Unsterblichkeit ist auch keine Lösung

Ein Goethe-Schiller-Desaster, Roman

Christian Tielmann

(5)
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Beschreibung


Goethe und Schiller live on tour: Klassiker zum Anfassen

Im Jahr 2014 bringt der krisengeschüttelte Buchmarkt auch die Absätze der deutschen Klassiker Goethe und Schiller zum Sinken, deshalb werden die beiden Herren (265 und 255 Jahre alt) von Verleger Cotta auf eine Lesereise durch den Harz geschickt. Krönender Abschluss soll die Lesung des ›Faust‹ auf dem Brocken sein. Nur widerwillig lässt sich Goethe darauf ein. Ärgerlich, dass Kollege Schiller ihm im Umgang mit verspäteten ICEs, desinteressierten Schülern und der attraktiven mitreisenden Buchhändlerin immer eine Nasenlänge voraus zu sein scheint. Und schließlich mit neuen Ideen zum Höhenflug ansetzt.

Christian Tielmann, 1971 in Wuppertal geboren, studierte Philosophie und Germanistik in Freiburg und Hamburg. Er ist freier Autor und schreibt vor allem für Kinder und Jugendliche.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 28.02.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-28188-1
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 21,6/14,4/2,3 cm
Gewicht 388 g

Buchhändler-Empfehlungen

"Kennst du nen Goethe?"

David Möckel, Thalia-Buchhandlung Coburg

Goethe und Schiller gehen 2014 auf Lesereise! Klingt erstmal ganz witzig. Und ist es dann auch! Ich habe bei lesen zwar nicht schallend gelacht, aber doch oft geschmunzelt. Die "Jungs" schenken sich nichts und konkurrieren um die Gunst der wenigen Leser, die noch zum Klassiker greifen. So hasst Goethe z.B. seinen "Werther" und wünscht er hätte diesen Kitsch nie geschrieben. Aber zum Glück zieht der auch nach 240 noch! Wirklich lesenswert!!!

So hat man Goethe und Schiller noch nie erlebt!

Stephanie Potthoff, Thalia-Buchhandlung Berlin

Was machen Goethe und Schiller, wenn ihre Buchverkäufe zurück gehen? Natürlich eine Lesereise! Ein grandios komischer Roman, der einem die deutschen Klassiker auf ganz ungewohnte Weise näher bringt. Toll geschrieben und mit viel Charme, macht dieses Buch einfach Spaß!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Anfangs amüsant, doch im weiteren Verlauf eine eher langwierige und fade Geschichte ohne Ende
von Pink Anemone aus Wien am 08.05.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

"Aber Cotta glaubte ja, dass es seinen Büchern guttäte, wenn er sich mehr den Menschen zuwenden würde. Was für ein Blödsinn. Wann war je ein Stück wahrer Literatur entstanden, das nicht in der Einsamkeit der Studierstube geschrieben wurde?" (S. 15) Was wäre, wenn Goethe und Schiller noch leben würden? Zwar schon etwas i... "Aber Cotta glaubte ja, dass es seinen Büchern guttäte, wenn er sich mehr den Menschen zuwenden würde. Was für ein Blödsinn. Wann war je ein Stück wahrer Literatur entstanden, das nicht in der Einsamkeit der Studierstube geschrieben wurde?" (S. 15) Was wäre, wenn Goethe und Schiller noch leben würden? Zwar schon etwas in die Jahre gekommen, genauer gesagt 265 und 255 Jahre alt, mit so mancher verstaubten Ansicht, aber der modernen Zeit nicht gänzlich abgeneigt? In diesem Roman wird uns diese Frage auf sehr amüsante Weise beantwortet. Goethe und Schiller müssen von ihrem Verlag aus auf eine Lesetour durch Schulen tingeln, um für ihre eigenen Werke etwas Marketing zu betreiben. Diese werden nämlich so gut wie nicht mehr verkauft, geschweige denn gelesen. Die klassische Literatur ist dem Untergang geweiht und dem muss entgegengewirkt werden, um gleichzeitig den gesamten Buchmarkt wieder zu pushen. Während Schiller sich zu einer wahren Rampensau entwickelt und diese Aufmerksamkeit geniesst, ist Goethe todunglücklich, denn Schulen waren Goethes Sache nicht. Hier haben wir es mit zwei völlig verschiedenen Charakteren zu tun. Da wäre der extrovertierte Schiller, immer zu Späßen aufgelegt, manchmal etwas laut und immer in Flirtlaune. Er genießt den Rummel, lebt richtig auf und sonnt sich in der Aufmerksamkeit. Und dann haben wir den etwas arrogant wirkenden und griesgrämigen Goethe, der gerne im Stillen vor sich hin flucht, dabei kein Blatt vor den Mund nimmt und lieber zu Hause in seinem Studierzimmer hocken oder in den Armen einer jungen Frau liegen würde. Während wir die beiden auf ihrer Lesereise "Klassiker zum Anfassen" begleiten, sich Goethe in eine junge Buchhändlerin verliebt und Schiller auf einmal sein neuestes Werk, einen Fantasy, präsentiert, wird Schiller immer kränker und über Goethes Haupt braut sich ein Skandal zusammen ... wie wird diese Reise wohl enden? "Aber Schiller, die korrupte Sau, kannte nichts: Er las tatsächlich eine stümperhaft zusammengeschusterte Geschichte von Elfen und Einhörnern, Gnomen und vielen bösen, finsteren Mächten, die im Krieg mit einer Heerschar von aberwitzig abgedroschen gezeichneten umotiviert handelnden Figuren-Versatzstücken aus tausenduneinem Papierkorb lagen. Es war schaurig." (S. 91) Goethe und Schiller waren schon zu ihren Lebzeiten enge Freunde, so eng, dass sich Goethe nach seinem Tod sogar neben Schiller begraben ließ. Goethe sah in Schiller schon immer den jungen Konkurrenten und Schiller war immer schon ein aufgeweckter Mensch, wenn man den Geschichten glauben darf. Dies wird in diesem Roman sehr gut aufgegriffen, vom Autor weitergesponnen und in unsere Zeit transportiert. Zudem haben noch zwei weitere Figuren die Zeit überdauert. Johann Friedrich Freiherr von Cotta und Johann Peter Eckermann. Schon damals war Cotta der Verleger von Goethe und Schiller. Diese Tätigkeit führt er auch hier fort. Eckermann war ein enger Vertrauter Goethes und fungiert hier als so eine Art Sekretär von Goethe, ist quasi sein Mädchen für alles. Der Schreibstil ist klar und flüssig und die Story enthält Witz und Humor. Auch die Idee die beiden Herren die Zeit überdauern zu lassen fand ich genial. Insgesamt habe ich mir aber wohl mehr von diesem Roman versprochen, als er geboten hat. Anfangs war es noch amüsant die beiden Literaten auf ihrer Reise zu begleiten und insbesonders die Darstellung von Goethe fand ich sehr gelungen und witzig, aus dessen Perspektive übrigens erzählt wird. Doch im Grunde passiert hier immer das Gleiche und es wird zunehmend langweilig. "Er suchte in seiner Tasche nach dem >Werther<. Den konnte er im Grunde auswendig. Aber er hasste ihn. Hätte er doch diesen Kitsch niemals geschrieben. Andererseits zog er noch immer." (S. 30) Es wird von einer Schule zur nächsten getingelt, Schiller freut's, Goethe motzt und ... ja, das war's auch schon. Und das Ende? Nun, es gibt irgendwie keines. Der Roman scheint mittendrin zu enden und lässt mich mit einem verdutzten und enttäuschtem Gesicht zurück. Fazit: Was habe ich mich auf diesen Roman gefreut, bin ich doch vor allem eine Bewunderin Goethes und lese seine Werke immer noch gerne, selbst den "Werther" finde ich toll. Anfangs war ich begeistert von diesem Roman und fand den griesgrämigen Goethe durchaus witzig, doch leider wurde es schnell langweilig. Diese Idee zwei uralte klassische Schriftsteller in die Gegenwart zu transportieren würde einiges hergeben, doch leider wurde dies nicht genutzt. Zum Schluß hin scheint der Autor selbst keine Lust mehr darauf gehabt zu haben und ließ den Roman irgendwie unvollendet. Schade.

von einer Kundin/einem Kunden aus Augsburg am 07.03.2019
Bewertet: anderes Format

Kurzweilige Unterhaltung für alle die unsere deutschen Klassiker mal in einem etwas anderen Licht sehen möchten.


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