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Ein Winter in Paris

Roman

Als junger Mann verlässt Victor die Provinz, um an einem renommierten Lycée in Paris zu studieren. Der Druck ist groß, und Victor fühlt sich einsam. Einzig mit Mathieu, einem Jungen aus dem Kurs unter ihm, raucht er hin und wieder eine Zigarette. Als Mathieu in den Tod springt, verändert sich für Victor alles. Plötzlich interessieren sich seine Kommilitonen für ihn, den einzigen Freund des Opfers, und langsam entwickelt er zu Mathieus Vater eine Beziehung, wie er sie zu seinen eigenen Eltern nie hatte …

Portrait
Jean-Philippe Blondel, geboren 1964, lebt als Autor und Englischlehrer mit seiner Familie im französischen Troyes. Sein Roman »6 Uhr 41« wurde in Frankreich umgehend zum Überraschungsbestseller und stand auch hier auf der Spiegel-Bestsellerliste.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 18.11.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-48984-8
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,6/11,8/2 cm
Gewicht 181 g
Originaltitel Un hiver à Paris
Übersetzer Anne Braun
Verkaufsrang 21746
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Winter in Paris.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Berührender Coming of Age Roman. Victor, der in der neuen Umgebung nur schwer Anschluß findet, wird durch ein Ereignis kurz in ein neues mögliches Leben hineingezogen. Aber hält es, was es verspricht, oder muss er doch seinen eigenen Weg finden. der Autor findet eine bewegende Atwort.

Ein Moment verändert alles...

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Das Leben kann einsam werden, wenn man aus einfachen Verhältnissen und aus der Provinz kommend nach Paris geht, um dort Vorbereitungskurse für eine Elite-Uni zu besuchen. Weil man nicht dazu gehört, zu den anderen Mitschülern, die alle aus privilegierten Verhältnissen stammen und ihn komplett ignorieren. Ihn, das ist Viktor, der versucht, sich durchzubeißen, aber er hat das Gefühl, immer unsichtbarer zu werden. Bis er sich mit Matthieu anfreundet, ebenfalls Außenseiter in dieser harten Ellbogen-Welt. Doch Viktors Leben gerät schnell aus den Fugen, als Matthieu sich aus dem Fenster des Schulgebäudes stürzt, seinem Leben ein Ende setzt. Dieses Unglück verändert Viktors Leben von Grund auf, er kommt ins Trudeln und versucht, seinen eigenen Weg zu finden. Eine tragische, berührende und feingesponnene Erzählung über das Erwachsenwerden.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
73 Bewertungen
Übersicht
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Pariser Melancholie
von einer Kundin/einem Kunden aus Zimmern am 03.01.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Victor ist 19 Jahre alt und studiert in Paris. Das Leben in der Provinz, aus der er kommt, hat er hinter sich gelassen - auch seine Eltern, dem seine Gedankenwelt stets zu hoch erschien, und das stets unterkühlte Verhältnis zu seinem einzigen Bruder. An der Universität in Paris ist er für seine Kommilitonen unsichtbar - bis zu d... Victor ist 19 Jahre alt und studiert in Paris. Das Leben in der Provinz, aus der er kommt, hat er hinter sich gelassen - auch seine Eltern, dem seine Gedankenwelt stets zu hoch erschien, und das stets unterkühlte Verhältnis zu seinem einzigen Bruder. An der Universität in Paris ist er für seine Kommilitonen unsichtbar - bis zu dem Tag, an dem der Selbstmord von Mathieu nicht nur seine Welt für immer verändert. „Ein Winter in Paris“ ist kein dickes Buch. Innerhalb weniger Stunden sind die kaum 200 Seiten ausgelesen und doch begleitet man Victor in ihm durch 30 Jahre seines Lebens, vor allem aber durch die 6 Monate, die auf den Tod von Mathieu folgen. Der Roman transportiert weniger Inhalte denn Stimmungen, allen voran eine tieftraurige Melancholie, die sich durch das ganze Buch hinwegzieht. Man weiß nicht, wer der traurigste der Charaktere ist - und doch blieben sie mir, und das ist wahrscheinlich meine größte Kritik, an vielen Stellen fremd. Die Grundstimmung erinnerte mich oft an mein Lieblingsbuch, den „Fänger im Roggen“, jedoch ohne die beklemmende Intensität, die Holden Caulfield in einem auslösen konnte. Eine Empfehlung für Fans melancholischer französischer Literatur und der Tristesse der Jugend - für mich in diesem Genre aber nicht das beste.

Die Überlebenden und der Tote
von Zauberberggast aus München am 11.12.2019

Zart, fast zärtlich und doch mit einer unterschwelligen Kraft, die einem Erdbeben gleichkommt, ist die Wirkung dieses kurzen Romans auf den Leser. Er erzählt die Geschichte eines Überlebenden, der durch den Tod eines anderen ein neuer Mensch wurde. Der erwachsene Ich-Erzähler Victor, mittlerweile Lehrer, Vater und erfolgreich... Zart, fast zärtlich und doch mit einer unterschwelligen Kraft, die einem Erdbeben gleichkommt, ist die Wirkung dieses kurzen Romans auf den Leser. Er erzählt die Geschichte eines Überlebenden, der durch den Tod eines anderen ein neuer Mensch wurde. Der erwachsene Ich-Erzähler Victor, mittlerweile Lehrer, Vater und erfolgreicher Schriftsteller, bekommt in der Rahmenhandlung einen Brief aus der Vergangenheit. In der Folge beginnt die Haupthandlung, in der Victor seine Geschichte erzählt. Obwohl das Buch "Ein Winter in Paris" heißt, ereignet sich das einschneidende Erlebnis in Victors Leben bereits im Oktober des Jahres 1984. Der junge Mathieu Lestaing stürzt sich aus dem Fenster des Elitegymnasiums in Paris, das auch Victor besucht, in den Tod. Victor, der sich seit kurzem mit Mathieu angefreundet hat, wird Zeuge dieses Suizids, der sein Leben für immer verändern wird. Der Suizid des “Vielleicht-Freundes” wird zum Katalysator für Victors Lebensmut, das ungestüme Aufbäumen eines "Jetzt-erst-recht". Die Pläne von Schriftstellerei und Globetrottertum manifestieren sich im jugendlichen Gehirn des Ich-Erzählers. Er denkt über die Verortung des eigenen Ichs in diesem Universum nach. Gleichzeitig plagen ihn die Zweifel, der Gegenwind des konservativen Lehrkörpers, seine Entfremdung von der heimatlichen Provinz, das schwierige, wenig innige Verhältnis zu seiner Familie, die ihm intellektuell nicht mehr gewachsen scheint. Für Victor tun sich in der Konsequenz des Selbstmordes von Mathieu allerdings auch neue Allianzen auf. Er, der vorher ein ganzes Jahr als Einzelgänger in Paris und an seiner Schule unterwegs war, wird plötzlich von Mitschülern wahrgenommen, die ihn bislang ignoriert hatten. Eine für ihn scheinbar erfreuliche, auf den zweiten Blick aber doch erschreckende Dynamik. Ihn umgibt nunmehr die Aura des Anziehenden und Mysteriösen durch die Verbindung mit dem Toten. Zwei Schüler des Lycées interessieren sich zeitweise etwas mehr für den Menschen hinter der Fassade des "Freundes des Toten": Armelle und Paul. Die zentrale Beziehung, die sich schließlich neu für Victor entwickelt, ist aber die zu Mathieus verzweifeltem Vater Patrick. Der Mittvierzieger und der Schüler an der Schwelle zum Erwachsensein freunden sich an und philosophieren über die Hintergründe von Mathieus Freitod und dann zunehmend auch über Gott und die Welt. Die Erzählweise dieses Kurzromans ist unaufgeregt, fast nüchtern. Gleichzeitig ist sie ungemein atmosphärisch und innig. Das herbstliche und schließlich winterliche Paris sowie die Geschehnisse rund um den Suizid werden durch Victors Sicht perspektivisch gebrochen. Durch eine gleichsam poetische Brille wird diese besondere Zeit in Victors Leben durch den Ich-Erzähler reflektiert, wodurch seine Gedankenwelt für den Leser unmittelbar zugänglich wird. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es einen Suizid einzig aus der Perspektive der Hinterbliebenen beleuchtet. Mathieu selbst lernt der Leser nur in der Spiegelung seiner Umwelt kennen - ein Zerrbild. Nicht der Selbstmörder steht also im Vordergrund, sondern die, die mit ihm - mehr oder auch weniger - zu tun hatten. Ein hervorragendes, ein wichtiges Buch, das das Leben, das Überleben feiert, trotz allem. Ein Satz hallt besonders in mir nach: "Ich verspürte eine unbändige Lust zu leben." (S. 154)

Grandios!
von Patricia G. aus Prinzersdorf am 20.03.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Wenn ich dieses Jahr nur ein Buch empfehlen dürfte, dann wäre es dieses, ein Buch, welches mich auf eindringlich erschreckende Weise, zu Tränen rührte, ein Buch über das wahre Leben, so grausam und schön, und so wahr. Victor ist junger Mann, der sich kaum zurechtfindet in dem großen Paris, dem großen Leben. Vom Leistungsdruc... Wenn ich dieses Jahr nur ein Buch empfehlen dürfte, dann wäre es dieses, ein Buch, welches mich auf eindringlich erschreckende Weise, zu Tränen rührte, ein Buch über das wahre Leben, so grausam und schön, und so wahr. Victor ist junger Mann, der sich kaum zurechtfindet in dem großen Paris, dem großen Leben. Vom Leistungsdruck und der Einsamkeit gefangen windet er sich immer weiter in ein melancholisches Dasein, doch als er auf Matthieu trifft, verändert sich sein Leben zum positiven, bis dieser in den Tod springt und Victor allein lässt, mit den Weiten und dem Sinn des Lebens. Doch manchmal schenkt einem das Leben einen ganz neuen Verbündeten... Meine Meinung: Es ist sehr schwer zu beschreiben, wie wundervoll und ergreifend dieses Buch ist. Selten habe ich erlebt, dass ein Autor einen so literarisch wertvollen und zugleich melancholisch emotionalen Stil verkörpert. Doch was der französische Autor Jean-Philippe Blondel hier erschaffen hat, ist viel mehr. Ein Abbild des Lebens, eines Lebens, welches wahr erzählte Wege geht, von den Problemen, die junge Menschen umtreibt, zu einer Zeit, in der wir alle Individuen sein wollen und doch alle gleich und so anders sind, in der wir einen Platz suchen und manchmal nicht finden. Und genau diese Geschichte erzählt er fabelhaft, emotional, und doch auch mit hoffnungsvollen Momenten. Charaktere die ans Herz wachsen, zu Tränen rührend sind und ein Schreibstil, der geniale Melancholie versprüht! Fazit: Lesen sie dieses Buch, sie werden es nicht bereuen. Chapeau, grandios!