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Wie man Dinge repariert

Nominiert für den Literaturpreis Alpha 2019 (Shortlist)

Martin Peichl

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Beschreibung

Das Leben eines Großstädters in seinen Dreißigern. Eigentlich will er nur seinen Roman fertigschreiben, doch das Leben kommt ihm ständig dazwischen. Sein Beziehungsstatus ist mehr als kompliziert, der tote Vater hinterlässt ihm ein Waldstück, mit dem er nichts anzufangen weiß, und das nächste Bier ist immer etwas zu schnell offen. Aber unterkriegen lässt er sich deshalb noch lange nicht ...
Martin Peichls Roman ist das sympathische Porträt einer Generation, die sich weigert, den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Leider steht ihr die Sehnsucht nach Normalität dabei manchmal im Weg.

»… Es gibt Romane, die muss man mehrfach lesen. Martin Peichl hat mit ›Wie man Dinge repariert‹ ein Buch geschrieben, das in diese Kategorie fällt. Einmal sollte man es wie im Rausch lesen, ein weiteres Mal mit all der Zeit, die Peichls verdichtete Prosa benötigt, um all die Nuancen und Bedeutungen zu entlarven, die in den Worten stecken.« – Begründung für die Nominierung zur Shortlist des Das Debüt-Literaturpreises.

Martin Peichl, 1983 im Waldviertel geboren. Germanistik- und Anglistik-Studium, unterrichtet Deutsch, Englisch und wissenschaftliches Schreiben in Wien. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Hans-Weigel-Literaturstipendium 2018, Villacher Literaturpreis 2018, Forum Land Literaturpreis 2018, dritter Platz beim FM4-Kurzgeschichtenwettbewerb »Wortlaut« 2017. Veranstalter der Lesereihe »In einer komplizierten Beziehung mit Österreich«. Verwendet Twitter als Notizbuch (@Untergeher83) und schreibt Gedichte auf Bierdeckel. »Wie man Dinge repariert« ist sein erstes Buch.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 25.02.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-99065-006-6
Verlag Edition Atelier
Maße (L/B/H) 21,3/13,4/1,7 cm
Gewicht 294 g
Auflage 1

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Ein Leserausch, völlig drogen- und alkohlfrei!
von Birkatpet aus Wesseling am 10.04.2020

“BEZIEHUNGSSTATUS: Ich schreibe schon wieder einen Text über dich” Das Cover dieses Buches ist bereits ein Highlight. Eine zerdrückte, leere und unbrauchbare Dose, in Deutschland wäre sie noch 25 Cent wert, wird hier zur Vase umfunktioniert und bekommt so doch noch eine Aufgabe. Was am Ende jedoch daraus wird, sind knusprig... “BEZIEHUNGSSTATUS: Ich schreibe schon wieder einen Text über dich” Das Cover dieses Buches ist bereits ein Highlight. Eine zerdrückte, leere und unbrauchbare Dose, in Deutschland wäre sie noch 25 Cent wert, wird hier zur Vase umfunktioniert und bekommt so doch noch eine Aufgabe. Was am Ende jedoch daraus wird, sind knusprige Blumenleichen und rieselnde Rosenblätter. Der Aufdruck der Dose ist genial: ‘Peichl Bräu - Reparaturseidl’ und mit Alkohol wird in diesem Roman tatsächlich vieles versucht zu reparieren, zu löschen, zu konservieren und am Ende scheitern die Versuche doch irgendwie. Was bleibt sind knusprige Leichen und nicht nur Blätter fallen, manch eine Seele bröckelt, manches gerät ins wanken, anderes zerfällt. Inhaltlich erwartet einen das, was das Cover bereits verrät, Versuche Dinge zu reparieren, ins Lot zu bringen. Manches ist jedoch irreparabel. Der Tod des Vater und das geerbte Stück Wald - annehmen, änderbar ist es nicht. Liebe zu erzwingen ist ebenso unmöglich, kein Kleber hilft, kaputt ist kaputt, dies zu ignorieren kann Kollateralschäden mit sich ziehen und in Masochismus enden. Es wird viel gesoffen, Alkohol fließt in rauen Mengen um die Schäden besser zu ertragen, die Realität auszublenden, sich abzulenken, zu vergessen. Nicht nur Alkohol ist immer wieder Thema, sondern auch Sex zieht sich durch die Seiten, die Suche nach Nähe, Geborgenheit und Wärme. Oft geht es dem Ich-Erzähler um eine bestimmte Frau, eine zerstörerische on-off-Beziehung seit 10 Jahren. Viele Textteile erzählen uns davon, manche richten sich an sie, wie eine Art Brief. An anderen Stellen geht es um weitere Gespielinnen, Lebensabschnittsgefährtinnen, aber auch der Tod des Vaters und eines Jugendfreundes, Abschied und Loslassen findet man an anderen Stellen, auf anderen Seiten. Es sind umfangreiche und universelle Themen, die sich in diesem schmalen Büchlein sammeln. Jedes Kapitel für sich abgeschlossen und doch zusammengehörend. Viele der 33 Kapitel haben ihren eigenen Rhythmus, eine eigene besondere Art. Mal ein Fließtext, mal Strophen, abwechselnd und vielfältig wie das Leben. Es ist trotz der einen besonderen Frau, um die sich vieles dreht kein Liebesroman. Es ist vielmehr ein Buch über zwischenmenschliche Beziehungen und das schonungslos ehrlich von all dem Schmerz, den Wunden und Narben. Ein gutes Abbild der Gesellschaft Ü30, ein Abbild der Wegwerfgesellschaft, denn wegwerfen und ersetzen wirkt oft wie der leichtere Weg, schneller, unkomplizierter. Doch oft bleibt eine tiefe Leere zurück, man kramt im Müll und versucht vielleicht doch noch ernsthaft eine Reparatur, in Abwägung ob es sich um Liebe oder emotionale Abhängigkeit handelt. Die Sprache hat mich vom Hocker gehauen und ist der Hammer. Das Spiel zwischen sämtlichen Stilmitteln und -arten der Literatur, die unterschiedlichen Muster der Kapitel, sich wiederholende Strukturen. Teils lyrisch, poetisch und vor allem gefühlsbetont und emotional, ehrlich und authentisch. Keinesfalls kitschig, sondern alltagssprachlich und modern. Fasziniert war ich insbesondere von dem jeweils aktuellen ‘Beziehungsstatus’, welche sich zwischen den einzelnen Kapiteln befinden, sie haben mich an die Bierdeckel-Poesie des Autors erinnert und alleine diese habe ich alle markiert. Großartig! Ich folge Martin Peichl schon lange auf Instagram, eben diese Bierdeckel liebe ich und würde sie als Sammeledition sofort kaufen. Mein Exemplar des Buches hat unzählige Post it’s verschlungen und leuchtet in allen Farben. Ein Hoch auf dieses Buch, bereits jetzt ein Jahreshighlight, ein Hoch auf diese Sprache, ein Hoch auf die unglaubliche Fülle dieser 155 Seiten,...so anders, so besonders, so saugut. Prost! Lest es und lasst euch ein auf diesen Rausch, völlig alkohol und -drogenfrei.


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  • Beziehungsstatus:
    Es gibt die große und es gibt die kleine Liebe, so wie es im Wirtshaus ein großes und ein kleines Bier gibt.

    Beziehungsstatus:
    Meine Therapeutin meint, ich soll die Vergangenheit ruhen lassen, weil Zeit ist ein Fluss, soll ich mir vorstellen, und egal wie sehr ich versuche gegen den Strom zu schwimmen, der Fluss ist stärker. Ich lasse ihr diese Metapher durchgehen, ich weiß, wie viel sie ihr bedeutet, ich lasse ihr also diese schiefe, diese völlig unbrauchbare Metapher durchgehen, obwohl meine Vergangenheit sicher kein Fluss ist, meine Vergangenheit fühlt sich eher an wie ein Sumpf, aber das habe ich meiner Therapeutin nicht gesagt, das würde sie nur beunruhigen.