Noch alle Zeit

Roman

Alexander Häusser

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Beschreibung

Die Spurensuche nach seinem Vater wird für Edvard zur Suche nach dem eigenen Glück. Er begibt sich auf eine Reise hoch in den Norden Norwegens. Es ist die Reise seines Lebens.

Nach dem Tod seiner Mutter entdeckt Edvard ein Sparbuch auf seinen Namen. Ein kleines Vermögen hat sich angesammelt. Warum hat seine Mutter ihm das Sparbuch verschwiegen? Steckt vielleicht sein vor 50 Jahren verschwundener Vater dahinter? Jetzt will Edvard die Wahrheit wissen und eine erste Spur führt ihn zu einer Bank in Oslo. Auf der Überfahrt lernt er die junge Berliner Journalistin Alva kennen. Auch sie ist auf der Suche – nach sich selbst.
Eine Reise durch Fjorde, Gebirge, einsame Hochebenen und magische Orte beginnt, die beide für immer verändert.

Alexander Häusser, geboren 1960 in Reutlingen, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen; darunter den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg. Sein Roman »Zeppelin!« wurde verfilmt und lief bundesweit in den Kinos. Häusser lebt mit seiner Familie in Hamburg.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 14.08.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86532-655-3
Verlag Pendragon
Maße (L/B/H) 21,1/13,6/3 cm
Gewicht 459 g

Buchhändler-Empfehlungen

Claudia Ksoll, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Großartig und insbesondere sprachlich absolut gewinnbringend. Dazu sehr gut ausgearbeitete Charaktere und eine Geschichte, die berührt. Poetisch, melancholisch, wunderbar...

Du bist also der Sohn vom Oskar? Das haut mich um. Ich wusste nicht, dass er ein Kind hat."

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Edvard ist der o.g. Sohn, um die sechzig Jahre alt, hat gerade seine Mutter beerdigt, um die er sich sein ganzes Leben lang gekümmert hat. Seitdem sein Vater verschwand, laut Aussage von Edvards Mutter tot, gestorben bei einem Unfall. Beim Sichten des Nachlasses entdeckt Edvard ein Sparbuch auf seinen Namen ausgestellt, auf das über Jahrzehnte Geld eingezahlt wurde, Plötzlich ist er ein vermögender Mann, der obendrein einen ersten Hinweis hat, dass sein Vater eventuell noch lebt. Die Spur führt nach Norwegen. Alva, Journalisten, freiberuflich tätig, eine Tochter, lebt von Tom, dem Vater des Mädchens getrennt, und plant, ein Feature zu erarbeiten, das sich um die "magischen" Orte Skandinaviens dreht. Die kurzzeitige Trennung von Lina fällt ihr schwer und leicht zugleich. Auf dem Fährschiff nach Oslo lernt sie Edvard kennen. Die weitere Reise unternehmen sie gemeinsam, jeder auf der Suche.... Das alles mag jetzt ein wenig banal klingen, ist es aber in keinster Weise! Alexander Häusser hat einen einfühlsamen poetischen Roman geschrieben, in einer wunderschönen Sprache, ehrlich, aufrüttelnd und gleichzeitig höchst spannend! Es gibt Passagen in diesem Buch, die einen durchaus schlucken lassen, so traurig, aber nicht deprimierend, sind sie. Gleichzeitig ist das Buch eine Liebeserklärung an den Norden und einfach an das Leben - großartig! Ich kann diesen Roman nur wärmstens empfehlen, ein Buch, daß man nicht nur einmal, sondern zweimal, dreimal liest, in dem man versinken kann, und eigentlich gar nicht wieder auftauchen möchte!!!

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Feinfühlige Charakterstudie und Spurensuche
von einer Kundin/einem Kunden aus Baden-Baden am 24.01.2021

Am Tag nach Edvards 10. Geburtstag war sein Vater, ein Trödelhändler, wie gewohnt zu einer seiner Geschäftsreisen aufgebrochen, aber dieses Mal nicht zurückgekehrt. Er sei tot, hatte die Mutter gesagt und ab diesem Zeitpunkt war Edvard der Mann im Haus. „Ich habe nur noch dich“, mit diesen Worten hatte die Mutter den Sohn ... Am Tag nach Edvards 10. Geburtstag war sein Vater, ein Trödelhändler, wie gewohnt zu einer seiner Geschäftsreisen aufgebrochen, aber dieses Mal nicht zurückgekehrt. Er sei tot, hatte die Mutter gesagt und ab diesem Zeitpunkt war Edvard der Mann im Haus. „Ich habe nur noch dich“, mit diesen Worten hatte die Mutter den Sohn an sich gekettet und so wurden „ die Frau ohne Mann und der Junge ohne Vater ... zu einer verschworenen Gemeinschaft.“ Auch später, als Edvard sich in Elsie, ein Mädchen aus dem Dorf, verliebte, konnte er sich nicht von seiner Mutter lösen. Daran ist letztlich die Beziehung zu Elsie zerbrochen. Nach dem Tod der Mutter stößt der über 60jährige Edvard auf ein Sparbuch, auf das Jahrzehnte lang von Norwegen aus Geld eingezahlt wurde. Warum hat die Mutter die Existenz des Geldes verschwiegen, Geld, das sie notwendig hätten brauchen können? Ist der Vater womöglich garnicht gestorben, sondern lebt in Norwegen? Kurz entschlossen hebt Edvard das ganze Geld ab und macht sich auf den Weg nach Oslo, um seinen Vater zu suchen. Mit im Gepäck hat er zwei alte Photos; eines zeigt seinen Vater in Wehrmachtsuniform, das andere ist das Bild einer jungen Frau. Auf dieser Reise begegnet Edvard Alva, eine Frau Anfang Dreißig. Sie ist freiberufliche Journalistin und zu Recherchezwecken unterwegs, auf der Suche nach magischen Orten. Auch Alva schleppt einen Packen an Problemen mit sich. Ihr Job ist schlecht bezahlt und reicht kaum für das Notwendigste. In ihrer Rolle als Mutter fühlt sie sich völlig überfordert. Vom Vater der 5jährigen Tochter lebt sie getrennt. Schon als Kind begreift sie sich als ungeliebt und zurückgesetzt. Zwischen sich und ihrer Umwelt gibt es eine Scheibe, die sie von allen trennt. Diese beiden so ungleichen Menschen treffen aufeinander und werden, nach diversen Schwierigkeiten und Missverständnissen, die Reise gemeinsam fortsetzen. Edvard sieht sich in der Vaterrolle verantwortlich für die unberechenbare, junge Frau und Alva kann ihre Qualitäten als Journalistin einsetzen. Sie weiß, wie und wo man suchen muss, um Näheres über Edvards Vater herauszufinden. Die alten Photos verweisen in die Vergangenheit, die deutsche und die norwegische, die miteinander verbunden war. Am Ende sind nicht alle Rätsel gelöst, nicht alle Fragen beantwortet. Doch Edvard und Alva kehren verändert von dieser Reise zurück. Edvard kann seinen Frieden machen mit der Vergangenheit, mit seinen Eltern und muss erkennen, dass er selbst Schuld trägt an seinem ungelebten Leben. „ Er hätte ein eigenes Leben haben können. ... Vielleicht war es nur Angst gewesen. Aber man kann auch tun, wovor man Angst hat. Es muss ja nicht leicht sein.“ Und Alva kann sich annehmen, so wie sie ist. „ Und sie dachte: ich muss nicht mehr suchen, was ich brauche. Ich brauche mich.“ Der melancholische Grundton vom Anfang tritt zurück und der Autor entlässt den Leser mit einem Hoffnungsschimmer, denn beide Figuren haben „ noch alle Zeit“ der Welt, um ihr Leben neu zu justieren. Alexander Häusser entwickelt seine Geschichte anfangs in zwei parallelen Handlungssträngen, bis beide zusammenlaufen. Er erzählt chronologisch, aber in die Geschehnisse eingebettet sind zahlreiche Rückblenden, Erinnerungen und Reflexionen. Das ist alles äußerst kunstvoll miteinander verwoben. Immer wieder gibt es auch kleine, scheinbar nebensächliche Szenen, die in ihrer Parallelität auf die Veränderungen der Protagonisten hinweisen. Dabei geht der Autor sehr bewusst mit Sprache um. Da passt jedes Wort, der Rhythmus der Sätze. Für die Natur und die Seelenzustände der Figuren findet er stimmige und ungewöhnliche Bilder und Metaphern. ( So z.B. werden Assoziationen ausgelöst von den Pflanzen auf dem Grab der Mutter zu ihrem Gesicht. „ Winterhart. Er sah ihr Gesicht, ihre Lippen, die in den Jahren so dünn geworden waren und ganz ohne Farbe, als hätten sie sich zurückgezogen, kapituliert vor all dem Ungesagten,...“) Im zentralen Teil der Geschichte bildet die beeindruckende Landschaft Norwegens die Kulisse. Auch die Sagen- und Mythenwelt sowie die leidvolle Geschichte des Landes fließen in das Buch ein. Es geht im Roman um das komplexe Beziehungsgeflecht von Eltern und Kinder, es geht um die Sprachlosigkeit und das Schweigen in Familien, um ungelebtes Leben und um die Liebe und den Preis, den man oft dafür zahlen muss. „ Wer braucht denn Gründe für die Liebe? Liebe braucht kein „ weil“, sondern ein „trotzdem!“ „ Noch alle Zeit“ ist ein feinfühlig und ruhig erzählter Roman auf hohem literarischen Niveau, mit Charakteren, die lange im Gedächtnis bleiben. Es ist eines der Bücher, die man langsam genießen muss und mit Gewinn ein zweites Mal lesen kann. Es hat es in die Reihe meiner Lieblingsbücher geschafft.

"Glück bekommt man nicht geschenkt"
von einer Kundin/einem Kunden aus Magdeburg am 29.03.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Edvard, der nach dem Tod seiner Mutter und dem Fund eines gut gefüllten Sparbuches seinen verschwundenen Vater finden will, trifft auf der Überfahrt die junge Alva, die mit ihrem Leben etwas orientierungslos zu sein scheint. Was will sie tun, wo will sie hin? Kann sie ihrer kleinen Tochter eine gute Mutter sein oder ist sie dami... Edvard, der nach dem Tod seiner Mutter und dem Fund eines gut gefüllten Sparbuches seinen verschwundenen Vater finden will, trifft auf der Überfahrt die junge Alva, die mit ihrem Leben etwas orientierungslos zu sein scheint. Was will sie tun, wo will sie hin? Kann sie ihrer kleinen Tochter eine gute Mutter sein oder ist sie damit heillos überfordert? Alva hat noch viel mehr Fragen ans Leben als Edvard, der sich mit seinen 60 Jahren überraschend auf einen Weg macht, an den er überhaupt nicht gedacht hat. In einer zarten, gefühlvollen und mitunter poetischen Sprache erzählt Alexander Häusser behutsam die Suche der beiden etwas sonderbar erscheinenden, aber durchaus sympathischen Protagonisten nach Antworten und nach sich selbst. Die wunderbare Landschaft Norwegens, die stillen Fjorde und Hochebenen, fernab von allem Lauten, bilden hierfür die Kulisse. Die Landschaft hätte meiner Meinung nach noch etwas präziser beschrieben werden können, jedoch steht hier ja die Suche der beiden Protagonisten im Vordergrund. Diese ist hervorragend und nachvollziehbar gelungen. Nach der Rückkehr der beiden sind sie verändert - und das lässt hoffen. Alexander Häusser, Jahrgang 1960, lebt mit seiner Familie in Hamburg. Er hat Germanistik, Philosophie und Geschichte studiert. Fazit: ein sehr berührender und eindringlicher Roman

Ein anrührender Roman über das Leben zweier Menschen auf der Suche nach sich selbst.
von Detlef Knut am 11.01.2020

Wenn zwei Menschen eine Reise tun. Da ist zunächst Edward, dessen Mutter gerade verstorben ist. Er hat auch in seinem Erwachsenenleben bei ihr gewohnt. Er hat sie gepflegt, die Depressive. Er mochte sie nicht alleine lassen. Darüber ist seine Liebe zu einem Mädchen auf der Strecke geblieben. Dann ist es endlich soweit. Ihn trei... Wenn zwei Menschen eine Reise tun. Da ist zunächst Edward, dessen Mutter gerade verstorben ist. Er hat auch in seinem Erwachsenenleben bei ihr gewohnt. Er hat sie gepflegt, die Depressive. Er mochte sie nicht alleine lassen. Darüber ist seine Liebe zu einem Mädchen auf der Strecke geblieben. Dann ist es endlich soweit. Ihn treibt ist hinaus in die weite Welt. Reisen erweitert den Horizont. Norwegen soll sein Ziel sein. Und dann ist da Alva, die junge Mutter, die sich oft gar nicht als Mutter fühlt. Die sich eher genervt fühlt von ihrer Tochter Lina. Sie parkt sie gerne bei der Oma oder bei Linas Vater. Gut, dass Lina die meiste Zeit in der Kita ist. Doch nun hat sie einen richtigen Job, mit dem sie Geld verdienen kann. Sie soll über das mystische Norwegen eine Reportage machen. Dafür muss sie zur Recherche dorthin reisen. Der Autor schreibt in einer Weise, der sich der Leser nicht entziehen kann. Gefühle und Emotionen der Protagonisten sind die ganz großen Themen. Wie sie ihre Reisen erleben, warum sie sie unternehmen, warum sie liebe Menschen dabei zurücklassen. Das sind die Fragen, mit denen sich die Leser befassen , nachdem ihnen der Autor einige Splitter dazu hingeworfen hat. Die Frage, ob sich die Wege beider Protagonisten kreuzen werden, bleibt lange Zeit unbeantwortet. Und ob sie diesen Weg auch eben so lange bis ans Ende gehen werden, wird nicht abschließend behandelt. Es bleibt gedanklicher Spielraum für den Leser, obwohl es ein Happy End gibt. Dies ist aber dennoch für den Leser überraschend. Ein anrührender Roman über das Leben zweier Menschen auf der Suche nach sich selbst.

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