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Der von den Löwen träumte

Roman - Hemingway in Venedig

Hanns-Josef Ortheil

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Beschreibung


Hemingway in Venedig

Als Ernest Hemingway 1948 nach Venedig reist, ist er in einer schweren Krise. Starke Depressionen haben dazu geführt, dass er lange keinen Roman mehr veröffentlicht hat. In der Einsamkeit eines Landhauses in der Lagune versucht er, wieder zum Schreiben zu finden. Halt gibt ihm die Freundschaft zu einem jungen Fischer, der ihn auf der Entenjagd begleitet. Aber auch die Liebe zu einer achtzehnjährigen Venezianerin führt ihn ins Leben zurück. Langsam entsteht ein Venedig-Roman, während der junge Fischer die Atmosphären einer ganz anderen Geschichte wittert: Die von einem alten Mann und seiner Liebe zum Meer…

»Das ist spannend bis zur letzten Seite, selbst wenn man das Ende kennt. Kein Mord geschieht, aber Literatur entsteht.«

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 21.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-630-87439-5
Verlag Luchterhand
Maße (L/B/H) 22,1/14,9/3,5 cm
Gewicht 579 g
Verkaufsrang 46610

Buchhändler-Empfehlungen

Mit dem Straßenkreuzer nach Vendig?

Verena Flor, Thalia-Buchhandlung Hagen

Ortheil erzählt von Ernest Hemingways Versuch sich in Form einer Italienreise wiederzufinden. Sprachlich wie immer brillierend durch Ortheils Erzählweise und Beschreibungen, wird man als Leser mit auf diese amüsante Reise und den Aufenthalt in Italien genommen. Der Frage nach Hemmingways Weg aus der bestehenden Depression und Schreibblockade, die den Ausgangspunkt der Reise bildet, lässt sich Ortheil durch verschiedene Wege in Form von Personen offen. Lohnt sich!

Christel Cader, Thalia-Buchhandlung bonn

Auf den Spuren von Ernest Hemmingway im Venedig der Nachkriegszeit erlebt man den Dichter, wie er seine Depression und Schreibblockade überwinden möchte. Ein junger Fischer und eine 18jährige Venezianerin sind vielleicht seine Rettung. Künstlerroman mit schönen Stadtansichten.

Kundenbewertungen

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Verwirrend
von einer Kundin/einem Kunden aus Werne am 14.08.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Seitdem ich "Die Erfindung des Lebens" gelesen habe bin ich ein Fan von Hanns-Josef Ortheil, dem Autor. Seine Romane sind zum Teil autobiografisch und lassen den Leser sehr nah an das Geschehen heran. Also war ich glücklich, als ich "Die Mittelmeerreise", "Italienische Momente" und "Der von den Löwen träumte" vom Verlag bekommen... Seitdem ich "Die Erfindung des Lebens" gelesen habe bin ich ein Fan von Hanns-Josef Ortheil, dem Autor. Seine Romane sind zum Teil autobiografisch und lassen den Leser sehr nah an das Geschehen heran. Also war ich glücklich, als ich "Die Mittelmeerreise", "Italienische Momente" und "Der von den Löwen träumte" vom Verlag bekommen habe. Nach dem ersten Buch war ich enttäuscht, wenn auch nur zum Teil. Der Schreibstil war so wie ich ihn kannte, aber ab der Mitte wurde es langweilig. Langeweile hätte ich vorher nie mit dem Autor verbunden. Die Sammlung der Texte über Italien konnte mich genauso wenig begeistern. Dass es sich dabei nur um eine Sammlung und nicht um eine eigenständige Geschichte handelt ist mir erst im Inhaltsverzeichnis am Ende aufgefallen. Textstücke wurde wahllos aneinander gereiht, die Erzählform wechselt ständig und es gibt außer dem Ort keinen Zusammenhang zwischen den Texten. Nach den Enttäuschungen waren meine Erwartungen an das dritte Buch von dem Autor schon nicht mehr hoch. Außerdem schien es auch kein biografscher Roman zu sein. Also habe ich angefangen zu lesen, der Anfang hat mich durchaus positiv überrascht. Natürlich, der Roman spielt 1948, entsprechend ist zum Beispiel auch das Frauenbild und der Stand der Gesellschaft. Ernest Hemingway wird gefeiert als Schriftsteller, das bedeutet für die Bevölkerung Bedienung rund um die Uhr. Egal wohin er kommt, der Champagner steht bereit. Überhaupt ist ihm nur das Beste gut genug, arrogant ist er auf jeden Fall. Wo er nicht freiwillig bedient wird, fordert er es ein. Nach ungefähr 150 Seiten findet Hemingway aus seiner Schreibblockade heraus, Venedig tut ihm gut. Ab dem Punkt konnte mich das Buch überhaupt nicht mehr überzeugen. Es wurde immer schlimmer. Das Hauptthema ist der Schreibprozess und die privaten Entwicklungen bei Ernest Hemingway und erst dann kommt zu Tage, wie arrogant er wirklich ist. In seinem Buch ist er der Hauptcharakter, unter anderem Namen natürlich, aber für jeden erkennbar. Je weiter er schreibt, desto schlimmer wird es. Und, ich konnte mich nicht wehren, ich habe Parallelen zu Hanns-Josef Ortheil gezogen. Autobiografische Züge gemischt mit fiktiven Details? Fast jedes Buch mehr oder weniger über sich selbst schreiben? Was ich vorher für eine große Leistung gehalten habe, war nur noch arrogant. Etwas beruhigt hat mich die parallel laufende Geschichte von einem jungen Italiener, der auch guten Kontakt zu Hemingway im Buch hat. Er hört von der Geschichte, die der gefeierte Autor geschrieben hat und findet sie furchtbar. Von Anfang an ist er dagegen, nichts gefällt ihm. Stattdessen hat er einen andere Idee für eine Geschichte, nur zwei Figuren, viel bodenständiger. Und so entsteht nicht nur "Über den Fluss und in die Wälder", sondern auch "Der alte Mann und das Meer" in der Zeit. Je mehr ich über das Buch schreibe, desto weniger sicher bin ich mir. Als ich es zugeklappt habe war ich enttäuscht und völlig verwirrt. Die letzten Sätze haben da besonders ihren Teil zu beigetragen. Aber mittlerweile bin ich schon fast wieder anderer Meinung. Ja, Ortheil hat mich überrascht. Die Parallelen zwischen ihm und Hemingway in diesem Buch sind nicht zu übersehen. Das hat mein Bild von ihm auf jeden Fall verändert. Aber obwohl er für mich einen sehr unsympathischen Protagonisten geschaffen hat, ist das Buch nicht so schlecht, wie ich anfangs geglaubt habe. Vielleicht wird der Leser mal wieder gnadenlos manipuliert. Ernest Hemingway ist unsympathisch, aber vielleicht ist er das mit voller Absicht. Er soll vielleicht so sein. Um das genauer heraus zu finden könnte man "Über den Fluss und in die Wälder" lesen. Wie auch immer, ich kann das Buch nicht wirklich einschätzen. Der Autor rückt sich selbst auf jeden Fall in ein sehr schlechtes Licht, über die Gründe kann man nur spekulieren. Der wirkliche Held des Buches ist der junge Paolo. Bodenständig und normal, ich hätte mir mehr von ihm gewünscht und weniger von dem eigentlichen Protagonisten.


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