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Im Schatten Humboldts

Eine tragische Geschichte der deutschen Ethnologie

H. Glenn Penny

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Beschreibung

Von den hohen Idealen Alexander von Humboldts bis zum erbitterten Streit um das Humboldt Forum führt ein langer und verschlungener Pfad durch die deutsche Geschichte. Kaum etwas illustriert ihn besser als die ethnologische Sammlung des Berliner Museums - mit 500.000 Objekten eine der größten der Welt. H. Glenn Penny schildert in seinem erhellenden Buch, wie diese gigantische Sammlung entstanden ist, was für Motive dahinter standen und warum ihre ursprüngliche Idee bis heute kaum beachtet wird. Sein Buch ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Versachlichung der Debatte um das koloniale Erbe der deutschen Museen.

Es ist eine tragische Geschichte, und sie beginnt - wie so oft in Deutschland - mit großen Ambitionen: Auf den Spuren Humboldts tragen Ethnologen Objekte aus der ganzen Welt zusammen, um ein "Laboratorium" der Menschheitsgeschichte zu schaffen. Es soll das Erbe bedrohter Kulturen bewahren und den aufkommenden rassistischen Ideen Einhalt gebieten. Doch schon bald geraten die Sammler in den Sog des Kolonialzeitalters und schließen Teufelspakte, damit ihr Bestand schneller wächst. Auch die ursprüngliche Vision verändert sich: Wilhelm von Bode macht aus der Denkwerkstatt ein bloßes Schaumuseum. Und wie heute wieder wird das Museum schon bald zum Schauplatz politischer Instrumentalisierungen, bei denen es um Diskursmacht geht, aber nicht um die Bedeutung der Sammlung selbst.

H. Glenn Penny ist Professor of Modern European History an der Universität Iowa und Spezialist für die Beziehungen zwischen Deutschland und den nicht-europäischen Kulturen. 2002 hat er das Standardwerk "Objects of Culture: Ethnology and Ethnographic Museums in Imperial Germany" vorgelegt.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 287
Erscheinungsdatum 18.07.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-74128-9
Verlag C.H.Beck
Maße (L/B/H) 22,1/14,4/2,5 cm
Gewicht 488 g
Abbildungen mit 37 Abbildungen
Auflage 1
Übersetzer Martin Richter

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  • INHALT

    Einleitung
    Kihawahine: Die Zukunft in der Vergangenheit

    Kapitel I
    Hawaiianische Federumhänge und Maya-Skulpturen: Das Sammeln von Ursprüngen

    Kapitel II
    Der Haida-Totempfahl und die Nootka-Adlermaske: Hypersammeln

    Kapitel III
    Bronzen aus Benin: Die Kolonialismusfragen

    Kapitel IV
    Guatemaltekische Textilien: Dauerhafte Sammelnetzwerke

    Kapitel V
    Die Maske des fliegenden Schwans: Die Vergangenheit in der Zukunft

    Epilog
    Humboldt als Zugpferd

    Danksagung

    Anhang

    Anmerkungen

    Bild- und Kartennachweis

    Personenregister