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Die Kunst, Recht zu behalten

Arthur Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten

Taschenbuch
Berliner Ausgabe, 2019
Durchgesehener Neusatz bearbeitet und eingerichtet von Theodor Borken

Zu Lebzeiten unveröffentlichtes Manuskript aus Schopenhauers Nachlass. Der Text entstand im Herbst 1830 in Berlin und wurde 1864 von Julius Frauenstädt neben zahlreichen anderen Manuskripten aus dem Nachlass veröffentlicht.

Neuausgabe.
Herausgegeben von Theodor Borken.
Berlin 2019.

Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Arthur Schopenhauer als junger Mann, porträtiert 1815 von Ludwig Sigismund Ruhl.

Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.

Henricus Edition Deutsche Klassik UG (haftungsbeschränkt)
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 40
Erscheinungsdatum 03.03.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8478-2776-4
Verlag Henricus
Maße (L/B/H) 22,3/15,6/0,7 cm
Gewicht 84 g
Verkaufsrang 61800
Buch (Taschenbuch)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Arthur Schopenhauer: "Die Kunst, Recht zu behalten"
von einer Kundin/einem Kunden am 16.05.2015
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Dieses Werk Schopenhauers veröffentlichte er zu Lebzeiten nicht und wurde erst in seinem Nachlass entdeckt und publiziert. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entstand dieses kleine Büchlein in seinen letzten Lebensjahren. In Frühen Jahren begann Schopenhauer bereits sich über diese Themen Gedanken zu machen, ers... Dieses Werk Schopenhauers veröffentlichte er zu Lebzeiten nicht und wurde erst in seinem Nachlass entdeckt und publiziert. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entstand dieses kleine Büchlein in seinen letzten Lebensjahren. In Frühen Jahren begann Schopenhauer bereits sich über diese Themen Gedanken zu machen, erst später aber vervollständigte er sein Werk. Rückblickend meinte er: »Die Schliche, Kniffe und Schikanen, zu denen sie (die Leute), um nur Recht zu behalten, greifen, sind so zahlreich und mannigfaltig, und dabei doch so regelmässig wiederkehrend, dass sie mir, in früheren Jahren, ein eigener Stoff zum Nachdenken wurden, welches sich auf das rein Formale derselben richtete, nachdem ich erkannt hatte, dass so verschieden auch sowohl die Gegenstände der Diskussion, als die Personen sein mochten, doch die selben und identischen Schliche und Kniffe stets wiederkamen und sehr wohl zu erkennen waren. Dies brachte mich damals auf den Gedanken, das bloss Formale besagter Schliche und Kniffe vom Stoff rein abzusondern und es, gleichsam als ein sauberes anatomisches Präparat, zur Schau zu stellen. Ich sammelte also alle die so oft vorkommenden unredlichen Kunstgriffe beim Disputieren und stellte jeden derselben in seinem eigentümlichen Wesen, durch Beispiele erläutert und durch einen eigenen Namen bezeichnet, deutlich dar, fügte endlich auch die dagegen anzuwendenden Mittel, gleichsam die Paraden zu diesen Finten, hinzu; woraus denn eine förmlich eristische Dialektik erwuchs.« [sic!] (S. 12) Schopenhauer geht in »achtunddreissig Kunstgriffen dargestellt« diesen Fragen nach. Es wird klar, weshalb gewisse Menschen in einer Diskussion die Oberhand behalten können, auch wenn sie faktisch und objektiv mit ihrer Meinung nicht Recht haben. »Eristische Dialektik ist die Kunst zu disputieren, und zwar so zu disputieren, dann man recht behält, also per fas net nefas (mit rechten wie mit unrechten Mitteln). Man kann nämlich in der Sache selbst objective Recht haben und doch in den Augen der Beisteher, ja bisweilen in seinen eignen, Unrecht behalten. Wenn nämlich der Gegner meinen Beweis widerlegt, und dies als Widerlegung der Behauptung selbst gilt, für die es jedoch andre Beweise geben kann; in welchem Fall natürlich für den Gegner das Verhältnis umgekehrt ist: er behält Recht, bei objektivem Unrecht. Also die objektive Wahrheit eines Satzes und die Gültigkeit desselben in der Approbation der Streiter und Hörer sind zweierlei.« [sic!] (S. 20) Woher das rühre? Der Griesgram Schopenhauer ist überzeugt: »Von der natürlichen Schlechtigkeit des menschlichen Geschlechts. Wäre dies nicht, wären wir von Grund aus ehrlich, so würden wir bei jeder Debatte bloss darauf ausgehn, die Wahrheit zu Tage zu fördern, ganz unbekümmert ob solche unsrer zuerst aufgestellten Meinung oder der des Andern gemäss ausfiele: die würde gleichgültig, oder wenigstens ganz und gar Nebensache sein.« [sic!] (S. 20) Das Buch sollte aber nicht so gelesen werden, dass man »nun immer Recht behält«, egal ob der eigene Standpunkt der »Wahrheit« entspricht, oder nicht. Das ist auch nicht Schopenhauers Ziel, auch wenn man bei gewissen von ihm geschriebenen Punkten darauf kommen könnte. Er will, so meine Interpretation, dem Leser und kritischen Geist eher diese in Diskussionen wiederkehrenden »Kniffe und Schikanen« näherbringen, um sich dagegen wehren zu können, wenn Menschen (bewusst oder unbewusst) immer wieder voller Überzeugung ihre Argumente darlegen, die weder auf Fakten noch auf der Wahrheit beruhen.