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Roberta und Henry

Giraffe Roberta ist unglücklich. Ihr Hals macht sie fertig. Er ist zu lang, zu biegsam, zu scheckig … Sie wünscht sich einen ganz normalen Hals und versucht alles, um von ihrem Problem abzulenken.

Eine humorvolle Geschichte über eine Giraffe, die am Ende erkennt, welche Vorteile so ein langer Hals haben kann. Denn nicht zuletzt beschert er ihr eine wunderbare Freundschaft.
Portrait
Jory John ist Autor, Journalist, Lektor und Coach für kreatives Schreiben und darstellende Künste. Er hat mehrere Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht und lebt in der Bucht von San Francisco. 
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 40
Altersempfehlung 4 - 8
Erscheinungsdatum 31.01.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-551-51944-3
Verlag Carlsen
Maße (L/B/H) 28,7/22/1 cm
Gewicht 406 g
Abbildungen mit zahlreichen bunten Bildern
Auflage 3. Auflage
Illustrator Lane Smith
Übersetzer Andreas Steinhöfel
Verkaufsrang 9958
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Unzulänglichkeiten...

Kerstin Hahne, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Das kennen Sie bestimmt auch: irgendwas an unserem Aussehen missfällt uns meistens und wenn wir könnten, würden wir es sofort ändern: die krausen Haare, den dicken Po oder die zu großen Ohren z.B.. Bei Giraffe Roberta ist es der Hals - viel zu "halsig" findet sie ihn und versucht ihn zu verstecken, zu verkleiden; halt irgendwie von ihm abzulenken. Henry Schildkröte dagegen könnte genau so einen langen Hals gut gebrauchen, um endlich mal eine reife Banane direkt oben am Baum bzw.der Staude abpflücken zu können. Gesagt, getan und Henry bekommt endlich Banane zu futtern - dank Robertas wundervollem Hals. Eine völlig neue Perspektive für die Giraffendame, die Henry gleich ins Herz schließt und zum ersten Mal mit ihrem "Manko" zufrieden ist... Lane`Smith witzige Illustrationen stellen Robertas Probleme spielerisch dar. Mit Bildunterteilungen, sanften Farben auf weißem Hintergrund in Schablonen- und Wischtechnik, gestaltet er Afrikas besondere Tierwelt und bringt die Leser dabei zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken über "Äußerlichkeiten" :-)

Perspektiven

Elke Meißner, Thalia-Buchhandlung Leipzig

Roberta. mag ihren, für sie viel zu langen, zu biegsamen Hals gar nicht. Auch wird sie, so meint sie, nur angestarrt, beobachtet - Roberta ist unglücklich. Doch dann begegnet sie Henry, der Schildkröte. Und Henry bestaunt Roberta - so ein schöner langer Hals .....überall käme sie doch ran, auch an die Banane. Henry macht den Hals von Roberta so zu etwas besonderem.

Kundenbewertungen

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Über eine ungleiche Freundschaft, die zu mehr Selbstliebe verhilft
von Bücherglitzer am 22.05.2019

Inhalt: Die Giraffe Roberta ist sehr unzufrieden. Denn: Ihr langer, dünner, scheckiger Hals macht ihr zu schaffen. Im Vergleich zu den Halsen anderer Tiere macht ihr Hals einfach gar nichts her. Und jeder schaut ihn ständig an, das geht ihr auf die Nerven! Also versucht sie alles, um von ihrem Hals abzulenken. Sie schmückt ihn ... Inhalt: Die Giraffe Roberta ist sehr unzufrieden. Denn: Ihr langer, dünner, scheckiger Hals macht ihr zu schaffen. Im Vergleich zu den Halsen anderer Tiere macht ihr Hals einfach gar nichts her. Und jeder schaut ihn ständig an, das geht ihr auf die Nerven! Also versucht sie alles, um von ihrem Hals abzulenken. Sie schmückt ihn mit Schals und Krawatten und versteckt ihn hinter Bäumen und im Fluss. Aber es hilft alles nichts. Ihr Hals bleibt! Dann trifft sie auf die Schildkröte Henry, die ihren langen Hals bewundert – nein, sie sogar geradezu darum beneidet. Und als Roberta Henry mit ihrem langen Hals bei einer Sache behilflich sein kann, ist das der Beginn einer großartigen Freundschaft. Meine Meinung: Wer kennt es nicht? Man ist mit einer Sache an sich unzufrieden – sei es die Frisur, die Nase, das Gewicht, die Körpergröße oder die Stimme. Es gibt vermutlich die unterschiedlichsten Problemzonen. So ergeht es auch Roberta, deren Problemzone in dem Bilderbuch Roberta & Henry ihr Hals ist. Der ist ja eigentlich das Markenzeichen einer Giraffe und wird vermutlich von den meisten auch als besonders schön oder bewundernswert betrachtet. Nur halt eben von Roberta nicht – denn Schönheit ist subjektiv, und gerade deshalb kann es manchmal schwer sein, sich selber schön zu finden und so zu lieben, wie man ist. Die Geschichte fängt damit an, dass Roberta aufzählt, was ihr an ihrem Hals alles nicht gefällt. Und weil das so ist, fühlt sie sich wegen dieser Problemzone auch ständig von anderen Tieren beobachtet – der sogenannte Spotlight-Effekt. Um nicht immer wegen ihres Halses angeguckt zu werden, versucht sie alles mögliche, um diese Problemzone loszuwerden oder zu kaschieren. Diese Versuche sind leider sehr erfolglos, denn so einen langen Hals kann man schlecht verstecken. Und das ist ja auch kein Zustand. Die nächste Stufe ist also Frust. Warum nur wurde Roberta mit so einem Hals gestraft, wo doch andere Tiere viel schönere Hälse hat. Als sie dann Henry trifft, kehrt sich dieser Frust allmählich. Denn Henry sagt, wie toll er ihren Hals findet und wie gerne er einen solchen hätte. Denn: sein Hals ist viel zu kurz. Und dann merkt Roberta, wie nützlich so ein langer Hals auch sein kann und fängt an, ihn allmählich zu akzeptieren. Die Geschichte bietet so viele Identifikationsmöglichkeiten für Kinder (und Erwachsene). Jeder hat mit irgendwas an sich ein Problem und hat dann das Gefühl, dass es wahrscheinlich jedem auffällt. Und dann macht man Diäten, geht zum Friseur, spart Geld für neue Kleidung oder setzt die Brille, obwohl man sie eigentlich braucht, nicht mehr auf. Die beiden Charaktere Roberta und Henry könnten unterschiedlicher wohl nicht sein. Gerade Roberta dient als wichtige Identifikationsfigur, da sie erst sehr unzufrieden mit sich ist, aber durch ihren neuen Freund nach und nach anfängt, sich selbst zu akzeptieren (und vielleicht sogar zu liebe?) – so wie sie ist. Das macht Kindern Mut, sich ebenfalls zu akzeptieren und ihre Schwächen zu ihren Stärken zu machen. Denn was man selber blöd findet, findet ein anderer vielleicht ganz toll. Interessant finde ich, dass die Giraffe im englischen Original Giraffe Problems männlich ist – dort heißt sie Edward. Im deutschen Bilderbuch sollten wohl beide Geschlechter abgebildet werden, weshalb aus Edward kurzerhand Roberta wurde. Der Text ist sehr abwechslungsreich. Er wechselt zwischen dem Monolog von Roberta zu Beginn zu einem Dialog mit Henry. Zu Beginn sind die Sätze weitestgehend kurz und bestehen zum Teil sogar nur aus einzelnen Wörtern. Erst gegen Mitte des Buches, als Henry auftaucht, werden die Sätze länger. Als Henry von seinem Problem erzählt, werden die Sätze allerdings recht lang. Das kann vereinzelt beim Vorlesen auch recht störend sein, weil man sich gerne mal verhaspelt. Ein weiterer Stilbruch liegt in der Sprache. Diese wechselt gerne mal zwischen umgangssprachlich, kindlicher Sprache und hochgestochen – muss man mögen. Es ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, Kinder mit unterschiedlichen Formen von Sprache bekannt zu machen. So können sie auch unbekannte Sprache kennenlernen. Ansonsten ist der Text sehr lustig und locker geschrieben, was mir gut gefällt. Normalerweise ist auf den Seiten nicht zu viel Text oder er ist in so viele kleine Sätze oder einzelne Wörter aufgeteilt, dass es nicht so auffällt. Nur auf einer Seite (dem Monolog von Henry) hat man im Vergleich zum restlichen Buch das Gefühl, von Text erschlagen zu werden. Das finde ich persönlich nicht ganz so schön. Ansonsten ist der Text in zwei unterschiedlichen Schriftarten, in unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Farben, die jeweils die verschiedenen sprechenden Tiere darstellen sollen. So ist die Schrift des Löwes gelb, die von Roberta braun wie ihre Flecken und die von Henry grün wie sein Körper (nur nicht in demselben Grünton, was ich nicht ganz verstehe). Nun aber zu den Illustrationen, die meiner Meinung nach das Bilderbuch stark aufwerten. Während der Text und dessen Aufmachung einige Schwächen aufweisen, sind die Illustrationen vollkommen. Der bekannte Illustrator Lane Smith, der bereits Werke von Dr. Seuss illustriert hat, verwendet hier einen ganz besonderen Stil mit einer Kratztechnik, die wunderbar Strukturen erschafft. Die Farbwahl ist sehr passend für das Setting Afrika und die dargestellten Tiere. Alles wirkt sehr natürlich, die Farben sind überwiegend dezent und ruhig. Es überwiegen Erd-, Braun- und Gelbtöne. Dennoch gibt es vereinzelt Farbakzente, die herausstechen, wie die Farben der Schals, Krawatten und Fliegen oder der grüne Körper der Schildkröte. Die Illustrationen variieren auch insofern, als dass es mal ganze Szenen gibt, die dargestellt werden, oder auf einer Doppelseite mehrere unterschiedliche Szenen in einer Abfolge abgebildet sind – getrennt durch eine Trennlinie, sodass es fast etwas comicartiges hat. Die Illustrationen erzählen oft auch über den Text hinaus und sind nebenbei nicht nur niedlich, sondern auch lustig. Insgesamt eine schöne Geschichte über zwei ungleiche Freunde, die auf der Textebene kleinere Mängel aufweist. Diese werden allerdings durch die wundervollen Illustrationen, die Identifikationsmöglichkeiten und die schöne Message der Geschichte wieder ausgebügelt, sodass ich dem Bilderbuch dennoch 5 Sterne gebe.