Dort dort

Roman

Tommy Orange

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Beschreibung

Tommy Orange gibt mit seinem vielbesprochenen Bestseller "Dort dort" Native Americans eine Stimme. "Eine neue Art amerikanisches Epos." (New York Times)

Jacquie ist endlich nüchtern und will zu der Familie zurückkehren, die sie vor vielen Jahren verlassen hat. Dene sammelt mit einer alten Kamera Geschichten indianischen Lebens. Und Orvil will zum ersten Mal den Tanz der Vorfahren tanzen. Ihre Leben sind miteinander verwoben, und sie sind zum großen Powwow in Oakland gekommen, um ihre Traditionen zu feiern. Doch auch Tony ist dort, und Tony ist mit dunklen Absichten gekommen. "Dort dort" ist ein bahnbrechender Roman, der die Geschichte der Native Americans neu erzählt und ein Netz aufwühlend realer Figuren aufspannt, die alle an einem schicksalhaften Tag aufeinandertreffen. Man liest ihn gebannt von seiner Wucht und seiner Schönheit, bis hin zum unerbittlichen Finale.

Tommy Orange, geboren 1982 in Oakland, ist Mitglied der Cheyenne und Arapaho Tribes. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Angels Camp, Kalifornien. 

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 19.08.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-26413-7
Verlag Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Maße (L/B/H) 21,8/14,4/3 cm
Gewicht 443 g
Originaltitel There there
Übersetzer Hannes Meyer

Buchhändler-Empfehlungen

Simone Mkirech, Thalia-Buchhandlung Magdeburg

Schonungslos konfrontiert der Autor,selbst Cheyenne,anfangs mit der Geschichte seines Volkes,bevor er von den heutigen Bewohnern erzählt.Können sie ihre Traditionen bewahren? Hoffnung und Trostlosigkeit liegen eng beieinander.Atmosphärisch dichter und eindringlicher Roman!

V. Blos, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Tommy Orange ist die klare, starke Stimme der U.S. Amerikanischen Natives, die nicht mehr nur in Reservaten leben. Bis heute sind sie auf der Suche nach einem Platz in ihrem eigenen Land, nach ihrer Tradition und Identität. Beeindruckend!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
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Tommy Orange legt den Finger in eine Wunde, die nie verheilt
von einer Kundin/einem Kunden aus Bad Münstereifel am 08.02.2020
Bewertet: Medium: Hörbuch (MP3-CD)

Ist es eine Tatsache, dass der Ursprung von Thanksgiving wirklich so ist, wie es die Amerikaner uns berichten? Also, dass die Einwanderer friedlich mit den Ureinwohnern zusammensaßen und Speise und Trank genießen konnten? Und wie geht es den Nachkommen der Natives heute? Was spielt sich in den Reservaten ab? Warum suchen viele v... Ist es eine Tatsache, dass der Ursprung von Thanksgiving wirklich so ist, wie es die Amerikaner uns berichten? Also, dass die Einwanderer friedlich mit den Ureinwohnern zusammensaßen und Speise und Trank genießen konnten? Und wie geht es den Nachkommen der Natives heute? Was spielt sich in den Reservaten ab? Warum suchen viele von ihnen Trost im Alkohol und anderen Drogen? Das sind Fragen, die ich mir immer mal wieder stelle und aus dem Grund lese ich Bücher zu diesen Themen. Dort, dort ist ein ganz besonderes Buch. Tommy Orange gehört selbst zu den Nachkommen der Natives und wer, wenn nicht er, kann authentisch über ihr Leben berichten. Er schreibt in dem Buch über die Probleme der Indianer, die nicht nur vom Rassismus der „Weißen“ geprägt sind. Bis heute werden sie diffamiert und häufig wie Ausstellungsstücke missbraucht. Sie sollen sich mit den Kostümen ihrer Vorväter schmücken und so wie sie tanzen. Alles zur Belustigung und Zeitvertreib der „Weißen“. Aber hin und wieder dürfen sie sich auch mit ihresgleichen treffen. Das Powwow in Oakland. Hier dürfen sie so sein, wie es ihnen gefällt. Die Akteure in dem Buch Dort, dort fiebern diesem Ereignis entgegen. Besonders die jungen Leute freuen sich darauf. Doch, wird ihre Hoffnung erfüllt und haben sie tatsächlich nur Freude an dem Tag? Tommy Orange beschreibt das Leben von unterschiedlichen Charakteren, die alle eins gemeinsam haben. Sie sind „Natives“. Das bedeutet auch, dass sie vor vielen Jahren von den Eindringlingen im wahrsten Sinne des Wortes überrannt wurden. Ihnen wurde die Existenz geraubt, nie gekannte Krankheiten ins Land geschleppt und sie waren nur noch Menschen zweiter Klasse. Dass das wohl nie endet, davon bin ich überzeugt. Und dass hier das Problem vieler „Indianer“ liegt, ist wohl jedem klar. Zumal sich ihr Dasein unter Präsidenten wie dem jetzigen keinesfalls zum Guten wendet. Auch er vergisst, was seine Vorfahren den Ureinwohnern antaten und diese keinerlei Recht für ihr Vorgehen hatten. Ich las nicht das Buch, sondern hörte es mir an. Es wird von Christian Brückner gelesen. Für mich war es ein Hochgenuss, diese markante Stimme über 550 Minuten zu hören. Er entführte mich eindrucksvoll in die Lebenssituation der Natives und ja, ich litt mit ihnen mit. Also ist es selbstverständlich, dass ich fünf Sterne plus und eine Hör- oder Leseempfehlung gebe.

Ein Blick auf den wahren Amerikaner
von Kaffeeelse am 10.10.2019

Tommy Orange hat mit "Dort dort" ein Buch geschrieben, welches mich tief beeindruckt hat und mich zu wahren Begeisterungsstürmen gebracht hat. Nun befasse ich mich mit der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner, der Indianer und Inuit von klein auf. Angefangen hat dies bei mir mit den Filmen von Gojko Mitic, den Büchern von L... Tommy Orange hat mit "Dort dort" ein Buch geschrieben, welches mich tief beeindruckt hat und mich zu wahren Begeisterungsstürmen gebracht hat. Nun befasse ich mich mit der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner, der Indianer und Inuit von klein auf. Angefangen hat dies bei mir mit den Filmen von Gojko Mitic, den Büchern von Lieselotte Welskopf-Henrich und Eva Lips, weiter ging es mit den Büchern von Miloslav Stingl und Erich Wustmann. Und dann war sie da, die Liebe zu der Urbevölkerung Amerikas. Heute füllen ethnographische und historische Abhandlungen über die Bevölkerung von Alaska bis Feuerland fast zwei Regalschränke in meinem Wohnzimmer. Einst war die Ethnographie ein Berufswunsch, heute ist sie Hobby. Und über die Jahre hat sich ein gewisses Wissen um die Bewohner Amerikas angesammelt. Und aus diesem Wissen heraus ist es meiner Meinung nach schon lange an der Zeit, dass die amerikanischen Staaten, und damit meine ich alle!, differenzierter und realitätsbewusster auf die Geschichte schauen und der Urbevölkerung endlich einen angestammten und situationsgerechten Platz in ihren Ländern einräumen. Ich befürchte dies wird nie geschehen. Aber uns Europäern und unseren Nachfahren in Amerika sollte klar sein, dass Amerika nicht unsere Heimat ist, sondern wir die Eingewanderten und Aggressoren sind und der ursprünglichen Bevölkerung seither das Leben schwer gemacht haben, bzw. ihnen das Leben genommen haben. Man muss sich mal vor Augen führen, in fast allen einstigen Kolonien haben sich die Kolonisatoren zurückgezogen und der ursprünglichen Bevölkerung mehr oder weniger wieder die führende Position überlassen. Nur in Amerika nicht! Dies hat natürlich Folgen! Man muss sich ebenso mal vor Augen führen, dass die Zeit der Indianerkriege/ die Zeit der Massaker an der indianischen Urbevölkerung erst Ende des 19. Jahrhunderts zu Ende gegangen ist. Die Zeit der Diskriminierung aber nicht! Indianerkinder wurden noch sehr lange den Eltern weggenommen und in Internate gesteckt, um sie zu entindianisieren, was für ein Wort, indianische Sprache und indianische Kultur waren den Kindern hier bei Strafe untersagt, dies ging in einigen Teilen Amerikas(Kanada) bis fast Ende des zwanzigsten Jahrhunderts hinein so, dies muss man sich mal vorstellen! Dies ist eine gewollte Entwurzelung und macht natürlich etwas mit den Betroffenen! In den USA formierte sich Ende der 60er Jahre indianischer Widerstand, das American Indian Movement (AIM), deren Aktionen auch hier im Buch beschrieben werden, die bekanntesten waren die Besetzung der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz und die Besetzung des ehemaligen Geländes des Massakers am Wounded Knee. Diese Entwurzelung, die Entrechtung und das Abschieben der Indianer in meist recht unwirtliche Gebiete haben natürlich Folgen, meist wirtschaftliche, aber natürlich auch psychische. Natürlich ist mittlerweile auch ein Wandel in Amerika im Gange. Und auf dieses Konglomerat wirft Tommy Orange mit seinem Buch einen interessanten und echt gelungenen Blick, einen Blick aus den Augen eines Indianers. Tommy Orange ist selbst ein Angehöriger des Cheyenne und Arapahoe Stammes und gerade dies macht diesen Blick auch so authentisch. Man merkt der Sprache in einer kleinen Prise den indianischen Ursprung des Autors an und man bemerkt auch einen gewissen Humor des Autors, etwas was mir bei der Schwere des Themas sehr gefallen hat. In diesem Buch blicken verschiedene indianische Menschen auf ihr Leben und kommen ins Sinnieren und gewähren dem Leser Einblicke in indianisches Leben und Befinden, die anfangs einzeln dastehenden Geschichten verflechten sich nach und nach, bevor es am Ende in einem gewaltigen Finale mündet. Ein Finale, wo ich mich frage, welches Finale den heutigen Indianer in Amerika erwartet? Ein Buch, welches bitter nötig ist und ein Buch, dem hoffentlich noch weitere folgen, um den Blick in Amerika endlich mal indianischer werden zu lassen. Lesen!

von einer Kundin/einem Kunden am 13.09.2019
Bewertet: anderes Format

Tommy Orange nimmt Sie in diesem Roman mit in den Lebensalltag der "Native Americans" von heute. Eine realistische Schilderung dieser bedeutsamen Randgruppe Amerikas.


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