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Die Identitätsfalle

Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt

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Gibt es einen "Krieg der Kulturen" zwischen dem Westen und dem Islam? Die einen sagen, wir sind bereits mitten in diesem Krieg, die anderen hoffen, den Konflikt durch einen Dialog der Kulturen entschärfen zu können. Amartya Sen zeigt in seinem Buch, daß die falsche Illusion einer einzigen Identität diesen "Krieg der Kulturen" konstruiert und zugleich fatal vorantreibt. Während die Welt zunehmend aufgeteilt wird in Blöcke aus Religionen, Kulturen oder Zivilisationen, geraten uns andere Faktoren des menschlichen Daseins wie Klasse, Geschlecht, Bildung, Beruf, Sprache, Kunst, Wissenschaft, Moral oder Politik immer mehr aus dem Blick. Globale Bemühungen, der eskalierenden Gewalt Einhalt zu gebieten, scheitern zudem an einer Konzeptlosigkeit, die das direkte Resultat dieser undifferenzierten und eindimensionalen Konstruktion von Identität ist. Wenn die Beziehungen zwischen menschlichen Individuen auf einen "Krieg der Kulturen" reduziert werden, dann schnappt die "Identitätsfalle" zu. Menschen, die eine Fülle von Identitätsmerkmalen haben, werden auf ein einziges reduziert und verschwinden in kleinen übersichtlichen Schubladen. Das Geschäft der Fundamentalisten besteht in dieser Miniaturisierung menschlicher Existenz, mit der alle Ideologie der Gewalt ihren Anfang nimmt. Doch Amartya Sen zeigt nicht nur, wie die Spirale aus Identität und Gewalt entsteht, sondern auch, wie sie durchbrochen werden kann. Denn niemand ist zu einer einzigen Identität verdammt, jeder kann seine Persönlichkeit gestalten und mitbestimmen. Sens brillante Analyse von Multikulturalismus, Postkolonialismus, Fundamentalismus, Terrorismus und Globalisierung macht vor allem eines klar: Die Welt kann sich ebenso in Richtung Frieden bewegen, wie sie jetzt auf Gewalt und Krieg hinzusteuern scheint.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 18.09.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-55812-2
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 22,2/14,9/2,4 cm
Gewicht 384 g
Originaltitel Identity and Violence: The Illusion of Destiny
Auflage 3. Auflage
Übersetzer Friedrich Griese
Buch (gebundene Ausgabe)
19,90
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Synthese statt Antithese
von Rodrigo Frez-Hidalgo aus Wien am 14.12.2012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der indische Friedensnobelpreisträger liefert uns eine wissenschaftliche Antwort auf den vielbepriesenen Kampf der Kulturen. Mit knappen Beispielen der Weltgeschichte zeigt er auf, wie vielmehr die Gemeinsamkeiten unser Zusammenleben bestimmen, als es unsere Unterschiede tun. Die Identitätsfalle ist eine Mahnung, sich nicht engstirning an bestimmte Identitäsmuster zu binden. Es ist... Der indische Friedensnobelpreisträger liefert uns eine wissenschaftliche Antwort auf den vielbepriesenen Kampf der Kulturen. Mit knappen Beispielen der Weltgeschichte zeigt er auf, wie vielmehr die Gemeinsamkeiten unser Zusammenleben bestimmen, als es unsere Unterschiede tun. Die Identitätsfalle ist eine Mahnung, sich nicht engstirning an bestimmte Identitäsmuster zu binden. Es ist sowohl als Einstiegswerk in die Identitätsforschung zu gebrauchen, sowie auch als Nachschlagewerk für Forscher, die das Thema bereits kennen. Letztendlich ist es ein einfach geschriebenes, gut lesbares Buch, dass anstatt eines Romans zur Hand genommen werden kann.