Warenkorb

Wiesenstein

Roman

Der letzte Akt im Leben des großen Gerhart Hauptmann

Der berühmte alte Mann, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium in Dresden und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Doch es ist März 1945; Gerhart und Margarete Hauptmann möchten zurück nach Schlesien, in ihre Villa ›Wiesenstein‹, ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie ihr luxuriöses Leben weiterleben, in einer hinreißend schönen Landschaft, mit Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin - inmitten der Barbarei. Können sie aber noch unbehelligt leben, jetzt, da der Krieg verloren ist, russische Truppen und polnische Milizen kommen? Und das alte Schlesien untergeht?

Portrait
Hans Pleschinski, geboren 1956 in Celle, studierte Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaften. Er lebt als freier Autor, Publizist und Theaterwissenschaftler in München. Sowohl für seine literarischen Werke als auch für die von ihm herausgegebenen und übersetzten historischen Bände erhielt er zahlreiche Preise. 2012 wurde er zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und zum Chevalier dans l'ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt. 2014 wurden ihm der Literaturpreis der Stadt München und der Niederrheinische Literaturpreis verliehen.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 552
Erscheinungsdatum 15.11.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14722-4
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12,2/3,5 cm
Gewicht 520 g
Verkaufsrang 51652
Buch (Taschenbuch)
Buch (Taschenbuch)
12,90
12,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Ihr Feedback ist anonym. Wir nutzen es, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kundenservice wenden.

Buchhändler-Empfehlungen

Bewegendes Portrait.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Hans Pleschinski eröffnet ein Panorama voller Geschichte, Kunst, Literatur in dessen Mittelpunkt Gerhart Hauptmann steht. Thema ist das letzte Lebensjahr von Gerhart Hauptmann in seinem Haus "Wiesenstein" in Schlesien das nach Kriegsende ihm und seiner Frau und den Angestellten Schutz bietet, der immer ungewisser wird. Die neue polnische Regierung möchte alle Deutschen aus dem Land haben. Der Autor findet dafür deutliche Worte, die beschreiben ohne zu werten! Vor den Augen der Leser wird eine untergegangene Epoche lebendig, die viel zu leicht vergessen wird. Ein Buch das lange nachhängt erwartet Sie hier. Und eine Einführung in ein fast vergessenes (?) Schaffen eines außergewöhnlichen Schriftstellers.

Bewegende, überwältigende Biographie

Claudia Hüllmann, Thalia-Buchhandlung Magdeburg (Allee-Center)

Unglaublich dicht und kraftvoll erzählt Hans Pleschinski, der schon mit dem Thomas-Mann-Roman "Königsallee" begeisterte, in dieser neuen Romanbiographie von den letzten Jahren Gerhart Hauptmanns, dem Nobelpreisträger, Millionär und traurigem müden alten Mann.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
7
2
1
1
0

Zeitenwende stimmungsvoll und intelligent aufgearbeitet
von einer Kundin/einem Kunden am 07.12.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Um dieses Buch zu lesen, sollte man ein gewisses Interesse für Literatur(geschichte) aufbringen und Freude an einem etwas komplexeren Sprachstil haben. Man sollte sich auch Zeit nehmen, um die Gedankengänge der Personen und die literarischen Zitate besser aufzunehmen, was sich in meinen Augen unbedingt lohnt. Leser, die durch ih... Um dieses Buch zu lesen, sollte man ein gewisses Interesse für Literatur(geschichte) aufbringen und Freude an einem etwas komplexeren Sprachstil haben. Man sollte sich auch Zeit nehmen, um die Gedankengänge der Personen und die literarischen Zitate besser aufzunehmen, was sich in meinen Augen unbedingt lohnt. Leser, die durch ihre Lektüre mit Vollgas und permanentem Spannungsbogen rasen möchten, sind bei anderen Autoren sicherlich besser aufgehoben. Mir hat dieses anspruchsvolle und unterhaltsame Buch sehr gut gefallen. Und es hat meine Neugier auf Gerhart Hauptmann (wieder)erweckt.

Gerhart Hauptmann und seine Werke
von Martin Schult aus Borken am 24.03.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der 2. Weltkrieg liegt in den letzten Zügen während der Nobelpreis-träger für Literatur aus einem Sanatorium im zerbombten Dresden fliehen muss. Mit seiner kleinen Gefolgschaft macht er sich auf den beschwerlichen Weg zu seiner alten Heimat. Es zieht ihn und seine Frau Margarete in das heimische Anwesen Wiesenstein, welches in S... Der 2. Weltkrieg liegt in den letzten Zügen während der Nobelpreis-träger für Literatur aus einem Sanatorium im zerbombten Dresden fliehen muss. Mit seiner kleinen Gefolgschaft macht er sich auf den beschwerlichen Weg zu seiner alten Heimat. Es zieht ihn und seine Frau Margarete in das heimische Anwesen Wiesenstein, welches in Schlesien liegt. Ein Gebiet, in dem die russischen Kräfte kurz davor stehen die Widerstandslinien zu durchbrechen. Ist es richtig, in einer schweren Zeit, in der die Angst und Ungewissheit herrscht, den heimatlichen Gefühlen zu folgen? Hans Pleschinski widmet sich in "Wiesenstein" dem Leben und Werken des berühmten Dramatikers und Schriftstellers Gerhart Hauptmann. Er berichtet über die letzten dramatischen Monate im Leben des Nobelpreisträgers, in denen er sein heimatliches Anwesen aufsucht und vor Ort sein Leben und seine Werke Revue passieren lässt. Der Autor bedient sich in seinem Buch einem sehr anspruchs-vollen und schwer zugängigen Schreibstil. Sicherlich ein geeignetes Stilmittel, um einem herausragenden Schriftsteller gerecht zu werden. Dies führte bei mir allerdings durchaus zu einigen Längen im Buch, die mein Durchhaltevermögen mehrfach auf die Probe stellten. Die hervorragende Beschreibung der bedrückenden und ängstlichen Atmosphäre der damaligen Zeit und der geschickte und wohldosierte Einbezug vieler Werke Hauptmanns ließen mich aber immer wieder aufmerken und weiterlesen. Spannend war die schwierige Nachkriegszeit, in der die Angst umging. Bei vielen Protagonisten fand ein Rückblick im Umgang mit der dunklen Zeit der deutschen Geschichte statt, Leider wurde mir nicht wirklich klar, wie Gerhart Hauptmann, der auch im Nationalsozialismus große Beachtung und Verehrung erfuhr, mit seiner eigenen Schuldfrage ins Gericht ging. Das Verhalten von ihm und seiner Frau war sicherlich geprägt von der ruhmreichen Zeit seines Lebens, so dass er in meinen Augen wenig Sympathiepunkte sammeln konnte. Das Buch "Wiesenstein" ist aus meiner Sicht eine schwierige und herausfordernde Lektüre, deren Tragweite mir wahrscheinlich zum Teil verschlossen blieb. Wer sich ernsthaft und ausführlich dem großen Dramatiker und seinen Werken widmen möchte, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Für mich gab es zu viele Längen und Wiederholungen, so dass der Funke bei mir niemals so ganz überspringen konnte. Meine Bewertung fällt daher mit drei von fünf Punkten rein subjektiv eher ein wenig niedriger aus.

Lebensabend zwischen Trümmern
von Buchgespenst am 11.03.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Gerhart Hauptmann erlebt nur wenige Kilometer von Dresden entfernt dessen blutigen Untergang in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Alt, krank und gebrechlich hat der große Autor nur noch den Wunsch nach Hause zurückzukehren und die Kriegstage zu vergessen. Eine strapaziöse Flucht bis zum Wiesenstein bringt nicht die erhof... Gerhart Hauptmann erlebt nur wenige Kilometer von Dresden entfernt dessen blutigen Untergang in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Alt, krank und gebrechlich hat der große Autor nur noch den Wunsch nach Hause zurückzukehren und die Kriegstage zu vergessen. Eine strapaziöse Flucht bis zum Wiesenstein bringt nicht die erhoffte Erlösung. Isoliert, fasst wie im Vakuum, schreibt er in seinem Zuhause an seinem letzten großen Werk – auf den Schutz seiner Legende vertrauend, während um ihn herum der Krieg tobt. Doch Schlesiens blutigste Tage stehen noch bevor. Während Hauptmann entrückt seinen Lebensabend verbringt blutet Schlesien nach Kriegsende unter der Herrschaft der Polen und Russen aus. Kann Hauptmann mit seinem Ruf das Dorf schützen und wird ihm ein stilles Ende in seiner Heimat vergönnt sein? Wie ein Zauberturm wirkt der Wiesenstein. Unberührt von den Kriegswirren kann man kaum entscheiden, ob Hauptmann arrogant, entrückt oder einfach nur wie ein verzweifelt Flüchtender wirkt. Die Zerrissenheit eines Autors, der feststellen muss sich selbst überlebt und verraten zu haben, lässt auch im Leser ein schlechtes Gefühl zurück. Es nimmt einem den Atem zu sehen wie ein großer Autor an seiner Zeit und seinen Entscheidungen zerbrochen ist und nur noch verzweifelt ein Leben führt, das mit Beginn des Dritten Reiches bereits vorbei war. Gescheitert an der eigenen Eitelkeit, an Kurzsichtigkeit und doch wehrt er sich mit aller Kraft eine Niederlage einzugestehen. War Hauptmann schuldig oder nur blind? Ist er arrogant oder lebt er bereits in seiner eigenen Welt an der Schwelle des Todes? Pleschinski schafft es mit eindrucksvoller Bildgewalt die letzten schauerlichen Tage des Krieges lebendig werden zu lassen und die ersten Monate des Friedens, die immer noch von Gewalt und Tod geprägt sind. Die Zerrissenheit eines Skandalautors, der schließlich von der Öffentlichkeit, die ihn umjubelt und zu dem man sich in der Not geflüchtet hat, verdammt wurde. Fast mit Sachbuchcharakter entfaltet sich hier ein Roman, der mit seiner Objektivität und seinen Details fesselt. Er erschüttert, er lässt vieles hinterfragen und gibt vor allem einen Einblick in das Dilemma, vor dem die Menschen im Dritten Reich standen. Wie viel Anpassung zur Sicherung der eigenen Existenz ist akzeptabel? Wie viel hat man wissen, wie viel ahnen können, in einer Welt ohne Internet, mit gleichgeschalteten Medien? Wie sehr lässt man sich verführen, für ein bisschen öffentliche Anerkennung? Wie viel Kumpelhaftigkeit mit Autoritäten kann toleriert werden und sei es zum Schutz der Familie und Freunde? Das Buch wirft Fragen auf, die man nicht beantworten will. Das Buch beeindruckt und erschüttert. Es ist sehr viel mehr als die Biographie eines zwielichtigen Autors, dessen umjubelte Fortschrittlichkeit im Expressionismus von Nazivorwürfen in der Nachkriegszeit verdüstert wurde. Gleichzeitig gibt es einen detaillierten Einblick in Hauptmanns literarisches Schaffen. Es wird aus bekannten und fast vergessenen Werken zitiert. So wird man immer weiter in das komplexe Seelenleben des zerrissenen Autors geführt. Ein Leben, das in mehr als einer Hinsicht zertrümmert wurde und zwischen Trümmern qualvoll stirbt. Wie ein Zauberturm, ein Vakuum, ragt der Wiesenstein wie die Ruine eines magischen Symbols zwischen den Trümmern herausragt – Zeugnis vergangener Größe, großen Glanzes, das trotzdem noch Schutz bietet. Dass diese Geschichte auf Tatsachen beruht, macht es umso berührender. Das Nachwort gibt einen kurzen Einblick in die Fakten, auf denen das Buch beruht einen Einblick in die Schicksale der anderen Charaktere. Nichts für schwache Nerven, hochinteressant, komplex und bildgewaltig überzeugt dieses Buch auf ganzer Linie. Ein Biographie, ein Sachbuch und doch so viel mehr. Beeindruckend und absolut lesenswert!