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Laufen

Roman

Isabel Bogdan überrascht mit einem Roman über eine Frau, die nach einem Schicksalsschlag um ihr Leben läuft.

Eine Ich-Erzählerin wird nach einem erschütternden Verlust aus der Bahn geworfen und beginnt mit dem Laufen. Erst schafft sie nur kleine Strecken, doch nach und nach werden Laufen und Leben wieder selbstverständlicher. Konsequent im inneren Monolog geschrieben, zeigt dieser eindringliche Roman, was es heißt, an Leib und Seele zu gesunden. Isabel Bogdan, deren Roman »Der Pfau« ein großer Bestseller wurde, betritt mit diesem Buch neues Parkett.

Eine Frau läuft. Schnell wird klar, dass es nicht nur um ein gesünderes oder gar leichteres Leben geht. Durch ihre Augen und ihre mäandernden Gedanken erfährt der Leser nach und nach, warum das Laufen ein existenzielles Bedürfnis für sie ist. Wie wird man mit einem Verlust fertig? Welche Rolle spielen Freunde und Familie? Welche Rolle spielt die Zeit? Und der Beruf? Schritt für Schritt erobert sich die Erzählerin die Souveränität über ihr Leben zurück.

Isabel Bogdan beschreibt mit großem Einfühlungsvermögen und einem ganz anderen Ton den Weg einer Frau, die nach langer Zeit der Trauer wieder Mut fasst und ihren Lebenshunger und Humor zurückgewinnt.
Portrait
Isabel Bogdan, geboren 1968 in Köln, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Sie verfasste zahlreiche Übersetzungen, u.a. von Jane Gardam, Nick Hornby und Jonathan Safran Foer. 2011 erschien ihr erstes eigenes Buch, »Sachen machen«, bei Rowohlt, außerdem schrieb sie Kurzgeschichten in Anthologien. 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung und 2011 den für Literatur. 2016 erschien ihr Roman »Der Pfau«, der ein Bestseller wurde.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 12.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05349-4
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 19,5/12,4/2,2 cm
Gewicht 271 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 7219
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Natascha Hinrichs, Thalia-Buchhandlung Bad Zwischenahn

Eine bewegende Geschichte über Verlust und Trauer und wie man sie bewältigen kann. Besonders die Form des Hörbuches konnte mich hier begeistern, da die Sprecherin eine ganz besondere Art zu Sprechen mit hineingebracht hat, die einen tief berührt. Empfehlenswert !

Cornelia Schaller, Thalia-Buchhandlung Ludwigsburg

Im wahrsten Sinne des Wortes verarbeitet die Ich Erzählerin laufend einen schweren Verlust, Verletzungen und eine Depression. Ganz langsam kämpft sie sich ins Leben zurück und mit jedem zurückgelegten Kilometer wird es etwas leichter. Anrührend und Mut machend.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
88 Bewertungen
Übersicht
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Einatmen, ausatmen, ausatmen
von Petra Gruber am 19.02.2020

Das Buchjahr 2019 war wirklich ein interessantes Jahr, so viele Titel, auf die ich mich gefreut hatte und die mich dann enttäuscht haben, aber mindestens so viele Romane, die ich gar nicht lesen wollte und die mich dann berührt und begeistert haben! „Laufen“ zählt zu diesen Überraschungsbüchern. Mir gefiel das Cover, der Klappen... Das Buchjahr 2019 war wirklich ein interessantes Jahr, so viele Titel, auf die ich mich gefreut hatte und die mich dann enttäuscht haben, aber mindestens so viele Romane, die ich gar nicht lesen wollte und die mich dann berührt und begeistert haben! „Laufen“ zählt zu diesen Überraschungsbüchern. Mir gefiel das Cover, der Klappentext klang gut, die Autorin hatte mit ihrem ersten Roman „Der Pfau“ (den ich noch nicht gelesen habe) viel Erfolg gehabt, doch dann las ich eine Leseprobe und vorbei wars mit der Begeisterung. Das Buch wurde von meiner Wunschliste gestrichen. Als dann immer mehr positive Besprechungen von Menschen, deren Lesegeschmack ich teile, erschienen, wunderte ich mich. Und gab „Laufen“ noch eine Chance. Was für ein Glück, denn es hat mir großartig gefallen, mich sehr berührt, mit Spannung bin ich mit der Protagonistin mitgelaufen, habe sie in ihrem Alltag begleitet und mich gefreut, dass es ihr langsam, Schritt für Schritt wieder besser ging. Der Protagonistin ist das Schlimmste widerfahren, was man sich vorstellen kann, ihr Lebenspartner hat Selbstmord begangen. Ein Jahr danach hat sie ihren Alltag wieder im Griff, doch die Lücke, die ihr Partner hinterlässt, die Schuldgefühle, die Trauer,… sind noch schwer zu ertragen, sie beschreibt sie als Friesennerz, der ihr die Bewegung erschwert und den Atem raubt. Zum Glück hat sie liebe Freunde, einfühlsame Musikerkollegen*innen, eine patente Therapeutin und einen netten Bruder. Doch sie alle können ihr den Trauerprozess nicht abnehmen. Etwa ein Jahr nach dem Suizid beginnt sie wieder zu laufen. Von Lauf zu Lauf wird sie fitter, aber auch die Trauer kann sie langsam, Schritt für Schritt immer besser bewältigen. Man liest hier einen traurigen, aber hoffnungsvollen Roman, bei dem man ganz viel über Trauer erfährt, auch darüber, was ein trauernder Mensch braucht. Jede*r, der*die schon jemand verloren hat, wird sich in ganz vielen Szenen wiederfinden. „Frau Mohl (die Therapeutin, Anm.) sagt, Trauern sei etwas Körperliches und es sei kein Wunder, dass ich erschöpft bin.“ S.137 „Wieso können manche Leute einen nicht einfach traurig oder wütend sein lassen, Ratschläge helfen doch nicht, bis auf die von Frau Mohl, aber die ist Profi.“ S.170 „…verrückt, dass ein Loch so schwer sein kann, da ist doch gar nichts, nur ein Mangel.“ S.192 Das Buch endet zwei Jahre nach dem Verlust ihres Partners. Traurig, aber hoffnungsvoll. Ein perfekter Schluss. „Einatmen. Zwei Jahre nächste Woche. Ausatmen. Zwei Jahre ohne ihn. Ausatmen. Er wird immer bei mir sein. Johann.“ S.198 Mich hat der Roman sehr berührt, gleichzeitig habe ich ihn mit großem Vergnügen gelesen. Eine schöne Geschichte, wunderbar erzählt. Wie gut, dass ich ihr am Ende doch noch eine Chance gegeben habe!

Atmen und weiterlaufen. Sensibles Psychogramm, sprachlich wunderschön, selten fühlte ich mich so sehr im Kopf einer Protagonistin wie hier.
von SternchenBlau am 05.02.2020

… ein ein aus aus aus aus…“ CN / Content Note: Suizid, Depression Der Tod, das ist leider so, ist eigentlich ziemlich banal. Alle werden ihn erleben, alle sind schon zuvor damit konfrontiert, weil geliebte Menschen um uns herum sterben. Aber eigentlich ist der Tod DIE existentielle Frage schlechthin. Dieser Ambivalenz ist ... … ein ein aus aus aus aus…“ CN / Content Note: Suizid, Depression Der Tod, das ist leider so, ist eigentlich ziemlich banal. Alle werden ihn erleben, alle sind schon zuvor damit konfrontiert, weil geliebte Menschen um uns herum sterben. Aber eigentlich ist der Tod DIE existentielle Frage schlechthin. Dieser Ambivalenz ist sich jede Zeile von Isabel Bogdans „Laufen“ bewusst. Auch die Protagonistin spürt das, in deren Kopf wir eintauchen und die uns ihre Sicht und ihre Gedanken als Ich-Erzählerin schildert. Sie muss sich immer wieder selbst dran erinnern, beim Laufen zwei Mal ein- und vier Mal auszuatmen. Sie kämpft gegen diese Banalität und taucht darin ein, wenn sie ihre Umgebung schildert und ihre Gedanken, die ihr manchmal selbst albern vorkommen. Ein Stück des Weges hat sie schon geschafft, als wir sie kennenlernen. Vor einem Jahr hat ihr Lebensgefährte Suizid begangen. Und jetzt sind wir dabei, wenn sie wieder mit dem Laufen beginnt, ein Jahr werden wir ihr folgen. „Manchmal träume ich vom Laufen oder vielmehr davon, nicht laufen zu können, ich muss schnell rennen, komme aber nicht vom Fleck, ich bewege mich in Zeitlupe, wie in der Schwerelosigkeit, ein Schritt dauert ewig und bringt mich nicht weiter…“ Ich bin selbst keine Läuferin, vermutlich eher das genaue Gegenteil einer Läuferin. Und trotzdem: Wow, dachte ich mir bei der ersten Zeile dieses wundervollen Buches. Und dieses Wow-Gefühl blieb in jeder Seite und jeder Zeile erhalten. Alle, die Menschen mit Depressionen kennen oder selbst damit konfrontiert waren, werden sich in diesem Buch wieder erkennen. Dennoch überwog für mich nie die Traurigkeit, sondern die Schönheit der Sprache und der Fokus auf das Leben. „Das, was noch im Boden festgewachsen ist, kommt bestimmt wieder neu, aber die beschnittenen Stümpfe sehen schrecklich verstümmelt aus, man möchte beinahe einen Verband drumwickeln und sie ein bisschen streicheln, es sieht aus, als könnte es nie wieder leben, aber das wird es wohl. Ich kann nicht mehr, ich muss langsamer laufen oder ein paar Schritte gehen, aber ich will nicht gehen, ich will rennen, mir egal, ob ich noch kann, ich kann nicht mehr.“ Natürlich ist das ganze Buch eine Metapher darüber, dass Tod und Banalität so nah beisammen liegen. Glück und Unglück. Es geht ums Weiteratmen, ums Weiterlaufen. Die Ich-Erzählerin ist gebildet, auch ihr Gedankenstrom bildet dies ab. Aber dann gibt es immer wieder Ausbrüche mit Flüchen zwischen ihrer intellektueller Selbstreflexion und ihrer Ablenkung mit Banalitäten. Ja, das Leben ist manchmal ganz schön „beschissen“, auch, wenn wir hier in Deutschland „First World“-Probleme haben, doch auch der Tod ist eben eines davon. Ich habe mir so viele Stellen markiert, weil sie wahr sind und mich angerührt habe. Wünschen wir uns nicht alle manchmal so etwas? „…ich hätte auch gern einen Geigenbauer für mich selbst, der mich wieder aufarbeitet und neu justiert, damit ich wieder klinge.“ Im Verlauf des Buches ändert sich nicht nur die Sichtweise der Protagonistin, sondern die Autorin ändert nach und nach auch Aspekte der Sprache. Das ist subkutan und geschickt (ich werde keine Beispiele nennen, damit Ihr nicht beim Lesen darauf wartet…) und eine wahre Freude beim Lesen. Sprachlich finde ich „Laufen“ ein Meisterwerk. Die Bandwurmsätze bilden den Gedankenfluss nach, gleichzeitig sind die einzelnen Elemente klar und nachvollziehbar. Die Struktur der Sprache steuert die Wahrnehmung. Ich habe übrigens parallel das Hörbuch, gelesen von Johanna Wokalek gehört. Trotzdem war es mir ein Bedürfnis jede einzelne Szene dieses wundervollen Buches selbst gelesen zu haben. Was ich auch spannend fand, dass der Rhythmus beim Hören und Lesen wirklich anders war. Beim Hören habe ich längere Passagen gehört, beim Lesen habe ich oftmals nach denen einzelnen Kapiteln, die Lauf-Sessions abbilden, aufgehört und das Gelesene wirken lassen. Als letzten Punkt möchte ich noch erwähnen, dass „Laufen“ ein wundervolles #frauenlesen ist. Es geht im die Selbstdefinition in der Beziehung, ums Älterwerden, um Attraktivität. BIPoC kommen in der weißen Hamburger Blase nicht vor und der Diversityaspekt steht nicht im Vordergrund,  doch Heterosexualität ist für die Ich-Erzählerin völlig normal und auch die Neurodivergenz ihres toten Lebensgefährten wird als Spielart des Lebens dargestellt.  FAZIT Wow! Dieses Buch ging mir so nach, ich bin absolut begeistert! 5 von 5 Sternen.

Originell
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 08.01.2020

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht, es kommt so unscheinbar daher mit dem einfachen Titel "Laufen" und doch ist es voller Tiefgang. Die Ich-Erzählerin ist 43 Jahre alt, ohne Kinder und beginnt ein Jahr nach dem Tod ihres Partners mit dem Laufen - als Ablenkung vor dem Schmerz, dem Verlust, aber auch zur Überwindung und Ve... Dieses Buch hat mich wirklich überrascht, es kommt so unscheinbar daher mit dem einfachen Titel "Laufen" und doch ist es voller Tiefgang. Die Ich-Erzählerin ist 43 Jahre alt, ohne Kinder und beginnt ein Jahr nach dem Tod ihres Partners mit dem Laufen - als Ablenkung vor dem Schmerz, dem Verlust, aber auch zur Überwindung und Verarbeitung des Verlustes. Ganz allmählich findet die Protagonistin in ihr Leben zurück. Laufen ist ein originelles, ungewöhnliches und gut geschriebenes Buch, glaubhaft und berührend. Es geht um vielmehr als nur um das Laufen im eigentlichen Sinne, "Laufen" ist ein starker und gelungener Roman über Verlust und Trauer, aber auch über die Überwindung von Schmerz und einen Neuanfang.