Georg Kreisler gibt es gar nicht

Die Biographie

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Georg Kreisler wird 1922 in Wien in ein jüdisches Elternhaus hineingeboren. Seine Kindheit ist nicht glücklich, und sie wird überschattet von Ausgrenzung und wachsendem Antisemitismus. 1938 gelingt es Kreisler nach dem »Anschluss« Österreichs quasi in letzter Minute mit seinen Eltern in die USA zu fliehen. Dort wird er bald in die US-Army eingezogen. Nach mühseligen Anfängen als Entertainer und Barpianist nimmt seine musikalische Karriere immer mehr Gestalt an. Sie wird über fünf Jahrzehnte dauern. 1955 kehrt Kreisler nach Europa zurück. Er stirbt 2011 in Salzburg.
Portrait
Hans-Juergen Fink, geboren 1953, studierte Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Pädagogik in Mainz und Marburg. Er schreibt seit 1969 für Tageszeitungen, seit 1980 für das »Hamburger Abendblatt«. Dort ist er Kultur-Chef.

Michael Seufert, geboren 1943, war von 1970 bis 1997 beim STERN, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur. Seither ist er als freier Autor und Journalist tätig.

Georg Kreisler, geboren 1922 in Wien, gestorben 2011 in Salzburg, war Kabarettist, Komponist, Satiriker und Schriftsteller. Er emigrierte 1938 in die USA, wurde zunächst Soldat und betätigte sich später als Entertainer und Interpret seiner eigenen Lieder. 1955 kehrte er nach Europa zurück.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 01.05.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-16893-4
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,2/12,4/1,9 cm
Gewicht 282 g
Abbildungen , 38 zum Teil farbige Abbildungen 19 cm
Auflage 1
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Äußerst spannende Biographie
von einer Kundin/einem Kunden am 29.05.2011

Georg Kreisler wuchs im Wien der zwanziger Jahre als Kind einer jüdischen Familie auf. Das unheimliche Wien“ nennen die Autoren Hans-Juergen Fink und Michael Seufert die Stadt in der der junge Georg Kreisler aus heiterem Himmel damit konfrontiert wurde, Jude zu sein. Das war bisher nicht wichtig und ihm... Georg Kreisler wuchs im Wien der zwanziger Jahre als Kind einer jüdischen Familie auf. Das unheimliche Wien“ nennen die Autoren Hans-Juergen Fink und Michael Seufert die Stadt in der der junge Georg Kreisler aus heiterem Himmel damit konfrontiert wurde, Jude zu sein. Das war bisher nicht wichtig und ihm auch gar nicht bewusst gewesen. "Sei nicht so laut, wir sind Juden." ermahnte ihn jedoch plötzlich seine Mutter und einige seiner Mitschüler lauerten ihm nach Schulschluss auf, um ihn zu verprügeln und zu beschimpfen. "Wenn es keinen Antisemitismus gäbe, wäre ich wahrscheinlich auch kein Jude. Ich weiß mehr über das Judentum, weil ich verfolgt wurde, als wenn das nicht der Fall gewesen werde." bringt Kreisler den Widerspruch der Identitäten auf den Punkt, die erst durch Erfahrungen der Diskriminierung gefestigt werden. Schon in Wien näherte sich Kreisler der Musik, er erhielt Klavier-, und Geigenunterricht. Er blieb zeitlebens ein begnadeter und geradezu manischer Auswendiglerner, noch heute kann er die Besetzung aller Opern, die er im Wien von 1938 sah und hörte, wiedergeben. Dirigent wollte er werden und ergänzte den Unterricht auf den Instrumenten mit Musiktheorie. 1955 kehrte Kreisler von seinem Aufenthalt in Amerika nach Europa zurück und machte mit Qualtinger, Wehle und Bronner Kabarett. Er entschied sich dann jedoch für eine Solo-Karriere, ihm war es zu seicht, was seine Kollegen auf die Bühne brachten. Kreisler, bitterböse und mit scharfen Urteilen, pfeift auf diplomatische Beziehungen innerhalb des Kunstbetriebes und fällt so auch immer wieder aus dessen Rahmen. Mit aggressiven Chansons, wie seinem bekanntesten "Taubenvergiften im Park", meldet er sich gegen das Vergessen und die alltägliche Verlogenheit zu Wort. Georg Kreisler traut den Mächtigen nicht und auch nicht dem unheimlichen Frieden, der in die Stadt Wien nach dem Krieg eingekehrt ist. 1996, da lebte Kreisler in Basel, schrieb er einen offenen Brief an seine vermeintliche "Heimatstadt".Er wünschte, von der Geburtstagsliste des österreichischen Staates gestrichen zu werden. Als Begründung gab er an, gar kein Österreicher zu sein: "denn im Jahre 1945, nach Kriegsende, wurden die Österreicher, die 1938 Deutsche geworden waren, automatisch wieder Österreicher, aber diesmal nur diejenigen, die die Nazizeit mitgemacht hatten. Wer unter Lebensgefahr ins Ausland geflüchtet war, also auch ich, bekam seine österreichische Staatsbürgerschaft nicht zurück. Ich habe mich genau erkundigt: Da ich kein Nazi war und mir überdies die Flucht vor den Nazis gelungen ist, müsste ich bei Gericht um meine österreichische Staatsbürgerschaft ansuchen, und Sie werden vielleicht verstehen, warum ich mich nicht in diese Situation begeben möchte. Es widerstrebt mir zutiefst, jemanden um die österreichische Staatsbürgerschaft bitten zu müssen. Ich bin seit 1943 amerikanischer Staatsbürger." Fazit: Michael Seufert und Hans-Jürgen Fink legen mit "Georg Kreisler gibt es gar nicht" eine kongeniale Biographie des großen Kabarettisten vor. An dem wunderschönen Band stimmt einfach alles: leichter Ton ohne Tiefenverlust, gute Lesbarkeit, schöne Bilder und ausführliche Informationen. Dazu gibt es eine CD mit den ersten Aufnahmen des Ausnahmekünstlers, die verloren geglaubt waren.