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Wir waren eine gute Erfindung

Roman

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Was für eine Kunst es ist, die Familie zusammenzuhalten! Das wird dem alten Salomon klar, als seine Frau stirbt und er die erste Familienfeier ohne sie ausrichten muss. Eine Hymne auf die Liebe, den Humor und das Überleben.
Man kennt das: Jedes Jahr kommt die Familie am Feiertag zusammen und jedes Jahr gibt es dieselben Diskussionen, werden die neuesten Anekdoten fürs Absurditätenalbum gesammelt. So auch beim Sederabend der Familie von Salomon. Zwischen den rituellen Liedern, dem Auszug aus Ägypten und der Suche nach der versteckten Matze wird erzählt, gelacht, provoziert und gestritten. Die Enkelin taucht im Palästinensertuch auf, die Tochter bekommt eine ihrer berüchtigten Schreiattacken, der Schwiegersohn verdrückt sich beim geringsten Anzeichen von Streit. Salomon selbst reißt KZ-Witze, die abgesehen von ihm, dem Auschwitz-Überlebendem, keiner zu schätzen weiß.
Aber dieses Jahr ist alles anders, Salomons Frau Sarah lebt nicht mehr. Ihre Liebe und stille Nachsicht waren es, die die Familie immer zusammenhielten. Bis Kinder und Enkel eintrudeln, bleiben Salomon noch ein paar Stunden. Wie die Erinnerung an Sarah, an das gemeinsame Glück, aber auch die schweren Zeiten bewahren? Wie dieser ­Familie mit all ihren Neurosen ein neues Zuhause geben?
Die ganze Wehmut und die provokanten Witze eines Überlebenden, vermittelt mit der zärtlichen Poesie des Nachgeborenen: Joachim Schnerf hat einen wunderbar feinfühligen Roman darüber geschrieben, was es heißt, angesichts von Verlust und Grauen der Vergangenheit die Familie und das Leben zu (er)finden.
Portrait
Joachim Schnerf, geb. 1987 in Strasbourg, ist Lektor für internationale Literatur in Paris. Wir waren eine gute Erfindung ist sein zweiter Roman und wurde in Frankreich mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 144
Erscheinungsdatum 28.08.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95614-315-1
Verlag Kunstmann, A
Maße (L/B/H) 19,5/13,1/1,7 cm
Gewicht 238 g
Originaltitel Cette Nuit
Übersetzer Nicola Denis
Verkaufsrang 53398
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

"Und wie jede Nacht seit Sarahs Tod werde ich noch ein bisschen warten, ..."

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Bremen

"...in der heimlichen Hoffnung, dass mir jemand Gutenachtsagen kommt." Die Feiertage im Kreise der Familie bauen sich immer sehr ähnlich auf. Man hat die gleichen Diskussionen wie jedes Jahr, sammelt neue Anekdoten für das Absurditätenalbum, man lacht und man streitet. So auch beim Sederabend der Familie von Salomon. Zwischen den traditionellen Liedern, dem Auszug aus Ägypten und der Suche nach der versteckten Matze wird fleißig erzählt, gelacht und gestritten. Doch dieses Jahr ist alles anders, denn der Platz von Salomons Frau Sarah wird zum ersten Mal leer bleiben. Nach ihrem Tod obliegt es nun ihm allein, den Sederabend mit der Familie gut über die Bühne zu bekommen… Joachim Schnerf beweist absolut eindrucksvoll, wie viel Gefühl man auf nicht einmal 150 Seiten pressen kann! Dieser Roman rührt zu Tränen, bringt einen zum Lachen und schafft manchmal sogar beides gleichzeitig. Die Liebe von Salomon und Sarah wird so einfühlsam geschildert, dass es beim Lesen schmerzt, wenn Salomon anfängt über das Leben nachzudenken, das nun ohne Sarah vor ihm liegt und wenn er von der Angst vor einem möglichen Vergessen berichtet, die ihn immer wieder einholt: „Ich sehe ihre Bewegungen, ihre ersten morgendlichen Gesten, ich habe die Gewissheit der Erinnerung, die allerdings die Angst, ihr Gesicht zu vergessen, nicht eindämmen kann. Eine Angst, die mich seit der Beerdigung verfolgt.“ Aber nicht nur diese Angst quält Salomon. Als KZ-Überlebender hat er Nachts immer noch Albträume und flüchtet sich tagsüber in Sarkasmus und KZ-Witze, die außer ihm niemand aus der Familie lustig findet. Sonst war Sarah immer da, um ihm den nötigen Halt zu geben, selbst wenn er sich mal wieder einen verbalen Ausrutscher geleistet hatte: „Sarah hätte ihr Leben für mein Glück gegeben, bereit, alle meine Ausrutscher zu verzeihen und sich nur an jene Glücksmomente zu erinnern, die mein Gesicht leuchten ließen. Wir liebten uns, und vielleicht tun wir das noch immer, obwohl sie nicht mehr lebt.“ Doch nun ist er allein dafür verantwortlich die Familie am Sedarabend zusammen zu halten. Als Leser verbringen wir die letzten Stunden vor diesem Fest mit ihm und seinen Gedanken, die sich darum drehen, ob er seine Erinnerungen an die Vergangenheit bewahren und der Familie, mit all den dazugehörigen Neurosen, als Familienoberhaupt noch gerecht werden kann. Ein wirklich wunderschönes, einfühlsames, manchmal schwarzhumoriges Buch, das jene Leser zu Tränen rühren wird, die sich in diese Geschichte fallen lassen. Ich bin einfach nur absolut beeindruckt davon, wie viel Gefühl der Autor auf so wenigen Seiten unterbringen konnte, wie warmherzig und einfühlsam er diese Geschichte schildert und finde, dass 5 Sterne viel zu wenig sind!

Kundenbewertungen

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Ein Juwel
von Nele33 am 02.09.2019

Joachim Schnerfs Roman „Wir waren eine gute Erfindung“, erschienen im Verlag Antje Kunstmann, vereint alles, was ein guter Roman bieten muss. Salomon ist Witwer. Sein gesamtes Leben hat er mit Sarah, seiner großen Liebe, verbracht. Sarah war der Mittelpunkt einer Familie, wie es sie hundertfach gibt und immer wieder geben wi... Joachim Schnerfs Roman „Wir waren eine gute Erfindung“, erschienen im Verlag Antje Kunstmann, vereint alles, was ein guter Roman bieten muss. Salomon ist Witwer. Sein gesamtes Leben hat er mit Sarah, seiner großen Liebe, verbracht. Sarah war der Mittelpunkt einer Familie, wie es sie hundertfach gibt und immer wieder geben wird. Jedes Jahr trifft sich die gesamte Familie bei Sarah und Salomon zum Sederabend, jedes Jahr die gleichen Rituale, Geschichten und Unstimmigkeiten. Doch dieses Jahr ist alles anders : Sarah fehlt, ihr Stuhl und ihr Glas bleiben leer. Der Leser begleitet Salomon in den letzten Stunden vor dem Eintreffen seiner Familie, seiner zwei Töchter, den Schwiegersöhnen und den zwei pubertierenden Enkeln. Seine Ängste vor der Verantwortung, dieses Fest zum ersten Mal allein zu organisieren, werden genauso thematisiert wie seine unendliche Trauer um den Verlust seine Frau. Selten haben ich ein so tiefgründiges und nachhallendes Werk auf so wenigen Seiten gelesen, und bekam das Gefühl, am Leben von Sarah, Salomon und der Familie teilgenommen zu haben. Die Protagonisten sind bis ins kleinste charakterisiert, jeder mit seinen Eigenheiten liebenswert und nachvollziehbar in ihren Handlungen. Die Vergangenheit verwebt sich mit der Gegenwart, und der Leser erfährt viel aus dem Leben Salomons, der als Kind als einziger seiner Familie Auschwitz überlebt hat und den Rest seines Lebens diesen Umstand durch Lager-Witze zu verarbeiten versucht. Trotz oder gerade deshalb ist das ganze Buch eine Liebeserklärung an das Leben und an Sarah. Für mich noch äußerst erwähnenswert wäre, dass ich als Leserin viel über das Passahfest und dessen Bedeutung für die einzelnen Generationen erfahren konnte. Joachim Schnerf ist es gelungen, Poesie, Sarkasmus, schwarzen Humor und eine bildgewaltige sowie detailreiche Sprache auf höchstem Niveau zu kombinieren. - Erstickt zwischen der Vergangenheit und dem Leben - ist nur einer von unzähligen Sätzen , die mich innehalten ließen. Dieses kleine Buch ist ein Juwel unter den Büchern, und ich kann es Lesern, die anspruchsvollen und zwischen den Zeilen liegenden Sarkasmus lieben, sehr empfehlen.