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Digitaler Minimalismus

Besser leben mit weniger Technologie

Cal Newport

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Beschreibung

In seinem Bestseller Konzentriert arbeiten bewies Cal Newport bereits, dass ablenkungsfreie Konzentration die Arbeitseffektivität steigert und die Reduktion der technischen Geschäftigkeit enorm viel Zeit und Nerven einspart - so arbeitet es sich nicht nur effektiver, sondern auch glücklicher.
In seinem neuen Buch Digitaler Minimalismus spinnt er diesen Gedanken noch weiter und zeigt, dass der Schlüssel zu einem guten Leben in der Hightech-Welt darin besteht, die Nutzung der Technologien in allen Bereichen des Lebens auf das Wesentlichste zu reduzieren. Mithilfe seiner Methode zum Digital Detox wird man lernen, digitalen Ablenkungen künftig zu widerstehen, Online-Tools nur intentional zu nutzen und das Leben so um ein Vielfaches zu vereinfachen.
Ein unverzichtbarer Leitfaden für all diejenigen, die sich nach einem entspannten Leben im Abseits der digitalen Welt sehnen.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 272 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 15.04.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783962670610
Verlag Redline
Dateigröße 705 KB
Verkaufsrang 24256

Buchhändler-Empfehlungen

A. Baumbach, Thalia-Buchhandlung Berlin

Für Klarheit und Ordnung in unserer digitalen Welt, zeigt Newport neue Möglichkeiten im Digitalismus. Statt kurzfristige Ziele in Form eines Detox, geht es um langfristige Zufriedenheit im digitalen Zeitalter. Hochaktuelle und praktische Umsetzung mit den Regeln des Minimalismus!

Digitaler Minimalismus

H. Wiebusch, Thalia-Buchhandlung Kassel

Großartig! Der Autor steigt gleich ins Thema ein und gibt praktische Anleitungen, den Social Media Konsum zu reduzieren bzw. vorerst komplett zu pausieren. Dabei unterlegt er seine Vorschläge mit vielen Beispielen und Fakten. Im zweiten Teil des Buches führt er dann noch Erfahrungsberichte von "digitalen Minimalisten" an und motiviert so die LeserInnen, das eigene Nutzenverhalten zu überdenken. Da mich Vereinfachungsprozesse und Aussortieren grundsätzlich begeistern, habe ich mit diesem Buch einen tollen Ratgeber gefunden. Für Alle, die vielleicht doch etwas zu viel Zeit mit ihrem Handy verbringen und das gerne ändern würden…

Kundenbewertungen

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"Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, permanent vernetzt zu sein"
von Dr. M. am 17.08.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Mal angenommen, jemand, den man kennt, steht alle fünf Minuten auf und geht sich die Hände waschen. Was würde man wohl denken? Der braucht einen Irrenarzt, weil er einen Waschzwang hat, wäre die wahrscheinliche Reaktion. Glotzt jemand aber in einer ähnlichen Frequenz auf sein Smartphone, dann fallen die Reaktionen etwas gemäßigt... Mal angenommen, jemand, den man kennt, steht alle fünf Minuten auf und geht sich die Hände waschen. Was würde man wohl denken? Der braucht einen Irrenarzt, weil er einen Waschzwang hat, wäre die wahrscheinliche Reaktion. Glotzt jemand aber in einer ähnlichen Frequenz auf sein Smartphone, dann fallen die Reaktionen etwas gemäßigter aus. Das ist seltsam, weil es sich um dasselbe Verhalten handelt. Ein neurotischer Waschzwang ist ungewöhnlich und wird selten beobachtet. Permanentes Herumfummeln an der persönlichen elektronischen Lebenshilfe ist dagegen weit verbreitet, also irgendwie normal. Cal Newport, Informatik-Professor und Bestsellerautor, hat sich nun dem Handy-Zwang angenommen und dieses Selbsthilfebuch verfasst. Nachdem man sein eigenes (früher oder später krankmachendes) Suchtverhalten erkannt hat, schlägt Newport eine digitale Entrümpelung vor. Das ist ein radikaler und aggressiver Prozess. Anders geht es nun mal bei Suchtkranken nicht. Newport beschreibt die Entwöhnung so: "Dieser Prozess erfordert, dass Sie dreißig Tage lang auf optionale Onlineaktivitäten verzichten. In dieser Phase entwöhnen Sie sich von den Suchtzyklen, die viele digitale Tools auslösen können, und beginnen die analogen Tätigkeiten wiederzuentdecken, die Ihnen mehr Befriedigung bieten. … Das Wichtigste ist: Die Entrümpelung gibt Ihnen Raum, eine Vorstellung von Dingen zu entwickeln, die Ihnen am meisten bedeuten. Am Ende der dreißig Tage fügen Sie wieder eine geringe Anzahl sorgfältig ausgewählter Onlineaktivitäten hinzu, von denen Sie annehmen, dass sie diesen für Sie bedeutsamen Dingen gute Dienste leisten. Im weiteren Verlauf tun Sie Ihr Bestes, um diese absichtlichen Aktivitäten zum Kern Ihres Onlinelebens zu machen – und lassen den Großteil all der anderen Zerstreuungen hinter sich, die früher Ihre Zeit fragmentierten und Ihre Aufmerksamkeit beansprucht haben. … Sie gehen als erschöpfter Maximalist in den Prozess hinein und verlassen ihn als bewusster digitaler Minimalist." Auf ungefähr 50 Seiten erläutert Newport zunächst die Grundlagen seiner Philosophie. Danach folgen etwa 150 Seiten mit hilfreichen Übungen und Vorschlägen. Interessanterweise handelt es sich dabei eigentlich um Wege und Möglichkeiten, zu einem sinnvollen und individuell geführten Leben zurückzufinden, abseits von einer unnatürlichen Vernetzung mit allen möglichen Leuten, Organisationen und sonstigen Zeitdieben. Sie gelten ganz allgemein und entfalten ihre Wirkung deshalb natürlich auch bei der Suchtentwöhnung. Zunächst einmal macht Newport aber in seinen Grundlagen deutlich, dass das Smartphone nicht zufällig ein Suchtmittel geworden ist, sondern dafür geschaffen und ausgerüstet wurde. Man kann es minimalistisch als Hilfsmittel benutzen oder eben in die klebrige Falle gehen und davon nur noch schwer loskommen. Es ist nicht verwerflich, dass Hersteller dieser Geräte, vor allem aber Schöpfer von Programmen, damit Geld verdienen möchten. Wenn man die Fallen kennt, läuft man möglicherweise nicht mehr naiv in sie hinein. Es geht bei ihren Tricks immer darum, Aufmerksamkeit anzuziehen. Fällt man darauf herein, klickt man sich schnell immer weiter in die Falle – und schon ist wieder eine Stunde vergangen. Noch zwanghafter wird es bei den sogenannten sozialen Netzwerken, die den menschlichen Drang nach sozialer Anerkennung ausnutzen. Zu unserer DNA gehört es, unbedingt den Ausschluss aus der Gruppe zu vermeiden, der ganz früher, als wir noch in der Wildnis lebten, zwangsläufig den Tod bedeutete. Diese vererbte Angst wurde schon immer kräftig zum Geldmachen genutzt. So funktionieren Trends und Moden. Das Smartphone verstärkt diesen Effekt noch um ein Vielfaches. Später bei den Übungen weist Newport darauf hin, dass der fortgesetzte Konsum von Textnachrichten oder sozialer Netzwerke leider oft zu auffälligen Verhaltensänderungen führt, insbesondere zur Zunahme von Angststörungen. Das ist der Klassiker paradoxer Folgeerscheinungen: Man nimmt an sozialen Netzwerken teil, weil man dazugehören möchte, und das verstärkt dann wieder die Angst, nicht mehr dazuzugehören, weil man ständig aufpassen muss, noch selbst genug Aufmerksamkeit zu erzielen. Die klassische Schleife in den Irrsinn, denn ist erst einmal die Hirnchemie durcheinandergekommen, findet man selten allein einen Ausweg aus diesem Drama. Das Übungskapitel teilt sich in vier Abschnitte: (1) Verbringen Sie Zeit allein, (2) Klicken Sie nicht auf „Gefällt mir“, (3) Die Rückeroberung der Muße, (4) Widerstand gegen die Aufmerksamkeitsindustrie. In diesen Abschnitten findet man einzelne Übungen und Erläuterungen. Das Buch wurde für Menschen geschrieben, die die eigene digitale Erschöpfung bemerkt haben und einen Ausweg suchen. Dieser Ausweg kann gelingen, wenn man sich nach der Autonomie zurücksehnt, die einem das Gerät genommen hat. Nach meiner Beobachtung besitzen nicht viele Menschen diesen Wunsch. Falls er doch vorhanden ist, bietet dieses Buch einen wirklichen Ausweg, weil es dem gesunden Menschenverstand und einem gesunden und natürlichen Verhalten folgt. Es setzt somit also ein gewisses Bewusstsein für die Fatalität der eigenen Suchtlage voraus. Vielleicht hätte sich Newport an der einen oder anderen Stelle etwas kürzer fassen können. Das ändert jedoch nichts daran, dass er ein hervorragendes Buch für Menschen geschrieben hat, die sich aus der Umklammerung der Aufmerksamkeitsindustrie lösen und wieder ein sinnvolleres Leben führen möchten. Es geht in diesem Text folglich nicht um die Verdammung des Smartphones, sondern um seine sinnvolle Nutzung als technisches Hilfsmittel. Sieht man sich allerdings im öffentlichen Bereich oder der eigenen Familie um, dann kann man schnell den Eindruck gewinnen, dass es genau umgekehrt ist: Das Smartphone dient als Trojanisches Pferd, mit dem der Mensch zum profitablen Hilfsmittel für einige wenige andere Menschen wird.

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