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Ansichten aus der Mitte Europas

Wie Sachsen die Welt sehen

30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verschieben sich die Kraftfelder in und um Europa. Sachsen ist mittendrin. Viele Menschen fragen sich nach den Gründen für die politische Unruhe im Land. Europa streitet sich nicht nur übers Geld, sondern fällt derzeit vor allem bei den Themen Zuwanderung und nationale Identität auseinander. Aber auch innerdeutsche Konflikte um diese und andere Themen bedürfen der Analyse. Im Zentrum steht dabei Sachsen, das Mutterland der Reformation und der Friedlichen Revolution.
Antje Hermenau, die bekannte ehemalige sächsische Grünen-Chefin, erklärt mit Mutterwitz und weltoffenem Patriotismus die sächsische Seele samt den Missverständnissen und ernsthaften Meinungsverschiedenheiten zwischen Ost- und Westdeutschen, Ost- und Westeuropäern. Sie wagt Ausblicke in die Zukunft und liefert ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Bürgerverantwortung. Garantiert unideologisch und ohne Sprachzensur. Ein Buch für Sachsen, vor allem aber auch für Nichtsachsen!
Portrait
Antje Hermenau, geboren 1964 in Leipzig, ist ausgebildete Diplomsprachlehrerin und Verwaltungswissenschaftlerin. Sie vertrat die Grünen am Runden Tisch Leipzig und wurde 1990 in den Sächsischen Landtag gewählt. Zehn Jahre Bundestag von 1994 bis 2004 in Bonn und Berlin schlossen sich an. 2004 kehrte sie für weitere zehn Jahre in den Sächsischen Landtag zurück. Seit ihrem Ausstieg aus der Politik im Jahr 2014 ist sie als Publizistin, Beraterin für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und eigenständige Unternehmerin tätig. Antje Hermenau lebt in Dresden.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 01.03.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-374-05932-4
Verlag Evangelische Verlagsanstalt
Maße (L/B/H) 19,2/12,3/1,7 cm
Gewicht 211 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 69028
Buch (Paperback)
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"Die einen finden uns undankbar und rückständig, wir finden sie bevormundend und realitätsfremd."
von Dr. M. am 05.06.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nie gedacht, dass ich je freiwillig ein Buch von Antje Hermenau lesen würde. Nachdem 2005 in Dresden der Bau der Waldschlösschenbrücke mit einer Zweidrittelmehrheit in einem Volksentscheid beschlossen wurde und man damit den Verlust eines UNESCO-Welterbetitels für die Elbwiesen bewusst in Kauf nah... Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nie gedacht, dass ich je freiwillig ein Buch von Antje Hermenau lesen würde. Nachdem 2005 in Dresden der Bau der Waldschlösschenbrücke mit einer Zweidrittelmehrheit in einem Volksentscheid beschlossen wurde und man damit den Verlust eines UNESCO-Welterbetitels für die Elbwiesen bewusst in Kauf nahm, hatte Frau Hermenau, damals noch Fraktionsvorsitzende der sächsischen Grünen, nichts Besseres zu tun, als zu Kanzlerin Merkel zu rennen und sie zu bitten, den demokratischen Entschluss der Dresdner zu kippen. Das hat nicht geklappt. Die Brücke steht inzwischen. Und auch die Kleine Hufeisennase hat schnell gelernt, dass man da trotzdem unbeschadet herumfliegen kann. Weder Merkel noch diese niedlichen Fledermäuse konnten den grünen Basisdemokraten zum Durchbruch verhelfen. Man soll die sonst so gemütlichen Sachsen, und insbesondere die Dresdner, nicht reizen. Denn dann kann es schnell schwierig werden. Hermenau ist inzwischen bei den Grünen ausgetreten. Und sie scheint ihre Lektion gelernt zu haben, denn dieses Buch beschreibt in ungeahnt authentischer Weise das gewachsene und das aktuelle Lebensgefühl und die Mentalität der Sachsen. Ich hätte dies Antje Hermenau nie zugetraut und bin deshalb mehr als überrascht. Vielen Sachsen wird bei ihrem Buch wohl warm ums Herz werden, denn in Sachsen gibt es noch so etwas wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl und eine eigene Identität. Und die Sachsen wollen das behalten und weigern sich, an irgendwelchen Großversuchen teilnehmen zu müssen. Dunkeldeutschland eben, wo man sich Respekt noch erarbeiten muss. Hohle Bonzen erkennt man hier sofort. Was wird den Sachsen gegenwärtig nicht alles vorgeworfen. Braun seien sie. Sie würden keine Fremden mögen. Und sie seien irgendwie zurückgeblieben. Menschen aus dem Westen, die dennoch einen Besuch gewagt hatten, sind meistens danach ganz anderer Auffassung. Sie trafen in der Regel auf freundliche, höfliche und offene Menschen. Vor allem aber sind Sachsen heimatverbunden, bodenständig und tüchtig. Sachsen ist – was man im Westen oft nicht weiß – die industrielle Wiege Deutschlands. Der Maschinenbau hat hier eine sehr lange Tradition. Nicht zufällig verlief die erste wirklich genutzte Eisenbahnstrecke Deutschlands zwischen Dresden und Leipzig. Audi stammt aus Sachsen. Und vieles mehr. Bereits auf Seite 6 kommt die Autorin genau auf den Punkt: "Vor allem aber beschwert uns Sachsen das unabweisbare Gefühl, über die Probleme, die wir sehen, nicht offen reden zu dürfen. Das kennen wir. Was wir glaubten hinter uns gelassen zu haben, geschieht nun von Neuem." Für Westdeutsche mag das neu sein, für viele Sachsen eben nicht. Und nicht nur deshalb gibt es in Sachsen eine unterschwellige Wut. Wütend ist man auch wegen der zahlreichen böswilligen Unterstellungen. Die angebliche Fremdenfeindlichkeit kontert Hermenau punktgenau so aus: "Wir respektieren jeden, der hier mit anpackt und sich die Hände beim Arbeiten schmutzig macht. Der oder die gehören zu uns, werden und sind Sachsen. Wer unseren Arbeits- und Lebensstil teilt, wird Sachse." Leute, die unsere Lebensart verachten, sind hier eben nicht willkommen. So einfach ist das. Die Autorin geht dann sehr ausführlich auf diesen Lebensstil ein. Auch darauf, dass in Sachsen schon immer Leute hoch willkommen waren, die das Land vorangebracht haben, egal woher sie kamen. Man nennt sie hier Beutesachsen. Sachsen, erklärt die Autorin, seien eher zurückhaltend mit ihrer Meinung um des lieben Friedens willen: "Man könnte auch sagen, wir sind lange konziliant, prinzipiell weltoffen und ausgesprochen gastfreundlich. So lange alles leidlich läuft, übersehen wir gerne, was uns stört, und sagen nichts. Fühlen wir uns hingegen ausgenutzt und nicht geschätzt und helfen auch Freundlichkeit und Höflichkeit nicht mehr weiter, ist Schluss. Da können Sachsen richtig garstig werden, was zweifellos eine wirkliche Schwäche ist. Das ist wohl die derzeitige Situation." Besser kann man das nicht ausdrücken. Was man in Westdeutschland darüber hinaus nicht begreift, ist das Verhältnis Sachsens zu seinen Nachbarn. In Sachsen pflegt man gewachsene, historisch untermauerte Beziehungen zu den osteuropäischen Nachbarn. Sie sind den Sachsen näher als Westeuropa mit seinen verworrenen sozialistischen Eliten. Mit dem Sozialismus haben die Sachsen und ihre Nachbarn eigene, und zwar praktische Erfahrungen, die sie gerne in der Vergangenheit belassen würden. Während die Berliner Politik sich gerne französischen Umarmungsversuchen hingibt und die gegenwärtige polnische Regierung verdammt, möchte die sächsische Staatsregierung mit allen Mitteln verhindern, dass sich dies negativ auf ihre sehr guten Beziehungen zu Polen auswirkt. Wenn man die Gefühlslage der Sachsen begreifen möchte, ist dies ein wunderbares Buch. Zwar wiederholt sich die Autorin ab der Mitte ihres Textes immer öfter – das hat mich jedoch nicht wirklich gestört. Hermenau erklärt Sachsen auch aus historischer Sicht und beschreibt seine klare Verortung in Mitteleuropa und die daraus erwachsenen natürlichen Konsequenzen. Es läuft nicht mehr so richtig. Und da wird der Sachse schwierig. Das haben in der Vergangenheit schon so manche Herrscher zu spüren bekommen. Man kann Antje Hermenau nicht genug dafür danken, dass sie die Gefühlslage vieler Sachsen so treffend beschrieben hat. Ob es helfen wird, mag man bezweifeln. Dass man es nicht gewusst hätte, kann man nun allerdings nicht mehr behaupten.