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Wie du mich siehst

Roman

Tahereh Mafi

(30)
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Beschreibung

Leseprobe:
Ich schaute niemanden an. Die Leute schauten mich nämlich an, und wenn ich zurückschaute, fassten sie das als Einladung auf, irgendwas zu sagen, und das war dann fast immer etwas Beleidigendes oder Dummes oder beides, weshalb ich schon vor längerer Zeit entschieden hatte, dass es einfacher war, so zu tun, als würden sie gar nicht existieren. Als ich das Klassenzimmer schließlich gefunden hatte, war ich sieben Minuten zu spät. Ich stieß die Tür auf, die leise in den Angeln quietschte, worauf sich ein paar Schüler umdrehten. Der Lehrer verstummte, die Lippen noch zum letzten Wort geformt, die Mimik zwischen zwei Ausdrücken erstarrt. Er blinzelte mich an. Die Wände zogen sich um mich zusammen, ich schaute zu Boden und rutschte wortlos auf den nächsten freien Platz. Ich holte mein Heft aus der Tasche. Zückte einen Stift . Atmete kaum. Und während ich darauf wartete, dass dieser Moment vorüberging, dass sich die Leute wieder umdrehten und der Lehrer weiterredete, räusperte er sich plötzlich.
»Du weißt, dass das hier ein Englischkurs mit erhöhtem Anforderungsniveau ist?« Ich stutzte. Schließlich sagte ich: »Ja?« Er nickte, dann lachte er. »Na ja, Herzchen, ich fürchte, du bist hier falsch.«
Ich wollte ihm sagen, dass er mich nicht Herzchen nennen sollte, wenn er mit mir redete. Statt dessen sagte ich: »Ich bin im richtigen Kurs« und hielt meinen zerknitterten Stundenplan hoch. Mr Webber schütt elte lächelnd den Kopf. »Das ist nicht deine Schuld. Wenn man neu ist, vertut man sich leicht …« Genau so ein Scheiß passierte mir ständig. Es war vollkommen egal, wie akzentfrei mein Englisch war, dass ich hier geboren war, in Amerika, dass meine Cousins und Cousinen im Iran sich über mich lustig machten, weil ich holpriges Farsi mit amerikanischem Akzent sprach – alles egal.

Eine spannende Geschichte, die zeigt, welche weitreichenden Konsequenzen Diskriminierung haben kann.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Altersempfehlung 13 - 16 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 27.11.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7373-5696-1
Verlag FISCHER Sauerländer
Maße (L/B/H) 22,1/15,2/3,2 cm
Gewicht 562 g
Originaltitel A Very Large Expanse of Sea
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Katarina Ganslandt
Verkaufsrang 43433

Buchhändler-Empfehlungen

Charlotte Grünwald, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Shirin ist Muslima und trägt ihr Kopftuch mit Stolz. Doch in Amerika kurz nach den Anschlägen von 09/11 schlägt ihr deshalb nun unbegründeter Hass und Misstrauen entgegen. Ein unglaublich intensiver Roman, der aufzeigt was Diskriminierung für tiefgehende Folgen haben kann.

Simone Mkirech, Thalia-Buchhandlung Magdeburg

Shirin,wütend und sehr verletzlich,hat ein tiefes Misstrauen gegenüber ihrem Umfeld entwickelt.Sie lehnt aufgrund bisheriger Erfahrungen auch ihren Mitschüler Ocean ab,der echtes Interesse an ihr zeigt.Ein Roman von unglaublicher Intensität,der mich stark berührt hat!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
30 Bewertungen
Übersicht
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Wichtiger Roman über Rassismus nach 9/11
von Daniel Eckert am 04.06.2020

Vielen Dank an den Fischer-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! Handlung Shirin bekommt täglich den Hass der Amerikaner zu spüren. Weil sie Kopftuch trägt und Muslima ist. Seit dem islamistischen Anschlag auf das World Trade Center sind Muslime zum Hassobjekt Nummer 1 geworden. Shirin verschließt sich vor der Welt, indem ... Vielen Dank an den Fischer-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! Handlung Shirin bekommt täglich den Hass der Amerikaner zu spüren. Weil sie Kopftuch trägt und Muslima ist. Seit dem islamistischen Anschlag auf das World Trade Center sind Muslime zum Hassobjekt Nummer 1 geworden. Shirin verschließt sich vor der Welt, indem sie Musik hört und sich dem Breakdance-Club ihres Bruders anschließt. Als sie an ihrer neuen Schule für ein Projekt mit Ocean zusammenarbeitet, spürt sie eine Zuneigung zu ihm, der ihr höflich und ohne Ablehnung begegnet. Sie weist ihn heftig zurück, weil sie noch niemand getroffen hat, der keine Vorurteile hat. Meinung Das Buch erzählt eine sehr wichtige Geschichte. Tahereh Mafi beschreibt den Alltagsrassismus, der mich schwer schockiert hat. Ich wusste, dass die Amerikaner nach dem Terroranschlag auf das WTC wütend waren, aber dass sich ihre volle Verachtung gegen alle Muslime richtet und von gemeinen Kommentaren an Fremde bis zur Körperverletzung von Mitschülern reicht, hätte ich nicht gedacht. Deshalb ist es bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar, dass Shirin sich gegenüber Ocean ablehnend verhält. Ocean ist ein sehr vorbildlicher, ruhiger und geduldiger Junge, der sie zu nichts drängt und sie einfach besser kennenlernen möchte. Irgendwann war sein Interesse an ihrer Persönlichkeit statt an ihrem Aussehen – wie Shirin es bei vielen anderen Jungs erlebt hat – so offensichtlich, dass Shirin bei mir einige Sympathiepunkte verlor, weil sie stur blieb und sich selbst wehtut. Eine wichtige Rolle spielt Breakdance. Ihr Bruder gründet mit seinen Freunden eine AG und Shirin macht mit. Das Hintergrundwissen war für mich nicht interessant, aber wie die Breakdance-Szene so viel verbindet, war beeindruckend. Der Schreibstil war sehr angenehm und gefiel mir sehr gut. Ich bin in wenigen Tagen durch die Seiten geflogen. Mit den Chatverläufen wurde sichtbar, wie sich die beiden langsam annähern und sich oft in gegenseitigen Entschuldigungen verlieren. Am meisten gestört hat mich das Ende. Während anfangs so ausführlich über die Probleme geschrieben wird, endet es abrupt und zu schnell aufgelöst. Fazit Neben diesen kleinen Kritikpunkten hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich habe es trotz der ernsten Thematik sehr genossen. Ich konnte den Rassismus spüren, der Shirin und anderen Muslimen besonders nach 9/11 abbekamen. Die Liebesgeschichte wurde sehr authentisch aufgebaut, wo es in anderen Büchern sehr schnell geht, hat es hier lange gedauert, bis die beiden zueinander gefunden haben. Meine Bewertung sind 4,5 von 5 Sternen und ich empfehle es für alle ab 12 Jahren.

Shirin fand ich so lala, aber ihre Geschichte und der männliche Loveinerest waren toll!
von Skyline Of Books am 30.05.2020

Klappentext „Zum Weinen, zum Verlieben, zum Wütendwerden Bestsellerautorin Tahereh Mafi erzählt einen bewegenden, kraftvollen, autobiographisch geprägten Roman, der Vorurteile enthüllt und uns daran teilhaben lässt, wie Liebe alles Trennende überwindet. Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie... Klappentext „Zum Weinen, zum Verlieben, zum Wütendwerden Bestsellerautorin Tahereh Mafi erzählt einen bewegenden, kraftvollen, autobiographisch geprägten Roman, der Vorurteile enthüllt und uns daran teilhaben lässt, wie Liebe alles Trennende überwindet. Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie hat genug von den unverschämten Blicken, den erniedrigenden Kommentaren und den physischen Attacken, die sie ertragen muss, weil sie Muslima ist. Sie flüchtet sich ins Musikhören und in das Breakdance-Training mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Shirin hat beschlossen, niemandem mehr zu trauen. Bis sie an ihrer neuen High School den Jungen Ocean trifft. Er ist der erste Mensch seit langem, der Shirin wirklich kennenlernen möchte. Erschrocken weist Shirin ihn harsch zurück. Ocean ist für sie aus einer Welt, aus der ihr bisher nur Hass und Ablehnung entgegenschlugen. Aber dann kommt alles anders ...“ Gestaltung Das Cover stellt eine weiße und eine schwarze Seite einander gegenüber, wodurch es sehr schön das schwarz-weiß Denken von Vorurteilen visualisiert. Dass die Gestaltung dabei beim Titelschriftzug mit Negativen arbeitet, finde ich auch sehr gelungen, da es interessant aussieht. Zudem mag ich die Idee, dass die Zeichnungen der beiden Protagonisten zwar nebeneinander, aber anscheinend doch auf verschiedenen Seiten stehen. Meine Meinung Von ihrer „Shatter Me“-Reihe, die im deutschen leider nicht weiter übersetzt wird und deren erster Band auf Deutsch „Ich fürchte mich nicht“ heißt, ist Autorin Tahereh Mafi auch hierzulande ziemlich bekannt. Ihr neues Buch hat autobiographische Züge und ein ernstes Thema, denn in „Wie du mich siehst“ geht es um die Vorurteile, denen eine junge Muslima in einer Kleinstadt in den USA kurz nach den Geschehnissen des 11. Septembers ausgesetzt ist. Ich fand es erschreckend zu lesen, wie der Protagonistin Shirin begegnet wurde. Sie sieht sich beispielsweise erniedrigenden Kommentaren und sogar körperlichen Attacken gegenüber. Dies war für mich schwer vorstellbar und echt schockierend, da ich mir einfach nicht ausmalen konnte, dass Menschen so mit einem anderen Menschen umgehen können, nur weil er einer anderen Religion angehört oder anders aussieht. Die Geschichte transportiert diese Situation sehr einnehmend und authentisch, denn ich fand es gut vorstellbar, dass solche Ereignisse nach dem 11. September tatsächlich passiert sein könnten. Kombiniert wird diese ernste Thematik mit einer kleinen, aber feinen Liebesgeschichte. An dieser fand ich besonders gelungen, dass Ocean Shirin aufzeigt, dass auch sie dem schwarz-weiß denken verfallen ist, denn Shirin ist der Meinung, dass alle Amerikaner gleich sind. Sie hatte sich abgeschottet und distanziert. Darum war ich wirklich dankbar, dass es Ocean in diesem Buch gab, denn Shirin war mir zu Beginn erst etwas unsympathisch. Dies lag daran, dass sie andere für etwas verurteilte, das sie selber aber auch praktizierte: das Denken in Schubladen. Gott sei Dank hat Ocean aufgezeigt, dass nicht alle Menschen gleich sind und man sie nicht nur in schwarz oder weiß einteilen kann, sondern dass es eben auch verschiedene Grautöne gibt. Außerdem ist Ocean wirklich ein toller, aufmerksamer Junge, der sofort meine Sympathien weckte. Er hat sich für Shirin interessiert und ehrliche, neugierige Fragen gestellt. Außerdem hat er sie umgarnt und umworben wie es sich wohl jedes Mädchen von einem Jungen wünscht. Er hat mir definitiv am besten am ganzen Buch gefallen! Fazit Etwas schade fand ich, dass Protagonistin Shirin selber so in ihrem vorurteilshaften Denken verhaftet ist und deswegen teilweise starre Ansichten hat, die sie zu unsympathische Handlungen oder Aussagen anregen. Doch zum Glück ist da Ocean, der in „Wie du mich siehst“ aufzeigt, dass es mehr als nur offene oder geschlossene Schubladen gibt. Er zeigt ehrliches Interesse für Shirin und ist ein toller Charakter! Außerdem fand ich es gut, dass die Geschichte das ernste Thema der Vorurteile gegenüber Muslima aufgreift. Dies ist eine Thematik von der ich noch nicht so viel gelesen habe und dabei hat mich die Geschichte von Shirin teilweise wirklich schockiert, was das Verhalten mancher Menschen angeht. 4 von 5 Sternen! Reihen-Infos Einzelband

Aufwühlend
von MsChili am 06.04.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Shirin sieht anders aus und trägt Kopftuch. Sie beachtet ihre Mitmenschen nicht, damit diese sie auch nicht beachten. Denn so erntet sie immerhin auch keine bösen Kommentare. Doch dann bemerkt Ocean sie und er stellt ihr Leben auf den Kopf. Dies war mein erstes Buch der Autorin, von ihren anderen Büchern habe ich zwar schon g... Shirin sieht anders aus und trägt Kopftuch. Sie beachtet ihre Mitmenschen nicht, damit diese sie auch nicht beachten. Denn so erntet sie immerhin auch keine bösen Kommentare. Doch dann bemerkt Ocean sie und er stellt ihr Leben auf den Kopf. Dies war mein erstes Buch der Autorin, von ihren anderen Büchern habe ich zwar schon gehört, aber noch nichts gelesen. Daher war mir ihr Stil gänzlich unbekannt. Doch er lässt sich leicht und angenehm lesen und hat mich ab der ersten Seite gefesselt. Shirin war mir gleich sympathisch, wenn sie auch sehr zurückgezogen ist und alle von sich abstößt, egal was ihre Mitmenschen von ihr wollen. Interessant war durch das Nachwort zu erfahren, dass die Autorin eigene Erlebnisse verarbeitet und eingebracht hat. Mich hat es gleich nachdenklich gemacht. Ich versuche zwar immer wenig Vorurteile zu haben, aber manchmal ertappt man sich dann doch bei dem ein oder anderen Gedanken. Dennoch sollte man Mitmenschen zuerst mal kennenlernen, bevor man sich ein Urteil über sie bildet. Man muss sich aber auch selbst bewusst machen, welche Reaktionen man mit bestimmten Verhalten hervorrufen kann. Das lernt man alles mit Shirin und das hat es so besonders gemacht. Man wächst mit Shirin an den Situationen und kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Geschichte ist aufwühlend und es ist wie im echten Leben: Eine kleine Entscheidung kann das ganze Leben verändern. Mir hat auch gefallen, das Shirin das Kopftuch nicht trägt, weil es Pflicht in der Religion ist, sondern weil es für sie Schutz und Geborgenheit verspricht. Die Liebesgeschichte war für mich dafür weniger greifbar. Da kamen weder Gefühle auf, noch hat es mich berührt. Ein Buch, das zum Nachdenken über eigene Urteile anregt. Mir hat es sehr gefallen.


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