Als ich jung war

Roman

Norbert Gstrein

(5)
Die Leseprobe wird geladen.
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
23,00
23,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

12,00 €

Accordion öffnen
  • Als ich jung war

    Piper

    Sofort lieferbar

    12,00 €

    Piper

gebundene Ausgabe

23,00 €

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

11,99 €

Accordion öffnen
  • Als ich jung war

    ePUB (Hanser)

    Sofort per Download lieferbar

    11,99 €

    ePUB (Hanser)

Beschreibung

„Norbert Gstrein ist ein Meister des 'zwielichtigen' Erzählens. Er setzt Zeichen um Zeichen. Man folgt seinem Konstrukt und seinem bewundernswert klaren Satzbau mit Spannung." Aus der Jurybegründung zur Verleihung des Österreichischen Buchpreises 2019

Am Anfang ist da nur ein Kuss. Aber gibt es das überhaupt, nur ein Kuss? Franz wächst im hintersten Tirol auf. Er fotografiert Paare "am schönsten Tag ihres Lebens", bis bei einer Hochzeitsfeier die Braut ums Leben kommt. Was hat das mit ihm zu tun? Was damit, dass er nur Wochen zuvor am selben Ort ein Mädchen geküsst hat? Vor diesen Fragen flieht er bis nach Amerika. Doch dann stirbt auch dort jemand: ein Freund, in dessen Leben sich ebenfalls mögliche Gewalt und mögliche Unschuld die Waage halten. Was wissen wir von den anderen? Was von uns selbst? Hungrig nach Leben und sehnsüchtig nach Glück findet sich Franz in Norbert Gstreins Roman auf Wegen, bei denen alle Gewissheiten fraglich werden.

Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, lebt in Hamburg. Er erhielt unter anderem den Alfred-Döblin-Preis, den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, den Uwe-Johnson-Preis, den Österreichischen Buchpreis 2019 und den Düsseldorfer Literaturpreis. Bei Hanser erschienen Die Winter im Süden (Roman, 2008), Die englischen Jahre (Roman, Neuausgabe 2008), Das Handwerk des Tötens (Roman, Neuausgabe 2010), Die ganze Wahrheit (Roman, 2010), In der Luft (Erzählungen, Neuausgabe 2011), Eine Ahnung vom Anfang (Roman, 2013), In der freien Welt (Roman, 2016), Die kommenden Jahre (Roman, 2018), Als ich jung war (Roman, 2019) sowie zuletzt Der zweite Jakob (Roman, 2021).

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 22.07.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-26371-0
Verlag Hanser, Carl
Maße (L/B/H) 18,8/12,4/3,2 cm
Gewicht 359 g
Auflage 4. Auflage

Kundenbewertungen

Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
4
1
0
0
0

bemerkenswerte Lektüre
von einer Kundin/einem Kunden am 13.05.2021

Es spielt anfangs in Tirol, Franz wächst in einem Tiroler Hotelbetrieb auf. Er erzählt von seiner Kindheit, von den Veranstaltungen und vor allem von den Hochzeiten, die in diesem Ambiente gefeiert werden. In der Familie sagt man zum eigenen Betrieb „Hochzeitsfabrik“. Franz fotografiert bei diversen Anlässen, die Fotos des Brau... Es spielt anfangs in Tirol, Franz wächst in einem Tiroler Hotelbetrieb auf. Er erzählt von seiner Kindheit, von den Veranstaltungen und vor allem von den Hochzeiten, die in diesem Ambiente gefeiert werden. In der Familie sagt man zum eigenen Betrieb „Hochzeitsfabrik“. Franz fotografiert bei diversen Anlässen, die Fotos des Brautpaares sind unvergleichlich, da er das Positive der Menschen mit der Kamera einfangen kann wie kein anderer. Sein Vater, der das Hotel führt, glänzt in jeglicher Hinsicht, seine Mutter kocht für die Gäste und hat ein Alkoholproblem. Das Hotel gibt ihm Sicherheit, er kann sein Studium abbrechen und hat immer einen Rückhalt, er arbeitet mit und fotografiert. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine Braut verschwindet und getötet aufgefunden wird. Rätselhaft bleiben die Ermittlungen zum Tod der Braut. Kurz darauf geht Franz nach Jackson, Wyoming, ein Bekannter seines Vaters hat dort eine Skischule und er kann als Skilehrer arbeiten. Aus einer vorübergehenden Beschäftigung im Ausland werden dann 13 Jahre. Dort lebt er ein scheinbar unbeschwertes Leben, hat auch immer seine Leica dabei und lernt einen tschechischen Professor, den „traurigsten Menschen der Welt“ kennen. Jedes Jahr bucht der Professor einen Skiaufenthalt in Jackson und einen Privatskilehrer, er fährt mit Franz die Pisten ab, der Professor gönnt sich und Franz sogar einmal einen Hubschrauberflug. Franz ist einer der wichtigsten Menschen für den Professor, meint auch eine befreundete Barfrau zu wissen. Als sich der Professor auf einem alleinigen Skiausflug umbringt, gewinnt auf einmal der Roman an Spannung. Von anderen guten Beziehungen oder tiefen Freundschaften wird nichts erwähnt. Franz erkennt nach dem Tod des Professors, dass er ihn eigentlich gar nicht kannte, er weiß nichts von seinen Verhältnis zu einer Frau, nicht einmal, dass der Professor verheiratet war. Seltsame Begebenheiten geschehen und man beginnt beim Lesen ebenfalls zu rätseln. Ist etwas an der Geschichte verdreht? Nach einer schweren Verletzung beim Skifahren sieht sich Franz dann gezwungen, seinen Skilehrerjob aufzugeben und wieder nach Tirol, in das Hotel, das einst sein zu Hause war, zurück zu kehren. Seit dem Tod des Vaters führt sein Bruder Viktor nun den Betrieb, nimmt Franz zwar auf, ist aber nicht sonderlich begeistert von seinem Erscheinen. Mit der Vergangenheit setzt sich Franz wieder auseinander, die Geschichte über den Tod der Braut kommt erneut zur Sprache. Seine erste Liebe oder Schwärmerei zu Sarah, einer Musikerin, die bei den Hochzeiten in früheren Zeiten für die musikalische Umrahmung sorgte, spielt eine wichtige Rolle. Aus der Vergangenheit werden wieder Ereignisse thematisiert. Beim Lesen empfand ich besonders zum Ende hin Verwirrung. Macht sich der Hauptprotagonist etwas vor, hat er eine andere Wahrnehmung oder dreht er sich seine Machenschaften vor seinem Inneren zu recht? Dieses Buch von Norbert Gstrein muss man lesen, ein paar Tage darüber nachdenken, die Geschichten ein wenig sacken lassen, damit man eventuelle Zusammenhänge erkennt. Zurecht wurde dem Autor der Österreichische Buchpreis 2019 überreicht. Danke!

Ungewöhnlich und spannend
von einer Kundin/einem Kunden aus Potsdam am 23.10.2019

Dieser Roman steht auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises 2019. Franz, der ältere Sohn eines österreichischen Hotelbesitzers, hilft schon frühzeitig mit im Betrieb. So fotografiert er im Sommer die Paare, die im Hotel ihre Hochzeit feiern und hilft im Winter den Skilehrern. Franz verliebt sich eines Tages in ein... Dieser Roman steht auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises 2019. Franz, der ältere Sohn eines österreichischen Hotelbesitzers, hilft schon frühzeitig mit im Betrieb. So fotografiert er im Sommer die Paare, die im Hotel ihre Hochzeit feiern und hilft im Winter den Skilehrern. Franz verliebt sich eines Tages in ein Mädchen. Kurze Zeit später stirbt eine Braut. War es ein Unfall oder Mord oder Selbstmord? Bald darauf wird Franz vom Vater fort, in die USA geschickt. Dort landet er in Wyoming, wird zum Skilehrer, obwohl er das nie werden wollte und bleibt für 13 Jahre. Tiefere Bindungen geht er eher nicht ein. Ein älterer tschechischer Professor, "der traurigste Mann auf der Welt" kommt jährlich und möchte nur Franz als Skilehrer, so dass sie über Jahre regelmäßigen Kontakt haben. Doch irgendwann begeht der Professor, während er wieder in seinem jährlichen Skiurlaub weilt, Suizid. Franz muss nicht lange danach, aufgrund von Skiunfällen den Job aufgeben und kehrt verarmt in die Heimat zurück. Dort wird er vorerst von seinem Bruder Victor, der mittlerweile das Hotel führt, (eher ungern) aufgenommen. Die Milieus in Österreich und Wyoming samt kalter, winterlicher Schnee- und Skiatmosphäre sind stimmungsvoll gezeichnet. Der Leser erfährt alles aus der Perspektive von Franz, der, wie sich bald herausstellt, allerdings ein sehr unzuverlässiger Erzähler ist. Er wirkt erstmal wie ein recht zielloser, träger, auch leicht irritierbarer Mensch. Stück für Stück kommt man ihm etwas näher. Der Roman ist durchzogen von seltsamen Vorkommnissen und seltsamen, häufig sehr einsamen Menschen. Thematisch geht es um toxische oder auch einseitige Beziehungen, um Mann- Frau Beziehungen. Es geht um Missbrauch, um Grenzen und Gewalt, um Macht und Ohnmacht, um Lüge und Wahrheit, um Verdrängung und verzerrte Wahrnehmung. Gerüchte, Halbwahrheiten, Vermutungen, Unklarheiten stehen im Raum. Wie gut kennen wir das Gegenüber? Wo ist das innere "Zentrum des Schweigens, ein Zentrum der Scham", an dass man sich selbst kaum heranwagt? Tja, was ist das für ein Roman – ein Kriminalroman, ein Spannungsroman, ein psychologischer Roman, eine Milieustudie – von allem etwas. In jedem Fall äußerst spannend und fesselnd erzählt. Auch sehr unterhaltsam. Vieles wird angedeutet, die Athmosphäre ist oft merkwürdig, manchmal gar gruselig. Seite um Seite wird alles ungeheuerlicher und nimmt andere Formen an, neue Perspektiven tun sich dabei auf. Im Gewahrwerden des Gesamtblicks brachte mich das Ende dann zum Schaudern. Großartig! Letztendlich bleibt ein offener Deutungsspielraum, bleibt Raum für Spekulationen und Diskussionen. Fazit: Ein klug geschriebener Roman, über die Geschichten, die nicht erzählt werden.

Als ich jung war
von einer Kundin/einem Kunden am 03.10.2019

Norbert Gstrein, ein fantastischer zeitgenössischer Geschichtenerzähler - alle seine Bücher faszinieren inhaltlich durch klare Sprache, dennoch geheimnisvoll mit Andeutungen in denen das Geschehen so klar gar nicht beschrieben wird. Fesselnd jedenfalls und lesenswet.


  • Artikelbild-0