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Der junge Doktorand

Roman

Jan Peter Bremer

(11)
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Beschreibung

Jan Peter Bremer, 1965 in Berlin geboren, erhielt für einen Auszug aus seinem Roman »Der Fürst spricht« 1996 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Er nahm Aufenthaltsstipendien im In- und Ausland wahr, unterrichtete am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und veröffentlichte zahlreiche weitere ausgezeichnete Romane, Hörspiele und ein Kinderbuch. Für seinen Roman »Der amerikanische Investor« (2011) wurde Bremer zuletzt mit dem Alfred-Döblin-Preis, dem Mörike-Preis und dem Nicolas-Born-Preis ausgezeichnet. Sein neuer Roman »Der junge Doktorand« ist für den Deutschen Buchpreis 2019 nominiert. Jan Peter Bremer lebt in Berlin.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 02.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8270-1389-7
Verlag Berlin Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,1/2,2 cm
Gewicht 333 g
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 70943

Buchhändler-Empfehlungen

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Dresden

Man könnte das Buch auch "Szenen einer Ehe" nennen - mit dem "jungen Doktoranden" als Publikum. Wie in einer einzigen Kamerafahrt mäandert der Roman zwischen den drei Protagonisten hin und her ... Atemlos wird man ins Geschehen hineingezogen .

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Ein Kammerspiel, das die Protagonisten entlarvt und sich von Seite zu Seite steigert. Um den jungen Doktoranden geht es eigentlich gar nicht, er sitzt zwischen allen Stühlen und die Situation eskaliert immer weiter. Erinnert mich an "Die Katze auf dem heißen Blechdach".

Kundenbewertungen

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Der junge Doktorand
von Arienette am 13.10.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Das Ehepaar Greilach wartet auf den schon lange angekündigten Besuch des jungen Doktoranden. Günter Greilach ist ein erfolgloser Maler, gemeinsam mit seiner Frau Natascha hat er sich in ein kleines Städtchen zurückgezogen. Dort wird viel getratscht, auch darüber, dass der junge Doktorand über das Werk von Greilach schreiben möc... Das Ehepaar Greilach wartet auf den schon lange angekündigten Besuch des jungen Doktoranden. Günter Greilach ist ein erfolgloser Maler, gemeinsam mit seiner Frau Natascha hat er sich in ein kleines Städtchen zurückgezogen. Dort wird viel getratscht, auch darüber, dass der junge Doktorand über das Werk von Greilach schreiben möchte. Nun ist der junge Mann da und das Ehepaar wird enttäuscht in ihrer Erwartung eines interessanten Austausches. Das Ehepaar bemüht sich um den jungen Mann, beide auf ihre eigene Weise. Es zeigt sich, dass sie in ihrer Gedankenwelt nur um sich kreisen, dass sie unfähig sind zu kommunizieren. Während die Greilachs um sich selbst kreisen, ist der junge Doktorand nach außen offen und engagiert sich für Geflüchtete. Jan Peter Bremer schafft es in diesem schmalen Roman, die Selbstüberschätzung im Kunstbetrieb und die enge Sichtweise mit dem Blick nie nach Außen, sondern nur nach Innen zu sich selbst, zu entlarven. Ein lesenswertes Buch, das die Nominierung zum Deutschen Buchpreis 2019 verdient hat.

Jan Peter Bremer – Der junge Doktorand
von Miss.mesmerized am 06.09.2019

Zwei lange Jahre schon haben die Greilachs die Ankunft des Doktoranden erwartet und sich ausgemalt, wie sich der Aufenthalt des Bewunderers gestalten könnte. Viel haben sie im Dorf darüber gesprochen, dass das Werk des Malers Günter Greilach nun wissenschaftlich betrachtet und gewürdigt werden soll und Natascha erwartet eine spa... Zwei lange Jahre schon haben die Greilachs die Ankunft des Doktoranden erwartet und sich ausgemalt, wie sich der Aufenthalt des Bewunderers gestalten könnte. Viel haben sie im Dorf darüber gesprochen, dass das Werk des Malers Günter Greilach nun wissenschaftlich betrachtet und gewürdigt werden soll und Natascha erwartet eine spannende Abwechslung von dem ansonsten etwas eingefahrenen Alltag. Nun ist er da und der erste Eindruck ist eher enttäuschend, aber das kann ja noch werden, man muss dem jungen Mann nur richtig begegnen und ihn auf den richtigen Weg geleiteten. Schnell jedoch zeigt sich, dass der Aufenthalt sich völlig anders gestaltet als von Günter und Natascha ausgemalt und dass vorhandene Gräben plötzlich noch tiefer und unüberwindbar werden. Jan Peter Bremers kurzer Roman erinnert stark an ein Stück des absurden Theaters, in dem die Protagonisten in ihrer Gedankenwelt gefangen sind und auf den tragischen Höhepunkt hinsteuern, ohne das Unglück kommen zu sehen. In der Tat setzt er den Rahmen sehr eng und hält die dramatischen Einheiten ein, die durch die Präsenz des Doktoranden in der Wohnung der Greilachs örtlich und zeitlich begrenzt werden sich einzig um dessen antizipierten Aufenthalt drehen. Fasziniert bis erschreckt schaut man dem tragikomischen Sinnieren des älteren Ehepaars zu und verfolgt ihre sprachlich ausgereizten Dialoge, die ihre Unfähigkeit zu kommunizieren und die fehlende gedankliche Flexibilität vortrefflich entlarven. Neun Mal hatte Florian Sommer sein Ankommen angekündigt und kurzfristig wieder abgesagt, sein plötzliches Erscheinen überrumpelt die Greilachs, so dass sie sich erst sortieren müssen, bevor sie sich tatsächlich mit ihm auseinandersetzen können. Natascha, die sich für eine bescheidene, aber großartige Zuhörerin hält, sieht sich in Gedanken wie ein junges Mädchen aufblühen und den Doktoranden mit ihren immer noch vorhandenen Reizen becircen. Günter wiederum will sich auch nicht größer machen als er ist, aber nun ja, er hat einiges erreicht, sogar eine Ausstellung hatte man ihm schon in Aussicht gestellt und gerade seine unprätentiöse Haltung zu seinem Werk und der Kunst im Allgemeinen ist es doch, die faszinieren muss, weshalb er auch großzügig sein Atelier für den Doktoranden öffnen wird. Statt Florian Sommer zu fragen, weshalb er da ist und was er vorhat, projizieren sie nicht nur gedanklich, sondern auch verbal ihre Vorstellungen auf den jungen Mann, der gar keine Chance hat, den andauernden Wortschwall zu unterbrechen. „Was soll den Florian sonst von uns denken“, fuhr sie fort und deutete mit dem Kopf in seine Richtung. „Gerade du kannst es dir gar nicht leisten, dass er denkt, wir beide wären schon ganz verknöcherte Menschen.“ Diametreal steht ihr Verhalten ihrem Agieren entgegen und schafft so einen unterhaltsamen Kontrast dem man amüsiert folgt. Ab einem gewissen Punkt jedoch, wird das mentale Gefängnis, in dem Natascha und Günter unwissentlich festsitzen auch traurig, denn was sich dem Leser und Florian Sommer als fiktivem Zuhörer schnell offenbart, bleibt ihnen verborgen und so dreht sich der Strudel immer schnell und zieht sie hinab ins Verderben und lässt die Situation regelrecht eskalieren. Auf der persönlichen Ebene wird die Hybris der Figuren aufgedeckt, aber auch der Kunstbetrieb als Ganzes mit seiner Selbstüberschätzung, die durch die kleine abgeschottete Welt, in der sich die Protagonisten nur um sich selbst drehen und sich mit ihresgleichen auseinandersetzen, ohne je den Blick nach außen zu wagen oder dem Außenblick Aufmerksamkeit zu schenken, wird in dem Roman entlarvt. Jan Peter Bremer bringt dies in aller Kürze und Enge sprachlich ausgefeilt auf den Punkt. Ein Roman, der eigentlich auf eine Bühne gehört, denn er braucht kein großes Dekor, sondern spricht für sich selbst. Die Nominierung auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019 daher völlig zurecht.

Gesellschaftsroman
von einer Kundin/einem Kunden aus Lemwerder am 02.09.2019

Jan Peter Bremers Roman „Der junge Doktorand“ hat einen besonderen Stil. Günter Greilach ist Maler, ein neuer Doktorand soll seine Bilder anpreisen. Als der Doktorand Florian ankommt beginnt eine eigenartige Vorstellung. Günter Greilachs Frau nimmt ihn in Beschlag und textet ihn voll . Der Maler ist grummelig. Das Ehepaar ... Jan Peter Bremers Roman „Der junge Doktorand“ hat einen besonderen Stil. Günter Greilach ist Maler, ein neuer Doktorand soll seine Bilder anpreisen. Als der Doktorand Florian ankommt beginnt eine eigenartige Vorstellung. Günter Greilachs Frau nimmt ihn in Beschlag und textet ihn voll . Der Maler ist grummelig. Das Ehepaar macht sich gegenseitig Vorwürfe. Die Beiden irritieren Florian und mich. Jan Peter Bremer versteht es gut, diesem dünnen Buch einen besonderen Flair zu geben. Der Roman ist spritzig mit einer schönen Prosa mit Sprachwitz geschrieben. Das Cover passt und besticht von seiner Einfachheit. Ich war von der Geschichte sehr angetan.


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