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Luzies Erbe

Roman

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gebundene Ausgabe
Einen Schritt vor, zwei zurück: Die fast hundertjährige Matriarchin Luzie Mazur hat sich Zeit gelassen mit dem Sterben. Doch nun ist sie doot bleeven, und hinterlässt ihrer Familie kaum mehr als einen abgewetzten Koffer voller Erinnerungen auf dem Kleiderschrank und fast ein Jahrhundert »Mazur’sches Schweigen«, das besonders ihrer Enkelin Johanne, selbst längst in ihren Fünfzigern, in den Ohren dröhnt. Es lässt ihr keine Ruhe, was damals war, als ihre junge Großmutter Luzie Krusenbusch sich in den »Fremdarbeiter« Jurek verliebt hat. Johanne will endlich Frieden machen mit der Geschichte ihrer Familie und dem bis in die Gegenwart andauernden Getuschel der Leute im Dorf. Und sie will mehr über »ihn« erfahren, Luzies große Liebe Jurek, eine Liebe, die nicht sein durfte, weil da ein Krieg wütete, der der Liebe einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen wollte.

Helga Bürster erzählt wunderbar leicht und dabei doch tief bewegend davon, wie ein Schicksal die Jahrzehnte überdauert, wie das Schweigen über die Vergangenheit eine Familie überschattet. Sie erzählt von vier Generationen starker Frauen – und davon, dass es für Versöhnung nie zu spät ist.
Portrait
Helga Bürster, geboren 1961, ist in einem Dorf bei Bremen aufgewachsen, wo sie auch heute wieder lebt. Sie studierte Theaterwissenschaften, Literaturgeschichte und Geschichte in Erlangen, war als Rundfunk- und Fernsehredakteurin tätig, seit 1996 ist sie freiberufliche Autorin. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Sachbücher und Regionalkrimis, zudem wurden von Radio Bremen/NDR sowie vom SWR einige Hörspiele von ihr ausgestrahlt.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 09.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-17814-9
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 21,6/13,1/3 cm
Gewicht 393 g
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 15757
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

G. Döninghaus , Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Ein besonderer Roman, der auf eine ganz stille und ruhige Art berührt, fernab von Kitsch oder Klischee. Erzählt wird die Geschichte einer (verbotenen) Liebe zu Zeiten des zweiten Weltkrieges und ihre weitreichenden Folgen auf die nächsten Familiengenerationen. Sehr zu empfehlen!

Petra Scharfenberg , Thalia-Buchhandlung Gummersbach

Eine verbotene Liebe während des 2. Weltkrieges, das Schweigen darüber und die damit verbundenen Folgen für die nachfolgenden Generationen sind die Themen dieses fesselnden Romans. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen besonders wegen des schnörkellosen Schreibstils.

Kundenbewertungen

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Das große Schweigen der Familie Mazur
von einer Kundin/einem Kunden aus Freiburg am 14.01.2020

Zum Inhalt: Als Luzie Mazur mit weit über 90 stirbt hinterlässt sie einen alten Koffer und eine kleine Blechdose. Ihre Enkelin Johanne versucht zu verstehen, warum Luzie aus ihrer Vergangenheit so ein großes Schweigen gemacht hat. Meine Meinung: Das Buch beginnt mit dem Tod von Luzie Mazur, die Hinterbliebenen tref... Zum Inhalt: Als Luzie Mazur mit weit über 90 stirbt hinterlässt sie einen alten Koffer und eine kleine Blechdose. Ihre Enkelin Johanne versucht zu verstehen, warum Luzie aus ihrer Vergangenheit so ein großes Schweigen gemacht hat. Meine Meinung: Das Buch beginnt mit dem Tod von Luzie Mazur, die Hinterbliebenen treffen sich um die Beerdigung zu besprechen und schnell wird dem Leser klar, dass etwas in dieser Familie nicht stimmt. Luzies Töchter Thea und Helene reagieren verhalten und kühl, auch Johanne hat kein herzliches Verhältnis zu ihrer Mutter. "Wer mit einem großen Schweigen aufgewachsen war, dem verschlug es die Sprache." (S. 33) Durch Rückblenden in Luzies Vergangenheit erfährt der Leser warum aus dem fröhlichen jungen Mädchen eine stille, zurückgezogene und stets hart arbeitende Frau geworden ist. Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges steht Luzie auf einem Bauernhof in Lohn und Brot und lernt dort den jungen Jurek Mazur kennen, einen Zwangsarbeiter aus Polen. Beide verlieben sich ineinander und Luzie wird schließlich ungewollt schwanger. Damit haben sie sich der "Rassenschande" schuldig gemacht und müssen um ihr Leben fürchten und die ständige Angst vor Entdeckung und das Getuschel der Leute aus dem Dorf zermürbt beide. Luzie wird geächtet. Helga Bürster ist ein Roman gelungen, der mir zu Herzen gegangen ist und mich nachdenklich zurück lässt. Aus dem Nachwort wird deutlich, dass die Handlung auf der wahren Familiengeschichte der Autorin basiert. Es wird durch dieses Buch einmal mehr klar, dass alles was zu Zeiten des Nationalsozialismus geschehen ist, auch heute noch Auswirkungen hat. Luzies Kinder Thea und Helene sind durch die damaligen Geschehnisse in besonderer Weise aufgewachsen und das hat wiederum Folgen bei der Erziehung ihrer Kinder, das "Mazur'sche Schweigen" setzte sich mit der neuen Generation fort. Fazit: Ein berührendes Porträt einer Familie, die der Nationalsozialismus nachhaltig geprägt hat. Unbedingt lesen! *Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.*

Das Marzur´sche Schweigen
von Buecherseele79 am 04.11.2019

Mit fast 100 Jahren ist Luzie nun doch friedlich eingeschlafen... trotzdem schmerzt es viele in der Familie. Thea, die erste Tochter und ihre Tochter Johanne haben sie bis zum Tod gepflegt. Nun rückt die Familie wieder zusammen um die Beerdigung zu organisieren und Johanne nutzt diese Zeit um den alten Koffer samt Dose von Luz... Mit fast 100 Jahren ist Luzie nun doch friedlich eingeschlafen... trotzdem schmerzt es viele in der Familie. Thea, die erste Tochter und ihre Tochter Johanne haben sie bis zum Tod gepflegt. Nun rückt die Familie wieder zusammen um die Beerdigung zu organisieren und Johanne nutzt diese Zeit um den alten Koffer samt Dose von Luzie genauer zu durchsuchen...denn das Marzur´sche Schweigen zieht sich durch die Familie wie ein roter Faden.... Ich dachte mir sei klar was mich hier erwarten würde und doch hat mich das Buch komplett neu überrascht und begeistert. Mag sein dass viele jetzt meinen – gibt es schon zu genüge erzählt, nichts Neues. Und doch ist dieses Buch, für mich, vom Aufbau, von Stimmung und Erzählstil anders und sehr melancholisch. Der Anfang war etwas verwirrend weil mir sehr viele Namen um die Ohren „geschlagen“ wurden, ich wusste manchmal gar nicht wer gehört hier zum wem und wer ist was. Auch spielt die Autorin gleich mit verschiedenen Zeitepochen, da bin ich etwas ins Straucheln geraten. Es lohnt sich aber dran zu bleiben, durchzuhalten und vor allem – man muss am Buch bleiben damit man den doch roten Faden, der sich durch die Geschichte zieht, nicht verliert. Seit je her kennt Johanne nur das Marzur´sche Schweigen. Was sich damals, zur Zeit des Nationalsozialismus, in dem kleinen Dorf nahe Bremen, abgespielt hat, dies bleibt eher unter Verschluss. Zu ihrer Mutter Thea hat sie nie ein gutes Verhältnis aufbauen können, die Mutter ist sehr schweigsam, genügsam und ruhig. Ganz im Gegensatz zu Helene, die zweite Tochter von Luzie, die eher aufbrausend und fordernd ist, die immer verlangt und alles besser weiß, die ihren Weg geht und dem Dorf den Rücken gekehrt hat. Alleine die zwei Gegensätze fand ich schon mal sehr interessant und gekonnt umgesetzt. Das Buch nimmt einen mit, in die aktuelle Zeit als Luzie verstorben ist, in die Zeit des Nationalsozialismus, als Luzie eine junge Dame war und wir lernen Jurek kennen, ein Pole, der nach Deutschland gebracht wurde um hier auf den Feldern und Ländereien von Landwirten zu helfen da viele Männer in Deutschland in den Krieg geschickt wurden. Er war der Sklave des Nationalsozialismus, im Dorf zu meiden, keinerlei Rechte oder Ansprüche. Und diese 2 Erzählstränge werden hier miteinander zu einer gekonnten, sehr bewegenden und doch schrecklich direkten Geschichte miteinander verwoben. Das die Autorin auch die Mundart des Nordens, das Plattdeutsch, mit eingebracht hat, das macht das Lesegefühl noch wirksamer, noch intensiver, noch kompletter. Johanne, die unbedingt wissen will, was in dem Koffer von Luzie ist, die endlich mehr über ihre Familie erfahren möchte, warum sie oft im Dorf, als Kinder, gemieden wurden oder oft noch werden. Warum die Menschen getuschelt haben, warum zog sich Luzie immer mehr zurück? Was ist eigentlich mit ihrem Großvater geschehen? Warum hat der sich von Luzie getrennt, aber nie scheiden lassen? Was ist das gemeinsame Geheimnis von Luzie und ihrem Mann? Ein Buch welches erneut aufzeigt, was Hetze, Fremdenhass und rechtes Gedankengut auslösen können, dass hier Menschen, ja ein ganzes Dorf, ganze Nationen gelitten haben. Dass man den Krieg ewig aus den Leuten Köpfen gar nicht herausbekommen hat, dass die Ängste und Sorgen sich noch von Generation zu Generation weitergegeben haben. Ich für meinen Teil bin von diesem Buch sehr berührt und angetan und kann es daher nur empfehlen! Ich bedanke mich beim Insel Verlag/Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wenn das Schweigen die Liebe erdrückt
von einer Kundin/einem Kunden aus Kyritz am 15.10.2019

Die Liebe ist langmütig. Jede Familie trägt an ihren Geheimnissen oder an ihrer Geschichte. Doch Luzies Geschichte ist nicht eine von vielen. Ihre Geschichte ist ihr Erbe und damit auch die Hoffnung auf Liebe, die sich erfüllen wird. Wir treffen auf eine Luzie, die gestorben ist und einen Koffer vielmehr eine goldene Dose vol... Die Liebe ist langmütig. Jede Familie trägt an ihren Geheimnissen oder an ihrer Geschichte. Doch Luzies Geschichte ist nicht eine von vielen. Ihre Geschichte ist ihr Erbe und damit auch die Hoffnung auf Liebe, die sich erfüllen wird. Wir treffen auf eine Luzie, die gestorben ist und einen Koffer vielmehr eine goldene Dose voll Erinnerungen zurücklässt, die sich ihre Enkelin versucht zu erschließen. In den Wirren des 2. WK geschieht das was nicht sein darf. Luzie verliert ihr Herz an einen polnischen Zwangsarbeiter Jurek. Aus Zuneigung wird Liebe und daraus Kinder. Sie verstoßen damit nicht nur gegen Rassegesetze, sondern bringen nicht nur sich, ihre Kinder sondern auch den Rest der Familie in große Gefahr. Mit mehr Glück als Verstand und jeder Menge konspirativer Hilfe vom Vater und anderen Dorfbewohner halten sie diese Zeit aus und durch. Johanne, die Enkelin von Luzie erschließt sich nach und nach die Familiengeschichte, was alles andere als einfach ist, da es in ihre Familie das große Schweigen gibt. Und dieses Schweigen geht über Generationen und wirkt nach. Die Liebe, die es einst ermöglichte, diese kleine Familie, die es nie hätte geben dürfen einst so eng zusammenhielt, wird durch ein tiefes dunkles Schweigen überschattet, was die Liebe und Zuneigung über die Generationen hinweg zu erdrücken droht. Die Autorin schreibt mit einer Leichtigkeit, die einen als Leser förmlich in diese Geschichte hineinzieht und nicht mehr loslässt. Als Leser erfährt man nicht nur so manche historische Gegebenheit sondern findet mitunter die eine oder andere parallele zur eigenen Familienhistorie. Um so beeindruckend ist es das die erzählte Geschichte an die eigene Familiengeschichte der Autorin angelehnt ist, was man der Geschichte auch anmerkt, da man als Leser diese von Anfang an als glaubwürdig einstuft. Die Figuren verwirren zwar am Anfang etwas, je mehr die Handlung voranschreitet und je mehr man über alle erfährt, desto klarer werden auch die Figuren. Die Charaktere sind alles andere als oberflächlich wodurch sie einen recht schnell ans Herz wachsen. Im Verlauf der Handlung sieht man genau, wie sich die Figuren weiterentwickeln und an ihren Aufgaben wachsen. Ist die Handlung am Anfang von einer Leichtigkeit geprägt, wird diese nach und nach von einer Art Bedrücktheit abgelöst, die dem historischen Gegebenheiten geschuldet ist. Es wird eindrücklich erzählt, was der Krieg aus einer Familie und einer Dorfgemeinschaft machen kann. Zu welchen Taten Menschen fähig sind. Und wie die Menschen, seien es Geflüchtete, Zwangsarbeiter aber auch die Bevölkerung unter den Krieg und der Tyrannei der Nationalsozialisten leiden mussten. Die Gräben die in dieser Zeit aufgeworfen wurden, sind selbst Generationen später in der einen oder anderen Form immer noch präsent und werfen ihre Schatten. Umso wichtiger ist es das eben diese Geschichten weiter erzählt werden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten und das ein solchen Leid und solch eine Tyrannei sich nie wiederholen darf. Fazit: Eine wirklich gelungene Geschichte mit einer beeindruckenden Handlung, die zwar immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her hüpft aber dadurch an Glaubwürdigkeit gewinnt. Besonders schön fand ich diese Leichtigkeit mit der die Autorin schreibt. Als Leser fängt sie einen damit ein nicht zuletzt mit der Mundart des Plattdeutschen wird die Geschichte von Seite zu Seite glaubwürdiger. Also wem ein durchaus ernstes Thema nicht abschreckt, sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Lest es und ihr werdet es lieben.