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Die Königin schweigt

Roman

Laura Freudenthaler

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Beschreibung

Fanny, die »Königin«, ist eine vom Schicksal immer wieder hart getroffene Frau, die ihren Lebensabend alleine verbringt und über alles Vergangene schweigt. Auch das Tagebuch auf ihrem Nachtkästchen, ein Geschenk ihrer Enkelin, lässt Fanny unberührt liegen, statt es mit den Tragödien des Erlebten zu füllen. Doch in Tagträumen und schlaflosen Nächten kann sie sich der Erinnerungen nicht erwehren, und so zieht ihr ganzes Leben in aufwühlenden Bildern an ihr vorbei: beginnend mit der Kindheit auf dem elterlichen Hof in den 1930er-Jahren bis zu ihrem nahenden Tod. Das Romandebüt der jungen österreichischen Autorin wurde mehrfach ausgezeichnet und fand in der Presse große Beachtung.

»Fanny, die Tochter vom Hof in der Senke, könnte die jüngere Schwester sein von Seethalers stoisch duldendem Held.«

Laura Freudenthaler, geboren 1984 in Salzburg. Studium der Germanistik, Philosophie und Gender Studies, lebt in Wien. Für Die Königin schweigt erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018, der Roman wurde als bestes deutschsprachiges Debüt beim Festival du premier Roman 2018 in Chambéry ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 09.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-71705-7
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,8/11,8/2,5 cm
Gewicht 220 g
Abbildungen schwarz-weiss Illustrationen
Verkaufsrang 87000

Kundenbewertungen

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Beredtes Schweigen
von einer Kundin/einem Kunden am 24.01.2020

Fanny ist alt. In kurzen Kapitel erinnert sie sich am vergangene Tage, an ihr Aufwachsen auf dem Hof ihrer Eltern, die Heirat und ihr Zusammenleben mit dem Lehrer, die Geburt ihres Sohnes und ihre ewige Beherrschung, die aufrecht erhalten werden muss. Der Stolz, den sie von ihrem Vater geerbt hat, lässt sie auch dann den Kopf ni... Fanny ist alt. In kurzen Kapitel erinnert sie sich am vergangene Tage, an ihr Aufwachsen auf dem Hof ihrer Eltern, die Heirat und ihr Zusammenleben mit dem Lehrer, die Geburt ihres Sohnes und ihre ewige Beherrschung, die aufrecht erhalten werden muss. Der Stolz, den sie von ihrem Vater geerbt hat, lässt sie auch dann den Kopf nicht senken, als ein Schicksalsschlag nach dem anderen sie trifft. An den langen, einsamen Tagen verschwimmt die Grenze zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart und längst verdrängte Momente tauchen auf und rauben der alten Frau ihren Frieden. In Momentaufnahmen folgt der Leser Fanny, der Königin, durch ihr Leben und begleitet sie beim Schweigen. Es ist faszinierend zu lesen, wie viel durch Schweigen gesagt werden kann. Ein berührendes, intensives Buch, in dem kein Wort zu viel ist.

Melancholischer Roman, der in vielen sehr kurzen Abschnitten ein von Verlusten geprägtes, ganzes Leben in Momentaufnahmen erzählt
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 30.09.2019

Fanny ist eine ältere Dame, die allein in ihrem Häuschen in einer österreichischen Kleinstadt lebt und nur noch wöchentlich Besuch von Hanna erhält, die sie vor langer Zeit als Ziehkind in Pflege genommen hatte. Ihre Enkelin kommt nur noch selten und auch das Tagebuch, das diese ihre Großmutter geschenkt hatte, rührt Fanny nicht... Fanny ist eine ältere Dame, die allein in ihrem Häuschen in einer österreichischen Kleinstadt lebt und nur noch wöchentlich Besuch von Hanna erhält, die sie vor langer Zeit als Ziehkind in Pflege genommen hatte. Ihre Enkelin kommt nur noch selten und auch das Tagebuch, das diese ihre Großmutter geschenkt hatte, rührt Fanny nicht an. Dennoch blinkt Fanny zurück auf ihr Leben, schwelgt in Erinnerungen, die aufgrund der Verluste, die Fanny erlitten hat, überwiegend schmerzhaft sind. Der Roman besteht en gros aus Rückblenden, durch die auf das Leben von Fanny, beginnend in den 1930er-Jahren, zurückblickt wirkt. Die Schilderungen aus Fannys Perspektive sind ruhig und nüchtern, scheinbar emotionslos. Einsamkeit und Schweigen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Roman. Schon als Kind machte sich Fanny am liebsten unsichtbar, indem sie sich unter der Eckbank in der Küche versteckte, wo sie ihren Kopf an das Holz drückte, um Halt zu erfahren, den ihre Eltern ihr nicht gaben. Die Mutter war wie ein Geist und unnahbar, der Vater ein respekteinflößender Eigenbrötler, für den das Schweigen die höchste Tugend war. An seiner Seite fühlte sich Fanny als Kind wie eine Königin, wenn sie gemeinsam durch das Dorf gingen. Später verspürte sie das neben ihrem Ehemann, dem Lehrer, der die Abende statt bei seiner Ehefrau im Wirtshaus verbrachte. Auch der Sohn, der seine Mutter stets abschätzig betrachtete, konnte Fanny nicht aus der Einsamkeit herausführen und findet für sich selbst nur einen einsamen, traurigen Ausweg. Das Nicht-Reden-Können, das Nicht-Nachfragen zieht sich über drei Generationen hinweg und wird letztlich durch die namenlose Enkelin durchbrochen, die darauf drängt, mehr zu erfahren und laut ausspricht, was ihrem Vater gefehlt hat. Als ältere Frau wird Fanny nicht nur von ihren Erinnerungen, sondern auch von den Geistern der Vergangenheit eingeholt. Umgeben von Toten in ihrem Häuschen scheint sie selbst nur auf Gevatter Tod zu warten, um sich mit der eigenen Schuld und den Fehlern der Vergangenheit nicht auseinandersetzen zu müssen. "Die Königin schweigt" ist ein melancholischer Roman, der in vielen sehr kurzen Abschnitten ein ganzes Leben in Momentaufnahmen erzählt. Es ist ein von Verlusten geprägtes Leben, in welchem Fanny nie glücklich schien, was eine Erklärung dafür ist, dass sie sich auch in der Gegenwart gegen das Erinnern und Erzählen sträubt. Die beklemmende Atmosphäre in Fannys Zuhause wird durch die einprägsame, ruhige und sachliche Erzählweise verstärkt, die dem Leser Interpretationsspielraum für die Gefühlswelt von Fanny und ihrer Enkelin lässt.

Die Königin soll weitererzählen
von Luis Stabauer aus Wien am 25.08.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Mit dem dünner werdenden Blätterpaket auf der rechten Buchseite wuchs meine Sehnsucht: Die Königin möge nicht aufhören, mir zu erzählen. Der Bauernhof, der Wald, der Gemüsegarten, das Schulmeisterhaus, das Dorf, die Kleinstadt, die Hauptstadt werden behutsam als Kulissen aufgebaut, in denen Fanny ein Leben lang beobachtet, such... Mit dem dünner werdenden Blätterpaket auf der rechten Buchseite wuchs meine Sehnsucht: Die Königin möge nicht aufhören, mir zu erzählen. Der Bauernhof, der Wald, der Gemüsegarten, das Schulmeisterhaus, das Dorf, die Kleinstadt, die Hauptstadt werden behutsam als Kulissen aufgebaut, in denen Fanny ein Leben lang beobachtet, sucht und gestaltet. Das Unglück wird von der Verdrängung gehalten, die Vergangenheit bis an die Grenze des Schmerzes entwickelt. Die Schönheit der Sprache, die kreativen Formulierungen und die Liebe zum Detail bewahren mich als Leser, das Unglück als Unglück zu spüren – die Königin bleibt in ihrem selbstgebauten Schloss, behält ihren Stolz. Die Rettung aus dem Sumpf, als wunderbare Metapher, macht Fanny aus. Und wie sie erzählt, ohne viel zu reden, das ist literarische Kunst, geschmiedet von Laura Freudenthaler. Ich bin begeistert. Bleibt zu hoffen, noch viel von der geistvollen, österreichischen Literatin zu lesen zu bekommen.


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