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Ein Winter in Paris

Roman

Jean-Philippe Blondel

(75)
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Beschreibung

Als junger Mann verlässt Victor die Provinz, um an einem renommierten Lycée in Paris zu studieren. Der Druck ist groß, und Victor fühlt sich einsam. Einzig mit Mathieu, einem Jungen aus dem Kurs unter ihm, raucht er hin und wieder eine Zigarette. Als Mathieu in den Tod springt, verändert sich für Victor alles. Plötzlich interessieren sich seine Kommilitonen für ihn, den einzigen Freund des Opfers, und langsam entwickelt er zu Mathieus Vater eine Beziehung, wie er sie zu seinen eigenen Eltern nie hatte …

Jean-Philippe Blondel, geboren 1964, lebt als Autor und Englischlehrer mit seiner Familie im französischen Troyes. Sein Roman »6 Uhr 41« wurde in Frankreich umgehend zum Überraschungsbestseller und stand auch hier auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 18.11.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-48984-8
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,6/11,8/2 cm
Gewicht 181 g
Originaltitel Un hiver à Paris
Übersetzer Anne Braun
Verkaufsrang 55077

Buchhändler-Empfehlungen

Ein Meisterwerk der Erzählkunst

Iduna Tiedemann , Thalia-Buchhandlung Delmenhorst

Ein Student aus einfachen Verhältnissen kommend, absolviert einen Vorbereitungskurs an einer Eliteuniversität in Paris, die hauptsächlich von den Töchtern und Söhnen der Reichen des Landes frequentiert wird. Er ist sich seiner Außenseiterrolle bewusst und nimmt die Position eines Beobachters ein, nur zu seinem Mitstudenten Mathieu entwickelt sich eine leise Freundschaft. Als sich der nach einem lautstarken Vorfall in der Uni regelrecht an ihm vorbei zu Tode stürzt, verändern sich die Gegebenheiten total. Er rückt als Freund des Toten nun ungewollt in den Mittelpunkt der anderen und setzt sich mit seiner neuen Rolle auseinander. Mit feiner Sprache versetzt der Autor mich in die gegensätzlichen Situationen und lenkt meine Gedanken durch unterschiedlichste Gefühle. Ein elegantes, schmales Buch mit großen Eindrücken.

Winter in Paris.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Berührender Coming of Age Roman. Victor, der in der neuen Umgebung nur schwer Anschluß findet, wird durch ein Ereignis kurz in ein neues mögliches Leben hineingezogen. Aber hält es, was es verspricht, oder muss er doch seinen eigenen Weg finden. der Autor findet eine bewegende Atwort.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
75 Bewertungen
Übersicht
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1
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Unterhaltsam und mit Tiefgang.
von Rezensent aus BW am 19.08.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Gleich vorweg: ich bin begeistert von diesem recht schmalen Bändchen. Ein Schwergewicht das leichtfüßig daherkommt. Wer Lust hat auf einen sehr unterhaltsamen und leicht zu lesenden Entwicklungsroman mit Tiefgang, sollte zugreifen. Ich hatte das Gefühl, gleich mitten im Geschehen zu sein. Jean-Philippe Blondel erzählt von... Gleich vorweg: ich bin begeistert von diesem recht schmalen Bändchen. Ein Schwergewicht das leichtfüßig daherkommt. Wer Lust hat auf einen sehr unterhaltsamen und leicht zu lesenden Entwicklungsroman mit Tiefgang, sollte zugreifen. Ich hatte das Gefühl, gleich mitten im Geschehen zu sein. Jean-Philippe Blondel erzählt von dem 19 jährigen Außenseiter Victor, der aus einfachen Verhältnissen stammt und sich nach dem Abitur in seiner Heimatstadt in der Provinz in einer Pariser Vorbereitungsklasse eines elitären Élysées mit gnadenlosem Konkurrenzdruck und z. T. sadistischen, selbstverliebten Lehrern befindet. Erst nach über einem Jahr bahnt sich zaghaft eine Beziehung zu dem Kommilitonen Mathieu an. Doch noch bevor diese Freundschaft richtig beginnen kann, stürzt sich Mathieu in den Tod - ein Wendepunkt im Leben Victors. Tiefgreifende Veränderungen und weitreichende Entwicklungen folgen diesem einschneidenden Ereignis. Es werden sehr viele bedeutsame Themen aufgegriffen ohne dass der Roman überladen wirkt. Das ist bei der Kürze der Geschichte eine Kunst. Es geht um sozialen Aufstieg und die damit verbundenen Mühen und Schwierigkeiten. Es geht um die Einsamkeit, die sich oft einstellt, wenn man noch mit einem Bein in der „alten“, vertrauten Welt steht, während man sich mit dem anderen schon in der „neuen“ befindet. Entfremdung, Zugehörigkeit, Zwischenwelt, Niemandsland. Es geht um Ehrgeiz, Leistungs- und Erwartungsdruck und es geht um Authentizität, mangelnden emotionalen Austausch, fehlende Empathie und kaum vorhandenes wirkliches Interesse am Anderen. Es geht aber auch um Freundschaft, um Verlust und Trauer, Tabus und Geheimnisse. Es geht darum, seinen Weg zu finden. Hinter all dem verbirgt sich eine Kritik am gnadenlosen elitären (Pariser) Bildungssystem mit seiner „Entmenschlichung“. Trotz all dieser ernsten Themen erzählt der Autor mit großer Leichtigkeit und das Schöne: eine Art Happy End: “Das würde ab jetzt mein Ziel sein“. Die Sprache ist schlicht und gleichzeitig schön, eindringlich und intensiv. Eine berührende Geschichte, eine Welt voller Emotionen wird mit knappen aber treffenden Worten zum Leben erweckt und vor dem geistigen Auge entstehen Bilder und Filme. Blondel erzählt lebendig und feinfühlig, aber nie gefühlsduselig. Im Verlauf wird es immer tiefgründiger und bewegender. Manchmal, v. a. anfangs, wurde ich regelrecht kurzatmig oder flog atemlos durch den Text - zu hastig, so dass ich zu einer früheren Stelle zurückkehren musste bzw. wollte, damit mir auch ja nichts entging. Der Leser wird mit einigen Wirklich schönen Metaphern verwöhnt, z. B. - über einen treffenden, erschütternden, einen aus der Fassung bringenden Satz - „...ein tiefer Ast, der einen mitten im Galopp aus dem Sattel wirft. Ein eisiger Windhauch im Winter, am frühen Morgen, der einem ins Gesicht peitscht.“ Fazit: sehr lesenswert!

Pariser Melancholie
von einer Kundin/einem Kunden aus Zimmern am 03.01.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Victor ist 19 Jahre alt und studiert in Paris. Das Leben in der Provinz, aus der er kommt, hat er hinter sich gelassen - auch seine Eltern, dem seine Gedankenwelt stets zu hoch erschien, und das stets unterkühlte Verhältnis zu seinem einzigen Bruder. An der Universität in Paris ist er für seine Kommilitonen unsichtbar - bis zu d... Victor ist 19 Jahre alt und studiert in Paris. Das Leben in der Provinz, aus der er kommt, hat er hinter sich gelassen - auch seine Eltern, dem seine Gedankenwelt stets zu hoch erschien, und das stets unterkühlte Verhältnis zu seinem einzigen Bruder. An der Universität in Paris ist er für seine Kommilitonen unsichtbar - bis zu dem Tag, an dem der Selbstmord von Mathieu nicht nur seine Welt für immer verändert. „Ein Winter in Paris“ ist kein dickes Buch. Innerhalb weniger Stunden sind die kaum 200 Seiten ausgelesen und doch begleitet man Victor in ihm durch 30 Jahre seines Lebens, vor allem aber durch die 6 Monate, die auf den Tod von Mathieu folgen. Der Roman transportiert weniger Inhalte denn Stimmungen, allen voran eine tieftraurige Melancholie, die sich durch das ganze Buch hinwegzieht. Man weiß nicht, wer der traurigste der Charaktere ist - und doch blieben sie mir, und das ist wahrscheinlich meine größte Kritik, an vielen Stellen fremd. Die Grundstimmung erinnerte mich oft an mein Lieblingsbuch, den „Fänger im Roggen“, jedoch ohne die beklemmende Intensität, die Holden Caulfield in einem auslösen konnte. Eine Empfehlung für Fans melancholischer französischer Literatur und der Tristesse der Jugend - für mich in diesem Genre aber nicht das beste.

Die Überlebenden und der Tote
von Zauberberggast aus München am 11.12.2019

Zart, fast zärtlich und doch mit einer unterschwelligen Kraft, die einem Erdbeben gleichkommt, ist die Wirkung dieses kurzen Romans auf den Leser. Er erzählt die Geschichte eines Überlebenden, der durch den Tod eines anderen ein neuer Mensch wurde. Der erwachsene Ich-Erzähler Victor, mittlerweile Lehrer, Vater und erfolgreich... Zart, fast zärtlich und doch mit einer unterschwelligen Kraft, die einem Erdbeben gleichkommt, ist die Wirkung dieses kurzen Romans auf den Leser. Er erzählt die Geschichte eines Überlebenden, der durch den Tod eines anderen ein neuer Mensch wurde. Der erwachsene Ich-Erzähler Victor, mittlerweile Lehrer, Vater und erfolgreicher Schriftsteller, bekommt in der Rahmenhandlung einen Brief aus der Vergangenheit. In der Folge beginnt die Haupthandlung, in der Victor seine Geschichte erzählt. Obwohl das Buch "Ein Winter in Paris" heißt, ereignet sich das einschneidende Erlebnis in Victors Leben bereits im Oktober des Jahres 1984. Der junge Mathieu Lestaing stürzt sich aus dem Fenster des Elitegymnasiums in Paris, das auch Victor besucht, in den Tod. Victor, der sich seit kurzem mit Mathieu angefreundet hat, wird Zeuge dieses Suizids, der sein Leben für immer verändern wird. Der Suizid des “Vielleicht-Freundes” wird zum Katalysator für Victors Lebensmut, das ungestüme Aufbäumen eines "Jetzt-erst-recht". Die Pläne von Schriftstellerei und Globetrottertum manifestieren sich im jugendlichen Gehirn des Ich-Erzählers. Er denkt über die Verortung des eigenen Ichs in diesem Universum nach. Gleichzeitig plagen ihn die Zweifel, der Gegenwind des konservativen Lehrkörpers, seine Entfremdung von der heimatlichen Provinz, das schwierige, wenig innige Verhältnis zu seiner Familie, die ihm intellektuell nicht mehr gewachsen scheint. Für Victor tun sich in der Konsequenz des Selbstmordes von Mathieu allerdings auch neue Allianzen auf. Er, der vorher ein ganzes Jahr als Einzelgänger in Paris und an seiner Schule unterwegs war, wird plötzlich von Mitschülern wahrgenommen, die ihn bislang ignoriert hatten. Eine für ihn scheinbar erfreuliche, auf den zweiten Blick aber doch erschreckende Dynamik. Ihn umgibt nunmehr die Aura des Anziehenden und Mysteriösen durch die Verbindung mit dem Toten. Zwei Schüler des Lycées interessieren sich zeitweise etwas mehr für den Menschen hinter der Fassade des "Freundes des Toten": Armelle und Paul. Die zentrale Beziehung, die sich schließlich neu für Victor entwickelt, ist aber die zu Mathieus verzweifeltem Vater Patrick. Der Mittvierzieger und der Schüler an der Schwelle zum Erwachsensein freunden sich an und philosophieren über die Hintergründe von Mathieus Freitod und dann zunehmend auch über Gott und die Welt. Die Erzählweise dieses Kurzromans ist unaufgeregt, fast nüchtern. Gleichzeitig ist sie ungemein atmosphärisch und innig. Das herbstliche und schließlich winterliche Paris sowie die Geschehnisse rund um den Suizid werden durch Victors Sicht perspektivisch gebrochen. Durch eine gleichsam poetische Brille wird diese besondere Zeit in Victors Leben durch den Ich-Erzähler reflektiert, wodurch seine Gedankenwelt für den Leser unmittelbar zugänglich wird. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es einen Suizid einzig aus der Perspektive der Hinterbliebenen beleuchtet. Mathieu selbst lernt der Leser nur in der Spiegelung seiner Umwelt kennen - ein Zerrbild. Nicht der Selbstmörder steht also im Vordergrund, sondern die, die mit ihm - mehr oder auch weniger - zu tun hatten. Ein hervorragendes, ein wichtiges Buch, das das Leben, das Überleben feiert, trotz allem. Ein Satz hallt besonders in mir nach: "Ich verspürte eine unbändige Lust zu leben." (S. 154)


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