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Täter

Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden

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Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, aber die wichtigste Frage, ist bis heute nicht beantwortet: Wie waren all die „ganz normalen Männer“, gutmütigen Familienväter und harmlosen Durchschnittsmenschen imstande, massenhaft Menschen zu töten? Es gab keine Personengruppe, die sich der Aufforderung zum Morden verschlossen hätte, weshalb Erklärungsansätze, die sich auf die Persönlichkeiten der Täter, ihre Charaktereigenschaften, ihre psychische Verfassung richten, nicht weiterführen.

Harald Welzer untersucht Taten aus dem Holocaust und anderen Genoziden in ihrem sozialen und situativen Rahmen und zeigt, wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Mit seiner sozialpsychologischen Studie öffnet sich eine Perspektive auf die Täter, die auf beunruhigende Weise erhellt, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird, und wie wenig unseren moralischen Überzeugungen zu trauen ist.
Portrait
Harald Welzer, geboren 1958, ist Direktor von Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit und Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg. Daneben lehrt er an der Universität St. Gallen. In den Fischer Verlagen sind von ihm erschienen: ›'Opa war kein Nazi'. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis‹ (zus. mit S. Moller und K. Tschuggnall, 2002), ›Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden‹ (2005), ›Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben‹ (zus. mit Sönke Neitzel, 2011), der ›FUTURZWEI-Zukunftsalmanach 2017/18‹ (2016), ›Selbst denken‹ (2013), ›Autonomie. Eine Verteidigung‹ (zus. mit Michael Pauen, 2015), ›Die smarte Diktatur. Ein Angriff auf unsere Freiheit‹ (2016) und zuletzt ›Wir sind die Mehrheit. Für eine offene Gesellschaft‹ (2017). Seine Bücher sind in 21 Ländern erschienen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 01.09.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-16732-6
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,1/12,6/1,9 cm
Gewicht 255 g
Auflage 7. Auflage
Verkaufsrang 41.376
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

„Die Nicht-Zugehörigen“

Heidemarie Schulze, Thalia-Buchhandlung Zittau

Die gesellschaftliche Umsetzung der Behauptung, dass Menschen radikal und unüberbrückbar ungleich seien und darin die Grundursache für alle bestehenden Schwierigkeiten zu finden ist, führte zur Freisetzung individueller und kollektiver Energien. Die Unterscheidung von Zugehörigen und Nicht – Zugehörigen und der Versuch der vollständigen Abschaffung der Letztgenannten bilden die Grundlage der in diesem Buch beschriebenen Vernichtungsprojekte im Nationalsozialismus, in Vietnam, Ruanda und Jugoslawien. Anhand von Vernehmungsprotokollen, autobiographischen Aufzeichnungen, Erkenntnissen durch sozialpsychologische und Gehorsamkeits-Experimente wird nach Erklärungsmöglichkeiten für die erschreckend hohe Bereitschaft zur Gewalt von ganz gewöhnlichen Menschen gesucht.
Erschütterung und tiefe Abscheu über die verübten Taten sollten Triebkraft für jeden Einzelnen sein, sich eine feste moralische Grundüberzeugung an zueignen, wie sie von den drei auf Seite 117 genannten Gruppen vertreten wird.
Die gesellschaftliche Umsetzung der Behauptung, dass Menschen radikal und unüberbrückbar ungleich seien und darin die Grundursache für alle bestehenden Schwierigkeiten zu finden ist, führte zur Freisetzung individueller und kollektiver Energien. Die Unterscheidung von Zugehörigen und Nicht – Zugehörigen und der Versuch der vollständigen Abschaffung der Letztgenannten bilden die Grundlage der in diesem Buch beschriebenen Vernichtungsprojekte im Nationalsozialismus, in Vietnam, Ruanda und Jugoslawien. Anhand von Vernehmungsprotokollen, autobiographischen Aufzeichnungen, Erkenntnissen durch sozialpsychologische und Gehorsamkeits-Experimente wird nach Erklärungsmöglichkeiten für die erschreckend hohe Bereitschaft zur Gewalt von ganz gewöhnlichen Menschen gesucht.
Erschütterung und tiefe Abscheu über die verübten Taten sollten Triebkraft für jeden Einzelnen sein, sich eine feste moralische Grundüberzeugung an zueignen, wie sie von den drei auf Seite 117 genannten Gruppen vertreten wird.

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von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 04.10.2010

1. Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, jedoch selten etwas zum Thema Tätermoral. ...beunruhigend und erschreckend, wie wenig den menschlichen moralischen Überzeugungen... zu trauen und wie klein der Schritt zum Massenmörder war (oder eben ist...)! 2. Die sozialpsychologische Studie, deren Thesen mit weiteren Fallbeispielen im Buch untermauert werden, zeigt... 1. Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, jedoch selten etwas zum Thema Tätermoral. ...beunruhigend und erschreckend, wie wenig den menschlichen moralischen Überzeugungen... zu trauen und wie klein der Schritt zum Massenmörder war (oder eben ist...)! 2. Die sozialpsychologische Studie, deren Thesen mit weiteren Fallbeispielen im Buch untermauert werden, zeigt den sozialen und situativen Rahmen, in welchem Massenmorde überhaupt entstehen können, sowie gesellschaftliche Kriterien zur Früherkennung auf. 3. Die Geschwindigkeit und Dynamik, mit der ein soziales Gefüge sich verschieben und Macht entstehen kann ist bedrückend und lässt einem schaudern. 4. Die Frage nach Ethik und Moral im Zusammenhang mit dem Bösen lässt sich vorallem auf philosophischer Ebene diskutieren. Trotzdem erreicht Harald Welzer auch das nicht-akademische Publikum mit diesem Buch, weil es einfach gut geschrieben ist.