicht in eine mögliche Zukunft unterhalten werden möchte, der sollte sich der Geschichte hingeben. Ich hab mich jedenfalls gut unterhalten gefühlt!

Sandya Ludwig, Thalia-Buchhandlung Göttingen

Spannend, gesellschaftskritisch und zwischendurch emotional - alles was ich gehofft hatte. Einige Szenen hätte man ruhig noch etwas ausbauen können während andere Stellen sehr von technischen Details überschwemmt wurde. Eine wenig optimistische Zukunftvorhersage.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
18 Bewertungen
Übersicht
5
12
1
0
0

passt in die heutige Zeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Wohlen b. Bern am 09.04.2020

Die weitergedachte Gesellschaftsentwicklung mit praktischer Umsetzung regt zum Nachdenken an und führt dem Leser einige Absurditäten vor Augen, welche im Ansatz heute schon erkennbar und daher auch nachvollziehbar sind. So gibt es zum Beispiel eine Möglichkeit, wie leerstehende Shopping-Malls weitergenutzt werden - nämlich als F... Die weitergedachte Gesellschaftsentwicklung mit praktischer Umsetzung regt zum Nachdenken an und führt dem Leser einige Absurditäten vor Augen, welche im Ansatz heute schon erkennbar und daher auch nachvollziehbar sind. So gibt es zum Beispiel eine Möglichkeit, wie leerstehende Shopping-Malls weitergenutzt werden - nämlich als Flüchtlingsunterkunft, um nur eine der Gedankenspiele zu verraten.

Viel Kraft klein verpackt
von einer Kundin/einem Kunden am 02.09.2019

Als ich dieses Buch in meiner neuen Lieblings-Fantasybuchhandlung entdeckt habe, hielt ich es für eine spannende, kurzweilige SciFi-Geschichte. Von der Länge her genau das richtige für eine Zugfahrt oder einen Wochenendausflug. Umso mehr hat es mich überrascht. Denn diese Novelle ist so viel mehr als ein Lückenfüller, etwas, ... Als ich dieses Buch in meiner neuen Lieblings-Fantasybuchhandlung entdeckt habe, hielt ich es für eine spannende, kurzweilige SciFi-Geschichte. Von der Länge her genau das richtige für eine Zugfahrt oder einen Wochenendausflug. Umso mehr hat es mich überrascht. Denn diese Novelle ist so viel mehr als ein Lückenfüller, etwas, das man kurz dazwischenschiebt. Die Geschichte über Küchengeräte, die dank Programmierung nur noch Lebensmittel bestimmter Hersteller akzeptieren, erscheint mir weniger Fiktion als bereits Realität. Man muss dabei doch nur an Amazon oder Netflix denken. Wie weit der Schritt von Luxusartikeln wie Literatur oder Streaming zu Grundnahrungsmitteln ist, kann man sich ja selbst ausrechnen. Viel wichtiger ist aber der gesellschaftskritische Standpunkt, den das Buch vertritt. So kann man sich den Luxus einer freien Wahl über Lebens- oder Ernährungsweise nur erlauben, solange man die nötigen finanziellen Mittel oder den entsprechenden sozialen Rang hat. Cory Doctorow schafft es, diese Thematik knapp und unterhaltsam aufzubereiten, ohne dabei schulmeisterlich zu wirken. Er hat seiner Geschichte genau den Raum gegeben, den sie benötigt hat, um seinen Standpunkt klar zu machen. Mehr ist dazu einfach nicht zu sagen!

Urheberrecht im Toaster?
von einer Kundin/einem Kunden am 17.08.2019

Salima ist Asylbewerberin und wird von Flüchtlingslager zu Flüchtlingslager geschoben. Nach geduldigen Jahren wird ihr endlich eine Neubau-Sozialwohnung zugewiesen. Die kleine Wohnung ist mit vielen Modernen Geräten ausgestattet und die Markenprodukte kann man gleich - Wie praktisch! - über das jeweilige Touchscreen bestellen. ... Salima ist Asylbewerberin und wird von Flüchtlingslager zu Flüchtlingslager geschoben. Nach geduldigen Jahren wird ihr endlich eine Neubau-Sozialwohnung zugewiesen. Die kleine Wohnung ist mit vielen Modernen Geräten ausgestattet und die Markenprodukte kann man gleich - Wie praktisch! - über das jeweilige Touchscreen bestellen. Doch dann macht die Toaster Firma pleite und das Gerät funktioniert nicht mehr. Praktisch veranlagt beschließt Salima ihre Küchengeräte zu hacken, doch damit fangen die Probleme erst so richtig an. Eine unterhaltsame, kurzweilige Novelle über Flüchtlingsthematik, die Modernisierung des Alltags und wie es aussehen könnte, wenn Firmen beginnen das Digitale Urheberrecht für sich zu nutzen. Cory Doctorow hat es geschafft mir in diesem kleinen Buch viel Stoff zum Nachdenken zu geben.

  • Artikelbild-0
  • Artikelbild-1