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Die Frau in der Themse

Roman

Steven Price

(19)
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Beschreibung

Charlotte Reckitt ist schön, stolz und gesetzlos. Ihre Coups sind phänomenal, ihre Erfolge beachtlich. Und sie ist eine Schlüsselfigur im Leben zweier Männer: William Pinkerton, berühmt-berüchtigter Detektiv, und Adam Foole, Gentleman-Dieb mit Witz und Chuzpe. Für den einen war sie einst die Erfüllung all seiner Träume, für den anderen ist sie die letzte Spur einer lebenslangen Besessenheit. Eine atemlose Jagd beginnt.

Steven Price, geboren 1976 in Victoria, British Columbia, ist ein kanadischer Lyriker und Autor. Seine Veröffentlichungen wurden mehrfach ausgezeichnet. Sein Roman ›Die Frau in der Themse‹ erschien 2019 bei Diogenes. Er ist Dozent für Poesie und Literatur und lebt mit seiner Familie in Victoria.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 928
Erscheinungsdatum 25.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-07087-3
Verlag Diogenes Verlag AG
Maße (L/B/H) 20,3/12,8/4,5 cm
Gewicht 801 g
Originaltitel By Gaslight
Auflage 1
Übersetzer Anna-Nina Kroll, Lisa Kögeböhn
Verkaufsrang 147233

Buchhändler-Empfehlungen

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Ein super gemachter Krimi, denn man unbedingt lesen sollte. Detektiv Pinkerton ist in London und jagd ein Phantom. Düster angehaucht, atmosphärisch dicht und sprachlich großartig ist dieser historische Krimi wirklich ein Lesegenuss.

Schauer-Krimi aus dem viktorianischem London

David Frey, Thalia-Buchhandlung Worms

Autor Steven Priche gelingtmit diesem Mix aus historischem Roman und englischem Schauer-Krimi meiner Meinung nach einer besten Romane des Jahres. Die düstere Erzählung um den amerikanischen Detektiv Pinkerton, der im viktorianischen London versucht das Vermächtnis seines Vaters zu erfüllen, erinnnert an die Sherlock Holmes Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle. Zur Abwechslung innerhalb der Handlung trägt auch die eingefügte hoch interessante Sequenz bei, die im amerikanischem Bürgerkrieg angesiedelt ist. Auch sprachlich überzeugt der Autor komplett, was diesen historisch angehauchten Krimi zu einem echten Lesegenuss macht.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
19 Bewertungen
Übersicht
9
8
1
1
0

Atmosphärisches Gesellschaftspanorama des viktorianischen Londons
von Lesendes Federvieh aus München am 26.02.2020

London, 1885: Die schöne, aber nicht minder gerissene Gaunerin Charlotte Reckitt ist die Schlüsselfigur im Leben zweier scheinbar gegensätzlicher Männer. William Pinkerton ist ein berühmt-berüchtigter Detektiv aus Amerika und skrupelloser Verbrecherjäger. Adam Foole hingegen ist ein charmanter Dandy-Dieb der alten Schule mit jed... London, 1885: Die schöne, aber nicht minder gerissene Gaunerin Charlotte Reckitt ist die Schlüsselfigur im Leben zweier scheinbar gegensätzlicher Männer. William Pinkerton ist ein berühmt-berüchtigter Detektiv aus Amerika und skrupelloser Verbrecherjäger. Adam Foole hingegen ist ein charmanter Dandy-Dieb der alten Schule mit jeder Menge Witz und Raffinesse. Für den einen war sie die große Liebe, die ihn Jahre zuvor grausam verraten hat, für den anderen ist sie die letzte Spur einer lebenslangen Besessenheit. Mit dem Fund der Frau in der Themse beginnt eine fulminante Jagd nach der Wahrheit. Das wohl Bemerkenswerte an diesem Roman ist die Tatsache, dass der Kriminalfall eigentlich auf knapp hundert, mit der ein oder anderen falschen Fährte vielleicht auf gut 200 Seiten hätte abgehandelt werden können. Tatsächlich handelt es sich bei „Die Frau in der Themse“ aber um einen 928 Seiten starken Wälzer, in welchem jener Fall der zerstückelten Frauenleiche eher eine marginale Rolle einnimmt. Vielmehr werden die Lebensgeschichten zweier vielschichtiger Männer in epischem Ausmaße zwischen Gegenwart und Vergangenheit im Stile eines Gesellschaftspanoramas geschildert. Die Charaktere sind vielfältig wie die Schauplätze selbst. Dank zahlreicher Rückblenden in die Vergangenheit der beiden männlichen Protagonisten Foole und Pinkerton sowie deren lebensechter Illustrierung findet man sich im Licht der Gaslaternen des lebensprallen viktorianischen Londons genauso wider wie im exotischen Südafrika der Glücksritter oder zwischen den Fronten des Amerikanischen Bürgerkrieges. Adam Foole ist ein charismatischer Gentleman-Dieb, der mit seinen spektakulären Coups für Aufsehen sorgt und einem trotz seiner offenkundig zwielichtigen Geschäftszweige innerhalb kürzester Zeit ans Herz wächst. Dazu tragen auch seine beiden ständigen Begleiter, sein junges, pfiffiges Mündel Molly und sein treuer Freund, der brummige Riese Japheth bei. Dahingegen erweckte der skrupellose, einzelgängerische Erbe der berühmten amerikanischen Pinkerton-Detektei William Pinkerton von Beginn an einen arroganten und zunehmend an wahnhafte Besessenheit grenzenden Eindruck, der sich im Laufe der Geschichte noch verschlimmern sollte. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, wie ich insgeheim dem Verbrechertrio die Daumen drückte. Denn je mehr Zeit man mit Pinkerton und Foole verbringt, je mehr man in ihren Strudel aus Schuld und Vergeltung hineingezogen wird, desto undurchsichtiger und verschieblicher werden die persönlichen Grenzen zwischen richtig und falsch. Basierend auf zwei Legenden hat Steven Price mit schriftstellerischer Raffinesse einen historischen Spannungsroman rund um einen gewöhnlichen Mord geschaffen, der mit der authentischen Schilderung des Lebensgefühls und der nahezu hautnah spürbaren Atmosphäre des viktorianischen Londons kurz vor den spektakulären Whitechapel-Morden von Jack the Ripper sowie den facettenreichen Charakteren unterhält.

hat meine Erwartungen nicht erfüllt
von einer Kundin/einem Kunden aus Oberursel am 29.01.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut: ich liebe viktorianische Krimis. Ich liebe dicke Wälzer. Ich liebe London. Und dieses Buch schien alles zu vereinen. Dann war es da: edle Otik. Tolle Haptik, die einzelnen Seiten dünnes, sehr hochwertiges Papier, Lesebändchen. Die ersten Seiten liessen sich gut an. Mein Bücherherz lach... Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut: ich liebe viktorianische Krimis. Ich liebe dicke Wälzer. Ich liebe London. Und dieses Buch schien alles zu vereinen. Dann war es da: edle Otik. Tolle Haptik, die einzelnen Seiten dünnes, sehr hochwertiges Papier, Lesebändchen. Die ersten Seiten liessen sich gut an. Mein Bücherherz lachte. Jetzt lache ich nicht mehr, denn sorry, das war leider nix für mich. Dabei war die Story so vielversprechend: Zwei Männer jagen 1885 in London nach Charlotte Reckitt, Betrügerin und femme fatal. Der eine ist William Pinkerton, Erbe der amerikanischen Pinkerton Detektei, der sie dingfest machen will, und Adam Foole, Gentleman-Gauner, der seine ehemalige Geliebte wiedersehen will. Pinkerton beschattet Reckitt eine Weile, und auf einer seiner Verfolgungen stürzt sie sich von einer Brücke in die Themse. Am anderen morgen wird eine verstümmelte Frauenleiche geborgen, und als Charlotte Reckitt identifiziert. Nun sind Pinkerton und Foole auf der Jagd nach ihrem Mörder. Wobei sich für den geschätzten Leser schon zeitnah die Frage aufwirft, ob es sich bei der Toten überhaupt um Miss Reckit handelt, aber wenn es nicht sie ist, wer ist die Leiche dann? Das ist wie gesagt die spannende Ausgangslage, und bei den Ermittlungen sind wir mit Pinkerton und dem Scotland Yard unterwegs, bzw mit Foole in den Niederungen der Londoner Gesellschaft in zwielichtigen Gegenden und Spelunken. Leider sind wir aber nicht nur bei den Ermittlungen mit an Bord, sondern auch bei epischen (und episch ist episch! Das Buch ist dick!) Rückblicken in Pinkertons Leben, und auch die Biographien aller Nebenpersonen rund um Foole herum werden extrem detailliert erzählt. Der Fall an sich ist irgendwie nur Nebensache. Dafür nehmen wir in aller Ausführlichkeit an diversen Einsätzen des jungen Pinkertons an Verhaftungen von Eisenbahnräubern im Wilden Westen teil, und lernen so einiges nebenbei über den amerikanischen Bürgerkrieg. Nicht uninteressant, aber auch nicht relevant. Und es sind hunderte von Seiten, die hierbei drauf gehen. Dieses Buch und vor allem der Erzählstil Prices wurden hochgelobt, und ich bin echt zwiegespalten. Erzählen kann er, wirklich , das Buch ist atmosphärisch dicht, aber das hätte ich mir vielleicht lieber erzählen lassen sollen, denn geschrieben war es anstrengend: durchgehend wird auf Interpunktion bei der wörtlichen Rede verzichtet. Kein Anführungszeichen nirgends, und gesprochen wird auf fast jeder Seite. Das macht mich WAHNSINNIG! Teilweise wird auch Slang ausgeschrieben, und das liest sich dann so: Sollse / machma / manchma / habse. Geht für mich gar nicht, vor allem weil ich mir dabei vorstelle, dass das ja eine deutsche Übersetzung ist. Das englische Aye allerdings wurde ständig unübersetzt stehengelassen. Las sich für mich komisch. Also mich hat das Lesen gestresst, und ich gestehe, ich habe ab Seite 350 nur noch quergelesen, und die letzten paar Kapitel dann wieder in Angriff genommen, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. Echt schade. Ich bin enttäuscht. Ich wollte das Buch mögen, aber hab es nicht geschafft, einen Bezug dazu aufzubauen. Und kein einziger Protagonist war mir sympathisch. Ich fand sie zwar alle detailliert, aber irgendwie auch distanziert beschrieben (diesen Widerspruch kriegt der Autor hin). Niemand, bei dem ich mitfiebern konnte. Ich wiederhole mich: schade.

Eine fulminante Hauptgeschichte - jedoch zerhackstückelt durch zähe Rückblenden
von einer Kundin/einem Kunden aus Pfarrkirchen am 25.12.2019

William Pinkerton jagt ein Gespenst, denn nach dem Tod seines Vaters – dem Gründer der berühmten Pinkerton-Detektei – nimmt er dessen Obsession für den Gentleman-Ganoven Edward Shade auf. Seine Suche treibt ihn nach London auf die Spuren von Charlotte Reckitt, die als Ziehtochter eines berüchtigten Diebes selbst nur knapp an den... William Pinkerton jagt ein Gespenst, denn nach dem Tod seines Vaters – dem Gründer der berühmten Pinkerton-Detektei – nimmt er dessen Obsession für den Gentleman-Ganoven Edward Shade auf. Seine Suche treibt ihn nach London auf die Spuren von Charlotte Reckitt, die als Ziehtochter eines berüchtigten Diebes selbst nur knapp an den Grenzen der Legalität lebt. Doch bei der Verfolgung von Charlotte geschieht ein Unglück – und kurz darauf wird ihr toter, zerstückelter Körper in London gefunden. Auf der Suche nach Charlottes Mörder trifft William auf Adam Foole, dessen Vergangenheit mit Charlottes stark verknüpft ist und auch wenn beide aus vollkommen unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten stammen, kreuzen sich ihre Wege auf der Suche nach Charlottes Mörder, und für William nach Edward Shade, immer wieder. Die Geschichte glänzt durch einer hervorragenden Sprache, mit der es Price absolut gelingt, die Atmosphäre Londons im späten 19. Jahrhundert einzufangen: Kutschenverfolgungen, die Observation Verdächtiger, Besuche in Spelunken und Geisterbeschwörungen – all das greift Price auf. Was für mich jedoch leider zum Verhängnis des Buches wurde. Denn obwohl die Hauptgeschichte großartig und absolut spannend erzählt ist – der Schlagabtausch zwischen Gesetz (Pinkerton) und Verbrechen (Foole) ist wunderbar -, waren die Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Protagonisten (die ich nicht als überflüssig bezeichnen will, aber meiner Meinung nach keine 300 Seiten Anteil am Roman rechtfertigen) für mich unglaublich langweilig. Das liegt natürlich an meiner persönlichen Vorliebe, denn weder kann ich mit Western etwas anfangen (denn in Pinkertons Vergangenheit sind wir häufig auf der Jagd nach Verbrechnern, die allerdings meiner Meinung nach für die Geschichte absolut irrelevant sind), noch hätte ich eine so genaue Erläuterung von Fooles Vergangenheit und Beschreibungen des Bürgerkriegs benötigt. Ein kleinerer, für mich aber leider enttäuschenderer Punkt war die Tatsache, dass Charlotte, die ich mir aus dem Klappentext als schillernde, intrigante und clevere Frau gemalt hatte, einen äußerst kleinen Raum in der Geschichte einnimmt. Ja, Foole – und auch Pinkerton – sind auf der Suche nach ihrem Mörder und ja, Fooles romantische Vergangenheit mit Charlotte in Afrika wird beleuchtet, doch in allen Szenen, in denen Charlotte in dieser oder anderer Form in Erscheinung tritt, tut sie es ätherisch – denn jedwede Selbstständigkeit wird ihr genommen, durch Foole, Pinkerton, Charlottes Onkel, Martin Reckitt, und dem Autor selbst, der ihren Handlungsstrang bereits zu Beginn mehr oder weniger versiegen lässt, genommen. Sie ist nur eine Marionette, eine Puppe im Leben der Männer, eben fast wie eine geisterhafte Erscheinung, die die Schritte der Männer nicht lenkt, sondern ihnen nur hin und wieder einen Schubs gibt. Sie selbst jedoch treibt die Geschichte nur durch ihre Passivität voran. Das hatte ich nicht erwartet, denn der Klappentext erweckte den Eindruck von einer strahlenden Persönlichkeit, die sowohl Pinkerton als auch Foole in ihre Plätze verweist. Sobald ich mich damit jedoch abgefunden hatte, konnte mich die Hauptgeschichte wieder fesseln. Die kleine Enttäuschung darüber allerdings bliebt und machte die Geschichte mit den so zähen Rückblicken insgesamt nur zu einem mittelmäßigen Buch. Mein Fazit: Die tolle Hauptgeschichte wurde durch die Rückblenden für mich zerstückelt und, leider, streckenweise zu einer ziemlichen Qual. Hätte Price in der Vergangenheit an Wörtern gespart und sein Augenmerk stärker auf das Hier und Jetzt gelegt, so wäre das Buch ein Highlight geworden.


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