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Gott wohnt im Wedding

Roman, Lesung. MP3 Format. Gekürzte Ausgabe


100 Jahre, ein Haus, unzählige Schicksale

Utrechter Straße, Berlin 2015. Der alte Leo Lehmann steht vor dem Haus, aus dem vor über 70 Jahren sein Freund Manfred von Nazi-Schergen abgeführt wurde. Hier haben die beiden jungen Juden Unterschlupf bei der hübschen Gertrud gefunden. War sie die Verräterin? Ob sie noch immer hier wohnt? In dem heruntergekommenen Haus leben nur noch die Schwächsten der Gesellschaft. Darunter Laila, die hier von ihrer Sinti-Herkunft eingeholt wird – und Gertrud ...

Im Haus im Wedding kreuzen sich die Lebenswege von Einheimischen und Zugezogenen, von Verfolgten, Verlierern und Verachteten, alle auf der Suche nach dem Stückchen Glück.

Gelesen von Johann von Bülow.

(1 mp3-CD, Laufzeit: 11h 53)

Portrait
Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Von 1972–1976 arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift «Forum». Danach war sie freie Autorin von Reportagen, Essays und Liedtexten und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift «Temperamente». Nach 1990 wirkte sie an Ausstellungen, Filmen und Anthologien mit und veröffentlichte mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte. Für ihren ersten Roman «Machandel» erhielt sie 2014 den Mara-Cassens-Preis.

Johann von Bülow studierte Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München und ist seither als Theater- und Filmschauspieler tätig. Neben Theaterengagements in Zürich, Bochum, Düsseldorf und Hamburg ist er vor allem in Kino und Fermsehen zu sehen. So hatte er verschiedene Gastrollen in der Krimi-Reihe „Tatort“ und der ARD-Serie „Mord mit Aussicht“. Im ZDF spielt er die Hauptrolle der neuen Samstagskrimireihe „Herr und Frau Bulle“. Des Weiteren wirkte er bei etlichen Kinoproduktionen mit, darunter „Fünf Freunde“ (2012), „Elser“ (2015), der internationale Erfolg „Frantz“ von François Ozon (2016) und die Komödie „Mein Blind Date mit dem Leben“ (2017). Er ist außerdem Sprecher zahlreicher von der Kritik gelobter Hörbuchproduktionen.

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Beschreibung

Produktdetails

Medium MP3-CD
Sprecher Johann Bülow
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 25.03.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783844532654
Verlag DHV Der Hoerverlag
Spieldauer 713 Minuten
Verkaufsrang 1659
Hörbuch (MP3-CD)
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19,99
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Ein Haus, zwei Jahrhunderte, unzählige Schicksale

Tobias Groß, Thalia-Buchhandlung Gotha

Wenn Häuser sprechen könnten, was würden sie uns wohl erzählen? Von was für Ereignissen würden sie berichten, was für Momente haben sie erlebt, was für Menschen haben in ihnen gewohnt? Bestimmt würden sie ganze Bücher füllen könnten, denn im Laufe eines Häuserlebens kommt einiges an bemerkenswerten Erlebnissen zusammen. Doch leider sind sie stumm, sie können uns nichts erzählen. Doch reizvoll wäre diese Vorstellung allemal. Wie schön, dass diese Unmöglichkeit in der Literatur real werden kann, denn Regina Scheer hat in ihrem zweiten Roman 'Gott wohnt im Wedding' genau das getan. Sie hat ein fast 150-jähriges Wohnhaus im Berliner Wedding zu einer der Hauptpersonen ihres Buches gemacht. Die Erlebnisse des ‚Alten Hauses‘ bilden den Rahmen für diesen lesenswerten Gesellschaftsroman, welcher sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart im Blick hat. In seinen Mauern, haben viele unterschiedliche Menschen gelebt. So wie Leo und Gertrud. Beide über 80 Jahre alt und bis heute miteinander verbunden. Doch während Leo nach Israel ausgewandert ist, blieb Gertrud ihr Leben lang in diesem Haus in der Utrechter Straße wohnen. Beim ersten Berlinbesuch Leos nach über 70 Jahren treffen sie sich erneut, denn eins ist bis heute nicht klar: wer hat Schuld an diesem einen tragischen Ereignis, was alles veränderte und Leo und Gertrud bis heute keine Ruhe lässt? Doch Regina Scheer hat nicht nur die Vergangenheit und deren Auswirkungen auf unsere heutige Zeit verarbeitet, nein. Denn in Form der jungen Roma und Blumenhändlerin Leila, spricht die Autorin die großen Probleme Berlins an: Gentrifizierung, Entmietung, unbezahlbares Wohnen. Gleichzeitig liefert sie eine Fülle an Informationen zur Geschichte der Roma und Sinti. Danach begreift der Leser, warum sie so sind, wie sie sind. Und warum dieses Volk über keine echte Heimat verfügt. Genau so, wie früher die Jüdinnen und Juden. Regina Scheer ist mit 'Gott wohnt im Wedding' ein eindrucksvoller Roman gelungen, ein echter Jahrhundertroman. Die sympathischen Protagonisten und besonders das Haus machen die Lektüre zu etwas Besonderem. Doch leider verfügt das Buch über ein paar unnötige Längen, denn aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven werden manche Geschichten mehrfach erzählt. Das ist zwar einerseits interessant, aber andererseits auch ermüdend. Trotzdem ist es ein tolles Buch, dessen Lektüre dem Leser die Augen öffnet und gleichzeitig bestens unterhält.

Leokadia Kessel, Thalia-Buchhandlung Dinslaken

Eine fesselnder Generations- und Gesellschaftsroman, vollgepackt mit 100 Jahre deutscher Geschichte. Absolut lesenswert!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
23 Bewertungen
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Ein epischer Generationenroman, großartig erzählt
von Circlestones Books Blog am 13.09.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

„Jetzt bin ich schon dabei, mich zu erinnern. Das kann ich nicht oft, aber heute muss es sein. Was du weißt, ist nicht verloren.“ (Zitat Seite 311) Inhalt Leo Lehmann ist über 90 Jahre alt, als er mit seiner Enkelin Nira für ein paar Wochen nach Berlin zurückkehrt. Durch Zufall bucht sie ein Hotel im Wedding, wo er zwanzig J... „Jetzt bin ich schon dabei, mich zu erinnern. Das kann ich nicht oft, aber heute muss es sein. Was du weißt, ist nicht verloren.“ (Zitat Seite 311) Inhalt Leo Lehmann ist über 90 Jahre alt, als er mit seiner Enkelin Nira für ein paar Wochen nach Berlin zurückkehrt. Durch Zufall bucht sie ein Hotel im Wedding, wo er zwanzig Jahre lang gewohnt hatte, er war hier geboren. 1948 hat er Berlin verlassen und lebt seither in Israel. Das alte Haus, in dem er während des Krieges eine Zeit lang untergetaucht war, steht noch. Gertrud Romberg, die damals ihn und seine Freunde versteckt hatte, lebt noch immer dort, umgeben von ihren Erinnerungen und den Erinnerungen des Hauses. Die anderen Bewohner wechseln jetzt oft, das Haus soll abgebrochen werden, zuletzt leben hier Flüchtlinge, vor allem Zigeunerfamilien aus unterschiedlichen Ländern, so wie Laila. Seit einem Vorfall, damals im Jahr 1943, hatte Leo keinen Kontakt mehr zu Getrud und eine offene Frage steht immer noch zwischen ihnen. Thema und Genre Ein altes Berliner Haus mit Geschichte, ein zeitgeschichtlicher Generationenroman, der sich auch mit der NS-Zeit in Deutschland auseinandersetzt. Es geht um Familie, Heimat, Fremde, Traditionen und gegen das Vergessen. Charaktere Leo Lehmann steht für die Geschichte einer jüdischen Familie im Nationalsozialismus. Laila Fidler, eine in Polen geborene Sintiza, steht für die Roma und Sinti, die immer wieder versuchten, sesshaft zu werden und doch immer wieder vertrieben wurden. Heute hilft Laila den rechtlosen Frauen bei den komplizierten Behördenwegen. Nira, in Israel geboren und aufgewachsen, sieht ihr Heimatland kritisch. Berlin ist kein Feindbild für sie, trotz der Geschichte ihrer Familie. Es sind lebendige Figuren mit ihren Konflikten und Wünschen, die uns in diesem Roman begegnen Handlung und Schreibstil Im Mittelpunkt steht das alte, baufällige Haus in Berlin Wedding, das sich an seine wechselvolle Geschichte seit der Erbauung erinnert. Damit verbunden ist das Leben seiner unterschiedlichen Bewohner. Es sind die gestrandeten, verfolgten Menschen, aber auch die selbstbewussten Kämpfer, um die es in diesem Roman geht. Am Beispiel von zwei speziellen Familien entwickelt die Autorin ein zeitgeschichtliches Kaleidoskop, welches das Leben mehrerer Generationen aufzeigt. Rückblenden und geschichtliche Abläufe, sowie die Erinnerungen des alten Hauses selbst, runden die Handlung ab. Die Sprache erzählt, geht nahe an die Figuren heran, zeigt auf, beschreibt, malt lebhafte Bilder. Fazit Ein vielschichtiger Generationenroman, in dem es um Zeitgeschichte geht und um die Menschen, deren Schicksal in dieser gefährlichen Zeit darin bestand, irgendwie zu überleben. Ein beeindruckender Appell gegen Vorurteile und für die Menschlichkeit.

Hinter der Mauer hat jedes Haus seine Geschichte(n)
von einer Kundin/einem Kunden aus Fulda am 13.08.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Meine Meinung: „Da stehe ich, mit meinen über 120 Jahren, fest auf Grund und Boden, kann hier nicht weg und komme doch überall hin.“ Mich begleitete anfangs beim Lesen das Gefühl, ein fremder Gast auf einer Hausparty zu sein und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich im Geschehen bzw. in den Geschichten der einzelnen Be... Meine Meinung: „Da stehe ich, mit meinen über 120 Jahren, fest auf Grund und Boden, kann hier nicht weg und komme doch überall hin.“ Mich begleitete anfangs beim Lesen das Gefühl, ein fremder Gast auf einer Hausparty zu sein und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich im Geschehen bzw. in den Geschichten der einzelnen Bewohner angekommen bin. Diese sind von Regina Scheer mit sehr glaubhaften und berührenden Viten ausgestattet und mich hat die darin erkennbare Liebe zum Detail in ihrer kommunizierten Beobachtungsgabe stark beeindruckt. So wird selbst zu dem erzählendem alten Haus, dessen weiser Klang in Stimme mir sehr gefallen hat, eine ganz persönliche/familiäre Nähe aufgebaut und auch wenn ich den Schreibstil nicht als sehr emotional, sondern eher „dokumentarisch“ bezeichnen würde, entstehen durch die dargestellten Schicksale echte Emotionen beim Lesen und ich fühlte mich oft mit dem Gedanken nach meiner eigenen Definition von „Heimat“ konfrontiert. Das Thema „Vertreibung“ bzw. „Ausgrenzung“ ist ein zentrales Element und wird von der Autorin am Beispiel der Juden und Sinti und Roma, basierend auf einer großartigen Recherche, ebenso lehrreich wie berührend dargestellt. Ihr gelingt es, die einzelnen Schicksale sehr gekonnt/stimmig miteinander zu verknüpfen und sorgt dabei zudem für neue Blickwinkel auf eine Völkergruppe, der ich sicher nicht immer vorurteilsfrei begegnet bin. Fazit: Ein sehr volles aber auch sehr erfüllendes Leseerlebnis, das zeigt, wie sehr sich der Blick hinter die Fassade(n) lohnen kann.

Sprunghafte Erzählung mit sehr vielen, komplexen Themen, so dass der Roman etwas überladen wirkt. Nüchterne Darstellung und wenig Spannung mindern das Lesevergnügen
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 14.06.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Leo Lehmann kehrt nach 70 Jahren in Israel mit seiner Enkelin Nira nach Berlin zurück, um dort das Erbe seiner verstorbenen Frau zu regeln. Nira möchte er die Stadt zeigen, die Orte, die er aus seiner Jugend kennt und das Haus, in welchem sein bester Freund Manfred von der Gestapo verhaftet wurde und den Zweiten Weltkrieg nicht ... Leo Lehmann kehrt nach 70 Jahren in Israel mit seiner Enkelin Nira nach Berlin zurück, um dort das Erbe seiner verstorbenen Frau zu regeln. Nira möchte er die Stadt zeigen, die Orte, die er aus seiner Jugend kennt und das Haus, in welchem sein bester Freund Manfred von der Gestapo verhaftet wurde und den Zweiten Weltkrieg nicht überlebte. Leo verdächtigte Gertrud, bei der die beiden Unterschlupf fanden, Manfred verraten zu haben. Gertrud ist noch heute am Leben und wohnt nach wie vor in dem Haus im Wedding, dessen Mieter sukzessive verdrängt worden sind und das inzwischen von mehreren Sinti-Familien bewohnt wird, um die verbliebenen Mieter mürbe zu machen. Laila ist eine der integrierten Sinti, die sich als eine Art Sozialarbeiterin einsetzt, für die Familien bei Behördengängen übersetzt und die sich auch um die alte Dame Gertrud kümmert. Der Roman ist aus der Sicht der Hauptcharaktere Gertrud, Leo und Laila geschrieben, aber auch das Haus kommt selbst zu Wort und erzählt seine über hundertjährige Geschichte. Der Roman handelt primär davon, wie sich die Schicksale von Juden und Sinti/ Roma gleichen, Bevölkerungsgruppen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden und bis heute mit Stigmatisierungen zu kämpfen haben. Durch die überfrachtende Anzahl - nicht nur der aktiv handelnden Personen in der Gegenwart - sondern auch der zahllosen Rückblenden in die Vergangenheit und Erzählungen über Widersacher während des Holocaust und verstorbene Angehörige, ist es denkbar schwierig, konzentriert den Überblick zu behalten oder einen emotionalen Zugang zu einer der Hauptfiguren zu erhalten. Die Sprunghaftigkeit der Erzählung ohne Kennzeichnung, in welchem Jahr man sich nun befindet, empfand ich als anstrengend und minderte den Lesefluss. Zudem empfand ich das Buch, das ambitioniert die Verfolgung von Minderheiten in der Geschichte Deutschlands und darüber hinaus sowie die Situation von Migranten und (illegalen) Einwanderern mit all ihren Erschwernissen in der Gegenwart schildert, zu überladen. Holocaust, Geschichte der Sinti und Roma, Rassismus, Flüchtlingsdebatte, Gentrifizierung, Armut, Heimatlosigkeit sind gewaltige Themen, mit denen es sich tiefer gehend zu beschäftigen lohnt, die aber in ihrer Gesamtheit zu viel für einen Roman sind. "Gott wohnt im Wedding" ist keine leichte Kost. Es ist ein Roman, der voller Fakten ist, die den Leser erschlagen können, weshalb man sich mit der Lektüre Zeit lassen sollte. Es ist keine schicksalhafte Erzählung, die durch Spannung eine Sogwirkung entfaltet oder zu Tränen rührt, sondern eine nüchterne Darstellung erschreckender Tatsachen anhand fiktiver Einzelschicksale, die sich im Laufe der Geschichte allesamt in einem Haus im Wedding wiederfinden.