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Die Orient-Mission des Leutnant Stern

Roman

Wie eine falsche Zirkustruppe den Lauf der Geschichte ändern sollte.

Mit wunderbarer Lust am Fabulieren erzählt Jakob Hein die wahre Geschichte des jüdischen Leutnants Edgar Stern, der während des Ersten Weltkriegs für Wilhelm II. den Dschihad organisieren sollte, indem er eine als Zirkus getarnte Truppe von 14 muslimischen Kriegsgefangenen nach Konstantinopel schmuggelte.

Sommer 1914. Niemals hätte sich Stern vorstellen können, dass in nur wenigen Wochen Krieg ausbrechen könnte, und er in eben jenem Krieg der Hauptakteur eines kuriosen Plans werden würde: Wenn es gelänge, dass der türkische Sultan für das befreundete Deutsche Reich den Dschihad ausruft und sich daraufhin alle Muslime – vor allem die in den Kolonien – gegen die britischen und französischen Gegner erheben, müsste die Schlacht schnell entschieden sein. Um die Gunst des Sultans zu gewinnen, wollte man einige muslimische Kriegsgefangene feierlich in Konstantinopel freilassen. Doch mussten diese Kriegsgefangenen dazu möglichst unauffällig durch halb Europa geschleust werden. Und dazu brauchte man einen wie Edgar Stern.
Portrait
Jakob Hein, geboren 1971 in Leipzig, lebt seit 1972 mit seiner Familie in Berlin. Er arbeitet als Psychiater. Seit 1998 Mitglied der »Reformbühne Heim und Welt«. Er hat inzwischen 17 Bücher veröffentlicht, darunter Mein erstes T-Shirt (2001), Herr Jensen steigt aus (2006), Wurst und Wahn (2011), Kaltes Wasser (2016) und zuletzt Die Orient-Mission des Leutnant Stern (2018).
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 10.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05338-8
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 19,1/12,3/2 cm
Gewicht 256 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 29053
Buch (Taschenbuch)
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Eine kurzweilige, spannende, aber auch sehr informative Geschichte über die Blütezeit des deutschen Imperialismus. Besonders faszinierend ist es, das Osmanische Reich aus Perspektive des Protagonisten zu bereisen. Gut recherchiert, abenteuerlich und absolut lesenswert.

Von Berlin nach Stambul

Thomas Coenen, Thalia-Buchhandlung Mülheim an der Ruhr

Während der erste Weltkrieg tobt, hat der junge Leutnant Stern eine Idee, wie Deutschland den Krieg gewinnen kann. Was nun folgt hört sich an wie Posse, wäre der Umstand des Auftrages nicht so ernst, und man kann sich ob der gefühlten Naivität der Beteiligten ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ein tolles kleines Buch das viel Spaß beim lesen bereitete!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 28.02.2019
Bewertet: anderes Format

Der jüdische Leutnant Stern bekommt den Auftrag 14 Kriegsgefangene nach Konstantinopel zu überstellen und damit den Dschihad auszurufen. Die besten Geschichten schreibt das Leben.

Eine zirkusreife Mission
von Gertie G. aus Wien am 14.07.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Bislang bin ich davon ausgegangen, dass „kafkaesk“ ein Attribut der. Donaumonarchie (und des späteren Österreichs) und seines Militärs ist. Dieses Buch hat mich eines Besseren belehrt. Auch die preußischen Generalstäbler greifen manchmal zu unkonventionellen Mitteln. Doch nun zum Inhalt: Der junge Leutnant Edgar Stern be... Bislang bin ich davon ausgegangen, dass „kafkaesk“ ein Attribut der. Donaumonarchie (und des späteren Österreichs) und seines Militärs ist. Dieses Buch hat mich eines Besseren belehrt. Auch die preußischen Generalstäbler greifen manchmal zu unkonventionellen Mitteln. Doch nun zum Inhalt: Der junge Leutnant Edgar Stern befindet sich gerade in einem belgischen Seebad und muss die schwierige Entscheidung treffen, ob er einheimisches Bier oder französischen Rotwein zum Diner nehmen soll, das platzt ein Telegramm in die Idylle: „Der große Krieg begann für Stern als griechische Vokabel, serviert auf einem Silbertablett in die beschauliche Stille eines Nachmittags in einem abgelegenen belgischen Badeort hinein.“ Nachdem seine Idee, den Suezkanal zu sprengen und damit den Nachschubweg der Briten zu kappen, zwar mit Wohlwollen des Generalstabes aufgenommen, aber wegen der geänderten politischen Rahmenbedingungen nicht mehr durchgeführt werden kann, betraut man ihn mit einer anderen schier unglaublichen Mission: Stern soll eine Gruppe Muslime nach Konstantinopel bringen und dort mit Hilfe des deutschfreundlichen Sultans einen Dschihad ausrufen. Ziel soll die Erhebung aller Muslime der Welt sein und sowohl die französischen als auch die britischen Kolonien erschüttern. Doch wie bringt man eine Gruppe arabisch aussehender Männer unauffällig nach Konstantinopel? Die 14 ausgesuchten Muslime, sechs Marokkaner, drei Tunesier und fünf Algerier, die sich untereinander nur über einen Dolmetscher verständigen können, werden als Mitglieder eines Zirkus ausgegeben und reisen mit „Zirkusdirektor“ Edgar Stern per Bahn über den Balkan in das Osmanische Reich. Mit an Bord sind noch die neuesten Funkgeräte von AEG und zwei Funker sowie Sterns Vorgesetzter Schabinger Freiherr von Schowingen, der inkognito im feudalen Schlafwagen mitreist, während der Rest der Truppe „Holzklasse“ fährt. Detailliert wird diese abenteuerliche Fahrt geschildert. In jedem Bahnhof beginnt das Zittern vor der Entdeckung, zumal die Bahnhofsvorstände und Zollbeamten argwöhnisch die sonderbare Truppe beäugen. Meine Meinung: Diese Geschichte ist so unglaublich, dass sie wahr sein muss. Schon allein die Rekrutierung und Ausrüstung der 14 Männer grenzt an Slapstick: Die Muslime sind nämlich allesamt zwangsverpflichtete Untertanten Frankreichs, die als Kriegsgefangene in Deutschland interniert sind. Sie werden als Freiwillige herausgepickt und als Zirkusleute verkleidet. Köstlich ist der Kampf Leutnant Sterns mit der Preußischen Bürokratie geschildert. Statt bunter verschiedener Kleidung erhalten sie identen Pluderhosen und Kopfbedeckungen, sodass sie wieder wie Soldaten aussehen. Doch da weiß der findige Stern Abhilfe zu schaffen und engagiert ausgerechnet einen jüdischen Schneider, um die Kostümierung ein wenig unauffälliger zu gestalten. Dieser historische Roman ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Der Leser kann sich unter die Muslime mischen und deren Verwunderung über die Mission teilen oder an der Seite Sterns die Vorbereitungen beobachten. Auch darf man den Vorgesetzten über die Schulter schauen. Diese multiple Sicht ist sehr reizvoll, da die unterschiedlichen Protagonisten zu Wort kommen. Diese kuriose Geschichte ist sehr amüsant geschrieben, dennoch streift sie ein Kapitel des Ersten Weltkriegs, in dem sich Deutschland wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat: Den Völkermord an den Armeniern. Mit seiner deutsch-türkischen Freundschaft und seinem Vorhaben „Weltaufstand der Muslime“ lässt er die Ermordung tausender Armenier zu, die im osmanischen Reich eine ähnliche Sündenbock-Rolle innehaben wie die Juden. Interessant finde ich, dass die Generalstäbler ihre Hausaufgaben nicht so ganz perfekt gemacht haben. Sie hätten vorher wissen müssen, dass es zwischen den verschiedenen muslimischen Völkern auch unterschiedliche Interpretationen des Glaubens gibt. Edgar Stern übersteht das Abenteuer, wenn man von der Erkrankung an Malaria absieht, ebenso unbeschadet wie Schabinger. Stern wird bis 1933 Chefredakteur der Nachrichtenagentur „Wolfs Telegrafisches Büro“. Danach der nationalliberale Mann mit jüdischen Verwandten für den Job nicht mehr tragfähig war. Stern kann mit seiner Familie 1936 nach London emigrieren. Der Autor Jakob Hein bedient sich der Lebenserinnerungen von Edgar Stern und der Memoiren von Karl Emil Schabinger um diesen mit teils wahren teils fiktional historischen Roman zu schreiben. Jakob Hein sagt zu seinem Roman: „Mir kommt es so vor, als hätte die Geschichte 100 Jahre auf mich gewartet. Und als ich gehört habe, dass das Deutsche Reich den Dschihad auslösen wollte, dachte ich, das ist bestimmt eine Übertreibung. Aber es ist natürlich genau das, das Deutsche Reich wollte den Dschihad auslösen, den heiligen Krieg aller Muslime.“ Fazit: Ein gelungener Roman, der wortgewaltig einen Aspekt des Preußischen Militärs aufdeckt, den man so nicht vermutet hätte. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Sehr gut geschrieben
von einer Kundin/einem Kunden am 29.04.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eines der besten Bücher die ich in letzter Zeit gelesen habe.Manche Passagen sind so aberwitzig und bizarr das es mir unglaublich scheint.Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.