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Volle Tonne, leere Teller

Was sich ändern muss. Gespräche über Armut, Verschwendung, Gerechtigkeit und notwendiges Engagement.

Jochen Brühl

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Beschreibung

Jochen Brühl, Bundesvorsitzender der Tafel Deutschland, reist mit dem Zug kreuz und quer durch Deutschland und spricht mit Unterstützern und Kritikern seiner Arbeit über Fragen, die vielen unter den Nägeln brennen: Wie kann es sein, dass im reichen Deutschland Menschen arm sind? Was läuft da eigentlich genau schief? Ist nur der Staat verantwortlich? Wie können wir Lebensmittelverschwendung verhindern und sinnvolle Alternativen schaffen?

Ein streitbares Debattenbuch, das Pro und Contra zulässt, Missstände beim Namen nennt sowie zum Nachdenken und Mitmachen aufruft. Und ein leidenschaftliches Plädoyer für das Ehrenamt, ohne das es in Deutschland finster aussehen würde.

U.a. mit Jörg Pilawa; Moderator | Hannes Jaenicke; Schauspieler | Paula Schwarz; Erbin | Henriette Egler; Bloggerin | FranzJosef Overbeck; Ruhrbischof | Barbara Hendricks; Bundesministerin a.D. | Gerhard Trabert; Arzt | Ulrich Schneider; Paritätischer Wohlfahrtsverband | Thomas Middelhoff; Ex-Manager | Irmgard Schwaetzer; Bundesministerin a.D. | Christina Brudereck; Autorin | Jürgen Kisseberth; Lidl | Raphael Fellmer; "Sirplus" | Tim Raue; Sternekoch | Sabine Werth; Tafelgründerin | Marianne Birthler; ExBundesbeauftragte für die Stasiunterlagen

Jochen Brühl ist verheiratet und lebt in Essen in einer Wohngemeinschaft mit mehreren Familien und Alleinstehenden. Der studierte Sozialarbeiter und Diakon war viele Jahre für verschiedene Organisationen tätig. 1999 zählte er zu den Gründern der Tafel Ludwigsburg. Derzeit ist er leitender Fundraiser für den CVJM Deutschland und ehrenamtlicher Vorsitzender der Tafel Deutschland e.V. sowie Mitglied im Vorstand der Europäischen Foodbank FEBA.

Foto: Reiner Pfisterer

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 17.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86334-237-1
Verlag Adeo Verlag
Maße (L/B/H) 23,4/16,1/2,2 cm
Gewicht 689 g
Abbildungen mit vielen Fotos

Kundenbewertungen

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Mein Eindruck
von HSL am 09.04.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Das Buch mit dem sehr aussagekräftigen Titel ist ein Werk mit Gesprächen von fast zwanzig Menschen. Viele mehr oder weniger bekannt, deren Engagement gegen über Armut, Verschwendung, für Gerechtigkeit und notwendiges Engagement unser Gesellschaft einsetzen. Die Tafel ist die größte Bürgerbewegung der Bundesrepublik, deren weit... Das Buch mit dem sehr aussagekräftigen Titel ist ein Werk mit Gesprächen von fast zwanzig Menschen. Viele mehr oder weniger bekannt, deren Engagement gegen über Armut, Verschwendung, für Gerechtigkeit und notwendiges Engagement unser Gesellschaft einsetzen. Die Tafel ist die größte Bürgerbewegung der Bundesrepublik, deren weitaus mehr als 60.000 ehrenamtliche Mitarbeiter dafür sorgen, das Bedürftige ihr täglich Brot bekommen. Und auch hier wie überall haben, beide Seiten was davon, die Bedürftigen und die Spender, erstere haben was zu essen und letztere müssen, oder brauchen die Nahrungsmittel nicht entsorgen, selbst der Staat ist Nutznießer aus der Sache, er braucht diesen Menschen nicht das geben, was ein Sozialstaat als Aufgabe hätte. Schon wenn man bedenkt, das die Tafeln jedes Jahr ca. 260.000 Tonnen retten, dann erkennt man vielleicht, was in den letzten 25 Jahr aus der Initiativgruppe „Berliner Frauen“ geworden ist. So sieht Sabine Werth die Tafeln als einen Finger in der Wunde, wir weisen auf Notwendigkeiten hin, natürlich beseitigen wir keine Armut, wir lindern sie. Von Hunger kann Deutschlands bester Koch ein Lied singen, wie er selbst sagt, ist er das Hungergefühl nie richtig losgeworden. Wer allerdings Hunger leidet, dem ist vieles andere herzlich egal, der will vor allen Dingen erst einmal: keinen Hunger mehr haben. Raue bricht auch immer bewusst aus dem Kreis der Feinschmecker aus begibt sich dorthin wo das Leben weniger schön ist. Er unterstützt soziale Projekte mit Geld und Sachspenden und versucht dadurch jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Doch auch nicht nur sozial engagierte Menschen kommen in der Runde zu Wort, sondern auch Reiche, sehr Reiche, wie die 28-järige Paula Schwarz, Tochter der Schwarz-Familie, deren Privatvermögen nicht mehr in Millionen sondern in Milliarden gemessen wird. Sie sieht den Ursprung der wachsenden Ungleichheit im zunehmendem Egoismus. Dabei sind ihrer Meinung nach die privaten Strukturen genauso wie der Staatsapparat verantwortlich für diesen Schiefstand. Auf die Frage was ihr Geld bedeutet, antwortet sie : „Möglichkeiten, das ist Geld.“ Auch der bekannte Film – und Fernsehschauspieler Hannes Jaenicke kommt zu Wort. Er nennt „Anpissen eine deutsche Volkskrankheit. Immer herumnörgeln, immer herummeckern, die deutsche Seele sei nur schwer zu erheitern. Wie so viele so ist auch er frustriert und sie ist deutlich und nachvollziehbar. Doch er nimmt die Industrie genauso wie den Endverbraucher in die Verantwortung. Er glaubt nicht, das die Politik alles lösen kann und soll, es ist ein Dreisatz, so Jaenicke. Die Politik, die Industrie und der Endverbraucher müssen was bewegen. Doch wenn wenn es nur ein Tropen auf den heißen Stein ist, sein Lebenssinn liegt darin, dahin zu gehen, wo es Durst gibt. Wie sehen Sie das?

interessante Interview, aufklärende Gespräche und Anregungen zum Nachdenken
von Lesefreund am 05.01.2020

Einige Leben im Überfluss andere mit Hunger Der Vorsitzende der Tafel Jochen Brühl hat mit 17 verschiedenen Personen darunter Schauspieler, Theologe, Unternehmer, Autor, Politikerin, Koch und noch einigen anderen, Gespräche geführt in denen es nicht nur um die "Tafel" geht. Die Gespräche waren sehr interessant und gaben die Sic... Einige Leben im Überfluss andere mit Hunger Der Vorsitzende der Tafel Jochen Brühl hat mit 17 verschiedenen Personen darunter Schauspieler, Theologe, Unternehmer, Autor, Politikerin, Koch und noch einigen anderen, Gespräche geführt in denen es nicht nur um die "Tafel" geht. Die Gespräche waren sehr interessant und gaben die Sichtweise der einzelnen wieder. Die Tafel wurde gegründet um Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten. Heute ist die Tafel eine der wichtigsten gemeinnützigen Einrichtungen um die Not und den Hunger der Ärmsten zu lindern. Viele Menschen die die Tafel in Anspruch nehmen sagen selbst, das sie nie gedacht hätten so was mal nötig zu haben. Es sind keine Randgruppen mehr die dort einkaufen sondern Menschen wie du und ich. Alleinerziehende, Familie mit einem Niedrigverdiener, Langzeitarbeitslose, Kranke oder Rentner die von ihrem Einkommen nicht leben können. Jährlich landen hierzulande ca 10 Millionen Tonnen makellose Lebensmittel im Müll, alles viel zu schade zum wegwerfen. Darüber sollten wir uns alle mehr Gedanken machen. Wir sollten uns zum Ziel setzen dies auf jeden Fall zu vermeiden. Wenn jeder von uns selber säen, pflegen, ernten und verwerten müsste würden Lebensmittel sicherlich wieder mehr Wertschätzung erfahren. Unseren Dank haben alle Ehrenamtlichen und Spender verdient die keine Mühen, Aufwand und Arbeit scheuen bei der Tafel oder in anderen sozialen Einrichtungen zu helfen. Danke schön! Ich fand dieses Buch sehr informativ obwohl ich noch mehr Tipps zum Thema Ernährung erwartet habe.

Mit der Ambivalenz leben
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 07.12.2019

Dies ist ein Buch über Armut und Überfluss, Verschwendung und Achtsamkeit und darüber, was sich ändern muss. Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel, spricht mit 17 verschiedenen Personen über seine Arbeit und die Ambivalenz, die damit einhergeht. Dabei kommen Vertreter von Unternehmen, Kirche, Politik, der Tafel selbst oder auch b... Dies ist ein Buch über Armut und Überfluss, Verschwendung und Achtsamkeit und darüber, was sich ändern muss. Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel, spricht mit 17 verschiedenen Personen über seine Arbeit und die Ambivalenz, die damit einhergeht. Dabei kommen Vertreter von Unternehmen, Kirche, Politik, der Tafel selbst oder auch bekannte Gesichter aus der Öffentlichkeit zu Wort. Besonders gefallen hat mir die Vielfältigkeit des Buches. Alle interviewten Personen haben auf die eine oder andere Weise mit dem Thema zu tun, setzen aber natürlich jeweils eigene Schwerpunkte. So spricht beispielsweise Fernsehkoch Tim Raue darüber, wie es sich anfühlt, Hunger zu haben und über die Frage, warum der Staat nicht mehr für die Schwachen tut, obwohl er es sich leisten könnte. Franz-Josef Overbeck, der Ruhrbischof, nimmt ebenfalls die Politik in die Verantwortung, aber auch die Wirtschaft, die Kirche und letztendlich jeden einzelnen. Und so geht es weiter, jede dieser Persönlichkeiten hat sich mit der ganzen Thematik beschäftigt und etwas dazu zu sagen. Keiner geht leichtfertig damit um, ebenso wie niemand die Ambivalenz leugnet, die zwangsläufig damit zusammenhängt. Auch die Art und Weise, wie die Interviews aufbereitet sind, hat mir sehr gut gefallen: Teile werden zusammengefasst, dann wieder scheint der Autor und Interviewer mit sich selbst zu reden, worauf Antworten des Gegenübers oder Zitate folgen, wieder unterbrochen von Reflexionen des Autors über das Gesagte. Die Texte haben also nicht die typische Form eines Interviews, vermitteln aber sehr gut die Ansichten der Interviewten, genauso wie die Probleme, welche diese wiederum aufwerfen. Ich finde, dies ist ein gutes und auch wichtiges Buch, weil es Fragen stellt, denen sich jeder selbst stellen sollte. Was läuft verkehrt in unserem Land? Wie kann es sein, dass ein so reiches Land die Arbeit der Tafeln braucht? Verlässt der Staat sich gar darauf, dass es Institutionen wie die Tafel gibt und geben wird und entzieht sich so seiner Verantwortung? Dabei beschäftigt sich das Buch sehr differenziert und behutsam mit diesem schwierigen Thema, ohne allzu schnell die Schuld auf jemanden zu schieben. Einfache Antworten gibt es schließlich nicht zu diesen komplexen Fragen. Gleichzeitig werden sehr wohl Missstände beim Namen genannt, Dinge die schieflaufen, aber besser laufen könnten. Mich hat das Buch definitiv noch einmal mehr zum Nach- und Neudenken gebracht: Wo kann ich selbst als Konsument etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun? Fazit: Ich habe das Buch gerne gelesen, fand die unterschiedlichen Ausführungen spannend, teilweise provozierend, aber nie pauschal aburteilend. Somit ergibt sich ein vielschichtiges, inspirierendes, aber auch beschämendes Bild. Es wird viel getan, aber noch lange nicht so viel, wie möglich wäre. Gleichzeitig handelt es sich um einen eindringlichen Appell, das Ehrenamt mehr wertzuschätzen. Kann ich wirklich nur weiterempfehlen!

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