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Bluebird, Bluebird

Kriminalroman. Edgar Award Winner 2018 und den Ian Fleming Steel Dagger 2018

Attica Locke

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Beschreibung

Mit einem Abschluss in Princeton und zwei Jahren Jurastudium hätte Darren Mathews leicht einen Platz in der Elite der afroamerikanischen Anwälte einnehmen können. Stattdessen folgte er dem Beispiel seines Onkels, um Texas Ranger zu werden. Auf Drängen eines Freundes im FBI fährt er nach Lark. Was zunächst wie ein doppeltes Hassverbrechen in einer winzigen Stadt in Texas aussieht, entpuppt sich als ein komplizierter Fall. Eines der Opfer ist Michael Wright, ein schwarzer Anwalt aus Chicago. Das andere Opfer Missy Dale, eine un­glücklich verheiratete weiße Kellnerin, die zusammen mit Wright eine Redneck-Bar in Lark spät in der Nacht verlassen hat. Beide misshandelten Leichen werden im nahegelegenen Attoyac Bayou gefunden.
Mathews, der wegen eines ähnlich gelagerten Falls suspendiert wurde, vermu­tet eine Verbindung zur Aryan Brotherhood of Texas, einer gewalttätigen rassistischen Bande, die sich durch Drogenschmuggel bereichert. Er trifft auf einen ihm feindlich eingestellten Sheriff, den rassistischen Ehemann der Toten und die äußerst launische Witwe des toten Anwalts, die extra einfliegt, um herauszufinden, was ihrem Ehemann zugestoßen ist.
Der Roman verdankt seinen Originaltitel einem Song von John Lee Hooker. Attica Locke wendet sich in ihrem dritten Roman mit einem Blick für die Feinheiten der ländlichen weißen Südstaatler einmal mehr gegen die rassistische Scheinheiligkeit in Texas. Sie bekam für Bluebird, Bluebird, den renommierten Edgar Award Winner 2018 und den Ian Fleming Steel Dagger 2018 verliehen.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Wolfgang Franssen
Seitenzahl 280
Erscheinungsdatum Februar 2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-945133-71-2
Verlag Polar Verlag
Maße (L/B/H) 20/14,9/3,5 cm
Gewicht 540 g
Übersetzer Maja Pflug
Verkaufsrang 188626

Buchhändler-Empfehlungen

Spannender Krimi und vielschichtiger Gesellschaftsroman

Diotima Johanns, Thalia-Buchhandlung Saarbrücken

"Darren hatte stets glauben wollen, dass sie die letzte Generation waren, die so leben musste, dass der Wandel im Weißen Haus seine Wirkung entfalten würde. Doch in Wirklichkeit war genau das Gegenteil passiert. Als Folge von Obama hatte Amerika sein wahres Gesicht gezeigt“ (Seite 27) Der schwarze Texas Ranger Mathews muß zwei, offenbar rassistisch motivierte Morde in einem kleinen texanischen Nest aufklären. Der Autorin gelingt neben einem spannenden Kriminalroman auch eine vielschichtige Milieustudie. Ein Roman über Alltagsrassismus und das Leben in verkrustete Strukturen, aber auch über die ganz großen Gefühle: Heimat und Familie, Liebe, Angst und Ehre. Für Fans von Joe R. Lansdale und James Lee Burke.

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Anspruchsvoller Texas-Krimi mit Gesellschaftskritik
von NiWa am 22.11.2020

Darren Mathews hätte fast alles werden können, doch trotz seines Jurastudiums hat er sich für seine Berufung als Texas Ranger entschieden. Als er einem Freund zu liebe in das kleine Städtchen Lark fährt, steht er vor einem komplizierten Fall aus Hass und Rassismus, wobei er gehörig Staub aufwirbelt. „Bluebird, Bluebird“ ist ... Darren Mathews hätte fast alles werden können, doch trotz seines Jurastudiums hat er sich für seine Berufung als Texas Ranger entschieden. Als er einem Freund zu liebe in das kleine Städtchen Lark fährt, steht er vor einem komplizierten Fall aus Hass und Rassismus, wobei er gehörig Staub aufwirbelt. „Bluebird, Bluebird“ ist ein gesellschaftskritischer Krimi, der aufgrund der scharf gezeichneten Facetten und dem unverstellten Blick aufschlussreich zu lesen ist. Darren Matthews fährt nach Lark, um einem Doppelmord auf den Grund zu gehen. Die Hintergründe sind verzwickt und undurchschaubar. Sie ergeben keinen Sinn: Michael Wright, ein schwarzer Anwalt, wurde ermordet im Fluss gefunden. Das andere Opfer ist eine Frau und sie ist weiß. Sie arbeitete als Kellnerin in der hiesigen Redneck-Bar. Hängen die Morde zusammen? Ist es ein erstaunlicher Zufall? Oder hatte die Aryan Brotherhood of Texas ihre vom Schmutz verkrusteten Finger im Spiel? Der Einstieg in diesen Krimi ist mir schwergefallen. Autorin Attica Locke fängt mit einem unzusammenhängenden Figuren-Repertoire an. Sie reiht Szenen und Einblicke aus dem Städtchen Lark, gegenwärtige Ereignisse in Darrens Leben sowie seiner Vergangenheit aneinander. Durch die vielen Personen war es nicht leicht, den Faden aufzunehmen, die Verbindungen zu erkennen und sich in den - anfänglich losen Passagen - Orientierung zu verschaffen. Je weiter die Handlung fortgeschritten ist, umso klarer wird das Zusammenspiel, wobei ich mir bis zur Hälfte des Buches ein Personenverzeichnis gewünscht habe. Ist dieser fordernde Anfang erst einmal gelungen, taucht man in die staubigen Straßen von Lark in Texas ab. Protagonist Darren Matthews ist als Texas Ranger im Einsatz, obwohl er suspendiert worden ist. Er gibt dem Drängen eines Freundes nach, und sieht sich die Morde in der texanischen Kleinstadt genauer an. Darren Matthews ist eine höchst fesselnde Figur. Die Autorin hat mit ihm einen schwarzen Texas Ranger mitten in rassistisches Gebiet versetzt. Sie lässt ihren Leser die Stimmung der Provinz fühlen, beschreibt atmosphärisch, inwiefern Rassismus zu tragen kommt, und vermittelt das Bild, dass die Gleichstellung schwarzer und weißer Menschen in Texas noch lange nicht angekommen ist. Denn Darren stößt an seine Grenzen. Obwohl er durch die Position als Texas Ranger grundsätzlich hohes Ansehen genießt, verwirrt es die Gemüter, weil er doch ein Schwarzer ist. Mancher Redneck kratzt sich mit seinem Colt ratlos am Kopf, während anderen die Marke nicht im Geringsten imponiert. Gleichzeitig wird ersichtlich, dass praktizierende Rassisten nicht nur ungehobelte Säufer mit Schusswaffe sind. Die Attitüde aus Hass und Feindlichkeit zieht sich durch sämtliche Gesellschaftsschichten. Wie durch eine unsichtbare Grenze sind weiße und schwarze Leben voneinander getrennt. Und wehe dem, der diese Wand einreissen will. Attica Locke hat somit einen atmosphärischen, ernsten und düsteren Roman geschaffen. Es ist staubig, heiß und von der Einstellung der Menschen her ziemlich brutal. Die texanische Sonne brennt herunter, Alkoholfahnen liegen in der Luft und die meisten Figuren halten sich bedeckt, was der Norm entspricht. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin nicht bloß den Weißen die Schuld zuschiebt. Dazu balanciert sie die Darstellung von Rassismus, Gewalt, Angst und Verzweiflung kunstfertig aus. Sie veranschaulicht Triebfedern und Mechanismen, welche Menschen manchmal automatisch in ihre Ecken drängen und woraus sie sich nur schwierig befreien können. Umrahmt wird diese schwarzweiße Gesellschaftskritik von einem souveränen Kriminalfall, der großartig ausgearbeitet ist, und schlussendlich mit einer überraschenden Wende kommt. Teilweise hat mich der Beziehungsaspekt in der Handlung gestört, weil er mir für den gesamten Verlauf unnötig erscheint. Nichtsdestotrotz hat Attica Locke den Leser vor einer typischen Liebesgeschichte verschont, sondern eine Ehe in den Vordergrund gestellt, die aufgrund der Umstände ins Kippen gerät. Letztendlich empfand ich „Bluebird, Bluebird“ als außergewöhnlichen, anspruchsvollen Krimi auf gesellschaftskritischem Niveau, der aufgrund der tiefsinnigen Aufarbeitung und vielschichtigen Darstellung ein trauriges Bild von Texas dem Leser vor Augen führt.

Bluebird, please, take this letter down south for me...
von einer Kundin/einem Kunden aus Vaihingen an der Enz am 05.02.2019

Wenn man mit dem Werken Joe R. Lansdales vertraut ist, weiß man in etwa schon, was einem erwartet, wenn die Reise wie in Attica Lockes „Bluebird, Bluebird“ nach Osttexas, Shelby County geht. Rechtskonservativ, Hochburg der Republikaner (bei der Wahl holte Trump 79 % der Stimmen), jede Menge Unterstützer der Aryan Brotherhood of ... Wenn man mit dem Werken Joe R. Lansdales vertraut ist, weiß man in etwa schon, was einem erwartet, wenn die Reise wie in Attica Lockes „Bluebird, Bluebird“ nach Osttexas, Shelby County geht. Rechtskonservativ, Hochburg der Republikaner (bei der Wahl holte Trump 79 % der Stimmen), jede Menge Unterstützer der Aryan Brotherhood of Texas und des Ku Klux Klan, unverhohlen zur Schau gestellter Rassismus, der seine Wurzeln in der texanischen Geschichte als Dixie-Staat hat. Zwei Todesfälle führen Darren Mathews, den afroamerikanischen Texas Ranger mit Jura-Studium, nach Lark, Shelby County. Zurück in die Ecke des Lone Star State, in der er verwurzelt ist. Ein schwarzer Anwalt aus Chicago sowie eine dort ansässige weiße Kellnerin, beide misshandelt, beide in einem Bayou nahe des Ortes aufgefunden. Seine Anwesenheit ist dort nicht willkommen, weder in Geneva Sweets Café und Truckstop auf der „schwarzen“ Seite des Highway 59, noch in Jeff’s Juice House, einer verratzten Kneipe auf der „weißen“ Seite. Besitzer dieses Treffpunkts der Rednecks und Mitglieder der Aryan Brotherhood ist Wally Jefferson, Sohn des ehemaligen Plantagenbesitzers. Wurde der Anwalt Opfer eines Aufnahmeritus‘? Aber warum wurde dann auch die Frau getötet? Um diese Fragen zu beantworten, muss Mathews weit zurückliegende Ereignisse aus den Familiengeschichten der Bewohner von Lark ausgraben und diese mit Geschehnissen der Gegenwart verbinden. „Bluebird, Bluebird“, 2018 ausgezeichnet mit dem Edgar Award und dem Ian Fleming Steel Dagger, ist aber mehr als nur eine Geschichte über den allgegenwärtigen Rassismus dieses osttexanischen Fleckens. Es geht um Identität, um Heimat und Familie, um Liebe und Hass. Und um deren Schnittstellen, für die Locke, ebenfalls Texanerin, einen scharfen Blick hat. Speziell dann, wenn es darum geht, die „Feinheiten“ der zwischenmenschlichen Beziehungen im amerikanischen Alltagsrassismus zu beschreiben. „Seine (d.i. Darren) Onkel hielten sich an diese alten Regeln des Lebens im Süden, weil sie begriffen hatten, wie schnell sich das alltägliche Verhalten eines schwarzen Mannes in eine Sache auf Leben und Tod verwandeln konnte. Darren hatte stets glauben wollen, dass sie die letzte Generation waren, die so leben musste, dass der Wandel im Weißen Haus seine Wirkung entfalten würde. Doch in Wirklichkeit war genau das Gegenteil passiert. Als Folge von Obama hatte Amerika sein wahres Gesicht gezeigt“ (Seite 27). Eine ungeschönte Bestandsaufnahme des afroamerikanischen Alltags, nicht nur im Süden sondern in der gesamten amerikanischen Gesellschaft. Ein wichtiges Buch, gerade jetzt in Trumps Amerika. Nachdrückliche Leseempfehlung!


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