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Die dreiste Fälschung

Das französische Gelbbuch und die Kriegsursachen von 1914

Georges Demartial

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Beschreibung

Nicht nur die Deutschen waren nach 1918 konsterniert über die einseitige Schuldzuweisung durch die Siegermächte. Die Verlogenheit der französischen und englischen Diplomatie im Vorfeld des Kriegsausbruchs 1914 war auch in diesen Ländern selbst Thema.

Dem französischen Historiker Georges Demartial ist es, wie Stefan Scheil in seinem Vorwort schreibt »vor 90 Jahren gelungen, sich vollkommen in die französischen Absichten hineinzudenken.«

Kein Wunder, daß seine Quellenuntersuchung zum »Gelbbuch« der französischen Regierung in Frankreich selbst nicht auf offene Ohren stieß.

Scheil gibt diese atemberaubende Untersuchung nun auf Deutsch heraus – versehen mit Anmerkungen und zwei begleitenden Texten.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Stefan Scheil
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 19.11.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-944422-81-7
Verlag Verlag Antaios
Maße (L/B/H) 20,8/12,9/1,7 cm
Gewicht 268 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 170630

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Wichtiger Beitrag zum Verständnis des Kriegsausbruches 1914
von einer Kundin/einem Kunden aus Speyer am 20.02.2020

Man kann dem Autor, der immerhin Mitglied der französischen Ehrenlegion war, sicher nicht nachsagen, daß er kein Patriot war. Aber sein Sinn für Wahrhaftigkeit war offensichtlich so ausgeprägt, daß er schon Mitte der 20er Jahre diese Schrift veröffentlichte, in der er mittels gründlicher und scharfsinniger Analyse entlarvt, daß ... Man kann dem Autor, der immerhin Mitglied der französischen Ehrenlegion war, sicher nicht nachsagen, daß er kein Patriot war. Aber sein Sinn für Wahrhaftigkeit war offensichtlich so ausgeprägt, daß er schon Mitte der 20er Jahre diese Schrift veröffentlichte, in der er mittels gründlicher und scharfsinniger Analyse entlarvt, daß Frankreich und Rußland gemeinsam gezielt den ersten Weltkrieg entfesselt haben. Mit der dreisten Fälschung ist das Französische Gelbbuch gemeint, eine regierungsamtliche Veröffentlichung mit Dokumenten, welche die französische Politik in der Julikrise, also direkt vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, rechtfertigen soll. Er deckt dabei Lügen, Fälschungen, Vertuschungen, Unterschlagungen und Sachverhaltsverdrehungen in großem Umfang auf und belegt, daß sowohl Rußland, aber insbesondere Frankreich, gute und zwingende Gründe hatten, ihre Dokumente, welche den diplomatischen Schriftverkehr und den Entscheidungsverlauf im Juli 1914 abbilden, nachträglich zu frisieren. Trotz guter Übersetzung und umfangreichen Anmerkungen, sind die 165 Seiten keine einfache Lektüre, sondern wegen der zahlreichen Akteure, sowie der komplexen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten Handlungsabfolge, eher eine Materie, die volle Konzentration erfordert. Leider ist dieses Werk schon früh in Vergessenheit geraten. Hätte es den gebührenden Eingang in die historische Forschung gefunden, wären der Welt womöglich die vielen Geschichtsbücher erspart geblieben, welche für den Ausbruch der Urkatastrophe des 20sten Jahrhunderts allein den deutschen Kaiser, mit seinen angeblichen, überspannten Welteroberungsabsichten, verantwortlich machen. Nach Kenntnis dieses Buches kann man Fritz Fischers „Griff nach der Weltmacht“ getrost in den Schredder werfen und auch Christopher Clarks, durchaus verdienstvolles Werk „Die Schlafwandler“ bedarf zumindest einer Justierung. Denn nicht alle sind schlafwandlerisch in diesen Krieg getorkelt; zumindest Frankreich und Rußland haben die Serbienkrise für geheime Absprachen genutzt, um endlich den schon lange geplanten Zweifrontenkrieg gegen Deutschland anzuzetteln. Stefan Scheil, dem Herausgeber, gebührt das Verdienst einmal mehr einen, im positiven Sinne, revisionistischen Beitrag zur Korrektur der Geschichte des letzten Jahrhunderts geleistet zu haben. Er nennt dies im Vorwort „Einen Ritt für den König von Preußen“, also eine Sache, die nur um ihrer selbst Willen getan wird, einfach weil sie es wert ist. Dem ist voll zuzustimmen.


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