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Alte Sorten

Roman

Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen.
Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeiten, die auf ihrem Hof anfallen, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine misstrauischen Fragen. Liss bietet ihr an, bei ihr auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere An-wesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.
Portrait
Ewald Arenz, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 18.03.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-8381-3
Verlag DUMONT Buchverlag
Maße (L/B/H) 22,3/12,5/2,5 cm
Gewicht 366 g
Auflage 7. Auflage
Verkaufsrang 15748
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

was ist wirklich wichtig?

Ursula Grützner, Thalia-Buchhandlung Radebeul

In diesem Buch passiert gar nicht so viel, und doch konnte ich es nicht aus der Hand legen! Zwei fremde Menschen werden einander (über)-lebenswichtig. Liss, die ihr verlorenes Leben mit sich schleppt und die junge Sally, die noch gar nicht richtig beginnen konnte, selbst zu leben. Das ist ein wunderbarer Roman!

Gemeinsam schweigen können

Susann Kramny, Thalia-Buchhandlung Chemnitz

Ein wunderbares Buch über eine außergewöhnliche Frauen-Freundschaft. Es hat mich mit seinen leisen Tönen und kraftvollen Bildern nachhaltig beeindruckt und wird nicht nur die Leser von Dörte Hansen begeistern können.

Kundenbewertungen

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Ein stiller, eindringlicher Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft
von einer Kundin/einem Kunden aus Düsseldorf am 13.10.2019

Die siebzehnjährige Sally ist gerade ohne konkreten Plan aus einer Klinik abgehauen, als sie in einem Weinberg auf Liss trifft. Diese bittet Sally um Hilfe mit ihrem festgefahrenen Wagen und bietet ihr danach an, auf ihrem Hof zu übernachten. Liss stellt keine Fragen, und genau das unterscheidet sie in Sallys Augen von den ander... Die siebzehnjährige Sally ist gerade ohne konkreten Plan aus einer Klinik abgehauen, als sie in einem Weinberg auf Liss trifft. Diese bittet Sally um Hilfe mit ihrem festgefahrenen Wagen und bietet ihr danach an, auf ihrem Hof zu übernachten. Liss stellt keine Fragen, und genau das unterscheidet sie in Sallys Augen von den anderen Erwachsenen. Sie beschließt, dass sie erst einmal dort bleiben kann. Bald beginnt sie, bei der Arbeit auf den Feldern mit anzufassen. Doch Liss dringt zwar nicht in sie ein, gibt im Gegenzug aber auch nichts von sich preis. Die beiden Frauen arrangieren sich vorwiegend still miteinander. Doch die Erlebnisse ihrer jeweiligen Vergangenheit prägen ihr Verhalten und holen sie immer wieder ein. Die Geschichte beginnt an einem 1. September und erzählt vom ersten Aufeinandertreffen von Sally und Liss. Die beiden sind sehr verschieden: Sally ist siebzehn, dünn, von Narben gezeichnet und gerade aus der Klinik abgehauen. Liss hingegen ist eine erwachsene, starke Frau, die einen Hof bewirtschaftet und von den anderen Dorfbewohnern gemieden wird. Für Sally ist das Angebot, bei Liss zu übernachten, eine gute Gelegenheit, nach ihrer Flucht durchzuschnaufen. Da sie nicht gebeten wird zu gehen und auch keinen Grund sieht, weiterzuziehen, wird aus der einen Übernachtung auf Liss’ Hof bald eine längere Zeit. Der Autor hat mit Sally und Liss zwei Charaktere geschaffen, die schon einiges mitgemacht haben. Sally ist wütend auf ihr Umfeld, das ihr ständig Vorschriften machen will und ihr mit betontem Verstänis begegnet. Ihre Eltern bringen ihr wenig Liebe entgegen, sind vor allem abwesend und haben sie schon mehrfach wegen Selbstverletzung und Magersucht in eine Klinik gesteckt. Als sie bei Liss zum ersten Mal eine Birne ist, die zu den Alten Sorten zählt, hat sie das Gefühl, endlich wieder etwas zu schmecken. Warum Liss eine Einzelgängerin ist und gemieden wird, bleibt lange ein Geheimnis. Sie selbst schiebt die entsprechenden Erinnerungen weg. Stattdessen denkt sie oft an ihre Jugend zurück, in der sie in einen Jungen namens Sonny verliebt war. Sally und sie werden bald zu einem Team und ich fand es schön, wie die beiden sich ohne große Worte gegenseitig Kraft geben. Dann gibt es jedoch auch Momente, in denen aufgestaute Gefühle durchbrechen. Ich war gespannt, was Sally und Liss voneinander lernen werden und welchen Weg die beiden Charaktere für sich finden. „Alte Sorten“ ist eine vorwiegend stille, eindringliche Geschichte, in der sich der Teenager Sally und die erwachsene Liss durch einen Zufall begegnen und daraus eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht. Beide haben ihr Päckchen zu tragen und erhalten durch die andere einen neuen Blick auf ihr Leben. Lasst Euch vom Autor mit aufs Land nehmen und lernt diese zwei Frauen kennen, die jeweils auf ihre eigene Weise Stärke zeigen!

Eine Erzählung über Freundschaft und das Leben
von Timo Funken am 26.05.2019

Ein tolles Buch. Ich habe es mit großer Freude und Gespanntheit gelesen. Mit viel Tiefe erzählt es von der Begegnung zweier Frauen und den Schwierigkeiten des Lebens, die einen unterschiedliche Wege einschlagen lassen. Es ist ein Buch, welches einen zum Nachdenken anregt und einen mit dem Gefühl der Verbundenheit hinterlässt- da... Ein tolles Buch. Ich habe es mit großer Freude und Gespanntheit gelesen. Mit viel Tiefe erzählt es von der Begegnung zweier Frauen und den Schwierigkeiten des Lebens, die einen unterschiedliche Wege einschlagen lassen. Es ist ein Buch, welches einen zum Nachdenken anregt und einen mit dem Gefühl der Verbundenheit hinterlässt- daher von mir 5 Sterne! Liebe Grüße, Timo Funken

Von alten Birnensorten und dem Finden eines Weges in die Welt
von Svanvithe am 19.05.2019

Als Liss in ihrem Weinberg der 17jährigen Sally begegnet, braucht sie Hilfe. „Bist du stark?“, will sie von Sally wissen, und diese packt überrascht mit an. Liss stellt kaum Fragen, nimmt das Mädchen bei sich auf und gewährt ihr Unterschlupf. Im Gegenzug hilft Sally bei den täglichen Arbeiten auf dem Hof. Liss erkennt sehr sc... Als Liss in ihrem Weinberg der 17jährigen Sally begegnet, braucht sie Hilfe. „Bist du stark?“, will sie von Sally wissen, und diese packt überrascht mit an. Liss stellt kaum Fragen, nimmt das Mädchen bei sich auf und gewährt ihr Unterschlupf. Im Gegenzug hilft Sally bei den täglichen Arbeiten auf dem Hof. Liss erkennt sehr schnell, dass Sally ohne Halt, wütend und gegen jeden und jedes ist. Aus ihrer Sicht versteht sie niemand, nicht ihre Eltern, die Lehrer in der Schule. Sie lehnt sich gegen Normen und Regeln auf, denen sie bislang ausgesetzt war. Sie will nirgendwohin, sondern vielmehr von allem weg. Darum ist sie aus einer Klinik abgehauen, in die ihre Eltern sie wegen ihrer psychischen und angeblichen Ess-Probleme gebracht hatten. Hier auf dem Bauernhof verläuft das Leben in einem anderen Tempo. Der Alltag ist ein anderer als der, den Sally aus der Stadt gewohnt ist. Liss, eine Mittvierzigerin, wirtschaftet allein, backt ihr eigenes Brot, hat Hühner, Bienen und einen Garten mit alten Birnenbäumen, aus den Früchten brennt sie selbst Schnaps. Die Gelassenheit, mit der sie Sally behandelt, irritiert diese zunächst. Doch Sally beginnt sich hineinzufinden und lernt eine unbekannte Seite des Daseins kennen, mit der sie bisher wenig in Berührung gekommen ist. Sie entdeckt die Erfüllung in der Arbeit auf dem Feld, im Weinberg, dem Obstgarten und mit den Hühnern und Birnen. Sie hat wieder Freude am Essen. Und deshalb verschwinden mehr und mehr ihr Misstrauen und ihre Protesthaltung. Indes haben Sallys Eltern die Suche nach ihrer Tochter nicht aufgegeben. Und außerdem gibt es einen Grund dafür, dass Liss den anderen Dorfbewohnern fern bleibt und nicht gern gesehen ist. Sowohl Liss als auch Sally werden mit ihrer Vergangenheit konfrontiert... „Alte Sorten“ ist ein leises Buch, wenn auch vor allem dessen junge Heldin Sally laut(stark) ihren Unwillen und ihren Frust zum Ausdruck bringt. Der Roman wirft einen Blick auf das Existenzielle, und Ewald Arenz lässt den Leser in einer stimmungsvoll wechselnden Wortgewandtheit und mit atmosphärisch dicht beschriebenen Naturbildern teilhaben an einem entschleunigten Leben auf dem Land, wo vieles noch so abläuft, wie es schon immer gewesen ist. „Im sattgrünen Laub leuchteten die Äpfel wie Farbtupfer. Wie gut es sich manchmal anfühlte, einfach am Leben zu sein. Nichts sonst. Einfach nur am Leben zu sein.“ (Seite 63) Er erzählt von den Mühen der Arbeit, der Schinderei, des Eingebundenseins in einem Rhythmus, der Teil der Natur ist und sich dieser anpasst, außerdem von der Glückseligkeit, mit dem von eigener Hand Geschaffenen zufrieden zu sein, weil es einen Grad der Unabhängigkeit ermöglicht. Von den Momenten der Stille. Den Blick auf das verschwindende Licht des Tages. Dem Hinsetzen. Miteinander reden. Schweigen. Zuhören. Verstehen. Auch die ungesagten Dinge. „Das Schweigen um sie wurde tiefer, aber nicht schwerer. Es war gut, dass sie beide nichts sagen mussten.“ (Seite 47) Es ist ein Geschichte, die Gerüche, Geräusche und Geschmäcker bis zum Leser transportiert. Es ist eine Geschichte, die vollgepackt mit aufwühlenden und reichhaltigen Emotionen ist und mehr als eine Seite im Inneren zum Klingen bringt. Ewald Arenz erstes Bild seiner Protagonistinnen Liss und Sally kann nicht gegensätzlicher sein. Auf der einen Seite die wortkarge, verschlossene Bäuerin auf ihrem Hof auf dem Land, die geringen Kontakt zu den anderen Dorfbewohnern hat. Auf der anderen Seite das aufmüpfige Mädchen aus der Stadt, das schnell aus der Haut fährt und sich von seinen Eltern verfolgt fühlt. Gleichwohl offenbaren sich im Laufe des Geschehens, das sich lediglich auf wenige Wochen beschränkt, viele Gemeinsamkeiten. „Sie dachte an die Bienen. Manchmal fühlte es sich gut an, zusammenzuarbeiten. Weil der andere bewirkte, dass man einen eigenen Platz im Ganzen erkannte. Dass man auf einmal Bedeutung in einem Ganzen hatte und nicht einfach nur existierte.“ (Seiten 81 f.) Beide sind einsam, empfindsam, glauben sich von ihrer Umwelt missverstanden. Besonders Sally reagiert oft grob und unflätig. Aber Liss nimmt bezüglich Sally Parallelen zu dem jungen Mädchen wahr, das sie einmal gewesen ist. Sie empfand sich einst ebenfalls als gefangen auf dem Hof ihres Vaters, weil sie nicht der gewünschten Norm entsprach, wurde enttäuscht von ihr nahe stehenden Bezugspersonen. Was folgten, waren Verletzungen und innere seelische Konflikte, die bis in die Gegenwart reichen. Und während Liss Sally mit mildem Gleichmut und Respekt behandelt, vertieft sich das Band der Freundschaft zwischen ihnen, und darüber hinaus vermag es Sally, die Liss' einschnürenden Knoten zu lösen und den Weg aus dem Schweigen und für Verzeihen und Vergeben freizumachen. Liss und Sally werden aufeinander aufpassen...