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Erleuchtung in Büdelsdorf

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Paul hört eine Stimme im Kopf. Nichts Perverses oder so, im Gegenteil: Er soll Liebe und Frieden in die Welt bringen. Pauls Mutter hat natürlich Sorge, dass es eine »Schizonie« ist. Der Arzt tippt eher auf Stress oder Tumor. Paul ist verwirrt. Vielleicht ist es ja doch Gott?

Soweit die witzige, aber relativ normale Geschichte. Für ein paar Punkte muss sich der Autor jedoch entschuldigen, denn im fünften Kapitel stirbt ein Meerschweinchen und später gibt es eine Rauferei und einen soliden Drogenrausch in der Sauna. Andererseits gibt es auch zwei Liebesszenen! Und sonst kommt eigentlich niemand zu Schaden. Ach, doch, später werden Sanitäter benötigt und im Zusammenhang mit der einen Liebesszene läuft eine Badewanne über. Und dem Pfarrer kommt sein Glaube abhanden, während dem Psychiater die Diagnosen ausgehen.

Im Übrigen ist es aber eine relativ normale … oh, die Hummel und die Geranie haben ja ebenfalls eine Liebesszene (zumindest körperlich). Davon abgesehen ist es aber eine … okay … ein Handy wird auch angepimmelt. Ansonsten eine relativ normale Geschichte. Und ein bisschen lustig.
Portrait
Dr. Philipp S. Holstein hat mal Arzt gelernt und dann ziemlich lange in Praxen und Kliniken gearbeitet. Zusätzlich genoss er einige psychotherapeutische Ausbildungen und promovierte über Angst und Depression. Seit seinem Ausstieg aus der versorgenden Medizin ist er als Strategieberater erfolgreich.

Philipp S. Holstein lebt glücklich verheiratet und mit seinem vollumfänglich geimpften Sohn in Berlin.
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  • "Du bist es", dröhnte es in seinen Ohren.
    Paul reckte sich. Die Augen fest verschlossen, rieb er sich den schmerzenden Schädel.
    "Du bist es!" Diesmal deutlich lauter und bestimmter.
    "Geht das nicht leiser?", stammelte Paul, die Augen noch immer verschlossen, woraufhin eine freundliche weibliche Stimme ihm antwortete: "Schon, aber dann merken wir nicht, wenn Sie wieder versuchen, Ihre Kotze einzuatmen."
    Erst jetzt stellte Paul fest, dass neben der dröhnenden Stimme in seinem Kopf auch ein beständiges Piepsen und Surren zu hören war. Außerhalb seiner geschlossenen Augenlider bewegte sich etwas und weder die Bettdecke noch das Kissen fühlten sich vertraut an. Es roch nach Desinfektionsmittel und Plastik.
    Er öffnete die Augen und schaute einer hübschen blonden Frau in einem weißen Kittel in die Augen.
    "Guten Morgen!", sagte diese mit einer aufgesetzt und zynisch wirkenden Freundlichkeit.
    "Entschuldigung ... ich war noch nicht ganz wach ... was bin ich?", fragte Paul.
    "Hm, lassen Sie mich nachdenken. Ich würde sagen: nackt, verwirrt und eingenässt. Zumindest waren Sie das vorgestern Abend, als die Polizei so freundlich war, Sie in unserer Notfallambulanz abzuladen. Jetzt sind Sie nur noch nackt und verwirrt - soweit ich das beurteilen kann."
    Sie lüftete kurz die Decke und schaute skeptisch.
    "Ja, alles trocken", fasste sie zusammen.
    Paul zuckte zusammen und versuchte instinktiv, die Hände schützend in Richtung seiner Leistengegend zu bewegen, riss dabei einen Infusionsständer um und verzog schmerzhaft das Gesicht, als die Kanüle aus seinem Arm gerissen wurde.
    "Was ist passiert?", fragte er, während er versuchte, seine Gedanken zu sortieren. "Bin ich ...? Ach, fuck ... das ist ein Krankenhaus!"
    "Oh, mein Gott!", rief die Krankenschwester. "Sie erinnern sich nicht? Sie sind heldenhaft in ein brennendes Haus gelaufen, um eingeschlossene Kinder zu retten. Sie haben acht Waisen und einen völlig tauben und halbblinden Rauhaardackel aus dem Dachgeschoss gerettet. Kein Feuerwehrmann hat sich in das lodernde Inferno getraut, aber Sie haben Ihr Hemd ausgezogen und sind todesmutig hineingestürmt. Danach wurden Sie von den Bewohnern auf Händen getragen. Es wurde viel gejubelt, Menschen lagen sich weinend in den Armen. Vor Glück. Einer hat Sie dann leider fallen lassen, daher die Kopfschmerzen."
    "Echt jetzt?", fragte Paul ungläubig.
    "Nein." Die Krankenschwester setzte einen gelangweilten Gesichtsausdruck auf.
    "Hm. Ja, das klang auch nicht plausibel. Ich bin an der Stelle stutzig geworden, an der ich angeblich mein Hemd ausgezogen habe. Fragen Sie mal meine Freundin, die hat meinen Bauch noch nie gesehen. Ein weiser und vermutlich dicker Mann hat mal gesagt: 'Immer erst das Hemd ausziehen, wenn es für den Partner zu spät zum Weglaufen ist.' Was ist denn nun wirklich passiert?"
    "Die Polizei brachte Sie gestern Nacht hierher. Sie lagen auf der Landstraße vor der Nikolaskirche und haben rumgebrüllt. Sie hatten um die drei Promille im Blut und keine Hose an. Laut Angaben der Herren von der Staatsgewalt haben Sie einer Polizistin wohl erst einen Joint und dann Beischlaf angeboten. Bevor Sie nachfragen: Ich vermute, sie hat beides nicht angenommen. Ganz sicher bin ich mir aber nicht, denn Sie hatten keine Drogen dabei, als ich sie ausgezogen habe. Beischlaffähig wirkten Sie aber auch nicht mehr."
    "Ach, wissen Sie, eigentlich bin ich ein ziemlicher Charmeur und Sie glauben gar nicht, wie viele Ladys ich ...", wollte Paul sich kurz erklären, als die Krankenschwester ihn abermals unterbrach: "Sie hatten Erbrochenes im Gesicht."
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 06.12.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-944596-17-4
Verlag Morisken Verlag
Maße (L/B/H) 20,5/12,8/2 cm
Gewicht 334 g
Buch (gebundene Ausgabe)
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