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Das Haus aus Stein

Roman

Aslı Erdoğan

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Beschreibung


Aslı Erdoğans wichtigster Roman endlich auf Deutsch

»Haus aus Stein« ist nicht nur der wichtigste Text im Werk der gefeierten türkischen Schriftstellerin Aslı Erdoğan. In diesem symphonisch komponierten Roman über Gefangenschaft und den Verlust aller Sicherheiten nimmt sie auch auf erschütternde Weise die eigene Gefängniserfahrung vorweg. »Was hatte ich hier zu suchen? Was war übrig von einem Ich?«, fragt einer der Protagonisten. Ein anderer wird freigelassen, doch was in der Haft geschehen ist, bleibt unsagbar, und er verfällt allmählich dem Wahnsinn. Aslı Erdoğan folgt mit ihrer poetischen dunklen Sprache den tiefen Narben, die eine Begegnung mit dem »Haus aus Stein« hinterlässt. Ihren in der Türkei bereits 2009 erschienenen Roman ergänzt sie durch einen eigens für diese Ausgabe verfassten Essay über die Monate, die sie 2016 nach dem gescheiterten Militärputsch willkürlich im Frauengefängnis Bakırköy-Istanbul inhaftiert war.

"Eine außergewöhnlich feinfühlige und scharfsichtige Autorin, ihre Romane sind Meisterwerke" Orhan Pamuk

Aslı Erdoğan, geboren 1967 in Istanbul, ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen und Kolumnistinnen der Türkei und weltweit Symbolfigur für den Widerstand gegen die Willkürherrschaft in ihrer Heimat. Ihre literarischen Werke (u.a. »Die Stadt mit der roten Pelerine«) sind in über 20 Sprachen übersetzt, Erdoğans Arbeit wurde mit einer Vielzahl von Preisen geehrt: 2010 erhielt sie den Sait-Faik-Preis, den bedeutendsten Literaturpreis der Türkei, 2017 den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis und 2018 den Prix Simone de Beauvoir. Im August 2016 wurde Aslı Erdoğan nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei zusammen mit 22 anderen Journalisten verhaftet und monatelang im Gefängnis festgehalten. Erdoğan lebt im Exil in Deutschland..
Gerhard Meier, geboren 1957, lebt seit 1986 in Lyon und übersetzt literarische Werke aus dem Türkischen und Französischen, unter anderem von Orhan Pamuk, Zülfü Livaneli, Amin Maalouf, Henri Troyat und Sait Faik. 2014 erhielt er für sein Gesamtwerk den Paul-Celan-Preis.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 18.03.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-328-60076-3
Verlag Penguin
Maße (L/B/H) 20,9/13,5/1,8 cm
Gewicht 247 g
Originaltitel Tas Bina
Übersetzer Gerhard Meier
Verkaufsrang 187220

Kundenbewertungen

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„Die Melodie war bekannt, doch den Text verstand ich nicht..."
von einer Kundin/einem Kunden aus Weeze am 18.05.2019

Aufmerksam wurde ich auf „Das Haus aus Stein“ von der 1967 in Istanbul geborenen Schriftstellerin Aslı Erdoğan durch die Literatursendung „Bücherjournal“. Der Bericht über die Autorin, die eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Türkei ist und weltweit zu einer Symbolfigur für den Widerstand gegen die Willkürherrschaft in ... Aufmerksam wurde ich auf „Das Haus aus Stein“ von der 1967 in Istanbul geborenen Schriftstellerin Aslı Erdoğan durch die Literatursendung „Bücherjournal“. Der Bericht über die Autorin, die eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Türkei ist und weltweit zu einer Symbolfigur für den Widerstand gegen die Willkürherrschaft in ihrer Heimat wurde, beeindruckte mich. Als junge Physikerin forschte Aslı Erdoğan am Genfer Spitzeninstitut CERN. Doch ihre Beobachtungsgabe und ihr Sinn für Sprache brachte sie zur Schriftstellerei, wodurch sie mit einer Vielzahl von Auszeichnungen geehrt wurde, unter anderem erhielt sie 2010 mit dem Sait-Faik-Preis den bedeutendsten Literaturpreis der Türkei. Aslı Erdoğan wird als Schriftstellerin und als Kolumnistin zu einer wichtigen Stimme der Türkei. 2016 hört sie von massiven Menschenrechtsverletzungen, die türkische Sicherheitskräfte in der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt Cizre begangen haben. Sie schreibt darüber und ist bei der ersten großen Verhaftungswelle dabei, als die türkische Regierung nach dem gescheiterten Militärputsch 2016 den Ausnahmezustand verhängt. In dem bis heute andauernden Gerichtsprozess wird ihr „Propaganda für eine terroristische Organisation“, „Zugehörigkeit zu einer Terrororganisation“ und „Aufruf zur Volksverhetzung“ vorgeworfen. Aus der gefeierten Autorin wird eine Staatsfeindin, die 132 Tage lang im Instanbuler Frauengefängnis Bakirköy inhaftiert bleibt. Neun Monate nach der Haft erhält sie ihren Pass zurück und verlässt ihre Heimat. Die Romane Asli Erdoğans wurden aus allen Bibliotheken der Türkei entfernt. Sie lebt im Exil in Deutschland. „Das Haus aus Stein“, ihren poetischen Roman über Gefangenschaft und den Verlust aller Sicherheiten, hatte Aslı Erdoğan bereits 2009 veröffentlicht und nun für die am 18. März 2019 erschienene deutsche Erstausgabe um einen eigens dafür verfassten Beitrag über die Monate, die sie 2016 selbst im Gefängnis verbrachte, ergänzt. Im Nachwort dieses insgesamt knapp 128 Seiten umfassenden Buches steht abschließend noch Wissenswertes über den Roman und die Autorin. Wie ein besonderes Kleinod hielt ich dieses Buch in meinen Händen und habe bis zur letzten Seite gehofft, dass ich es vielleicht doch noch mögen würde. Aber dem war leider nicht so. Die Sprache ist poetisch und springt von einer bildhaften Beschreibung zur nächsten, ohne dabei einen roten Faden zu haben, der einen durchs Buch führen oder dabei helfen könnte zu erfassen, was dieses Buch einem eigentlich vermitteln möchte. „Die Melodie war bekannt, doch den Text verstand ich nicht, vielleicht war es ja ein Lied, das in der Welt der Wörter keine Entsprechung hatte.“ (S. 46/47) Wenn das Beschriebene beschreibend umschrieben und bildhaft verbildlicht wird, verliere ich den Sinnzusammenhang und übrig bleibt mir nur die unschön gerunzelte Stirn. Aber ich wollte verstehen und fühlte mich, als sei dieses Buch verschlüsselt und ich hätte nicht den richtigen Code dazu. Dabei mochte ich aufgrund der eindrucksvollen Wortwahl manche Textstellen recht gern, weil die Autorin ein schönes Gespür für Sprache hat und kraftvolle Bilder damit zeichnet. „Er war überzeugt, dass Mörder durch die Pupillen ihrer Opfer auf ewig überführt werden können. Wie Millionen von Jahren in Bernstein erhaltene Fliegen. Im eigenen Verbrechen gefangen, wie ein zweidimensionales erstarrtes Bild in einem Universum rasch verlöschenden Lichts.“ (S. 102) Umso mehr fand ich es schade, zu diesem Buch keinen Zugang zu finden, das sich in einer Zerrissenheit zwischen schönen Formulierungen und Nichtverstehenkönnens für mich las. Ob das an der Übersetzung oder einer blumigeren Originalsprache mit ganz eigenen und dem deutschen vielleicht fremden Bildsprache liegt, kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise fehlt es mir auch einfach an erweiterter Erfahrung mit lyrischen Texten, was ich nicht ausschließen will und daher empfehle, sich unbedingt selbst einen Eindruck durch das Lesen der Leseprobe zu verschaffen. Mir selbst gefiel die Geschichte um das Buch und die Autorin jedenfalls besser, als das Buch selbst.

Aslı Erdoğan – Das Haus aus Stein
von Miss.mesmerized am 12.05.2019

In Istanbul steht das „Sansaryan Han“, ein Haus aus Stein, das das Vorbild für Aslı Erdoğans Roman bildet. In jenes Haus wurden die politischen Häftlinge, die Schwerkriminellen, die Staatsgegner gebracht und gefoltert. Hiervon schreibt die Autorin, die nach dem Militärputsch 2016 selbst zum Opfer des türkischen Staates wurde und... In Istanbul steht das „Sansaryan Han“, ein Haus aus Stein, das das Vorbild für Aslı Erdoğans Roman bildet. In jenes Haus wurden die politischen Häftlinge, die Schwerkriminellen, die Staatsgegner gebracht und gefoltert. Hiervon schreibt die Autorin, die nach dem Militärputsch 2016 selbst zum Opfer des türkischen Staates wurde und 132 Tage im Gefängnis verbringen musste. Was sie 2009 literarisch verarbeitete, musste sie selbst am eigenen Leib nur wenige Jahre später erfahren. Der Roman, der mit dem bedeutendsten türkischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, hat keine Handlung im klassischen Sinn. So wie sich die Persönlichkeit in der Gefangenschaft zunehmend auflöst, ist auch der Text schwer greifbar, er kreist spiralförmig auf ein Ziel hin, von dem man nicht weiß, was es sein wird: Tod oder Leben, Erlösung oder Verdammnis. Einer, der einstmals offenbar hinter den Mauern lebte, lebt nun außen, in den Schatten der Gemäuer, aus denen die unzähligen Stimmen dröhnen. Aber für ihn ist es gleich, auf welcher Seite der Mauer er steht, er trägt die Erfahrungen tief in sich und kann sie wie böse Dämonen nicht mehr los werden. Man kann den Roman nur als kafkaesk im klassischen Sinn bezeichnen. Es gibt kein Verbrechen, keine Anklage und kein Urteil für eine Tat. Es herrschen eine diffuse Angst und Verunsicherung und die Verzweiflung wird zunehmend stärker. Das Individuum kann die Lage nicht überschauen, schon gar nicht kontrollieren, sondern ist ausgeliefert. So fühlt es sich an im Gefängnis, wo Willkür herrscht, vor der nur der Tod schützt. So schwer der Text auf der Handlungsebene zugänglich ist, so sehr strahlt er doch sprachlich. Aslı Erdoğan spricht in Metaphern, verbildlicht so das Innen- und Außenleben ihrer Figuren und lässt zugleich Deutungsspielraum. Sie erspart dem Leser so auch deutliche Beschreibungen der Folter und Qualen, deren Folgen jedoch auch so spürbar werden. Die Realität der politischen Lage hat hier die Literatur eingeholt und einmal mehr bewiesen, dass der Mensch zu mehr fähig ist, als man sich in den schlimmsten Alpträumen ausmalen mag.

Wenn Wunden zu Wort kommen...
von Hilal Türe aus Bielefeld am 07.05.2019

Zum Inhalt: Aslı Erdoğan erzählt eine Geschichte über das menschliche Dasein in einem Gefängnis und die Zeit danach im vergeblichen Kampf um Normalität. Die namenlosen Figuren zeigen mit ungebrochener Vehemenz die Verzweiflung und die pure Hoffnungslosigkeit in all ihren Facetten und lassen autobiographische Einblicke vermuten,... Zum Inhalt: Aslı Erdoğan erzählt eine Geschichte über das menschliche Dasein in einem Gefängnis und die Zeit danach im vergeblichen Kampf um Normalität. Die namenlosen Figuren zeigen mit ungebrochener Vehemenz die Verzweiflung und die pure Hoffnungslosigkeit in all ihren Facetten und lassen autobiographische Einblicke vermuten, wobei die Autorin tatsächlich jedoch erst Jahre später nach Erscheinen dieses Romans selbst Erfahrungen in monatelanger Haft machen musste. Für diese deutsche Erstausgabe hat die Autorin zusätzlich ein Vorwort verfasst, das bereits den düsteren Klang der nachfolgenden Geschichten erahnen lässt. Meine Leseerfahrung: Ich habe mich bei diesem Buch ausnahmsweise mal nicht auf die Originalsprache gestürzt, bevor ich die deutsche Ausgabe in Händen hielt. Und ich kann nur sagen, wenn diese Geschichte auf Deutsch schon so auf poetischer Ebene beeindruckt - wenn da auch an einigen Stellen auf Grund vereinzelter Ungereimtheiten womöglich die Übersetzung nicht wirklich gelungen sein mag -, dann muss die türkische Version Einen auf Grund der bildhaften Sprache völlig umhauen. Daher werde ich dieses Buch auch unbedingt in der Originalfassung lesen. So viel Leid, Qualen und Hoffnunglosigkeit kann man als Leser wirklich nur bei völliger eigener seelischer Gesundheit ertragen. Die Sprache ist zwar nicht immer flüssig oder einwandfrei verständlich, aber ich habe einige schöne Stellen aus diesem Buch mitgenommen, die mir vor Augen führen, wie wundervoll man mit Worten zaubern kann. Sätze wie "Die Finger des wandernden Mondscheins fahren mir fiebrig über die Lippen." oder "...der Knochen hält das aus, dieser bleiche Mitwisser der Zeit." Trotz der schönen Sprache ist die geschaffene Atmosphäre durchgehend beklemmend und lässt den Leser tief betrübt zurück mit dem Gedanken, wie grausam und unbarmherzig doch das Leben für manch Anderen sein kann. Fazit: Ein beeindruckendes poetisches Werk von Aslı Erdoğan, das einen durchweg verstörenden Einblick in den menschlichen Geist gewährt, was man nur mit gesundem Verstand zu ertragen und begreifen im Stande ist.


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