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Schwarzer September

Roman

Sherko Fatah

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Beschreibung

„Schwarzer September“ ist ein Roman über den Terrorismus der Siebziger Jahre. Rebellische Idealisten wie Theresa, Alexander und Jakob reisen in den Nahen Osten, um sich ausbilden zu lassen. Ihre Familien bleiben mit Legenden in der Bundesrepublik zurück. Menschen aus dem Nahen Osten wiederum wechseln in die Bundesrepublik, um Aktionen vorzubereiten. Sie alle verbindet eines: Werkzeuge zu sein in einem Zusammenhang, den sie nicht überschauen. Kraftwellen einer Gewalt, die uns bis heute beschäftigt, auch wenn sich der Terrorismus inzwischen von einer mit revolutionärem Elan ausgeübten Gewalt zum Ausdruck einer extrem politisierten Religiosität gewandelt hat.

Sherko Fatah ist einer der klügsten Beobachter und Deuter der Vorgänge im Nahen Osten. Seine faktenreichen und doch atmosphärisch dicht erzählten Romane sind ihrer Zeit auch dann voraus, wenn sie den Blick in die Vergangenheit richten. Sie spüren den abenteuerlichen Wegen der handelnden Figuren aus unterschiedlichen Kulturen inmitten der Konflikte im Nahen Osten nach und beschreiben die Auswirkungen dieser Konflikte, die wie Druckwellen auch das heutige Westeuropa erreichen.

Sherko Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren. Er wuchs in der DDR auf und siedelte 1975 mit seiner Familie über Wien nach West-Berlin über. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte. Für sein erzählerisches Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Großen Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste und den Adelbert-von-Chamisso-Preis 2015, außerdem den Aspekte-Literaturpreis für den Roman »Im Grenzland«. Er wurde mehrfach für den Preis der Leipziger Buchmesse (2008 mit »Das dunkle Schiff«, 2012 mit »Ein weißes Land«) nominiert und mit »Das dunkle Schiff« auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2008 gewählt.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 09.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-630-87475-3
Verlag Luchterhand
Maße (L/B/H) 22,1/14,2/4,2 cm
Gewicht 620 g

Kundenbewertungen

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von einer Kundin/einem Kunden am 07.10.2020
Bewertet: anderes Format

Sherko Fatah zeichnet ein Bild vom Libanon im Jahr 1973, in dem die genauen Frontlinien vor dem großen Bürgerkrieg noch schwer zu definieren sind.Ein herausragendes, spannendes Buch für alle, die einen Ansatz von Verständnis für die Nahost-Problematik entwickeln wollen.

Wahnwelten
von einer Kundin/einem Kunden am 13.03.2020

Sherko Fatahs Roman "Schwarzer September" erzählt uns eine kraftvolle, spannende und zugleich analytische Geschichte des Terrorismus in den Siebziger Jahren, der später in das Münchner Olympia-Attentat der Terrorgruppe "Schwarzer September" kulminierte. Als ein vorangestelltes "Motto" zu seinem Roman wählte Sherko Fatah ein Zita... Sherko Fatahs Roman "Schwarzer September" erzählt uns eine kraftvolle, spannende und zugleich analytische Geschichte des Terrorismus in den Siebziger Jahren, der später in das Münchner Olympia-Attentat der Terrorgruppe "Schwarzer September" kulminierte. Als ein vorangestelltes "Motto" zu seinem Roman wählte Sherko Fatah ein Zitat aus Hegels "Vorlesung über die Ästhetik". Dort heißt es: "Besonders sind Jünglinge diese neuen Ritter, die sich durch den Weltlauf, der sich statt ihrer Ideale realisiert, durchschlagen müssen und es nun für ein Unglück halten, dass es überhaupt Familie, bürgerliche Gesellschaft, Staat, Gesetze, Berufsgeschäfte usf. gibt (...)." Hegels Zitat stammt aus einem Abschnitt, in dem er sich mit der Romantik und den im Roman geschilderten Kämpfen zwischen dem Ich und der Welt beschäftigt. Diese Kämpfe kennen wir auch aus Sigmund Freuds diagnostiziertem Unbehagen in der Kultur oder auch aus der Triebstruktur im Ödipuskomplex. In Sherko Fatahs Roman kämpfen und bekämpfen sich die verschiedensten Interessensgruppen, um ihre Welt und ihre Weltsicht durchzusetzen. An diesen Kämpfen sind die politischen Machthaber, deren Geheimdienste und eben deren Widersacher beteiligt. Diese Kämpfe sind wahnhaft, mörderisch, nihilistisch, zynisch und voller Intrigen. Gegen Ende seines Romans lässt Sherko Fatah einen seiner Protagonisten sich an die Predigt eines Imans erinnern: "Wir Muslime sind vom Staub der Geschichte begraben worden. Vergessen, weil uns von früh an die Willkür der Macht aufgedrängt wurde, anfangs durch die Kalifen und später durch fremde Mächte. Nur ein im Glauben begründeter Staat kann uns befreien von all der Zerstrittenheit und der Gewalt unter den Muslimen, von den Diktatoren und ihren Folterkellern, die uns der Westen geschickt hat." Sherko Fatah zeigt mit der Wucht seiner Erzählung wie in einer heterogenen Welt des Zusammenlebens die Wahnvorstellung eines reinen und einfältigen Idealstaats nach einem Fanal verlangt, das die Fesseln der Wirklichkeit durchschlägt.


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