Die Phantome des Hutmachers

Georges Simenon. Die großen Romane Band 66

Georges Simenon

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Beschreibung

Der angesehene Hutmacher Léon Labbé und der kleine Schneider Kachoudas. Viel haben die beiden nicht gemein, auch wenn sie in der Rue du Minage, einer Geschäftsstraße in der Hafenstadt La Rochelle, dicht beieinander leben und arbeiten. Nur durch einen Zufall findet der Schneider heraus, dass es der Hutmacher ist, der seit Wochen die Stadt in Angst und Schrecken versetzt: In fünf verregneten Nächten hat er, scheinbar wahllos, fünf Frauen ermordet. Die ausgesetzte Belohnung würde dem Schneider einige Sorgen nehmen, aber er weiß, dass man ihm, dem Einwanderer, nicht glauben wird. Und während sein Schweigen ihn zum Komplizen macht, schlägt der Mörder erneut zu.
Der Stoff um die komplizierte Beziehung zwischen einem Mörder und seinem Nachbarn ließ Simenon nicht los, er behandelte ihn zunächst in zwei Erzählungen und erst dann in Romanform. Die Erzählung »Der kleine Schneider und der Hutmacher«, die Simenon 1947, ein Jahr vor dem Roman, geschrieben hat, findet sich im Anhang dieser Ausgabe.

GEORGES SIMENON, geboren am 13. Februar 1903 im belgischen Liège, ist der »meistgelesene, meistübersetzte, meistverfilmte, mit einem Wort: der erfolgreichste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts« (Die Zeit). Seine erstaunliche literarische Produktivität (75 Maigret-Romane, 117 weitere Romane und über 150 Erzählungen), seine Rastlosigkeit und seine Umtriebigkeit bestimmten sein Leben: Um einen Roman zu schreiben, brauchte er selten länger als zehn Tage, er bereiste die halbe Welt, war zweimal verheiratet und unterhielt Verhältnisse mit unzähligen Frauen.
1929 schuf er seine bekannteste Figur, die ihn reich und weltberühmt machte: Kommissar Maigret. Aber Simenon war nicht zufrieden, er sehnte sich nach dem »großen« Roman ohne jedes Verbrechen, der die Leser nur durch psychologische Spannung in seinen Bann ziehen sollte. Seine Romane ohne Maigret erschienen ab 1931. Sie waren zwar weniger erfolgreich als die Krimis mit dem Pfeife rauchenden Kommissar, vergrößerten aber sein literarisches Ansehen. Simenon wurde von Kritikern und Schriftstellerkollegen bewundert und war immer wieder für den Literaturnobelpreis im Gespräch. 1972 brach er bei seinem 193. Roman die Arbeit ab und ließ die Berufsbezeichnung »Schriftsteller« aus seinem Pass streichen.
Von Simenons Romanen wurden über 500 Millionen Exemplare verkauft, und sie werden bis heute weltweit gelesen. In seinem Leben wie in seinen Büchern war Simenon immer auf der Suche nach dem, »was bei allen Menschen gleich ist«, was sie in ihrem Innersten ausmacht, und was sich nie ändert. Das macht seine Bücher bis heute so zeitlos..
Mirko Bonné, geboren 1965 in Tegernsee, lebt als freier Schriftsteller in Hamburg. Neben Übersetzungen von u.a. Sherwood Anderson, E. E. Cummings, Emily Dickinson, Henry James, John Keats, Robert Louis Stevenson und William Butler Yeats veröffentlichte er Gedichtbände, Erzählungen, Hörspiele sowie Aufsätze und Reisejournale. Seine Romane »Wie wir verschwinden« (2009), »Nie mehr Nacht« (2013) und »Lichter als der Tag« (2017) waren für den Deutschen Buchpreis nominiert. Sein Werk wurde mit dem Ernst-Willner-Preis, dem Prix Relay, dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis und dem Rainer-Malkowski-Preis ausgezeichnet..
Juliette Aubert, geboren 1975 in Brest, lebt als Übersetzerin und Autorin in Hamburg. Sie schreibt Lyrik und Kurzprosa und ist Daniel Kehlmanns französische Stimme. Neben »Die Vermessung der Welt« (Les Arpenteurs du monde, Grand Prix du livre des dirigeants 2007), »Ruhm« (Gloire, Prix Cévennes 2010 für den besten europäischen Roman in französischer Übersetzung) und »Tyll« (2019) übersetzte sie zahlreiche weitere Bücher Kehlmanns ins Französische, außerdem Romane von u.a. Nele Neuhaus, Klaus Modick, Alissa Walser und Benedict Wells (Euregio- Schüler-Literaturpreis 2018 für die französische Übersetzung von »Vom Ende der Einsamkeit«).

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 30.08.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-311-13420-6
Verlag Kampa Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,1/2,7 cm
Gewicht 419 g
Originaltitel Les fantômes du chapelier
Auflage 1
Übersetzer Mirko Bonne, Juliette Aubert

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Rätselhaft und verstörend

Rafael Ulbrich, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Der Hutmacher bringt nach einer von ihm zusammen gestellten Liste ältere Frauen um. Weil es eben notwendig ist, dessen ist er jedenfalls überzeugt. Der kleine Schneider kommt ihm hinter die Schliche und wird zum Mitwisser. Das Spiel beginnt. Simenon entwirft hier das Psychogramm eines Mörders, der anfangs mit absoluter Selbstsicherheit auftritt und im Laufe der Zeit diese immer mehr verliert. Die Neuausgabe erscheint mit der Novelle ‘Der kleine Schneider und der Hutmacher ‘, die den Fall aus der Perspektive des Schneiders erzählt und dem Leser neue Aspekte eröffnet. Interessanterweise hat Simenon diese ein Jahr vor dem Roman geschrieben, veröffentlicht wurde sie aber erst danach. Und wer die Möglichkeit den gleichnamigen Film von Claude Chabrol zu sehen, sollte sich diesen auf keinen Fall entgehen lassen!

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