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Das Vermächtnis unsrer Väter

Roman

Rebecca Wait

(5)
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Beschreibung

„Er war sich nicht sicher, wie viele andere um ihn herum die absolut falsche Entscheidung getroffen hatten und dann damit leben mussten. Für immer gebrandmarkt von ihrer eigenen Schuld, von der nur sie wussten.“

Manche Dinge kann man einfach nicht begreifen, egal wie viel Zeit vergangen ist. Dazu zählt das unsägliche Verbrechen, das sich vor zwanzig Jahren auf einer kleinen Insel der schottischen Hebriden ereignet hat. Als der einzige Zeuge dieser Tat plötzlich wieder auf der Insel auftaucht, sorgt das für viel Aufregung. Verdrängte Erinnerungen und Schuldgefühle kehren zurück und mit ihnen die Befürchtung, dieser junge Mann könnte noch eine Rechnung offen haben.

Rebecca Wait, 1988 geboren, verbrachte als Kind viel Zeit in den schottischen Highlands und auf den Hebriden. 2010 schloss sie ihr Englischstudium an der Oxford University ab, heute ist sie Lehrerin in London. Sie hat zahlreiche Preise für ihre Kurzgeschichten und Theaterstücke gewonnen. Ihr erster Roman Kopfüber zurück erschien 2015 bei Kein & Aber..
Jenny Merling hat für Kein & Aber u. a. Am Ende der Reise von Edward Docx und Bewahren Sie Ruhe von Maile Meloy ins Deutsche übertragen.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 10.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-0369-5808-8
Verlag Kein & Aber
Maße (L/B/H) 19/12,1/3 cm
Gewicht 355 g
Originaltitel Our Fathers
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Jenny Merling

Buchhändler-Empfehlungen

Schuld?

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Auf einer kleinen Insel der Hebriden, drei Kinder spielen vor dem Haus - eine kleine Idylle. Wenig später zerstört eine Familientragödie dieses Bild. Die knappe Schilderung ist nur der Einstieg in den Roman; der einzige Überlebende, inzwischen ein Mann um die 30, besucht unerwartet seinen Onkel auf der Insel. Wie geht man mit einem solchen Trauma um? Diese Frage beschäftigt letztlich alle Inselbewohner. Ein einfühlsamer, stimmiger Roman ( kein Kriminalroman!), der auch das raue Klima der Insel vermittelt. Der schlichte Originaltitel "Our Fathers" hätte besser gepasst.

Familiäre Prägungen

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Einst lebte Tommy mit seiner Familie auf einer kleinen Insel der schottischen Hebriden, vor der Tragödie, die allen außer ihm das Leben kostete. Seither ist er schwer traumatisiert, gibt sich die Schuld an den damaligen Ereignissen, findet keinen Weg mit dem Verlust umzugehen, möchte verstehen. Fast zwanzig Jahre später kehrt Tommy zurück an den Ort seiner Kindheit, zu Malcolm, dem Bruder seines Vaters. Nach und nach nähern sich die beiden an, blicken zurück... Es ist ein stilles, ein intensives Buch über familiäre Prägungen, schmerzlichen Verlust, Verdrängung und Schuld. Eindrücklich erzählt, so dass ich manchmal förmlich die salzhaltige Luft schmecken, den Regen fühlen und den Wind spüren konnte. Sehr gut!

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Die Suche nach der Wahrheit und sich selber
von Birkatpet aus Wesseling am 10.04.2020

“die Vergangenheit war nun mal eine Geschichte, die man sich selbst erzählt.” Das Vermächtnis unser Väter nimmt uns mit auf eine sehr kleine schottische Insel und erzählt von einer Familientragödie, schrecklich, schwer in Worte zu fassen, nicht greifbar und doch leider alltäglich. Eines abends, es ist mittlerweile zwanzig Ja... “die Vergangenheit war nun mal eine Geschichte, die man sich selbst erzählt.” Das Vermächtnis unser Väter nimmt uns mit auf eine sehr kleine schottische Insel und erzählt von einer Familientragödie, schrecklich, schwer in Worte zu fassen, nicht greifbar und doch leider alltäglich. Eines abends, es ist mittlerweile zwanzig Jahre her, greift der Familienvater John zur Schrotflinte und erschießt seine Frau, den älteren seiner Söhne, das Baby und schließlich sich selber. Der zweitjüngste Sohn, Tommy, damals 8 Jahre alt, versteckt sich im Schlafzimmerschrank, der Vater findet ihn nicht und so überlebt er diese Tragödie. Tommy wird anschließend zu seinem Onkel Malcolm, Bruder des Vaters, und dessen Frau gegeben. Lange kann er dort jedoch nicht bleiben, denn ohne professionelle Hilfe ist es ein nahezu unmögliches Unterfangen einem schwerst traumatisierten Kind zu helfen. Nach ca. einem Jahr muss Tommy die Insel verlassen und aufs Festland zu seiner Tante, Schwester der Mutter ziehen. Zwanzig Jahre nach diesem Unglück kehrt Tom zurück auf die Insel. Heute mit fast dreißig Jahren ist aus Tommy ein Mann geworden, der seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten optisch gleicht und so hat er kaum die Fähre zur Insel betreten wird diese Neuigkeit wie ein Lauffeuer unter den wenigen Insulanern bekannt. Er steht unangemeldet und nach weit über einem Jahrzehnt Kontaktlosigkeit bloß mit einem Rucksack bepackt vor Malcolm’s Türe und bittet einige Tage bleiben zu dürfen. Die Bewohner der Insel, samt Malcolm begegnen Tom mit Vorsicht, denn es ist völlig unklar, was er möchte, was die Intention seines Besuches ist. Niemand traut sich nach dem Grund seines Auftauchens zu fragen, den Argwohn, die Sorge und Angst der Insulaner spürt Tom jedoch deutlich, schlägt ihm förmlich ins Gesicht und die Luft ist atmosphärisch zum Schneiden dick. Nicht nur die Insulaner stellen sich viele Fragen, auch als Leser erfährt man nur sehr wenig über seine Beweggründe auf die Insel zurückzukehren. Was will Tom? Warum hat er überlebt? Hat John ihn übersehen, unbewusst oder bewusst um ihn mit der lebenslangen Frage ‘Warum?’ zu quälen? Was ist an diesem Abend im Haus von John, Katrina und den drei Kindern wirklich passiert? An wessen Händen klebt Blut, außer an John’s? Wie viel ist tatsächliche Erinnerung, wie viel Wunschdenken? Wie wirkt sich solch ein Erlebnis auf einen Menschen aus, noch zwei Jahrzehnte danach, auf die Betroffenen im familiären Umfeld, auf Freunde und Bekannte? Tom stellt sich seiner Vergangenheit und nach und nach entwickelt sich eine Art Freundschaft und Verbundenheit zu seinem Onkel, bei Spaziergängen und Tee kommen sie sich näher, aus anfänglich vielem Schweigen werden Unterhaltungen und es offenbaren sich viele Details,Geschehnisse, Ereignisse, eine Reihe Geschichten vor der Tat offenbaren sich. Die Atmosphäre dieses Romans habe ich als sehr dicht empfunden. Die düstere, bedrückende Kindheit von Tom, mit dennoch schönen Erinnerungen, die tiefe Traurigkeit um den Verlust, insbesondere die irrationalen Schuldgefühle sind sehr gut dargestellt, spürbar und greifbar. Die triste Umgebung, die Beschreibung der kleinen ruhigen Insel, auf der die Stille doch alles umso lauter macht verstärkt die Darstellung der Emotionen und der Personen. Der verhangene Himmel, der Regen. der Wind, die unruhige See, dies alles ist spürbar. Die Stille und der ruhige Erzählstil der Autorin machen das Buch zu dem was es ist, ausdrucksstark, gewaltig, mitreißend wie der starke Wind und ein Sog, wie von starken Wellen in die Tiefen des Meeres. Klar und deutlich wird herausgearbeitet, was traumatische Erlebnisse mit einem Menschen machen, was geschieht, wenn die Welt plötzlich still steht und sich irgendwie nicht mehr weiter dreht, erst recht nicht so wie zuvor. Wie weit die Kreise ziehen und wie sehr uns unsere Vergangenheit formt.

Das Buch hat seine Längen, aber es lohnt sich dran zu bleiben, der Schreibstil ist richtig gut!
von Dark Rose aus Troisdorf am 01.02.2020

1994: Es ist ein ganz normaler Tag auf einer kleinen schottischen Insel. Der letzte normale Tag für deren Bewohner. Denn am Abend des Tages bringt John Baird seine gesamte Familie um. Nur der 8-jährige Sohn Tommy überlebt. Niemand weiß, warum, niemand weiß, warum John das getan hat, aber alle wissen, dass die Insel nie mehr so s... 1994: Es ist ein ganz normaler Tag auf einer kleinen schottischen Insel. Der letzte normale Tag für deren Bewohner. Denn am Abend des Tages bringt John Baird seine gesamte Familie um. Nur der 8-jährige Sohn Tommy überlebt. Niemand weiß, warum, niemand weiß, warum John das getan hat, aber alle wissen, dass die Insel nie mehr so sein würde, wie zuvor. Tommy kehrt 20 Jahre später auf die Insel zurück und wirbelt alles durcheinander. So viele Geheimnisse und Schuldgefühle drängen an die Oberfläche und konfrontieren die Bewohner mit all dem, was sie 20 Jahre lang versuchten zu vergessen. Der Anfang ist echt der Hammer: „Hätte Katrina überlebt, hätte sie hinterher gesagt, was Menschen in solchen Fällen immer sagen: dass es ein Tag gewesen sei wie jeder andere. Alles ganz normal.“ (S. 7) Anschließend lernt man die Familie kennen und merkt schon, dass irgendetwas nicht stimmt. Alle schleichen um John herum, doch warum? Ist er gewalttätig? Man erlebt den Tag aus der Sicht der Mutter, des 8-jährigen Tommy und einer Nachbarin. Es ist ein Tag wie jeder andere. Doch am nächsten Tag begleitet man den Arzt der Insel zum Haus der Familie und er findet die blutüberströmten, grausam zugerichteten Leichen. Erst eine weitere Stunde später trifft die Polizei ein und findet Tommy. Man trauert um die Familie und mir sind die Tränen in die Augen gestiegen. Das lag an der Art des Erzählens. Man hat auf so wenigen Seiten, alle kennengelernt und mochte sie. Sie waren alle so sympathisch, dass man es gar nicht begreifen kann, dass sie jetzt einfach tot sind. Und der arme Tommy, ich will mir gar nicht vorstellen, was er durchmachen musste. Trotzdem stellt man sich direkt ganz viele Fragen, vor allem auch die, warum ausgerechnet Tommy überlebt hat. Warum er und nicht zum Beispiel die gerade erst ein Jahr alte Schwester? In der Gegenwart weiß man lange nicht, was man von Tommy halten soll. Ein sehr großer Teil ist aus der Sicht seines Onkels Malcom erzählt, der ihn damals bei sich aufnahm. Man erfährt, wie schwierig es für den traumatisierten Tommy war und wie schwer es für Malcom und seine Frau Heather mit ihm war. Seit Jahren gab es keinen Kontakt und plötzlich ist Tommy wieder da, ganz ohne Vorwarnung. Was will er? Was hat er die ganzen Jahre über getan? Abgesehen von Malcom wird auch aus der Sicht von Tommy erzählt und aus der der damaligen Nachbarin Fiona. Es gibt viele Rückblenden und man erfährt Stück für Stück mehr darüber, wie das Familienleben war, was andere mitbekommen haben und Warnzeichen, die rückblickend betrachtet Warnzeichen waren, aber damals einfach übersehen oder nicht ernstgenommen wurden. Der Schreibstil ist etwas ganz anderes. Es wird immer alles von außen erzählt, niemals aus der Ich-Perspektive. Der Erzähler weiß viel mehr als wir, verrät aber nie etwas, nur ab und an kleine Krümel. Aber weil diesen drei Charaktere, Malcom, Tommy und Fiona gefolgt wird und man deren Erinnerungen erfährt und auch Dinge, die sie erst nach dem Tod der Familie herausbekommen haben, setzt sich das Puzzle langsam zusammen. Der zweite Teil ist ausschließlich aus Katrinas Sicht und man erfährt, wie das mit ihr und John angefangen hat und auch, dass es schon sehr früh anfing zu kriseln, vor allem wegen Johns Art. Der dritte Teil ist dann wieder aus der Sicht der drei zuvor genannten Charaktere. Das tolle an diesem Stil ist, dass man das Gefühl hat, alle Charaktere sehr schnell sehr gut zu kennen. Das fängt schon mit dem Anfang des Buches an. Man lernt die Familie kennen und lieben und dann sind sie plötzlich tot und das trifft einen. Ebenso wie einen später die Erinnerungen der Charaktere manchmal treffen. Sie alle fragen sich, inwieweit sie Schuld an dem haben, was geschehen ist und ob sie etwas übersehen haben, ob sie mehr hätten tun können und müssen. So wie Tommy, der sich selbst dafür hasst überlebt zu haben. Die Auflösung fand ich sehr gut, sie war für mich stimmig, wenn auch tragisch. Denn eine Person hat damals wirklich Schuld auf sich geladen, auch wenn sie der Überzeugung war das Richtige zu tun oder sich das zumindest die letzten 20 Jahre eingeredet hat, dass das der Grund für ihre Handlungen war. Es ist sowieso schwierig nach so einer Tragödie die Schuldfrage zu stellen. Man erfährt so viel in diesem Buch über die Hintergründe und unterschiedlichen Sichtweisen und Interpretationen, dass einem klar wird, dass diese Sache vielleicht wirklich hätte verhindert werden können, aber eben nur möglicherweise. Wenn dieses oder jenes Zeichen erkannt, oder anders interpretiert worden wäre, oder eben diese eine Person auch anders gehandelt hätte. Man fragt sich wann man hätte eingreifen müssen und können. Vielleicht schon in der Kindheit von John und Malcom, vielleicht als das erste Mal disharmonische Töne aufgefallen sind. Wann ist der richtige Zeitpunkt sich einzumischen? Kann man das überhaupt guten Gewissens oder macht man vielleicht alles noch schlimmer? Man kann es einfach nicht wissen und übrig bleibt allein die Schuld, ob nun berechtigt oder nicht. Fazit: Dieses Buch ist wirklich richtig gut. Es ist keine leichte Kost und kein locker flockiger Roman. Es geht um ernste Themen und das auf eine, wie ich finde wirklich tolle Art. Man merkt nicht immer direkt, worum es gerade geht, aber je weiter man liest, desto klarer wird, dass alle Charaktere mit Schuldgefühlen zu kämpfen haben. Sie alle denken, sie hätten vielleicht mehr tun oder die Morde verhindern können. Tommys Rückkehr wühlt das für alle wieder auf, auch für ihn selbst, da er dieses Trauma nie verwunden hat. Die große Frage ist immer das „Warum“ und ganz am Schluss erfahren wir was das Fass letztlich zum Überlaufen gebracht hat. Ich liebe den Schreibstil. Ich bin einfach ein Fan von dieser Art des Erzählens. Ich weiß, viele mögen das nicht, aber ich schon. Ich habe dadurch oft das Gefühl, wie hier, die Charaktere besser kennenzulernen, als durch Ich-Erzähler. Ich mag diese Vorgriffe auf die Handlung und wie man zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt, ohne den Leser zu verwirren. Man bleibt einfach dran.

Tiefe bewegene Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 30.12.2019

Für diesen Roman muss ich der Autorin ein Riesenlob aussprechen. Was die erst 32jährige Schottin da geschrieben hat ist ganz starke Literatur. Die Geschichte spielt auf einer kleinen Insel der südlichen Hebriden, wo die Natur rauh ist und die wenigen Menschen bodenständig und wortkarg. Hier hatte sich 1994 eine schreckliche Fa... Für diesen Roman muss ich der Autorin ein Riesenlob aussprechen. Was die erst 32jährige Schottin da geschrieben hat ist ganz starke Literatur. Die Geschichte spielt auf einer kleinen Insel der südlichen Hebriden, wo die Natur rauh ist und die wenigen Menschen bodenständig und wortkarg. Hier hatte sich 1994 eine schreckliche Familientragödie ereignet als ein vermeintlicher braver Mann seine Frau und seine Kinder ermordet hatte und dann sich selbst. Nur der kleine Thommy überlebte zufällig und hat das traumatisches Erlebnis nie verkraftet. Sein Onkel nahm ihn auf, kam aber nicht mit dem Jungen zurecht der schließlich die Insel verließ. 23 Jahre später kommt Tom zurück und will endlich wissen, was sich damals ereignet hat. Es wird ein schmerzhafter Prozess des Erinnerns, der aber die Chance zur Heilung bietet. Der Roman wird hauptsächlich aus der Perspektive von Tom und seinem Onkel Malcolm, dem Bruder von Toms Vater erzählt. Im Mittelteil schildert die Autorin die Ehegeschichte von Toms Mutter Katrina, die zu spät bemerkt, dass ihr Traummann ein Psychopath ist. Ich habe den Roman innerhalb von 3 Tagen gelesen und bin sehr begeistert über die psychologische Tiefe des Textes. Die Figuren sind überzeugend in ihrem Schmerz und ihrer Ratlosigkeit geschildert und ich habe mich auch gefragt, warum junge Frauen, denen die Welt offensteht, sich dem erstbesten Mann an den Hals werfen und sich freiwillig in eine Ehehölle begeben. Die Sprache des Buches ist zart und flüssig, blutige Details bleiben uns erspart denn dies ist kein Krimi sondern großartige Literatur. Eine klare Leseempfehlung.


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