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Graue Bienen

Roman

Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Er überlebt nach dem Motto: Nichts hören, nichts sehen – sich raushalten. Ihn interessiert nur das Wohlergehen seiner Bienen. Denn während der Mensch für Zerstörung sorgt, herrscht bei ihnen eine weise Ordnung und wunderbare Produktivität. Eines Frühlings bricht er auf: Er will die Bienen in eine Gegend bringen, wo sie wieder in Ruhe Nektar sammeln können.
Portrait
Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew und schreibt in russischer Sprache. Er studierte Fremdsprachen (er spricht insgesamt elf Sprachen), war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach wurde er Kameramann und schrieb zahlreiche Drehbücher. Sein Roman ›Picknick auf dem Eis‹ ist ein Welterfolg. Kurkow lebt als freier Schriftsteller in Kiew und arbeitet auch für Radio und Fernsehen.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 24.07.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-07082-8
Verlag Diogenes Verlag AG
Maße (L/B/H) 18,9/12,6/3,5 cm
Gewicht 407 g
Originaltitel Serye pchely
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Sabine Grebing, Johanna Marx
Verkaufsrang 53828
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Der Krieg in der Ukraine und seine Auswirkung auf Mensch und Bienen! Wieder ein spannendes Roadmovie, wie man es von Kurkow kennt. Er beschreibt seine Charaktere liebevoll und mit viel Witz, die Szenen sind heiter bis wahnwitzig und natürlich wird auch wieder Wodka getrunken.

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Leben in der grauen Zone, nur Sergej und sein Freundfeind Paschka leben in dem Niemandsland zwischen den ukrainischen und russischen Stellungen. Im Frühjahr zieht Sergej mit seinen Bienen an vermeintlich friedliche Orte. Melancholisch, leise.

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"Damit nicht auch noch der Honig nach Krieg schmeckt"
von einer Kundin/einem Kunden aus Weeze am 23.08.2019

„Es war nicht seine Schuld, dass sein Haus jetzt im Krieg stand. Es stand im Krieg, aber es nahm nicht daran teil. Aus seinem Hof, aus den Fenstern und hinter dem Zaun hervor wurde nicht auf Feinde geschossen, was bedeutete, dass sein Haus keine Feinde haben konnte.“ (S. 432) Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrai... „Es war nicht seine Schuld, dass sein Haus jetzt im Krieg stand. Es stand im Krieg, aber es nahm nicht daran teil. Aus seinem Hof, aus den Fenstern und hinter dem Zaun hervor wurde nicht auf Feinde geschossen, was bedeutete, dass sein Haus keine Feinde haben konnte.“ (S. 432) Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Seit drei Jahren herrscht Krieg, die Einwohner haben das kleine Dorf in der grauen Zone verlassen, nur Sergej und sein ‚Kindheitsfeind‘ Paschka sind geblieben. Die Not schweißt sie zusammen, aber dennoch beschließt Sergej, seine Bienen aus der Kriegszone zu bringen: Sie sollen in Ruhe ausschwärmen, um ihren Nektar zu sammeln: damit nicht auch noch der Honig nach Krieg schmeckt. Sein Weg führt ihn zunächst in den ukrainischen Westen, wo zwar kein Krieg herrscht, man ihn jedoch schon bald als unwillkommenen Donbass-Flüchtling vertreibt. Daraufhin macht er sich auf zur Krim, die unter russischer Herrschaft steht. Doch hier wird er Zeuge von Repressalien gegen die Tataren. Langsam und sehr zurückhaltend nähert er sich deren Kultur an und wird sogar seinem Motto „Nichts hören, nichts sehen – sich raushalten“ untreu. Doch eigentlich interessiert ihn nur das Wohlergehen seiner Bienen. Denn während der Mensch für Zerstörung sorgt, herrscht bei ihnen eine weise Ordnung und wunderbare Produktivität. Der Protagonist, aus dessen Sicht der Leser diesen atmosphärischen Roman erlebt, ist ein einfacher unpolitischer Mann, der sich erinnert und träumt.. Einfühlsam schildert der Autor die bedrohliche Stimmung und das bedrückende, teilweise lähmende Klima in manchen Gegenden, aber auch die Hilflosigkeit gegenüber der Obrigkeit. Doch „Graue Bienen“ spart die realen politischen Vorgänge aus, ohne Stellung zu beziehen. Es ist so viel und gleichzeitig so wenig politisch wie Sergejitsch und liest sich so leicht und gespickt mit leisem herzlichem Humor und Wehmut, wie sein Protagonist selbst. Es ist durchsetzt von der Schönheit, die die Natur zu bieten hat und von Situationen, in denen Menschen zusammenhalten und aus ihrer Not das beste zu machen versuchen. So rückt es auf ernsthaft liebevolle Art die ‚kleinen Leute‘ in den Vordergrund, die alle auf ihre ganz eigene Art versuchen mit dem zurechtzukommen, was von ukrainischen und russischen Machthabern verursacht wurde. Am Rande erfährt man auch das ein oder andere über Bienen, wobei die entspannende und heilende Wirkung des Schlafens auf Bienenstöcken neu für mich war. Gemerkt habe ich aber auch, dass ich viel zu wenig über den Ukraine-Konflikt wusste, was mich beim Lesen dieses Buches dazu brachte, mich außerhalb weiter zu informieren. „Graue Bienen“ von Andrej Kurkow ist ein Buch, das ich trotz ernster Thematik immer wieder gern zur Hand nahm, weil mich die leise erzählte Geschichte auf ihre ganz besondere Art für sich einnehmen konnte. Eine Empfehlung! „Erst dann wandte er sich den Bienenstöcken zu, und in diesem Moment bemerkte er eine Klangwelt um sich herum, als hätte jemand sein Gehör, das über Nacht ausgeschaltet gewesen war, wieder eingeschaltet. Die Welt um ihn herum summte zart und unaufdringlich. Dieses Summen fiel mit der Bewegung der Bienen zusammen, die leicht und fast gewichtslos aus den Fluglöchern losflogen.“ (S. 224)