Luzies Erbe

Helga Bürster

(27)
Die Leseprobe wird geladen.
eBook
eBook
10,99
10,99
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
Sofort per Download lieferbar
Sie können dieses eBook verschenken  i

Weitere Formate

Taschenbuch

11,00 €

Accordion öffnen

gebundene Ausgabe

22,00 €

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

10,99 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Seit Johanne denken kann, gehören sie und ihre Familie in dem kleinen Dorf bei Bremen nicht richtig dazu. Weil ihre Großmutter Luzie Krusenbusch sich damals, mitten im Zweiten Weltkrieg, in den falschen Mann verliebt hat, in den weizenblonden Zwangsarbeiter Jurek, Johannes Großvater. Als sie fast hundertjährig stirbt, öffnet Johanne Luzies » heiligen Koffer« und geht der Liebe, dem Schmerz und dem, was während des Krieges geschah, auf den Grund ...
Helga Bürster erzählt wunderbar leicht und dabei doch tief bewegend davon, wie das Schweigen eine Familie überschattet. Sie erzählt von vier Generationen starker Frauen - und davon, dass es für Versöhnung nie zu spät ist.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 288 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 09.09.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783458764021
Verlag Insel Verlag
Dateigröße 2231 KB
Verkaufsrang 3521

Buchhändler-Empfehlungen

Katrin Grünwald, Thalia-Buchhandlung Neunkirchen

Einfühlsam erzählt uns Helga Bürster Luzies und Jureks Geschichte. Die Geschichte einer Liebe, die als verbotene Rassenschande verurteilt wird, und die nicht nur Luzies Leben, sondern auch das ihrer Kinder und Enkel für immer verändern wird.

Weltgeschichte und persönliches Schicksal treffen aufeinander

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Matriarchin Luzie Mazur hütet einen alten Koffer und eine goldene Dose wie einen Schatz. Als sie beinahe hundertjährig verstirbt, macht sich ihre Enkelin Johanne daran, anhand des Inhalts die geheimnisumwitterte Geschichte ihrer Familie, weit zurückreichend in die Zeit des 2. Weltkrieges, zu ergründen. Familiäres Beziehungsgeflecht ist komplex. Wir werden geprägt von unserer Umgebung und unseren Erfahrungen. Das Erleben von Vertreibung, Flucht und Kriegsgräuel wirkt generationsübergreifend nach. Vergangenheit lässt sich nicht auslöschen. Lediglich Aussöhnung mit der Vergangenheit ist möglich. Sprachlosigkeit macht handlungsunfähig. Schweigen kann die grausamste Lüge sein. Die Lebensgeschichte ihrer Großeltern prägte Helga Bürsters Leben. Für die Leserschaft schrieb sie diese Geschichte auf. Es entstand ein intensiver und persönlicher Roman, den es zu lesen lohnt.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
27 Bewertungen
Übersicht
22
5
0
0
0

Berührende Familiengeschichte
von bookslove1511 am 23.08.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Als Luzie Mazur mit fast 100 Jahren im Kreis ihre Tochter Thea und ihre Enkelin Johanne friedlich auf ihrem Bett stirbt, hinterlässt sie ihrer Familie kaum mehr als einen abgewetzten Koffer voller Erinnerungen. Einen Koffer, der fast ein Jahrhundert auf dem Kleiderschrank steht und keine berühren durfte. In der Familie Mazur wur... Als Luzie Mazur mit fast 100 Jahren im Kreis ihre Tochter Thea und ihre Enkelin Johanne friedlich auf ihrem Bett stirbt, hinterlässt sie ihrer Familie kaum mehr als einen abgewetzten Koffer voller Erinnerungen. Einen Koffer, der fast ein Jahrhundert auf dem Kleiderschrank steht und keine berühren durfte. In der Familie Mazur wurde nicht viel geredet, besonders über die Vergangenheit nicht. Denn Luzie hat sich damals, mitten im Zweiten Weltkrieg in den „falschen“ Mann, in den Zwangsarbeiter Jurek verliebt. Seitdem gehören die Familie Mazur in dem kleinen Dorf bei Bremen nicht richtig dazu, wo bis heute andauernden Getuschel der Dorfmitbewohner die Frauen keine Ruhe lässt. Johanne, selbst längst in ihren fünfzigern, möchte endlich Frieden mit der Geschichte schließen und macht sie den Heiligen Koffer von Luzie auf. Dabei stößt sie auf eine große Liebe, eine Liebe nicht sein durfte weil da ein Krieg wütete. Eine Liebe die gesamte Familie einen Strich durch die Rechnung machen wollte... Eine wunderschöne, tief ergreifende vor allem eine wahre Geschichte, die ich stellenweise mit Gänsehaut gelesen hab. Die Autorin erzählt die Lebensgeschichte von ihren Großeltern, lässt die Leser mit den echten Feldbriefen auf eigenen Familiengeschichte hineinzublicken. Ruhig, liebevoll vielleicht etwas distanziert aber sehr gefühlvoll berichtet sie über die grauenhaften Zweiten Weltkrieg, über die Not und Hunger, über Zwangsarbeiter und besonders über die Liebe zwischen verschiedenen Nationalitäten, die damals Verboten war. Ich habe mit Luzie gelitten, verhungert, geweint und geliebt... Wie sie mit einem Baby, ohne jegliche Hilfe und kaum Geld gelebt hat, hat mich als Mutter total mitgenommen. Obwohl mir das Buch äußerst gefallen hat, habe ich trotzdem ein Stern abzug, und zwar wegen den vielen plattdeutschen Begriffen. Ich bin selbst eine Norddeutsche und mein Vorteil beim Lesen war: Ich kann Plattdeutsch Lesen und Verstehen, aber sogar ich hatte meine Probleme mit einigen Wörtern. Für die Leser von anderen Bundesländern, denke ich, wird der Schreibstil eine Herausforderung. Nichts des trotzt ist es eine Geschichte, die mich begeistern konnte, und ich die gesamte Familie nicht so einfach vergessen würde.

Das große Schweigen der Familie Mazur
von Jasika am 14.01.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Zum Inhalt: Als Luzie Mazur mit weit über 90 stirbt hinterlässt sie einen alten Koffer und eine kleine Blechdose. Ihre Enkelin Johanne versucht zu verstehen, warum Luzie aus ihrer Vergangenheit so ein großes Schweigen gemacht hat. Meine Meinung: Das Buch beginnt mit dem Tod von Luzie Mazur, die Hinterbliebenen tref... Zum Inhalt: Als Luzie Mazur mit weit über 90 stirbt hinterlässt sie einen alten Koffer und eine kleine Blechdose. Ihre Enkelin Johanne versucht zu verstehen, warum Luzie aus ihrer Vergangenheit so ein großes Schweigen gemacht hat. Meine Meinung: Das Buch beginnt mit dem Tod von Luzie Mazur, die Hinterbliebenen treffen sich um die Beerdigung zu besprechen und schnell wird dem Leser klar, dass etwas in dieser Familie nicht stimmt. Luzies Töchter Thea und Helene reagieren verhalten und kühl, auch Johanne hat kein herzliches Verhältnis zu ihrer Mutter. "Wer mit einem großen Schweigen aufgewachsen war, dem verschlug es die Sprache." (S. 33) Durch Rückblenden in Luzies Vergangenheit erfährt der Leser warum aus dem fröhlichen jungen Mädchen eine stille, zurückgezogene und stets hart arbeitende Frau geworden ist. Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges steht Luzie auf einem Bauernhof in Lohn und Brot und lernt dort den jungen Jurek Mazur kennen, einen Zwangsarbeiter aus Polen. Beide verlieben sich ineinander und Luzie wird schließlich ungewollt schwanger. Damit haben sie sich der "Rassenschande" schuldig gemacht und müssen um ihr Leben fürchten und die ständige Angst vor Entdeckung und das Getuschel der Leute aus dem Dorf zermürbt beide. Luzie wird geächtet. Helga Bürster ist ein Roman gelungen, der mir zu Herzen gegangen ist und mich nachdenklich zurück lässt. Aus dem Nachwort wird deutlich, dass die Handlung auf der wahren Familiengeschichte der Autorin basiert. Es wird durch dieses Buch einmal mehr klar, dass alles was zu Zeiten des Nationalsozialismus geschehen ist, auch heute noch Auswirkungen hat. Luzies Kinder Thea und Helene sind durch die damaligen Geschehnisse in besonderer Weise aufgewachsen und das hat wiederum Folgen bei der Erziehung ihrer Kinder, das "Mazur'sche Schweigen" setzte sich mit der neuen Generation fort. Fazit: Ein berührendes Porträt einer Familie, die der Nationalsozialismus nachhaltig geprägt hat. Unbedingt lesen! *Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.*

Das Marzur´sche Schweigen
von Buecherseele79 am 04.11.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Mit fast 100 Jahren ist Luzie nun doch friedlich eingeschlafen... trotzdem schmerzt es viele in der Familie. Thea, die erste Tochter und ihre Tochter Johanne haben sie bis zum Tod gepflegt. Nun rückt die Familie wieder zusammen um die Beerdigung zu organisieren und Johanne nutzt diese Zeit um den alten Koffer samt Dose von Luz... Mit fast 100 Jahren ist Luzie nun doch friedlich eingeschlafen... trotzdem schmerzt es viele in der Familie. Thea, die erste Tochter und ihre Tochter Johanne haben sie bis zum Tod gepflegt. Nun rückt die Familie wieder zusammen um die Beerdigung zu organisieren und Johanne nutzt diese Zeit um den alten Koffer samt Dose von Luzie genauer zu durchsuchen...denn das Marzur´sche Schweigen zieht sich durch die Familie wie ein roter Faden.... Ich dachte mir sei klar was mich hier erwarten würde und doch hat mich das Buch komplett neu überrascht und begeistert. Mag sein dass viele jetzt meinen – gibt es schon zu genüge erzählt, nichts Neues. Und doch ist dieses Buch, für mich, vom Aufbau, von Stimmung und Erzählstil anders und sehr melancholisch. Der Anfang war etwas verwirrend weil mir sehr viele Namen um die Ohren „geschlagen“ wurden, ich wusste manchmal gar nicht wer gehört hier zum wem und wer ist was. Auch spielt die Autorin gleich mit verschiedenen Zeitepochen, da bin ich etwas ins Straucheln geraten. Es lohnt sich aber dran zu bleiben, durchzuhalten und vor allem – man muss am Buch bleiben damit man den doch roten Faden, der sich durch die Geschichte zieht, nicht verliert. Seit je her kennt Johanne nur das Marzur´sche Schweigen. Was sich damals, zur Zeit des Nationalsozialismus, in dem kleinen Dorf nahe Bremen, abgespielt hat, dies bleibt eher unter Verschluss. Zu ihrer Mutter Thea hat sie nie ein gutes Verhältnis aufbauen können, die Mutter ist sehr schweigsam, genügsam und ruhig. Ganz im Gegensatz zu Helene, die zweite Tochter von Luzie, die eher aufbrausend und fordernd ist, die immer verlangt und alles besser weiß, die ihren Weg geht und dem Dorf den Rücken gekehrt hat. Alleine die zwei Gegensätze fand ich schon mal sehr interessant und gekonnt umgesetzt. Das Buch nimmt einen mit, in die aktuelle Zeit als Luzie verstorben ist, in die Zeit des Nationalsozialismus, als Luzie eine junge Dame war und wir lernen Jurek kennen, ein Pole, der nach Deutschland gebracht wurde um hier auf den Feldern und Ländereien von Landwirten zu helfen da viele Männer in Deutschland in den Krieg geschickt wurden. Er war der Sklave des Nationalsozialismus, im Dorf zu meiden, keinerlei Rechte oder Ansprüche. Und diese 2 Erzählstränge werden hier miteinander zu einer gekonnten, sehr bewegenden und doch schrecklich direkten Geschichte miteinander verwoben. Das die Autorin auch die Mundart des Nordens, das Plattdeutsch, mit eingebracht hat, das macht das Lesegefühl noch wirksamer, noch intensiver, noch kompletter. Johanne, die unbedingt wissen will, was in dem Koffer von Luzie ist, die endlich mehr über ihre Familie erfahren möchte, warum sie oft im Dorf, als Kinder, gemieden wurden oder oft noch werden. Warum die Menschen getuschelt haben, warum zog sich Luzie immer mehr zurück? Was ist eigentlich mit ihrem Großvater geschehen? Warum hat der sich von Luzie getrennt, aber nie scheiden lassen? Was ist das gemeinsame Geheimnis von Luzie und ihrem Mann? Ein Buch welches erneut aufzeigt, was Hetze, Fremdenhass und rechtes Gedankengut auslösen können, dass hier Menschen, ja ein ganzes Dorf, ganze Nationen gelitten haben. Dass man den Krieg ewig aus den Leuten Köpfen gar nicht herausbekommen hat, dass die Ängste und Sorgen sich noch von Generation zu Generation weitergegeben haben. Ich für meinen Teil bin von diesem Buch sehr berührt und angetan und kann es daher nur empfehlen! Ich bedanke mich beim Insel Verlag/Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar.


  • Artikelbild-0