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Der Ursprung der Welt

Roman

Ulrich Tukur

(10)
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Beschreibung

Ulrich Tukurs Roman »Der Ursprung der Welt« führt uns in eine bedrängend nahe Zukunft. Es ist nicht mehr die Welt von Paul Goullet: Er, der alte Bücher und Bilder liebt, die Schönheit, den Traum und die Phantasie, findet sich in einer Zeit, in der in Deutschland das Chaos herrscht. Um dem zu entkommen, reist er nach Paris, aber auch Frankreich hat sich in einen Überwachungsstaat verwandelt. Bei seinen Spaziergängen durch die Stadt stößt Goullet plötzlich auf etwas Unerhörtes: ein altes Photoalbum, dessen Bilder offenbar ihn selbst zeigen, inmitten eleganter Damen und Herren aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Fasziniert setzt er sich auf die Fährte seines Doppelgängers und folgt ihr nach Südfrankreich. Verstörende Visionen und Traumbilder beginnen ihn zu verfolgen, immer wieder scheint er die Zeit zu wechseln und sich in den Mann aus dem Photoalbum zu verwandeln. Und die Hinweise mehren sich, dass dieser ein furchtbares Geheimnis hat.

Ungeheuer spannend [...]. Wie schon in seinen Erzählungen und der Novelle mischt Tukur furios Zeit- und Realitätsebenen. [...] ein Meister darin, das Dunkle leicht zu präsentieren.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 09.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397273-3
Verlag S. Fischer Verlag
Maße (L/B/H) 21/13,6/3 cm
Gewicht 439 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 51406

Buchhändler-Empfehlungen

Ein düsterer Zukunftsroman mit Spurensuche in der Vergangenheit.

Stefanie Leps, Thalia-Buchhandlung Gotha

Alles beginnt im Jahr 2033, genau 100 Jahre nach Hitlers Machtantritt. Europa ist zerfallen, es herrscht politisches Chaos. Frankreich wird totalitär regiert, in Deutschland leben die Menschen in einer unangenehmen Atmosphäre. Das Land ist unruhig, hysterisch, voller Gewalt. Paul Goullet findet in Paris auf einem Flohmarkt ein altes Fotoalbum und meint, seinen Doppelgänger entdeckt zu haben. Er begibt sich auf Spurensuche. Der Roman ist sehr düster mit Zeitsprüngen, die anfangs verwirren, später aber einen Sinn ergeben. Tukur vermag es, durch seine bildhafte und beschreibende Sprache den Leser in die Geschichte reinzuziehen. Man sitzt mit Goullet am Tisch, isst die Speisen mit demselben Genuss wie er. Der Roman spielt in der nahen Zukunft. Durch die Sprache fühlt man sich jedoch, als wäre man in der Vergangenheit. Goullet erfährt unschöne Dinge, die er am liebsten nicht entdeckt hätte. Es geht um Naziverbrechen, aber auch um eine Liebestragödie. Tukur erzählt die Geschichte spannend bis zum düsteren Ende.

Tukur - ein Multitalent

Judith-Lea Mönch, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Nach Kurzgeschichten und Novellen wagt sich der langjährige Schauspieler Ulrich Tukur nun auch an einen Roman, der ganz im Stile seiner düsteren Erzählungen steht. Sein Romanheld Paul Goullet lebt in Deutschland im Jahr 2033, 100 Jahre nach dem Aufstieg Hitlers. Die Gesellschaft ist von Terror, totaler Kontrolle und Militarismus geprägt. Da er es in Deutschland nicht mehr aushält, flüchtet Goullet nach Frankreich. Beim Schlendern über einen Flohmarkt fällt ihm zufällig ein weinrotes Fotoalbum in die Hand, das auf der Vorderseite ein schwarz-weiß Foto eines Mannes zeigt, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Goullet beschließt, Nachforschungen anzustellen und bemerkt schon bald, dass eine psychische Macht sich seiner habhaft zu machen versucht und ihn zu übermannen droht. Was hat dies alles mit dem Mann in dem Bild zu tun? Über mehrere Zeitebenen und Erzählperspektiven hinweg schlägt Tukur eine Brücke zwischen der Zeit des Nationalsozialismus und der Zukunft. In einem paradoxen Mix aus Bedrückung und Leichtigkeit verarbeitet der Schauspieler eine wahre Begebenheit der 30-er/40-er Jahre mit seiner ganz eigenen Interpretation der heutigen Gesellschaft und deren Zukunftsängsten. Bis zur letzten Seite Hochspannung pur.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
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Das Leben ist ein Abgrund
von Gerhard S. aus Erlangen am 08.02.2020

Goullet aus Stuttgart versteht die Welt weniger denn je und sucht Bilder, in denen er sich wegträumen kann. Strandet in Südfrankreich wie ein Schiffbrüchiger zwischen Tag und Traum, zwischen 2033 und 1943. Eine verstörende, verwirrende Reise in die Vergangenheit hat begonnen, in die Wirklichkeit einer anderen Dimension. Faschist... Goullet aus Stuttgart versteht die Welt weniger denn je und sucht Bilder, in denen er sich wegträumen kann. Strandet in Südfrankreich wie ein Schiffbrüchiger zwischen Tag und Traum, zwischen 2033 und 1943. Eine verstörende, verwirrende Reise in die Vergangenheit hat begonnen, in die Wirklichkeit einer anderen Dimension. Faschistischer Irrsinn sowie KämpferInnen im Widerstand hier wie da. Befürchtung: Was man einmal aus der Hand gibt, das bekommt man nicht zurück.

Fängt spannend an, wird dann aber immer langweiliger
von BücherwurmNZ am 01.01.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Durch den flüssig und angenehm zu lesenden Schreibstil kommt man zügig im Buch voran. Das Besondere ist die mysteriöse und undurchschaubare Stimmung gepaart mit einer gefahrvollen Komponente. Spannungsgeladen erzählt der Autor Paul Goullets Aufenthalt in Frankreich. Perfekt sind Goullets Visionen, in denen er sich im Leben seine... Durch den flüssig und angenehm zu lesenden Schreibstil kommt man zügig im Buch voran. Das Besondere ist die mysteriöse und undurchschaubare Stimmung gepaart mit einer gefahrvollen Komponente. Spannungsgeladen erzählt der Autor Paul Goullets Aufenthalt in Frankreich. Perfekt sind Goullets Visionen, in denen er sich im Leben seines Doppelgängers befindet, in die gegenwärtige Handlung eingeflochten, sodass der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit fließend verläuft. Das Personenverzeichnis am Ende des Buches ist nützlich, da ich oft wegen der ähnlich klingenden französischen Namen durcheinander kam. Die Ungewissheit, die zunächst Spannung schafft, sorgt im weiteren Verlauf des Buches für Langeweile. Denn sehr sehr lange wird nicht klar, in welcher Zeit die Geschichte spielt, wieso ständig Gefahr droht und welche politischen und gesellschaftlichen Umstände herrschen. Bis Ende wird nicht deutlich, wieso der Mann auf dem Foto Paul Goullet so ähnlich sieht und was die Visionen für einen Sinn haben sollen. Stattdessen tauchen noch mehr Fragen auf. Fazit: Leider wird die Geschichte mit der Zeit langweilig, beantwortet offene Fragen nicht oder nur unzureichend und hat kein zufriedenstellendes Ende.

Was geschah vor 100 Jahren?
von einer Kundin/einem Kunden aus Bad Münstereifel am 02.11.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Es ist ein Kunstwerk des Malers Gustave Courbet und trägt den Namen L'Origine du monde („Der Ursprung der Welt“). Als ich mir die Aussagen zu diesem Werk im Internet anschaute, wurde mir der Roman von Ulrich Tukur wesentlich klarer. Es gehört zur Geschichte im gleichnamigen Buch von Ulrich Tukur und lässt sich auf unterschiedlic... Es ist ein Kunstwerk des Malers Gustave Courbet und trägt den Namen L'Origine du monde („Der Ursprung der Welt“). Als ich mir die Aussagen zu diesem Werk im Internet anschaute, wurde mir der Roman von Ulrich Tukur wesentlich klarer. Es gehört zur Geschichte im gleichnamigen Buch von Ulrich Tukur und lässt sich auf unterschiedliche Weise interpretieren. Ich schaute mir das Gemälde an und bin noch immer beeindruckt. Es stammt aus dem Jahr 1866 und befindet sich im Museum d´Orsay, einem Kunstmuseum in Paris. Was mich so beeindruckte? Das Gemälde ist für mich nicht von einer Fotografie zu unterscheiden und das finde ich imponierend. In dem Roman geht es um einen jungen Mann namens Paul Goullet, der alleine lebt und vor den eigenen vier Wänden in Stuttgart flieht. Er macht sich im Jahr 2033 auf den Weg nach Paris. Neben anderen Gründen, die ihn dazu veranlassten, spielt oben erwähntes Gemälde dabei eine Rolle. Vor vielen Jahren fand er eine Postkarte mit eben diesem Torso des Ursprungs der Welt im Büro seines Großvaters. Er möchte es im Original sehen und der Weg führt ihn zur Hauptstadt Frankreichs. Dort schlendert er durch die Straßen und beim Anschauen von Werken alter Meister, fällt ihm ein Fotoalbum in die Hände. Das Cover des roten Albums zeigt seine Initialen P.G. und ein Foto, welches von ihm sein könnte. Auch im Innenteil befinden sich nur Fotografien, sein Ebenbild vor 100 Jahren zeigen. Er macht sich auf die Suche nach diesem Menschen und begibt sich dabei in Gefahr. Der Ursprung der Welt ist ein eigenwilliger und besonderer Roman. Besonders, weil der Autor einen außergewöhnlichen Stil hat und eigenwillig, weil die häufigen Wechsel zwischen den Zeiten nicht dem momentan üblichen Aufbau eines Romans entsprechen. Es fehlen ebenfalls Überschriften und ich musste höllisch aufpassen, damit ich dem Geschehen folgen konnte. Paul reist im Heute durch Paris und in Frankreich herrscht der Ausnahmezustand. Es ist ein Polizeistaat und wer nicht spurt, wird weggesperrt. Überwachung an allen Ecken und sogar Drohnen werden dafür eingesetzt. Im Gegenzug gibt es Widerständler, die sich mit den Polizisten blutige Auseinandersetzungen liefern. „In Deutschland herrscht das blanke, aufgeheizte Chaos, das sich im Netz schon längst in einen virtuellen Bürgerkrieg ausgewachsen hatte.“(Ein Zitat aus dem Roman) Ist das wirklich utopisch und kann es nicht sein, dass wir in Europa bald diese Zustände haben? Die andere Zeitstrang spielt im Zweiten Weltkrieg. Nazis besetzten Frankreich und auch damals boten Widerständler den Eindringlingen die Stirn. Doch, was haben diese beiden Zeitstränge gemeinsam? Wie passt der Großvater Pauls ins Bild und welche Gräueltaten geschahen damals in Paris? Der Ursprung der Welt ist ein Roman, der sich zu lesen lohnt. Weitab des Mainstreams bietet er Spannung und unterhaltsame Lektüre. Also, von mir eine eindeutige Leseempfehlung.


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