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Otto

Roman

Dana von Suffrin

(64)
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Beschreibung

Zwei Schwestern - und ein Vater, der mehr als genug ist für eine Familie.

In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin, was es heißt, wenn ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch zum Pflegefall wird. Und wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen, den man sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte.

Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt - aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. »Otto« ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.

Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Studium in München, Neapel und Jerusalem. 2017 Promotion mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus, seitdem Postdoc an der LMU. Ihr Romandebüt »Otto« wurde u.a. mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses, dem Ernst-Hoferichter-Preis und dem Klaus-Michael Kühne-Preis ausgezeichnet. Sie lebt in München.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 240 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.08.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783462319248
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Dateigröße 1069 KB
Verkaufsrang 46592

Buchhändler-Empfehlungen

Familiendrama

Pauline Haas, Thalia-Buchhandlung Bremen

Eine teils ziemlich schräge Familiengeschichte wird in diesem Roman porträtiert. Wie der Zusammenhalt sich gestaltet, wenn ein Familienmitglied nicht mehr alleine leben kann, ist ein wichtiges Thema. Abgerundet wird die Geschichte durch humorvolle Anekdoten des verschrobenen Otto.

Familienleben mit einem Patriarchen

Clara Elisabeth Brückner, Thalia-Buchhandlung Leipzig

Otto ist besserwisserisch, verschroben und ein absoluter, jüdischer Patriarch - seine Töchter Babi und Timna haben gelernt damit umzugehen. Die Autorin beschreibt das Familienleben hautnah, mit keiner Zurückhaltung, mit allen Aufs und Abs der Lebensachterbahn. Das bedeutet jede Menge Momente zum Schmunzeln, aber auch Momente, wo die Melancholie übergreift und man über den gebrochenen Otto weint. Als Leser wird man zum einen in das gegenwärtige Leben der Familie miteinbezogen, erfährt aber auch durch Zeitsprünge in die Vergangenheit, warum Dinge sind, wie sie nunmal sind. Das Buch ist ein Wechselbad der Gefühle und gibt tiefen Einblick in das Familienleben. Jedoch liest es sich leider an manchen Stellen etwas schwerfällig und ich musste manche Kapitel mehrfach lesen, um sie wirklich im Kontext verstehen zu können, das macht das Ganze auf die Dauer anstrengend.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
64 Bewertungen
Übersicht
13
22
16
10
3

Familie in Bruchstücken
von einer Kundin/einem Kunden am 21.11.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Wenn ein Patriarch, am Ende seines Lebens stehend, von seinen Erlebnissen erzählt, ergibt das keine glatte, runde Geschichte. Wenn dieser Mann, so wie Otto, ein jüdischer Exilant aus Siebenbürgen ist und dank der geschichtlichen Verwicklungen des letzten Jahrhunderts viel erlebt hat, hat er umso mehr zu berichten. Seine Erfa... Wenn ein Patriarch, am Ende seines Lebens stehend, von seinen Erlebnissen erzählt, ergibt das keine glatte, runde Geschichte. Wenn dieser Mann, so wie Otto, ein jüdischer Exilant aus Siebenbürgen ist und dank der geschichtlichen Verwicklungen des letzten Jahrhunderts viel erlebt hat, hat er umso mehr zu berichten. Seine Erfahrungen gibt er in bruchstückhaften Annekdoten an seine Lieblingstochter Timna weiter (denn die jüngere Babi würde es eh nicht verstehen). So entsteht ein Roman, der einerseits einen kranken, alten Mann präsentiert, der sein Leben in Gedanken zu ordnen versucht (was nur selten gelingt) und andererseits seine nächsten Angehörigen und Vertrauten (von denen er nicht mehr besonders viele hat), die versuchen sich der Gängelei ihres Oberhauptes zu entziehen (und es doch nicht schaffen). Das Buch wird mit einer ganz feinen Note Humor erzählt, die Otto seltsam sympathisch wirken lässt, auch wenn er sich augenscheinlich nie darum bemüht hat und die ihn zuallererst menschlich macht. Wahrscheinlich kennt jeder diese Menschen und hat sie mit noch größerer Wahrscheinlichkeit auch im Familienkreis: die unsympathischen, fordernden, leicht ich-bezogenen, die die größten Erwartungen an andere stellen- und die doch die größten Lücken reißen, wenn sie eines Tages nicht mehr sind. Zumindest sind mir beim Lesen oft Parallelen aufgefallen. Wahrscheinlich ist mir dieses Buch deswegen so ans Herz gewachsen, hat es mir doch meinen eigenen "Otto" so unheimlich verständlicher gemacht!

Traurig, zynisch & nachdenklich stimmend ...
von Sharon Baker aus Mönchengladbach am 17.11.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Timna und Babi eilen ins Krankenhaus, denn ihr Vater liegt dort und ruft nach seinen Töchtern. Er schreit ständig nach seinen Kindern und lässt sich nicht abwimmeln und trotz, dass die Kinder immer parieren, lässt er nichts Gutes hören. Otto ist alt und wird zum Pflegefall, vom Krankenhaus kommt er nach Hause und wird für seine ... Timna und Babi eilen ins Krankenhaus, denn ihr Vater liegt dort und ruft nach seinen Töchtern. Er schreit ständig nach seinen Kindern und lässt sich nicht abwimmeln und trotz, dass die Kinder immer parieren, lässt er nichts Gutes hören. Otto ist alt und wird zum Pflegefall, vom Krankenhaus kommt er nach Hause und wird für seine Lieben ein hartes Los. Er macht es keinem leicht und hält alle im Atem, weil er einfach ein starrköpfiger, sturer, aufbrausender, manipulativer jüdischer Familienpatriarch ist. Aber ist er wirklich ein böser alter Mann? Wie gehen die Töchter mit so einen Vater um? Und was macht das Alter mit einem? Otto ist eine Familiengeschichte, die mich persönlich allein vom Klappentext nicht kalt gelassen hat. Auch mein Vater, hatte nach einer schweren Krankheit solche Anfälle von „ihr müsst euch kümmern“, „dafür seid ihr meine Kinder“, „das ist Familie“ und man selber schluckt und denkt sich seinen Teil, immer ruhig bleiben, bloß nicht aufregen. Das geht vielleicht eine Weile gut, aber auf Dauer! Das wollte ich von diesen Schwestern wissen, gibt es noch schlimmer Exemplar von Vätern und wie hält man durch. Also musste ich es einfach lesen und hier kommt meine Meinung. Otto ist unausstehlich, auf den ersten Blick möchte man nichts mit ihm zu tun haben und doch, nimmt man sich der Geschichte um ihn immer mehr an. Denn dieser Mann hat auch seine Geschichte und diese wird Stück für Stück frei gelegt. So wird aus dem Tyrann ein Mensch, der zwar im alter schwer zu ertragen ist und doch ein Herz hat und es gut meint. Seine Art seinen Töchtern gegenüber ist trotzdem schwer zu ertragen und so schwankt man auch mit ihnen zusammen zwischen Hass und Liebe. Die beiden Schwestern stecken in den Klauen der Pflicht fest und es ist auch schwierig, da eine Grenze zu ziehen. Man bekommt als Kind schon immer die Werte vermittelt, sich um die Eltern im Alter zu kümmern, und somit ist man einfach in einer emotionalen Zwickmühle. Man schlägt sich mit Ärger, Wut und Unverständnis rum und stellt das eigene Leben hinten an. Ich konnte sie zum einen gut verstehen, aber das sie so gar nichts aus ihren eigenen Leben machten, fand ich auch extrem schade, aber vielleicht fehlt ihnen auch einfach die Kraft dazu. Allerdings bei dem Elternhaus auch nicht ungewöhnlich. Dana von Suffrin lässt nicht nur das Thema Seniorenalter in ihren Roman einfliessen, sondern auch Ottos Lebensgeschichte als Jude aus Siebenbürgen. Seine Kultur, sein Spießbürgertum, seine Geizigkeit, aber auch seinen Weg, ein gebildeter Mann, der sich von seiner Familie trennt und auszieht, um sein Leben zu führen, im fremden Deutschland. Was in der jüdischen Geschichte nicht unbedingt gut abschneidet, es ja gar nicht kann. Es erzählt von seinen Höhen und Tiefen, wie er versucht, seinen Töchtern was zu bieten und um sie vernünftig zu erziehen. Aber auch von seinem Scheitern. Ich bin ein bisschen hin und her gerissen von diesem Buch. Die Lebensgeschichte von dieser wirklich merkwürdigen Familie, aber vor allem von Otto, fand ich recht unterhaltsam. Auch das man hinter die Fassade gucken konnte und so statt einem Tyrannen einen gut meinenden Vater entdecken konnte. Trotzdem fand ich die Lösung der Schwestern eher traurig, beide finden ihren Mittelpunkt im Leben nicht, sind ihrem Vater hörig und können ihr Leben nicht selbst führen. So stecken sie einfach fest und ergeben sich eher ihrem Schicksal, als brave Töchter. Somit kommt, aber auch die Spannungen von Kinderpflicht rüber, sich immer kümmern, aber heißt das auch gleichzeitig Selbstaufgabe? Otto ist auf jeden Fall ein Buch mit dem Ansatz zum Nachdenken. Es ist unglaublich traurig, aber auch mit einer großen Portion Komik drin, obwohl schon eher böser Sarkasmus. Eigentlich eine Farbskala der Liebe, nicht einfach, aber hier und da immer auf Messerschneide. Der Drahtseilakt diese trotz der Umstände immer wieder zu finden und zu offenbaren, das ist das große Kunststück. Mir hat diese ungewöhnliche Geschichte gefallen.

jüdische Familiengeschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Oberursel am 02.11.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Babi und Timna haben es nicht leicht mit ihrem Vater. Seit dem letzten Krankenhausaufenthalt ist er zum Pflegefall geworden und verlangt von seinen Töchtern rund um die Uhr für ihn da zu sein. Eine schwierige Zeit für die Töchter und für die engagierte Pflegerin denn der Alte ist teilweise ein Despot. In kurzen Szenen werden ... Babi und Timna haben es nicht leicht mit ihrem Vater. Seit dem letzten Krankenhausaufenthalt ist er zum Pflegefall geworden und verlangt von seinen Töchtern rund um die Uhr für ihn da zu sein. Eine schwierige Zeit für die Töchter und für die engagierte Pflegerin denn der Alte ist teilweise ein Despot. In kurzen Szenen werden Episoden aus dem Leben der jüdischen Familie geschildert. Auch innerhalb eines Kapitels springt die Handlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart was das Lesen nicht leicht macht. Schwarzen hintergründigen Humor habe ich leider vergeblich gesucht. Es ist nicht leicht mit alten Menschen zurecht zu kommen und der Abschied von geliebten Menschen ist nicht leicht. Dieses Buch hat mich irgendwie ratlos zurückgelassen. Auch mit den Personen konnte ich nicht richtig warm werden.

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