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Die Frau, die nicht alterte

Roman

Grégoire Delacourt

(7)
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Beschreibung

Martine führt mit Ende zwanzig ein glückliches Leben. Sie hat studiert, mit André den Richtigen gefunden, ihn geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Die Zukunft ist für sie ein großes Versprechen. Doch als sie mit dreißig plötzlich aufhört zu altern, gerät alles ins Wanken.
Was nach dem unerreichbaren Traum so vieler Frauen klingt, wird für Martine Wirklichkeit – und zu einer ungeahnten Zerreißprobe, auch für ihre Familie. Denn wer will für immer jung sein, wenn die Liebsten, die Freunde, die Verwandten, wenn alle anderen altern? Der neue Roman des Bestsellerautors Grégoire Delacourt ist eine mitreißende Parabel auf unser bizarres Streben nach ewiger Jugend, auf die Schönheit des Alters und die alles überwindende Kraft der Liebe.

»Grégoire Delacourt schreibt poetisch.«

Grégoire Delacourt wurde 1960 im nordfranzösischen Valenciennes geboren und lebt mit seiner Familie in Paris. Sein Bestseller Alle meine Wünsche wurde in fünfunddreißig Ländern veröffentlicht. Im Atlantik Verlag erschienen von ihm zuletzt der Spiegel-Bestseller Die vier Jahreszeiten des Sommers (2016), Der Dichter der Familie (2017), Das Leuchten in mir (2018) und Die Frau, die nicht alterte (2019)..
Katrin Segerer, geboren 1987, studierte in Düsseldorf Literaturübersetzen und überträgt seither Literatur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Englischen und Französischen.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 07.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-00651-3
Verlag Atlantik Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,6/2,3 cm
Gewicht 292 g
Originaltitel La femme qui ne vieillissait pas
Auflage 1
Übersetzer Katrin Segerer
Verkaufsrang 128174

Buchhändler-Empfehlungen

Diana Goldack, Thalia-Buchhandlung Dortmund

Ich liebe die wunderschöne Sprache Delacourts, die treffenden Beschreibungen und die weise Lakonie. In aller Kürze ein wunderbares, absolut lesenswertes Gedankenspiel.

Privileg!?

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Martine passiert unglaubliches. Während sie mental reift und innerlich altert, bleibt ihr Äußeres ab dem dreißigsten Lebensjahr von den Spuren der Zeit unberührt. Was zunächst als Gewinn erscheinen mag, gerät zur tragischen Herausforderung. Ihr soziales Umfeld ist irritiert und schließlich überfordert. Die Toleranz der Andersartigkeit scheitert bereits an diesem Punkt, einer Äußerlichkeit. Der Autor hat mich schon vor Jahren begeistert mit seinem Buch namens „Alle meine Wünsche“. Heute bekommt er einen extra Stern, für die Auswahl seiner Themen und die kurzweilige und kluge Vertiefung derselben. Bezauberndes Cover!

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Plädoyer gegen den Jugendwahn
von einer Kundin/einem Kunden aus Baden-Württemberg am 20.10.2019

Die Ich-Erzählerin Martine hat eine normale Kindheit. Allerdings verliert ihr Vater ein Bein im Algerienkrieg, über den er nie spricht: „Er verglaste sein Schweigen, verschloss es wie eine Verletzung.“ Darunter leidet die lebenslustige, bildschöne Mutter, die bei einem Autounfall tragisch ums Leben kommt: „Sie hatte gerade erst... Die Ich-Erzählerin Martine hat eine normale Kindheit. Allerdings verliert ihr Vater ein Bein im Algerienkrieg, über den er nie spricht: „Er verglaste sein Schweigen, verschloss es wie eine Verletzung.“ Darunter leidet die lebenslustige, bildschöne Mutter, die bei einem Autounfall tragisch ums Leben kommt: „Sie hatte gerade erst ihren fünfunddreißigsten Geburtstag gefeiert. Ich hatte sie für unsterblich gehalten. Mit dreizehn Jahren bin ich urplötzlich gealtert.“ Der Vater zieht sich nun völlig zurück, sein Herz erstarrt zu Eis, er sucht Flucht im Alkohol. Zum Glück errettet ihn Francoise, eine liebenswerte Verkäuferin, mit der er fortan sein Leben teilt und die auch für Martine eine liebevolle Gefährtin wird: „Papa liebte sie, aber diese Liebe, das wurde mir nach und nach klar, war anders als das Verzehren, das ihn mit Maman verbunden hatte.“ Martine studiert in Paris und lernt den Zimmermann André kennen, der den Bauernhof seiner Eltern verlassen hat, um mit Holz zu arbeiten: „Plötzlich war alles funkelnagelneu, unberührter Schnee, ich hatte ein Feuer gefunden, mit dem ich nie wieder frieren würde, und ich fing an zu lachen, das Lachen eines Neugeborenen, eine Offenbarung.“ Martine hat das Lebensgefühl ihrer Zeit, sie tauscht ihren Vornamen in Betty, weil das „richtig stilvoll“ klingt. Mit einundzwanzig Jahren wird sie Grundschullehrerin und heiratet André. Sie bekommen einen Sohn, Sebastién. André ist oft auf Reisen, um andere Holzarten kennenzulernen und sich weiterzubilden. Das tut der Liebe der beiden aber keinen Abbruch. Betty freundet sich mit der Parfümerieverkäuferin Odette an, deren Freund Portraitfotograf ist. Er arbeitet an einem Fotoprojekt über den Alterungsprozess von Frauen. Jedes Jahr schießt er eine identische Aufnahme. Betty fotografiert er erstmalig mit 30 Jahren. Sie hat die Schönheit ihrer Mutter geerbt und ist glücklich: „Aber das Glück, das weiß jedes Kind, ist ein wunderlicher Gast. Man verlässt den Tisch ohne Vorwarnung, ohne Grund.“ Betty muss in den kommenden Jahren, belegt durch die Fotografien, feststellen, dass sie äußerlich nicht mehr altert. Was am Anfang durchaus reizvoll ist, entwickelt mehr und mehr eine eigene Dynamik, wird zur Pein. Ihr Mann hat Schwierigkeiten, sich mit einer so jungen Frau zu zeigen, die keinerlei Zeichen gelebten Lebens im Gesicht hat, ihr Sohn traut sich nicht, sie als seine Mutter vorzustellen, Arbeitgeber vermuten, gefälschte Papiere vorgelegt zu bekommen und so weiter. Schließlich hält sogar ihr dementer Vater sie auch noch für die verstorbene Mutter und will sie küssen. Das alles ist sehr belastend für Betty. Während sie an ihrer immerwährenden Jugendlichkeit leidet, will ihre Freundin Odette dem eigenen Altern mithilfe von Kosmetika und Chirurgie ein Schnippchen schlagen: „Die Schönheitschirurgie ist eine Droge, weckt endlose Hoffnungen, nach dem Gesicht die Lippen, nach den Lippen die Lider, nach den Lidern die Brüste, nach den Brüsten der Bauch, nach dem Bauch die Knie, und die Zeit verstreicht, und zum Zeitvertreib beginnt man wieder von vorn, man hält sich für immer jünger und schöner, immer perfekter, während die anderen einen für das Bild des Jammers halten.“ Der Autor verflechtet diese beiden Frauengeschichten sehr geschickt in seinem Roman, Streben nach ewiger Jugend ist ein Trend unserer Zeit. Beauty- und Wellness-Angebote prägen das Bild, die Suche nach der Unsterblichkeit hat schon die alten Alchimisten beschäftigt. Anhand von Bettys Leben wird nun das „Was wäre wenn…“, durchgespielt - mit all seinen Nachteilen und Verlusten, die es bringt. Zum Glück ist sie eine starke Frau, die in der Lage ist, auch Brüche zu verkraften und sich neu aufzustellen. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Delacourt hat eine einzigartige, poetische Sprache, die es vermag, auch Schweres leicht auszudrücken, ohne ihm die Tiefe zu nehmen. Ich hoffe, mit den zitierten Sätzen wird deutlich, was ich meine. Ich verstehe den Roman als Plädoyer, nicht mit dem Lebensalter und den damit einhergehenden Fältchen, Besenreißern etc. zu hadern. Unser Gesicht und unser Körper tragen Zeichen des gelebten Lebens, das auf andere Weise attraktiv macht. Für Betty führt die weit verbreitete Wunschvorstellung vom „Forever Young“ wahrlich nicht zum erfüllten, glücklichen Leben. Dieser Roman ist wunderbar geschrieben und strahlt viel Lebensweisheit aus. Er hat in der Print-Version nur 176 Seiten. Damit eignet er sich gut für zwischendurch, ohne ein Leichtgewicht zu sein. Ich gebe gerne meine Lese-Empfehlung.

Wie wäre es, wenn man immer wie 30 aussehen würde?
von Petra aus Grasbrunn am 14.10.2019

Es klingt eigentlich wie ein Traum: Wie wäre es, wenn man mit 30 plötzlich aufhörte, zu altern? Martine hat einen Mann, den sie liebt und einen kleinen Sohn. Zuerst erscheint es wunderbar, wenn man keine Falten bekommt. Doch nach und nach entstehen Probleme dadurch, wenn man dann so jung aussieht wie der eigene Sohn. Grégoire... Es klingt eigentlich wie ein Traum: Wie wäre es, wenn man mit 30 plötzlich aufhörte, zu altern? Martine hat einen Mann, den sie liebt und einen kleinen Sohn. Zuerst erscheint es wunderbar, wenn man keine Falten bekommt. Doch nach und nach entstehen Probleme dadurch, wenn man dann so jung aussieht wie der eigene Sohn. Grégoire Delacourt gelingt es einfühlsam Martines Geschichte zu erzahlen und macht einem dadurch bewusst, wie wichtig es ist, auch im Leben verschiedene Jahreszeiten zu durchleben. Und vor allem für ein Paar ist es auch wunderschön, gemeinsam zu altern. Gerade in unserer Zeit, die das jugendliche Aussehen so feiert, ist dieses Buch ein interessanter Denkansatz. Dabei liest es sich flüssig und leicht, auch wenn gewisse Kenntnisse der französischen Kultur von Vorteil sind, da es einige Bezüge dazu im Buch gibt.

absolut spannend
von J. Kaiser am 10.10.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Mit siebenundvierzig hatte ich noch immer keine Stirnfalten, keine Augenfalten, keine Lachfalten, keine Marionettenfalten, keine Falten im Dekolleté, keine Krähenfüsse, kein graues Haar, keine Augenringe; ich blieb dreissig und verzweifelt. Martine führt mit Ende zwanzig ein glückliches Leben. Sie hat studiert, mit André den Ric... Mit siebenundvierzig hatte ich noch immer keine Stirnfalten, keine Augenfalten, keine Lachfalten, keine Marionettenfalten, keine Falten im Dekolleté, keine Krähenfüsse, kein graues Haar, keine Augenringe; ich blieb dreissig und verzweifelt. Martine führt mit Ende zwanzig ein glückliches Leben. Sie hat studiert, mit André den Richtigen gefunden, ihn geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Erst war ich mir nicht sicher, wo die Geschichte hinführen soll, doch ab der Mitte hat es mich plötzlich gepackt und ab da habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Grégoire Delacourt macht wunderbar deutlich, was für ein Fluch es ist, nicht mehr zu altern, alle anderen um einen herum aber schon. Viele wünschen sich die Zeit anzuhalten und ewig jung zu bleiben, doch welche Probleme das mit sich zieht, sehen wir an Martines Leben. Der Einstieg ist schwierig und es ist anfangs etwas langatmig, doch es lohnt sich fertig zu Lesen. Empfehlenswert.


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