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Idaho

Roman

Ein flirrend heißer Sommertag in Idaho, USA: eine Familie im Wald, die beiden Mädchen spielen, die Eltern holen Brennholz für den Winter. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand – und innerhalb eines Augenblicks ist die Idylle zerstört. Eine Tochter ist tot, die zweite flieht in den Wald und verschwindet spurlos. Ist es Gnade, dass der Vater Jahre später langsam sein Gedächtnis verliert? Während Wade immer mehr vergisst, erkundet seine zweite Frau Ann tiefer und tiefer die Tragödie jenes heißen Augusttages und nimmt schließlich Kontakt zu seiner Exfrau im Gefängnis auf.

Ein atemberaubender Roman über das Unbegreifliche in uns, erzählt mit einer Zärtlichkeit und Schönheit, die die Möglichkeit der Gnade und vergebenden Liebe erfahrbar machen.

Rezension
"Mich hat schon lange kein Buch mehr so angerührt. Idaho ist pure Magie." Daniel Schreiber
Portrait
EMILY RUSKOVICH wuchs im Idaho Panhandle auf dem Hoodoo Mountain auf. Sie gewann den O. Henry Award 2015, ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop und lehrt an der Boise State University. Ihr beeindruckendes Debüt »Idaho« wurde in den USA und Deutschland von der Presse gefeiert.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 09.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-36043-3
Verlag Diana
Maße (L/B/H) 18,5/11,9/3,5 cm
Gewicht 335 g
Übersetzer Stefanie Jacobs
Verkaufsrang 95825
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Eine emotionale Wucht

S. Lütgert , Thalia-Buchhandlung Hamburg

Selten hat mich ein Roman so mitgerissen. Emily Ruskovich lotet die Gefühle ihrer Protagonisten schonungslos aus und zeigt dabei auch die beängstigenden Seiten der menschlichen Psyche mit tiefem Mitgefühl und ohne zu richten. Ein Buch, das sich jeglicher Beschreibung entzieht, sprachlich und literarisch herausragend. Vielleicht das beste Debüt der letzten Jahre.

Familiendrama, Dreiecksgeschichte, Psychogramm, "Orange is the New Black"

Michaela Höher, Thalia-Buchhandlung Berlin

Gestern wurde verkündet, dass Emily Ruskovich für ihren Erstlingsroman den International Dublin Literary Award (dotiert mit “schlappen” 100.000 Euro) erhalten hat. Der bereits 2017 in den USA, 2018 in deutscher Übersetzung erschienene Roman scheint hierzulande weitgehend durchs Raster gefallen zu sein. Andernorts offensichtlich auch, denn lediglich eine kleine Bücherei in Belgien hatte den Vorschlag für die Nominierung eingereicht. Diese Preisverleihung ist der beste Beweis, dass der Roman es nicht verdient hat, ignoriert zu werden. Und es nährt die Hoffnung, dass es um die Halbwertszeit und den rasanten Verfall der Neuerscheinungen heutzutage vielleicht doch nicht so schlecht bestellt ist. Das Taschenbuch erscheint diesen Herbst. Liegt der verhaltene Erfolg auch am Cover? Es ist zwar sehr schön, will aber so gar nicht zum Inhalt passen. Idaho liegt im Nordwesten der USA gleich links neben Montana, was heißt: Rocky Mountains, eiskalte Winter, eher Ruppigkeit und Nadelbäume als exotische Orchideen. Dann heißt es auf der Rückseite auch noch “Dieses Buch hat die kühle Schärfe frischer Limonade” (Rachel Joyce): So ein Quatsch! All das leitet fehl: einmal quer diagonal durch bis in den Südosten, nach Louisiana oder Alabama, auch wenn Idaho drauf steht? Aber Idaho ist drin. Gras, Schnee, Lärchen. Eine Kleinstadt namens Ponderosa, deren Schule in einem Container untergebracht ist. Ein einsames Haus mit Schuppen ganz oben auf dem Berg, die weit entfernten Nachbarn klassische Hillbillys. Dort lebt Wade mit seiner Frau Jenny und zwei Töchtern, bis Jenny im Affekt eines der Kinder mit einer Axt erschlägt. In Panik flieht die zweite Tochter in den Wald und bleibt verschollen. All is not well, das kann man sich denken. Wade heiratet dennoch die zwölf Jahre jüngere Lehrerin, die seine Kinder unterrichtet hat. Eigentlich ist dieses Buch eine Dreiecksgeschichte zwischen Wade, Jenny und seiner zweiten Frau Ann, die besessen über Jenny zu recherchieren beginnt. Sie wurde lebenslänglich verurteilt. Die Gefängnispassagen lesen sich wie eine Art “Orange is the New Black.” Bald beginnt man sich zu fragen, wie lange diese Dreiecksgeschichte tatsächlich schon lief. Man merkt schon, dass Ruskovich aus der Creative Writing-Ecke kommt. Zwischen den Jahren 1995 und 2025 finden zahlreiche Zeitsprünge statt. Außerdem sind kleine überraschende Perspektivwechsel eingestreut. Die Autorin hat den Stoff meisterhaft umgesetzt, und ich mochte die dichte Atmosphäre sehr. Am meisten hat mich der Roman an Jayne Anne Phillips’ “Sommercamp” von 1994 erinnert, kurioserweise erst 2016 übersetzt. Ich habe nur einen persönlichen Kritikpunkt. 2025 hätte offen bleiben können, ich hätte das eigentlich offen- bzw. weggelassen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
8
4
3
1
1

Für so ein kurzes Buch sehr langatmig
von einer Kundin/einem Kunden am 04.12.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Schreibstil ist sehr ausführlich und erinnert an Filme bei denen häufig längere Landschaftsaufnahmen oder Standbilder gezeigt werden, die man gerne überfliegen würde, um zu den wichtigen, spannenden Szene zu gelangen. Aber leider kommen diese spannenden und vor allem für die Geschichte wichtigen Szenen und Ereignisse nie bzw... Der Schreibstil ist sehr ausführlich und erinnert an Filme bei denen häufig längere Landschaftsaufnahmen oder Standbilder gezeigt werden, die man gerne überfliegen würde, um zu den wichtigen, spannenden Szene zu gelangen. Aber leider kommen diese spannenden und vor allem für die Geschichte wichtigen Szenen und Ereignisse nie bzw. Zu wenig vor. Das Buch verläuft sich in Banalitätet über die lange geschrieben wird, die aber für die Geschichte selber keinen Zweck erfüllen. Dass man am Ende nicht mal erfährt, wieso Jenny Ihre Tochter umgebracht oder was mit June passiert ist, ist äußerst ernüchternd. Man hätte dem eher langweiligen Buch damit noch mal eine spannende, unerwartete Wendung geben können. Stattdessen Endet es genauso nichtssagend wie es beginnt. Schade.

Ein einziger Moment
von einer Kundin/einem Kunden aus Leiblfing am 03.09.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Emily Ruskovich – Idaho Die Autorin Emily Ruskovich hat mit diesem Buch ein vielversprechendes Debut vorgelegt, für mich ist es eine Mischung aus Roman und Thriller, über ein bedrückendes Thema. Eine ganz normale Familie arbeitet an einem heißen Sommertag im Wald – eine perfekte Idylle. Bis ein einziger Moment alles zerstört.... Emily Ruskovich – Idaho Die Autorin Emily Ruskovich hat mit diesem Buch ein vielversprechendes Debut vorgelegt, für mich ist es eine Mischung aus Roman und Thriller, über ein bedrückendes Thema. Eine ganz normale Familie arbeitet an einem heißen Sommertag im Wald – eine perfekte Idylle. Bis ein einziger Moment alles zerstört. Wades jüngere Tochter ist tot, die ältere spurlos verschwunden. Seine Frau Jenny wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Jahre später beginnt Wades zweite Frau Ann nachzuforschen, doch seine beginnende Demenz, erschwert dies. Ihr Zusammenleben mit ihm ist überhaupt nur aus der Tragödie heraus möglich, diese bildet quasi die Grundlage. So fühlt auch sie sich indirekt schuldig und versucht etwas wiedergutzumachen, das längst zerstört ist. „Sie hat Wades Vergangenheit genommen und vor sich ausgebreitet. Ihre Zukunft ist ein Weg in die Vergangenheit, auch wenn er langsam verschwindet. Jenes langsame Ausradieren, jene weiße Linie, die sich durch das Dunkel in seinem Gedächtnis zieht, dieser Linie wird sie durch ihr eigenes Leben folgen. Und sie wird sie mit Gewissheit in ihr eigenes geheimes Gefängnis führen, direkt bis vors Tor.“ Seite 202 Emily Ruskovich hat eine ganz eigene, eindringliche Art zu erzählen. Ihr Werk ist sehr angenehm lesbar, wenn auch nicht immer leicht auszuhalten. Eine bedrohliche Stimmung schwingt zwischen den Zeilen stets mit. Sie erzählt aus verschiedenen Perspektiven und aus den unterschiedlichen Zeitebenen, stellt immer wieder die Frage, was ist damals wirklich passiert, wie konnte so etwas geschehen. Ganz wichtig: sie schafft es, Verständnis und Mitleid für alle Figuren entstehen zu lassen, selbst und besonders für die Mutter, die des Mordes an ihrer Tochter verurteilt wurde. Einen beträchtlichen Teil des Romans nimmt so die Beschreibung des Alltags und der Probleme Jennys im Frauengefängnis ein. Ein weiteres großes Thema dieses Buches ist Wades Demenz, deren Vergessen für ihn Fluch und Gnade zugleich sind. So kämpft jeder gegen seine eigene Verzweiflung, sucht seinen eigenen Weg, mit der Tragödie zu leben. Keine einfache Lektüre, aber hervorragend umgesetzt, ohne ständig auf die Tränendrüse zu drücken – für mich ganz große Literatur! Dringende Leseempfehlung.

Konnte mich nicht überzeugen.
von Mel aus Hiddenhausen am 12.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Klappentext verrät glücklicherweise schon etwas über das Buch, nämlich, dass auch Ann, die neue Frau an Wades Seite, genauso wie die Leser des Buches nie den Tathergang erfahren werden. Nach dem Lesen von Idaho bin ich genauso schlau wie vorher, denn das Buch konnte mich nicht begeistern. Sprachlich ist das Buch wirklich ... Der Klappentext verrät glücklicherweise schon etwas über das Buch, nämlich, dass auch Ann, die neue Frau an Wades Seite, genauso wie die Leser des Buches nie den Tathergang erfahren werden. Nach dem Lesen von Idaho bin ich genauso schlau wie vorher, denn das Buch konnte mich nicht begeistern. Sprachlich ist das Buch wirklich gut. Ein ausschweifender Schreibstil, mit dem die Autorin mir das flirrende Idaho näher brachte, ist vorhanden. Leider musste aber auch aufgrund des Stils alles bis ins kleinste Detail analysiert werden und so fehlte es Idaho einfach an Inhalt. Was da so genau passiert an dem gewissen Tag, das erfährt der Leser nicht. Es erfährt selbst Ann nicht, die sich aus unerklärlichen Gründen aufgibt und nur noch für die geheimnisvolle Familie lebt und alles dafür tut, damit das Andenken, der in ihren Augen anbetungswürdigen Menschen in Ehren gehalten wird. Mein Fazit Wer Protagonisten gerne beim Denken und Analysieren zur Seite stehen möchte, dafür aber auch ohne Story auskommt, dem empfehle ich Idaho. Allen anderen eher nicht.