Kein Teil der Welt

Roman

Stefanie de Velasco

(21)
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Beschreibung

Vom Aufwachsen in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Klug, rasant und herzzerreißend: Stefanie de Velascos aufrüttelnder Roman gibt Einblick in eine verborgene Welt und erzählt von einem Emanzipationsprozess, der sämtliche Fundamente zum Einstürzen bringt.

Ein ostdeutsches Dorf kurz nach der Wende. Die junge Esther wurde über Nacht aus ihrem bisherigen Leben gerissen, um hier, am anderen Ende der Republik, in der alten Heimat ihres Vaters, mit der Gemeinschaft einen neuen Königreichssaal zu bauen. Während die Eltern als Sonderpioniere der Wachtturmgesellschaft von Haus zu Haus ziehen, um im vom Mauerfall geprägten Osten zu missionieren, vermisst Esther ihre Freundin Sulamith schmerzlich.

Mit Sulamith hat sie seit der Kindheit in der Siedlung am Rhein alles geteilt: die Fresspakete bei den Sommerkongressen, die Predigtdienstschule, erste große Gefühle und Geheimnisse. Doch Sulamith zweifelt zunehmend an dem Glaubenssystem, in dem die beiden Freundinnen aufgewachsen sind, was in den Tagen vor Esthers Umzug zu verhängnisvollen Entwicklungen führt. Während Esther noch herauszufinden versucht, was mit Sulamith geschehen ist, stößt sie auf einen Teil ihrer Familiengeschichte, der bislang stets vor ihr geheim gehalten wurde.

Poetisch, wortgewandt und mit unwiderstehlicher Kraft führt uns dieser Roman in eine Welt, die mitten in der unsrigen existiert und dennoch kein Teil von ihr ist. Und stellt eine unvergessliche junge Frau ins Zentrum, die alles daran setzt, selbst darüber zu bestimmen, welche Erzählungen ihr Halt geben.

»Sie schildert die Gemütszustände ihrer Protagonistin so glaubhaft und präzise, wie es wohl nur jemand kann, der eine solche Situation selbst miterlebt hat.«

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 10.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05043-1
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 20,8/13,5/4,3 cm
Gewicht 533 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 129551

Buchhändler-Empfehlungen

Michael Schenkl, Thalia-Buchhandlung Regensburg

Aufgewachsen in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas: An der Seite der Hauptfigur Esther gewährt Stefanie de Velasco in diesem lesenswerten Roman mitreißende wie ebenso oft schockierende Einblicke in eine Parallelwelt. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020!

R. Braun, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Ein ganz starkes Buch über ein schwieriges Thema. Aber dieses Buch ist so viel mehr. Es ist die Geschichte einer Freundschaft, von Liebe und von Familie. Und auch ein Buch über den Glauben. Grandios!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Eine unfassbare Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 14.03.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Immer wieder habe ich mir Gedanken gemacht, dass das, was ich gerade lese, für viele Menschen Realität ist. Ein Gedanke den ich nur schwer ertragen kann. Die Glaubenssätze und Regeln sind für mich absolut nicht nachvollziehbar. Trotz der ernsten Lage ist das Buch schön erzählt und ich habe es gerne gelesen. Emotional hat es m... Immer wieder habe ich mir Gedanken gemacht, dass das, was ich gerade lese, für viele Menschen Realität ist. Ein Gedanke den ich nur schwer ertragen kann. Die Glaubenssätze und Regeln sind für mich absolut nicht nachvollziehbar. Trotz der ernsten Lage ist das Buch schön erzählt und ich habe es gerne gelesen. Emotional hat es mich gepackt und durch alle Höhen und Tiefen mitgerissen. Am Ende hätte ich mir eine Aufklärung über den "Unfall" von Sulamtih gewünscht um besser abschließen zu können. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt.

Einblicke in eine fremd erscheinende Welt
von einer Kundin/einem Kunden aus Düsseldorf am 21.04.2020

Esther und Sulamith waren von klein auf beste Freundinnen, die alle Geheimnisse miteinander geteilt haben. Für sie als Teil der Zeugen Jehovas war da immer eine Distanz zu den Weltmenschen in der Schule. Doch dann verliebt Sulamith sich und beginnt, den Glauben mit seinen Regeln und Pflichten zu hinterfragen. Ein Jahr später... Esther und Sulamith waren von klein auf beste Freundinnen, die alle Geheimnisse miteinander geteilt haben. Für sie als Teil der Zeugen Jehovas war da immer eine Distanz zu den Weltmenschen in der Schule. Doch dann verliebt Sulamith sich und beginnt, den Glauben mit seinen Regeln und Pflichten zu hinterfragen. Ein Jahr später ist Esther mit ihren Eltern aus dem Ruhrgebiet in das Heimatdorf ihres Vaters im Osten gezogen. Es ist kurz nach der Wende und die Zeugen Jehovas sind nicht mehr verboten. Nun bauen ihre Eltern hier einen neuen Königreichssaal auf und versuchen, neue Menschen für ihren Glauben zu gewinnen. Was mit Sulamith passiert ist, darüber redet niemand. Und Esther muss feststellen, dass ihre Eltern ihr schon lange einige Dinge verheimlichen. Ich habe mich mit den Zeugen Jehovas bislang nur oberflächlich auseinandergesetzt und fand es interessant, Einblicke von einer Autorin zu erhalten, die im Alter von 15 Jahren die Gemeinschaft verlassen hat. Die Geschichte ist fiktiv, doch bei den Schilderungen von Esthers und Sulamiths Teenager-Alltag bei den Zeugen, wo sie unter anderem am Predigtdienst, Bibelstudium und Versammlungen teilnehmen und Dinge wie Geburtstag und Weihnachten nicht feiern dürfen, hat sie ihre Erfahrung einfließen lassen. Auf einer zweiten Zeitebene wird von Esthers Ankommen in Ostdeutschland berichtet, sodass man als Leser in der Zeit vor und zurück springt und allmählich erfährt, was vor dem Umzug passiert ist. Das Buch ist keine Abrechnung und beschönigt auch nichts, sondern erlaubt eine kritische Auseinandersetzung. Gleichzeitig erzählt es vom Erwachsenwerden - es geht um Freundschaft, die erste Liebe, dem Loslösen vom Elternhaus und dem Streben nach Normalität. Hier kommen jedoch die Regeln der Zeugen Jehovas ins Spiel - unter anderem darf man nicht einfach so eine Beziehung anfangen, erst recht nicht mit einem Weltmenschen - durch die bald Konflikte mit weitreichenden Folgen entstehen. Eine tiefgründige Geschichte mit vielen Einblicken in eine fremd erscheinende Welt, die an vielen Stellen bedrückt und schleichend an Dramatik gewinnt bis hin zu einem offenen Ende, das ich als stimmig erlebte.

Leben in der Wahrheit?!
von Anne Kaffeekanne am 16.11.2019

Ehrlich gesagt hatte ich am Anfang wenig Lust auf dieses Buch. Aber von Seite zu Seite hat mich die Autorin mehr gefangen genommen und begeistert. Esther wächst gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sulamith „in der Wahrheit“ bei den Zeugen Jehovas auf. Durch den Druck der Gemeinschaft und die Abschottung entwickelt sich eine b... Ehrlich gesagt hatte ich am Anfang wenig Lust auf dieses Buch. Aber von Seite zu Seite hat mich die Autorin mehr gefangen genommen und begeistert. Esther wächst gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sulamith „in der Wahrheit“ bei den Zeugen Jehovas auf. Durch den Druck der Gemeinschaft und die Abschottung entwickelt sich eine besondere Bindung. Doch Sulamith kommen immer mehr Zweifel am Glaubenssystem, sie fühlt sich eingeengt und möchte raus in „die Welt“ der "Normalen". Esther ist hin und hergerissen zwischen der Gemeinschaft und der Freundschaft. Man weiß von Anfang an, dass etwas Schreckliches geschehen ist. Gleichzeitig wird die Jetzt-Zeit und die Vergangenheit erzählt und langsam wird mehr und mehr klar, was passiert ist. Die Freundschaft der beiden Mädchen finde ich großartig beschrieben. Einfühlsam und sehr realistisch. Es gelingt der Autorin hervorragend die Atmosphäre einzufangen. Viele kleine Szenen bleiben stark im Gedächtnis. Am Anfang war ich von der Schreibweise der Autorin irritiert, aber schon bald konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Das Umfeld bei den Zeugen Jehovas ist ein Rahmen für die Beschreibung der Freundschaft. Ich hatte tatsächlich mehr Informationen über die Zeugen erwartet. Aber so ergeben sich viel universellere Fragen, die auch für den Leser aufgeworfen werden. Ist es schlecht, wenn sich eine Sekte eines verwahrlosten Kindes annimmt? Wie wichtig ist die Gemeinschaft, wie wichtig das Individuum? ... Es gibt keine Bösen, da die Personen vielschichtig sind und so handeln, wie sie es für ihre Kinder/Freunde/sich selbst als richtig erachten. Und trotzdem erwächst aus diesen Mühen Leid und schließlich eine Katastrophe. Eine ergreifende Geschichte mit wunderbaren, berührenden Szenen. Für mich ein unerwartetes Lesehighlight.

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