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Walter Gropius

Ein Spaziergang mit dem Bauhausdirektor

Bernd Sikora

Weimar 2019. Das Bauhausjahr. Einhundert Jahre davor war der Berliner Architekt Walter Gropius zum Direktor der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst Weimar berufen worden. Unter seiner Leitung begann am 28. April 1919 der Lehrbetrieb mit dem Sommersemester. Kurz davor hatte er bei den vorbereitenden Verhandlungen für sein neues Amt die Hochschule der Bildenden Künste mit der dabei wiederbelebten Ausbildung der einstigen Großherzoglichen Kunstgewerbeschule vereinigt. Diese war im Kriegsjahr 1915 aufgelöst worden, nachdem ihr Direktor Henry van de Velde als Ausländer Deutschland verlassen musste. Walter Gropius hatte der neuen gemeinsamen Einrichtung den Namen Staatliches Bauhaus gegeben. Seinen Entschluss, von Berlin nach Weimar zu wechseln und hier eine moderne künstlerische Lehre und Unterrichtsform zu schaffen, traf er in wenigen Wochen. Über die Form der Schule hatte er schon länger nachgedacht. Die Situation war günstig. Für die Weimarer Hochschule wurde ein neuer Direktor gesucht, und wie in allen Ländern Deutschlands vollzog sich hier im einstigen Großherzogtum Sachsen ein Umbruch, bei dem sich die seit Jahrhunderten bestehende Monarchie als Staatsform auflöste und durch neue demokratisch gewählte politische Entscheidungsgremien und eine neue Verwaltung ersetzt werden musste. Großherzog Wilhelm Ernst hatte am 9. November 1918 dem Thron entsagt. Die Staatsregierung war zurückgetreten. Zuständig für die Hochschulen im neu geschaffenen Freistaat Sachsen-Weimar-Eisenach war zunächst weiterhin das Hofmarschallamt. Da der bisherige Direktor der Kunsthochschule Fritz Mackensen zum 30. September 1918 zurückgetreten war und in die Künstlerkolonie Worpswede, die er mitgegründet hatte, zurückkehrte, musste die Direktorenstelle unter den neuen kulturpolitischen Bedingungen dringend neu besetzt werden. Nur zweieinhalb Monate waren zwischen den ersten Gesprächen am 13. und 14 Februar zwischen Walter Gropius und Oberhofmarschall Hugo Freiherr von Fritsch als Zuständigem der provisorischen Regierung zur Übernahme der Direktorenstelle und der Eröffnung des Sommersemesters der neu formierten Hochschule vergangen.
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Beschreibung

Warum wurde der noch nicht einmal 40-jährige Walter Gropius, ein Architekt aus der deutschen Hauptstadt Berlin, ohne ein abgeschlossenes Studium in das traditionell geprägte Weimar zum Direktor einer Kunsthochschule berufen, die mit ihrem Leitsatz »Kunst und Handwerk – eine neue Einheit« zur bedeutendsten des 20. Jahrhunderts werden sollte? Walter Gropius hatte dieser neuen Einrichtung den Namen Staatliches Bauhaus gegeben und wollte hier eine moderne künstlerische Lehre und Unterrichtsform schaffen. Die Namenswahl war ein kluger Schachzug, bezog sich dabei auf die Künstler der Bauhütten des Mittelalters ebenso wie auf die Künstler der Renaissance, die oft Baumeister und gleichzeitig freie und angewandte bildende Künstler waren. Durch ihre Lehrer und Schüler lebten die Ideen des Bauhauses, dem nur wenige Jahre vergönnt waren, in vielen Ländern der Welt auch nach seinem Ende weiter. Der Autor beleuchtet Leben und Wirken seines wegweisenden Gründungsdirektors anhand umfassend ausgewerteter Quellen. Eine kurzweilige Einladung, Walter Gropius, sein Denken und sein Werk neu zu entdecken.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 192
Altersempfehlung ab 17 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 20.06.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7374-0272-9
Reihe KPR Bauhaus
Verlag Weimarer Verlagsgesellschaft ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
Maße (L/B) 21/13,5 cm
Abbildungen mit farbigen Abbildungen und Stadtrundgang in Weimar
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 190851

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