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Schwarzer Leopard, roter Wolf

Dark Star 1. Roman

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gebundene Ausgabe
Sucher, der Jäger mit dem besonderen Sinn, wird vor seine schwierigste Aufgabe gestellt. Er muss einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Seine Fährte führt ihn durch Wälder und Städte, zu Gestaltwandlern, Ausgestoßenen und Hexen. Aber kann er den Jungen retten und die Welten wieder in Einklang bringen?

»Man Booker Prize«-Träger Marlon James legt mit »Schwarzer Leopard, roter Wolf« den Auftakt zu einer Trilogie vor, die afrikanische Geschichte und Mythen zu einem gewaltigen Fantasy-Epos verflicht.

Portrait
Marlon James, geboren 1970 in Kingston auf Jamaika, gilt als einer der bedeutendsten Literaten seiner Generation. Seine Romane wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen geehrt. Unter anderem erhielt James als erster Jamaikaner den Man Booker Prize. Das »Time Magazine« zählte ihn zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten 2019. James lebt heute in Minneapolis, Minnesota.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 832
Erscheinungsdatum 21.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-27222-4
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 23,3/16,5/5 cm
Gewicht 1135 g
Originaltitel Black Leopard, Red Wolf - The Dark Star Trilogy 1
Abbildungen 10 schwarzweisse Abbildungen
Übersetzer Stephan Kleiner
Verkaufsrang 82489
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Julian Baetz, Thalia-Buchhandlung Nürnberg

Wahnsinnig anspruchsvolle Literatur, angesiedelt in einer fantastischen Welt. Sehr kreativ und tiefgründig, aber man sollte dieses Werk keinesfalls als Fantasy-Roman verstehen. Wer es anspruchsvoll und außergewöhnlich mag, wird diesen Titel gerne lesen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Innovation im Reich der Wüste
von einer Kundin/einem Kunden am 18.11.2019

Was bleibt übrig, wenn man aus der klassischen High Fantasy der vergangenen Jahre Elfen, Orks und Zwerge, Drachen, Burgen und Zauberstäbe abziehen würde? Nicht viel. Auffallend gering ist die Artenvielfalt der populären phantastischen Literatur – speziell mit der Betonung auf Literatur. Umso außergewöhnlicher ist „Schwarzer Leop... Was bleibt übrig, wenn man aus der klassischen High Fantasy der vergangenen Jahre Elfen, Orks und Zwerge, Drachen, Burgen und Zauberstäbe abziehen würde? Nicht viel. Auffallend gering ist die Artenvielfalt der populären phantastischen Literatur – speziell mit der Betonung auf Literatur. Umso außergewöhnlicher ist „Schwarzer Leopard, roter Wolf“: Der Auftakt einer epischen Trilogie fernab aller gewohnten Klischees, basierend auf afrikanischen Mythen. Das ganze verfasst in einer Sprache, die den Erzählton der traditionellen Sagen mit Marlon James’ lyrisch-modernem Stil vermischt. Protagonist ist der bis zum Ende namenlos bleibende „Sucher“, der über eine außerordentlich sensible Nase verfügt, die es ihm erlaubt, für seine Auftraggeber verschollene, entführte oder sonst wie abhanden gekommene Menschen auch nach Wochen aufzuspüren. An die Stelle der Suche nach Tolkiens Ring tritt hier die Jagd nach einem verschleppten Königskind, das ein neues Zeitalter des Friedens in die Länder zwischen dem Sandmeer und den Blutsümpfen bringen soll. Handlungsschauplätze, Hauptfiguren als auch die Kreaturen, die die Welt bevölkern fühlen sich faszinierend fremd an, sind vielschichtig und innovativ. Immer wieder wird man sich bei der Lektüre bewusst, wie sehr Autoren wie Tolkien und Martin seit Jahrzehnten mit einem bestimmten Stil und Figurenarsenal die Fantasy-Welt prägen, wodurch scheinbar wenige AutorInnen den literarischen Mut nehmen, um spürbar neue literarische Wege zu beschreiten. Der Jamaikaner Marlon James, ausgezeichnet mit dem Man Booker-Preis 2015, trat bislang im Feld der klassischen Belletristik auf und bringt eben jene Sensibilität für Sprache und Komposition mit in sein erstes Buch aus der Welt der Phantastik. Er kombiniert literarische Poesie und Schönheit mit durchaus drastischen Gewalt- und Sexdarstellungen, wodurch beides noch stärker wirkt. Ebenfalls der afrikanischen Erzähltradition entnommen ist das Geschichtenerzählen über das Geschichtenerzählen. So verschachtelt er verschiedene Erzählstränge ineinander und lässt den Leser erst einmal eine Weile irritiert im Dunkeln tappen, bevor eine Rückblende alles in klareres Licht rückt. „Schwarzer Leopard, Roter Wolf“ ist keine leichte Lektüre und auch tatsächlich streckenweise eine Herausforderung. Die Sprache ist so schön wie die Hauptfiguren oberflächlich roh wirken und selbst der Protagonist über große Teile kalt und unnahbar erscheinen kann. Die Geschichte fließt nicht durchgängig chronologisch von A bis Z und wirft immer wieder Irritationen auf; doch wo auf der einen Seite Konzentration und längerer Atem gefragt, belohnt das Buch auf der anderen Seite auch immer wieder mit großen, atemberaubenden Blockbuster-Szenen und rasanten Verfolgungsjagden durch Orte, die man so noch nie gelesen hat. Kurzum: Ein herausragender Roman vor einzigartiger Kulisse, der zwar seinen Lesern einiges abverlangt, aber dafür eine Leseerfahrung bietet, die so schnell im Bereich der Fantasy und auch darüber hinaus nicht zu finden ist.

Eine brutale, schockierende und atemberaubende Geschichte, die euch verzaubern wird!
von Pandas Bücherblog am 12.12.2019

»Was ist Wahrheit und was Lüge?« Wow, was für ein Buch! Aufgrund der beträchtlichen Seitenzahl und anfänglichen Startschwierigkeiten hat es etwas länger gedauert, bis ich das Buch beendet habe, aber: Es hat sich mehr als gelohnt! Ich finde gar nicht die richtigen Worte, um dieses wunderschöne Cover und das liebevoll gestalt... »Was ist Wahrheit und was Lüge?« Wow, was für ein Buch! Aufgrund der beträchtlichen Seitenzahl und anfänglichen Startschwierigkeiten hat es etwas länger gedauert, bis ich das Buch beendet habe, aber: Es hat sich mehr als gelohnt! Ich finde gar nicht die richtigen Worte, um dieses wunderschöne Cover und das liebevoll gestaltete Innenlayout zu beschreiben. Diese satten Farben, das Motiv - die komplette Aufmachung ist so schön, dass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Zugegeben, der Einstieg in die Story fiel mir etwas schwer, da man mit so vielen Charakteren, Namen, Orten, usw. regelrecht erschlagen wird, dass ich gar nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht. Auch die Welt, die Marlon James erschaffen hat, ist so unglaublich vielfältig, dass ich mich erstmal zurechtfinden musste, um völlig in diese abgefahrene Geschichte abtauchen zu können. Der Schreibstil ist derb, sehr direkt, zum Teil poetisch und manchmal etwas verwirrend. Der Autor nennt das Kind beim Namen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ist schonungslos ehrlich und scheut auch nicht davor zurück, Dinge »auszusprechen«, bei denen viele wohl rote Ohren bekommen würden. Aber genau das hat mir besonders gut gefallen. Auf den Inhalt möchte ich gar nicht allzu sehr eingehen, da die Story um Sucher einfach viel zu umfangreich und sehr verstrickt ist. Nur so viel: Die Reise, bei der wir hautnah mit dabei sein dürfen, ist turbulent, aufregend, abwechslungsreich und war für mich überhaupt nicht vorhersehbar. Sobald ich in diese faszinierende und oftmals sehr brutale Welt eingetaucht bin, habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt. Besonders schön fand ich auch, wie Marlon James die vielfältigen afrikanischen Einflüsse in seine Geschichte eingeflochten und zu einem wahren Fantasy-Epos verbunden hat. Als besonders hilfreich empfand ich die jeweiligen Karten der Städte/Orte, die Sucher und seine Begleiter bereist haben und die Aufzählung der Figuren gleich zu Anfang, da man ansonsten ganz schnell den Überblick verloren hätte. Sucher ist ein ausgesprochen interessanter Charakter, der mir sehr sympathisch war. Er ist ehrlich, mutig, stur, eher in sich gekehrt und scheut keine Konfrontation, um für sich selbst und andere einzustehen. Er war eindeutig mein Lieblingscharakter! Leopard - der ebenfalls eine relativ große Rolle in der Story einnimmt - war meistens gut gelaunt, aber stellenweise auch sehr launenhaft. Der Grund für sein Verhalten wurde später zwar aufgeklärt, allerdings war er mir als Charakter einfach zu sprunghaft und wenig greifbar. Nichtsdestotrotz war auch er mir die meiste Zeit über sympathisch, wenngleich sich im späteren Verlauf die Wege von Sucher und Leopard des Öfteren getrennt hatten. Es gab noch einige weitere Charaktere, die mir sympathisch waren (Mossi, Sadago, die Mingi-Kinder, usw), allerdings werde ich diese nicht alle aufzählen, da das bei der schieren Menge an Protagonisten einfach den Rahmen sprengen würde. Das Ende hat mich etwas verwirrt und mit vielen Fragen zurückgelassen. Wer ist Sucher wirklich? Was ist Wahrheit und was Lüge? Fazit: »Schwarzer Leopard, roter Wolf« ist eine brutale, vulgäre, phantasievolle, spannende und atemberaubende Geschichte, die so anders ist, als alles, was ich bisher gelesen habe. Dieses Buch wird euch schockieren und vermutlich anwidern. Es wird euch verwirren und sprachlos zurücklassen. Es wird euch aber auch verzaubern und euch eine völlig neue Welt eröffnen. Aufgrund des etwas schweren Einstiegs und des manchmal sehr verwirrenden Schreibstils ziehe ich einen halben Stern ab. »Schwarzer Leopard, roter Wolf« hat mich so sehr beeindruckt und unterhalten, dass ich gar nicht anders kann, als dieses Buch auf die Liste meiner Jahreshighlights zu setzen. Ich freue mich auf den nächsten Teil und kann es kaum erwarten, erneut in diese beeindruckende Welt einzutauchen! 4,5/5 Vielen Dank an das Bloggerportal und an Heyne Hardcore, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

Eine gänzlich andere Art von Fantasy
von Hilal Türe aus Bielefeld am 28.11.2019

Zum Inhalt: Sucher wird er genannt. Denn er hat eine einzigartige Gabe. Mit seinem ausgeprägten Geruchssinn nimmt er auch die kleinsten Gerüche wahr und findet so vermisste Menschen. Eines Tages wird er angeheuert, um einen kleinen Jungen zu finden, der vor drei Jahren verschwand. Keine leichte Aufgabe, denn die Hintergründe se... Zum Inhalt: Sucher wird er genannt. Denn er hat eine einzigartige Gabe. Mit seinem ausgeprägten Geruchssinn nimmt er auch die kleinsten Gerüche wahr und findet so vermisste Menschen. Eines Tages wird er angeheuert, um einen kleinen Jungen zu finden, der vor drei Jahren verschwand. Keine leichte Aufgabe, denn die Hintergründe seines Verschwindens sind sehr mysteriös. Zudem soll Sucher in einem Team voller dubioser Gestalten mitarbeiten. Gemeinsam ziehen sie durch märchenhafte Orte und begegnen Hexen, Dämonen und Gestaltwandler. Eine lange und gefährliche Reise beginnt... Meine Leseerfahrung: Ich habe bisher kaum ein Buch abgebrochen. Selbst durch die anspruchsvollsten Werke großer Meister habe ich mich immer durchgerungen. Bei "Schwarzer Leopard, roter Wolf" war ich tatsächlich kurz davor, aufzugeben, und zwar nicht, weil der Roman zu anspruchsvoll wäre. Mich hat einfach die vulgäre Sprache kombiniert mit den vielen vielen niveaulosen Erzählabschnitten an meine Grenzen geführt und dermaßen ermüdet, dass ich fast das Buch am Liebsten in die Ecke geschmissen und nie wieder angerührt hätte. Nach einer langen krankheitsbedingten Pause habe ich es allerdings wieder versucht und war gefühlt erst nach der Hälfte des Buches in der eigentlichen Story drin. Dabei wäre Marlon James auch ohne diese nervtötende Sprache ausgekommen, wenn er sich nur einfach an die Geschichte gehalten hätte. Die hat es wiederum in sich, weil man als Leser von einer Story in die nächste geschmissen wird und ständig den roten Faden verliert. Zudem kommt gefühlt in jedem zweiten Satz das "böse" englische F-Wort vor, natürlich ins Deutsche übersetzt. Auf Dauer nervt es nur noch und war für mich sehr aufreibend. Überhaupt ist Sex eine große Sache, jeder mit jedem und auf alle erdenkliche Weisen, dass man zeitweise denkt, man lese einen Erotik-Fantasy-Roman, wobei das immer noch zu harmlos klingt. Denn der Autor hat neben Themen wie Homosexualität und/oder Bisexualität auch so ziemlich alle verstörenden Punkte wie Sodomie, Sadomaso, Perversionen jeglicher Art, Vergewaltigungen am laufenden Band sowie Kannibalismus in allen Facetten in diesem einen Buch in einen derartigen bizarren Einklang gebracht, dass man als Leser sich gar nicht erst in dieser fiktiven Welt des präkolonialen Afrikas bewegen möchte.  Mich hatte vornehmlich der gezogene Vergleich zu Tolkien und George R. Martin neugierig auf das Buch gemacht. Die Sprache und der Erzählstil von Tolkien ist allerdings ein ganz anderes Level. Ich finde diesen Vergleich nunmehr äußerst anmaßend. Selbst die Gewalt und Brutalität von "Game of Thrones" ist nichts gegen diese grausame anwidernde Welt voller mythischer Wesen und absonderlicher Szenarien. Fazit: Dieser Roman ist ganz sicher nichts für schwache Gemüter. Marlon James hat mit der Dosis an Provokation durch schockierende Erzählabschnitte dermaßen übertrieben, dass man als Leser völlig von der Brutalität dieser grotesken Welt erschlagen wird. Darunter leidet jedoch die gesamte Story, die eigentlich spannend und mitreißend hätte sein können.